Mathieu van der Poel ist einer der vielseitigsten und erfolgreichsten Radsportler der Welt. Seine Erfolge im Straßenradsport, Cyclocross und Mountainbike-Bereich sind beeindruckend. Ein wesentlicher Bestandteil seines Erfolgs sind seine Fahrräder, die speziell auf seine Bedürfnisse und die jeweiligen Disziplinen zugeschnitten sind.
Canyon Aeroad: Das Straßenrennrad von Mathieu van der Poel
Viele seiner Erfolge auf der Straße fuhr van der Poel mit einem Canyon Aeroad ein und hat wie auch sein Team absolutes Vertrauen in die deutsche Marke. Das Canyon Aeroad CFR wurde für maximale Aerodynamik optimiert. Überarbeitete Rohrprofile verbessern die Strömungseigenschaften.
Das Canyon Aeroad ist komplett ausgestattet mit Shimanos Dura-Ace Di2-Gruppe: die elektronische Zwölf-Gang-Schaltung inklusive Scheibenbremsen und einem Shimano-Powermeter. Van der Poel setzt zudem auf einen Shimano-Powermeter vom Typ FC-9200P zur Leistungsmessung. In Bezug auf die Kettenblätter bevorzugt van der Poel eine Kombination von 54/40-Zähnen.
Eine Besonderheit des Aeroad CFR ist das einstellbare Aerocockpit Pro, das eine individuelle Anpassung der Lenkerbreite ermöglicht. Eine Besonderheit des Aeroad CFR ist das breitenverstellbare Aerocockpit, welches es ermöglicht, den Lenkervorbau individuell anzupassen. Der Niederländer bevorzugt ein aggressives Setup. Sein stark gekröpfter Vorbau misst 120 Millimeter und seine Schalthebel sind leicht nach innen gedreht.
Das Sieger-Bike ist mit einer Shimano Dura-Ace Di2 9250 12-fach Gruppe ausgestattet. Die elektronische Schaltung ermöglicht schnelle und präzise Gangwechsel, während die hydraulischen Dura-Ace 9270 Disc-Bremsen für maximale Kontrolle sorgen. Die Kurbel stammt aus der Shimano Dura-Ace FC-9200P-Serie und hat eine Länge von 172,5 Millimetern sowie eine Kettenblattkombination von 54/40 Zähnen.
Das Aeroad CFR rollt auf den tubeless-fähigen Shimano Dura-Ace C60-Laufrädern mit 60 Millimeter hohen Carbonfelgen. In Bezug auf die Laufräder nutzt der Alpecin-Deceuninck-Profi bei den Klassikern das C50-Modell, welches sich durch 50 Millimeter hohe Carbonfelgen auszeichnet. Seit dieser Saison sind darauf die Pirelli P Zero Race TLR RS-Reifen montiert.
Stylish designt finden sich auf dem Rahmen mit der Grundfarbe weiß die Regenbogenstreifen des Weltmeistertrikots. Wie bei allen seinen Rädern findet sich das MVDP-Logo auf dem Steuerrohr.
Neues Modell im Anmarsch?
Der Top-Star fährt wie seine Teamkollegen um Sprinter Jasper Philipsen eine bislang unveröffentlichte Rennmaschine aus Koblenz. Im Vergleich zum aktuellen Modell zeigt das Bike kaum sichtbare Änderungen. Der Lenkkopf und das Unterrohr wirken etwas filigraner, der Übergang zum Oberrohr ist minimal kantiger. Neu konstruiert ist zudem der Übergang zwischen Sitzstreben und Sitzrohr. Die Ausfallenden auf der Antriebsseite sind verschlossen. Die Klemmung der Aero-Sattelstütze sitzt nun im Ober- statt im Sitzrohr.
Das Rahmen-Set von Van der Poel zeichnet sich zudem durch zahlreiche Details aus, die an seinen Parforceritt bei der Straßen-WM im Vorjahr erinnern: Farbtupfer in Regenbogen-Farben, die Startnummer unter dem Tretlager, die der Niederländer in Glasgow trug, oder die Daten seiner Triumphfahrt auf der Unterseite des Oberrohrs. Für die erste Etappe kombinierte der 29-Jährige eine 54/40-Kurbel mit einer 11-34-Kassette von Shimano. Der japanische Komponentenriese stellt auch die Laufräder: Auf den C50 sind 28 Millimeter breite Tubeless-Reifen von Vittoria montiert. An der Sattelstütze (SP0075) ist der Startnummernhalter angeschraubt. Um Gewicht zu sparen, fährt der Alpecin-Profi vorne wie hinten Scheibenbremsen mit einem Durchmesser von 140 Millimetern.
Canyon Grail CFR: Das Gravel-Bike von Mathieu van der Poel
Nicht nur van der Poel feierte in Leuven/Belgien ein Triple, indem sich der Alleskönner nach den WM-Titeln auf der Straße (2023) und Querfeldein (2015, 2019, 2020, 2021, 2023, 2024) auch noch das Regenbogen-Trikot im Gravel sicherte. Auch Canyon stellt damit zum dritten Mal in Folge einen Gravel-Weltmeister, nachdem die Titelkämpfe seit 2022 unter dem Dach des Radsportweltverbands UCI ausgetragen werden.
Nachdem Gianni Vermeersch (Belgien) bei der Erstauflage der offiziellen Gravel-WM noch auf einem umgebauten Ultimate CFR, eigentlich ein leichter Race-Allrounder für anspruchsvolle Bergetappen, triumphiert hatte, setzte van der Poel wie auch schon Kaisa Niewiadoma (Polen) im Vorjahr auf das Grail CFR. Ein geländetauglicher Spezialist mit Rennambitionen. An die Serienräder sind geländetaugliche Schaltgruppen von Shimano (GRX Di2) oder SRAM (Red XPLR AXS) geschraubt.
Die auffälligste Änderung, neben der Perlmutt-Sonderlackierung, zeigt sich am Antriebsstrang: Der 29-Jährige wechselte die Gänge mit Shimanos Dura-Ace Di2, wobei die Übersetzung mit der Kettenblatt-Kombi 52/36 etwas kleiner als bei seinem Straßen-Setup ausfiel.
Bei den Reifen entschied sich van der Poel für schnelle Terreno Zero seines Ausrüsters Vittoria. Mit 38 Millimetern fielen diese etwas schmaler aus als bei vielen aktuellen Gravelbikes. So rollt auch das serienmäßige Grail CFR auf etwas breiteren Gummis von Goodyear oder Schwalbe.
Interessant wird es mit Blick auf die Laufräder an van der Poels Rennmaschine, schließlich waren die relativ hohen Carbonfelgen ohne die üblichen Decals markiert. Der aktuelle Doppel-Weltmeister aus Cyclocross und Gravel war demnach entweder mit einem noch unveröffentlichten Laufradsatz von seinem Sponsor Shimano unterwegs oder fuhr mit einem Fabrikat eines anderen Herstellers. Die hohen Aero-Felgen an van der Poels Arbeitsgerät waren unbeschriftet. Sehen wir hier ein bislang noch unveröffentlichtes Modell von seinem Ausrüster Shimano?
Obwohl Canyon der zweiten Generation des Grail ein Staufach für ein Pannen-Set im Unterrohr spendierte, setzte “MvdP” lieber auf die altmodische Lösung und fixierte eine CO2-Pumpe von SKS, Modell Airbuster, per Klebeband an der Carbonstütze. Das Ganze schaut zwar etwas nach einer Bastellösung aus, dürfte bei einem Reifenschaden aber die schnellere Alternative sein.
Das Cockpit an van der Poels Rennmaschine bietet Canyon auch für Hobbysportler an - allerdings nur als Nachrüstoption und nicht in den Profi-Dimensionen des Allround-Talents. Das alte Grail machte noch durch den Doppellenker von sich Reden, am aktuellen Modell ist ein formschönes One-Piece-Cockpit geschraubt. Van der Poel fuhr eine nicht erhältliche Rennversion mit 110/370 Millimetern. Bei einer Vorbaulänge von 110 Millimetern war dessen Sonderanfertigung nur 370 Millimeter breit. Ab Werk schrauben die Koblenzer mindestens 420 Millimeter breite Lenker-Vorbau-Kombis an die Räder, die Vorbauten variieren je nach Rahmengröße zwischen 60 und 80 Millimetern. Die sportlichste Version im Zubehör-Shop misst 110/400 Millimeter.
Mathieu van der Poel: Ein Multitalent auf dem Rad
Was van der Poel so einzigartig macht, ist seine Vielseitigkeit: Er kann alles. 2015 wurde er zum ersten Mal Cyclocross-Weltmeister der Elite, mit nur 20 Jahren. In diesem Winter gewann er die Crossrennen fast nach Belieben und wiederholte seinen Triumph.
Marianne Vos, wie van der Poel ein Multitalent auf dem Rad, bewundert ihren Landsmann für sein Talent, aber mehr noch für seine Disziplin. „Mathieu hat ein tolles Gespür für die Rennen, und es sieht aus, als fiele ihm alles leicht. Aber er trainiert viel. Er macht einen harten Job, und das zahlt sich aus. Man sieht es an den Resultaten.“
Marianne Vos ist eine von sehr wenigen Athletinnen, die auf dem Rennrad, dem Cyclocrossrad und dem Mountainbike erfolgreich sind. Bei den Männern gibt es nur einen Menschen, der alle drei Disziplinen auf Weltklasseniveau beherrscht: Mathieu van der Poel.
Mountainbike-Comeback in Heubach
Doch 2025 wird noch einmal etwas ganz Besonderes geboten: der niederländische Radsport-Superstar Mathieu van der Poel wird am 18. Mai in der «Stellung» nach fast zwei Jahren Abstinenz in den Mountainbike-Sport zurückkehren und damit beim zweiten Lauf der MTB-Bundesliga teilnehmen. Der 30-jährige Niederländer gilt als der vielleicht kompletteste Radsportler aller Zeiten.
Doch zwei wichtige Titel fehlen ihm noch: der Weltmeistertitel und der Olympiasieg auf dem Mountainbike.
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