Vor dem Kauf eines neuen Bikes müssen viele Entscheidungen getroffen werden. Trail oder Enduro? 27,5” oder 29”? Shimano oder SRAM? RockShox oder FOX? Doch wenn ihr dieses Jahr ernsthaft darüber nachdenkt, euch ein neues Bike zuzulegen, dann gibt es eine noch wichtigere Frage: Sollte mein nächstes Bike ein E-MTB sein?
Der E-MTB-Markt hat sich in den letzten Jahren extrem entwickelt. Waren motorisierte Bikes in den ersten Jahren für Trail- und Enduro-Biker noch absolut uninteressant, hat sich das inzwischen stark geändert. Man kann mittlerweile ein E-MTB kaufen, das unter 17 kg wiegt, was ungefähr so viel ist, wie manch schwere Enduro-Bikes auf die Waage bringen.
Wahrscheinlich seid ihr bereits einigermaßen gut informiert und vielleicht lest ihr ohnehin schon unser Schwester-Magazin E-MOUNTAINBIKE? Falls nicht, dann wird es erst mal Zeit, sich von ein paar Vorurteilen zu verabschieden. Wenn ihr glaubt, dass E-MTBs nur etwas für übergewichtige oder faule Menschen sind, dann solltet ihr einmal mit Profis, wie Jerome Clementz oder Fabien Barel, sprechen. Die besten modernen E-MTBs werden euch bergab nicht limitieren.
Unser Redaktionsteam ist mit Mountainbikes genauso gern unterwegs wie mit E-Mountainbikes. In Kombination erhöhen die verschiedenen Bikes die Vielseitigkeit unseres Sports und bieten ein unglaubliches Potenzial. Da unsere Magazine ENDURO und E-MOUNTAINBIKE harmonisch koexistieren, müssen wir euch hier nichts verkaufen. Es geht nicht darum, E-Mountainbikes zu promoten oder schlecht zu machen. Wir wollen nur dafür sorgen, dass ihr auf dem besten Bike für eure Ansprüche sitzt.
Selbst innerhalb unseres Fahrrad-verrückten Redaktionsteams mit Zugang zu beiden Optionen gibt es einige Fahrer, die für ihren persönlichen Bike-Sport ein E-Mountainbike auserwählt haben und andere, die mit analogen Bikes unterwegs sind - und wieder andere fahren auf beiden. Die Vorzüge eines E-MTBs liegen auf der Hand: Man fährt mehr, ist über größere Distanzen unterwegs und kann innerhalb eines kürzeren Zeitraums mehr Trails fahren.
Doch einige von unserem Team genießen es noch immer, sich ihre Tiefenmeter vollends zu verdienen und schätzen das simple Vergnügen, allein dank der Kraft ihrer Beine zum Trail Einstieg zu gelangen. Unser Leben ist vollgestopft mit Elektronik - unser Zuhause, unsere Büros, selbst unsere Autos.
E-Mountainbike vs. Mountainbike: Argumente für und wider
Um herauszufinden, ob ein E-MTB für euch das beste Bike ist, müsst ihr bedenken, wie ihr fahrt, mit wem ihr in der Regel unterwegs seid und was ihr vom Biken grundsätzlich erwartet. Um euch bei der Entscheidung zu helfen, haben wir eine Liste an Argumenten erstellt, warum ein E-MTB als euer nächstes Bike die optimale Wahl sein könnte.
Vorteile eines E-Mountainbikes
- Mehr Touren und größere Reichweite: Es ist Fakt, mit einem E-Mountainbike erhöhen sich die Anzahl und die Reichweite eurer Touren.
- Neue Möglichkeiten: Ein E-MTB eröffnet neue Wege, hilft euch dabei, neue Trails zu erkunden und dient außerdem als Motivationsspritze.
- Vielseitigkeit: Davon abgesehen, dass Trails unheimlichen Spaß machen, werdet ihr außerdem feststellen, dass ihr euer E-MTB zum Pendeln, als familienfreundliches Ausflugsgerät sowie als SUV nutzen könnt und zusätzlich auch bei schlechtem Wetter häufiger unterwegs sein werdet.
- Grenzenloses Potenzial: Einen Motor zu haben, eröffnet euch grenzenloses neues Potenzial, dem ein unmotorisiertes Bike niemals das Wasser reichen kann.
- Spaßfaktor: In den frühen Tagen ihrer Entwicklung litten E-MTBs unter einem miserablen Handling, hatten einen hohen Schwerpunkt und merkwürdige Geometrien. Heutzutage besitzen sie eine grandiose Balance, ein stabiles Handling und fahren sich angenehm agil - E-MTBs rocken einfach.
- Fitness: Der Kauf eines E-MTBs wird euch nicht dick werden lassen. Wenn überhaupt, dann werdet ihr dank der Macht, im Handumdrehen in die Natur entfliehen zu können, deutlich mehr unterwegs sein, mehr Trails genießen und jede Woche mehr Kilometer abspulen.
- Aerobes Workout: Ja, ein E-MTB nimmt unserer Beinmuskulatur ein wenig Arbeit ab und reduziert den Kraftaufwand, der auf steilen Anstiegen benötigt wird, aber es sorgt anstelle eines anaeroben Trainings für ein aerobes Workout.
- Intensiveres Oberkörper-Workout: Zudem sorgt das höhere Gesamtgewicht des Bikes für ein intensiveres Oberkörper-Workout, wenn man es auf Trails ordentlich krachen lässt.
- Wiedereinstieg: Wenn ihr die Sorte Fahrer seid, die für die Abfahrt lebt, aber bei Uphills oft hinter die Gruppe zurückfällt oder Ausfahrten mit anderen Fahrern sogar schon meidet, dann wird ein E-MTB euch zurück ins Spiel bringen.
- Familienfreundlichkeit: In einer Familie ist ein E-Mountainbike so nützlich wie Großeltern mit übermenschlichen Babysitting-Skills. Vor allem dient ein E-MTB natürlich auch als Lastenesel, um den ganzen Krimskrams zu transportieren, den man bei Familienausflügen braucht.
- Trendsetter: Wenn sich eure Bike-Crew mehr und mehr mit den Vorzügen eines E-MTBs anfreundet und ihr euch sicher seid, dass eure Ausfahrten mit einem E-MTB mehr Spaß machen würden, dann könnt ihr der Trendsetter sein.
Nachteile eines E-Mountainbikes
- Verzicht auf Anstrengung: Doch wenn ihr die entspannte Geschwindigkeit eines langen, gemächlichen Anstieges genießt oder das Erreichen eines Gipfels aus eigener Kraft, warum sollte es dann schneller gehen, oder leichter? Es ist nichts falsch daran, sich seine Zeit zu nehmen und Qualität Vorrang vor Quantität zu geben.
- Höherer Preis: Es ist Fakt, dass ein E-MTB teurer ist als ein gleichwertig ausgestattetes Mountainbike, denn Motor und Akku schlagen sich erheblich im Preis nieder.
- Wartung und Verschleiß: Durch seine höhere Komplexität erfordert ein E-MTB mehr regelmäßige Wartungsarbeiten und sein erhöhtes Drehmoment nutzt die Komponenten des Antriebs und Reifen schneller ab, verglichen mit einem unmotorisierten Bike, das über dieselbe Distanz bewegt wurde.
- Komplexität: Wenn euch der Gedanke an die elektronischen Di2- und AXS-Schaltung mit Angst und Schrecken erfüllt, dann ist ein E-Mountainbike nichts für euch. An einer puristischen Herangehensweise ist nichts verkehrt.
- Gewicht: Auch wenn sie sich auf dem Trail relativ leicht anfühlen, kann man dasselbe nicht vom Transport eines E-Mountainbikes behaupten.
- Eingeschränkte Tragefähigkeit: Doch wenn ihr und eure Freunde Hardcore-Bike-Bergsteiger seid, die ihr Bike bergauf regelmäßig schultern, um Hindernisse zu überwinden oder anspruchsvolle Bergpässe hinaufzuwandern, dann dürfte ein 20 kg+ schweres E-MTB euer Leben nicht gerade leicht machen.
Die verschiedenen Kategorien von E-Mountainbikes
Aktuell gibt es drei Hauptkategorien von E-MTBs: Zum einen Power-E-MTBs, die ein gigantisches Drehmoment und eine riesige Akkukapazität aufweisen. Sie sind die SUVs der Bike-Welt und im Gelände schwer und behäbig, besitzen dafür jedoch enorme Kletterfähigkeiten. Dann gibt es Allround-E-MTBs, die noch immer über ausreichend Power verfügen, diese jedoch in einem leichteren Gesamtpaket von 20-25 kg unterbringen und eine ausgewogene Performance bergauf und bergab bieten. Die Masse der Mountainbiker wird jedoch mit der neuen Kategorie der leichten E-MTBs am meisten Freude haben. Diese Light-E-MTBs besitzen das Handling und die Agilität von Bikes ohne Motor, was durch kleinere Akkus und eine niedrigere Unterstützung ermöglicht wird.
Allround-E-MTBs sind perfekt für Fahrer, die lange Ausfahrten genießen wollen und es mit herausfordernden Anstiegen aufnehmen wollen. Dagegen sind leichte E-MTBs besser geeignet sind für Fahrer, denen die Abfahrten wichtiger sind und die mit ihren Kumpels unterwegs sein wollen, auch wenn diese keine E-MTBs besitzen. Alle E-MTB-Kategorien verfügen über genug Reichweite, um klassische rund zweistündige Bike-Touren (es geht je nach Modell natürlich auch viel mehr) problemlos zu meistern.
E-MTB als Alltagsrad oder zum Pendeln?
Ob es Sinn macht ein eMTB auch als Alltagsrad oder zum Pendeln zu nutzen, hängt also stark von den Wegen ab, die man zu bewältigen hat. Wem Durchschnittsgeschwindigkeiten von 25 km/ h ausreichen und wer am Wochenende das eMTB auch noch als Sportgerät in seiner Freizeit einsetzen will, dem taugt auch ein eMTB sicher für seine Alltagsstrecken. Noch sinnvoller wird es, wenn der Arbeitsweg hügelig, steil und durch super schöne Waldgebiete mit feinsten Trails führt.
In puncto Sicherheit würde ich mir wünschen, dass Arbeitgeber, Städte und Kommunen endlich reagieren und auch für Fahrräder einbruchsichere Parkhäuser bzw. fest umschlossene Fahrradboxen bereit stellen würden. Diese Boxen sollten natürlich nicht nur monatlich mietbar sein, sondern eben wie Parkhäuser auch, eine Möglichkeit bieten, spontan beim Einkaufen oder am Bahnhof sein Rad abzuschließen.
In puncto Verschleiß beim Pendeln mit dem eMTB kann vermutlich vor allem bei den Reifen eine schnellere Abnutzung eintreten. Micha löst das bei seinem Crosser, der ja ebenfalls eigentlich eher eine schmaler Stollenbereifung hat, mit einem zweiten Rennradlaufradsatz, den er für das Pendeln schnell einbauen kann.
Günstige E-Mountainbikes unter 3.000 €
Damit du lange Spaß mit deinem e-MTB hast, solltest du nicht am falschen Ende sparen, denn hochwertige e-Mountainbikes mit langlebiger Ausstattung zahlen sich auf lange Sicht definitiv aus. Um qualitative Einbußen zu vermeiden, solltest du dich genau informieren und beispielsweise nicht auf trügerische Lockfallen im Web hereinfallen. Doch kein Grund zur Sorge, wenn du trotzdem auf eine günstige Alternative zurückgreifen willst. Viele Premium-Hersteller bieten auch preiswertere Modelle in ihrem Sortiment an.
Beispiele für E-Mountainbikes unter 3.000 €
| Marke | Modell | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Liv | Tempt E+ EX | Damen Trailbike, SyncDrive Core Antrieb (50 Nm), 500 Wh Akku |
| R Raymon | HardRay E 2.0 | Yamaha PW-CE Motor, Automatic Support Modus, Hardtail |
| Cannondale | Trail Neo 4 | Hardtail, modernes Design, hochwertige Komponenten |
| Giant | Talon E+ 1 | 500 Wh Akku, 50 Nm SyncDrive Core Mittelmotor, Hardtail |
| Focus | Jarifa² 6.6 Nine | Bosch Performance Line CX Antrieb (85 Nm), 500 Wh Batterie (erweiterbar auf 1000 Wh) |
Wie du siehst, bieten viele Hersteller hochwertige e-Mountainbikes unter 3.000 €. Vermeintlich günstige e-MTB Angebote von Online-Shops solltest du hingegen meiden. Diese bergen neben qualitativen Abstrichen nämlich häufig noch weitere Probleme. Hier erfährst du mehr über die Gefahren vom e-MTB Onlinekauf.
E-MTB für Einsteiger
E-Bikes erfreuen sich großer Beliebtheit. Warum nicht also auch im sportlichen Bereich, zum Beispiel als Mountainbike? Warum sich ein MTB für Einsteiger in den Sport lohnen kann und worauf zu achten ist, wollen wir hier vorstellen.
Auf der Hand liegt natürlich, dass der Fahrer dank Motorunterstützung weniger Kraft aufwenden muss. Gerade in bergigem und unwegsamen Gelände erleichtert dies das Fahren ungemein. Dadurch sind zum einen auch die, vor allem für Einsteiger, anspruchsvolleren Strecken zu bewältigen als auch längere Touren möglich.
Anfänger haben durch den Einstieg mit dem E-MTB die Möglichkeit, sich voll und ganz auf die Fahrtechnik zu konzentrieren. Auch wenn das Fahren weiterhin mit eigener Muskelkraft durchgeführt wird, sollte es in der Regel nicht zur Erschöpfung kommen. Dadurch wird dieses neue sportliche Erlebnis eher motivierend wahrgenommen und weniger als nicht zu bewältigende Herausforderung aufgrund fehlender sportlicher Voraussetzungen.
Mit dem E-MTB ist es realistisch, längere Touren zu fahren als es mit einem gewöhnlichen MTB möglich wäre. Wer mit Motorunterstützung fährt, hat mehr Möglichkeiten, die eigenen Fähigkeiten zu testen und verschiedene Terrains auszuprobieren. Da auch die Stufen des Motors unterschiedlich einzustellen sind (von gar keine bis maximale Unterstützung), kann sich der Fahrer auch hier schrittweise neuen Herausforderungen stellen und im besten Fall irgendwann auch ohne Motor die gleichen Touren fahren.
Das E-Mountainbike bietet eine hervorragende Möglichkeit, als Einsteiger einen neuen Sport kennenzulernen. Klar sollte sein, dass auch dieses MTB entsprechend Übung und Zeit erfordert, um technisch versierter zu werden. Dass der Faktor „Ausdauer“ hier aber nahezu wegfällt, ist ein entscheidender Vorteil.
Fully oder Hardtail E-MTB?
Ein Hardtail E-MTB ist leicht, direkt und effizient - ideal für Touren auf Schotter und Waldwegen. Ein Fully E-MTB bringt dir mehr Komfort und Kontrolle auf technischen Trails und bei Abfahrten. Beide Bauarten haben ihre Stärken - entscheidend ist, wo und wie du fährst.
Du willst maximale Performance auf technischen Trails? Ein Fully E-MTB ist die erste Wahl, wenn du Komfort, Traktion und Fahrspaß im Gelände suchst. Ein Fully E-Mountainbike zeigt seine Stärken vor allem dann, wenn der Untergrund rauer wird. Durch das Zusammenspiel von Vorder- und Hinterbaufederung bleiben beide Räder auch bei Unebenheiten, Steinen oder Landungen in Kontakt mit dem Boden. Das sorgt nicht nur für mehr Kontrolle und Sicherheit - du fährst auch spürbar effizienter und entspannter.
E-MTB Hardtails zeichnen sich durch ihre leichte Bauweise und hohe Agilität aus. Ohne die zusätzliche Federung eines Fullys sind sie besonders direkt und wendig, was sie ideal für schnelle Trails und technisch weniger anspruchsvolle Strecken macht. Ihr geringes Gewicht sorgt für mehr Effizienz bei Anstiegen und ermöglicht dir ein besseres Fahrgefühl auf flüssigen Passagen.
Ob E-MTB Fully oder Hardtail, die Entscheidung hängt von deinem Fahrstil und deinen Ansprüchen ab.
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