MERIDA E-Mountainbikes im Test: eONE-SIXTY und eONE-EIGHTY

MERIDA hat sich im E-Mountainbike-Bereich einen Namen gemacht, und zwei Modelle stechen besonders hervor: das eONE-SIXTY und das eONE-EIGHTY. Beide Bikes wurden von verschiedenen Magazinen getestet und erhielten positive Bewertungen für ihre Leistung, ihr Handling und ihre Vielseitigkeit.

MERIDA eONE-SIXTY: Der Alleskönner

Trotzdem unser eONE-SIXTY - sowohl in der Aluminium- als auch in der Carbon-Version - bereits in den vergangenen Jahren mehrfach Testsiege beim E-MOUNTAINBIKE-Magazin einfahren konnte, schickten wir unser aktuelles eONE-SIXTY 975 noch einmal in den großen Vergleichstest 2023. Die Tester des E-MOUNTAINBIKE-Magazins bestätigten unser Vertrauen: Mit einem EP8-Motor von Shimano mit üppigem 750-Wh-Akku und nützlichen Alltags-Features brauche sich das Bike nicht vor der teuren Konkurrenz verstecken. Dabei prahle es nicht, zeichne sich durch eine „Menge Understatement“ aus, verrichte „zuverlässig im Hintergrund seinen Dienst“ und punkte groß in Sachen Funktionalität.

In puncto Performance unterstreicht das Bike seine Ambitionen und „kann mit doppelt so teuren Bikes in Sachen Ausstattung mithalten“. Das verdeutlicht beispielsweise die RockShox ZEB Ultimate Federgabel mit 160 mm Federweg an der Front. Ein DEORE XT Linklglide 11-fach-Antrieb sorge für Langlebigkeit und zuverlässige Schaltperformance. Auch wenn das eONE-SIXTY auf den ersten Blick ausschließlich für Trail-Abenteuer gemacht zu sein scheint, kann es durch seine hochwertige Lichtanlage „auch im Alltag punkten“. Ein sinnvolles Multi-Tool unterm Sattel ist zudem stets griffbereit.

Auf dem eONE-SIXTY sitze man entspannt, bequem und gut integriert, was es zum guten „Begleiter für lange Touren“ mache. Zudem vereine das Bike gekonnt Agilität, Laufruhe und gutmütiges, intuitives Handling, wodurch es sich „von Kurve zu Kurve schnalzen“ lasse.

MERIDA setzt beim eONE-SIXTY 875 nicht auf prestigeträchtige Anbauteile, sondern legt mehr Wert auf Haltbarkeit. Das Shimano XT LINKGLIDE 11-fach-Schaltwerk arbeitet zuverlässig im Hintergrund: So erhöhen die langsameren Schaltvorgänge die Lebensdauer und sorgen für smoothe Schaltvorgänge. Die geringere Bandbreite der Kassette im Vergleich zur 12-fach-Version stört am MERIDA eONE-SIXTY nicht. Bei den Reifen verbauen die Entwickler die bewährte MAXXIS ASSEGAI/Minion DHR II-Reifenkombination.

Das MERIDA eONE-SIXTY ist ein vielseitiges E-MTB, ideal für Biker, die lange Touren und steile, ruppige Trails ohne Lift im Loop fahren möchten. Der tiefe Stand sorgt für ein sicheres Fahrgefühl, besonders bei hohem Tempo und auf technischen Abfahrten. Das weiche Fahrwerk und der kraftvolle Bosch CX-Motor bieten Komfort und gleichzeitig genug Power. Einsteiger und erfahrene Fahrer profitieren gleichermaßen von dem großen Sicherheitsgefühl des Bikes und auch die Ausstattung ist für die verschiedenen Einsatzgebiete fast perfekt gewählt.

Das MERIDA eONE-SIXTY will Alltag- und Trail-Abenteuer vereinen und verspricht mit praktischen Features, Mullet-Setup und 170/174 mm Federweg (v/h) Fahrspaß auf und abseits befestigter Wege. Angetrieben wird es von einem Shimano EP801-Motor und 750-Wh-Akku.

Durch das spannende Größen- und Geometriekonzept sind die Rahmen nicht nach Höhe, sondern nach Länge geordnet. So soll eine freie Größenwahl anhand der Länge des E-MTBs gewährleistet werden. Das MERIDA eONE-SIXTY 875 bringt in Größe M 26,1 kg auf die Waage und ist zusammen mit dem BULLS SONIC EVO AM3 das schwerste Bike im E-MTB-Test.

Besonders hervorgehoben wurden:

  • Preis/Leistung: "Wer viel Performance für den schmalen Taler" sucht, sei mit dem eONE-SIXTY 975 bestens bedient.
  • Einsteigerfreundlich und expertentauglich: "Ein MERIDA für alle Fälle - das eONE-SIXTY 975 ist für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet!"
  • Potentes Fahrwerk: Allgemein bekomme man beim Fahrwerk „viel Performance fürs Geld“.

MERIDA eONE-EIGHTY: Der Freerider

„Das E-Bike mit dem längsten Federweg, das wir bis jetzt gebaut haben.” - so will der taiwanische Bike-Hersteller MERIDA mit dem neuen eONE-EIGHTY Freerider ansprechen, die keinen Bock mehr auf lange Warteschlangen an Lifts haben, aber dennoch ordentlich Gas geben wollen - bergauf und bergab.

Mit dem eONE-EIGHTY soll man so viel Spaß wie möglich haben, was durch den massiven Federweg von 180 mm vorne und 180 mm hinten sowie das Mullet-Laufrad-Setup - sprich 29”-Vorderrad und 27,5”-Hinterrad - unterstrichen wird. Das MERIDA eONE-EIGHTY gehört zusammen mit dem neuen eONE-SIXTY SL und dem ebenfalls neuen Urban-Bike eFLOAT zu den ersten MERIDA-Bikes, die auf einen Bosch-Antrieb setzen.

Die geile Sache daran ist, dass die robuste Aluminiumrahmen-Plattform es ermöglicht, beide Akkus im selben Rahmen zu fahren - nice! Getarnt, robust und dazu dezent - rein optisch ist das eONE-EIGHTY trotz des resilienten Aluminiumrahmens ziemlich schlank geblieben. Die Schweißnähte stechen dabei nicht zu sehr ins Auge und passen dennoch zum robusten Look des eONE-EIGHTY. Nur durch das markante Dreieck, das aus dem Sattelrohr hervorragt, hebt sich das eONE-EIGHTY von seinen Geschwister-Bikes eONE-SIXTY und eONE-FORTY ab. Das Dreieck macht nicht nur optisch was her, sondern beherbergt auch die Wippe des Eingelenker-Hinterbaus.

MERIDA setzt beim neuen eONE-EIGHTY auf den ebenfalls neuen Bosch Performance Line CX Gen5. Das Kraftpaket von Bosch kommt mit 85 Nm Drehmoment und einer maximalen Leistung von 600 Watt. Angesteuert wird der Bosch Performance Line CX-Motor mit der Mini Remote am Lenker und dem Bosch System Controller im Oberrohr, die beide mit guter Haptik und Ergonomie glänzen und sich auch mit Handschuhen problemlos betätigen lassen. Die wichtigsten Fahrdaten zeigt das Bosch Purion 400-Display an, das mittig am Lenker in Richtung des Fahrers angebracht ist.

Hydration und Trail-Essentials finden im Rahmendreieck des MERIDA eONE-EIGHTY durch zwei Anschraubmöglichkeiten Platz. MERIDA hat dazu noch ein Multitool unter dem Sattel verstaut. Passend dazu ist beim eONE-EIGHTY 900 ein Lezyne Hecto STVZO E350+-Frontscheinwerfer verbaut, der auf dem Heimweg von der Shred-Session den Weg großzügig ausleuchtet und direkt vom Hauptakku gespeist wird.

Wir hatten das Vergnügen, das MERIDA eONE-EIGHTY in der Topausstattung 900 zu testen - hier gibt es Performance ohne unnötiges Bling Bling. Ausgestattet ist das Bike mit einer RockShox ZEB Ultimate-Gabel mit 180 mm an der Front, die mit der neuen Charger 3.1-Dämpfungskartusche arbeitet. Am Heck regelt der RockShox Vivid Ultimate-Luftdämpfer die 180 mm Federweg und ist auf dem Trail in Sachen Performance kaum zu übertreffen. Die Schaltgruppe und Bremsen stammen von Shimano. Dabei sorgt die DEORE XT-Schaltgruppe mit LinkGlide-Technologie für eine reibungslose Schaltperformance und zeichnet sich dank der Stahlkassette durch eine hohe Langlebigkeit aus.

Das MERIDA eONE-EIGHTY ist in den Größen XShort, Short, Mid, Long und XLong erhältlich. Der Reach variiert von kompakten 415 mm in Größe XShort bis hin zu 505 mm in XLong, was nicht allzu lang ist. Die Reach verändert sich zwischen den Größen Short und Mid um 25 mm und in den anderen Größen um 20 mm.

Das Fahrwerk ist dabei von der weichen Seite, was für ein angenehmes „Traktor-Feeling“ sorgt - besonders lange Touren sind dadurch und durch die komfortable Sitzposition kein Problem. Dazu sorgt der Bosch Performance Line CX-Motor für eine kräftige Unterstützung, sodass man dennoch schnell den Trail-Einstieg erreicht.

Schaut die Front ins Tal, hat man dank des tiefen Tretlagers einen tief ins Bike integrierten Stand. In Kombination mit der hohen Front vermittelt das ein hohes Sicherheitsgefühl, besonders, wenn man mit Mach 5 Streif-ähnliche steile Abfahrten runterballert - Überschlagsgefühle ade! Das weiche Fahrwerk schluckt bergab kleine Unebenheiten, als würden sie einfach weggehext. Das Gewicht des Bikes sorgt zudem für eine gewisse Laufruhe und verleiht zusätzliches Sicherheitsgefühl, da das Bike nicht so leicht verspringt, allerdings geht das auf Kosten der Agilität.

Wir empfehlen das MERIDA eONE-EIGHTY Fahrern, die einen Bikepark oder Trailpark ohne Lift vor der Haustür haben oder gerne große Touren mit steilen, ruppigen Trails runterballern.

MERIDA eONE-SIXTY SL: Das Leichte E-All-Mountain

Merida bringt mit dem eOne-Sixty SL 8000 ein E-All-Mountain auf die Trails, das Leichtbau und Fahrspaß kombinieren will. Ob das Konzept aufgeht? Wir haben es getestet. Auf die Pfunde achten und gleichzeitig ein vielseitiges E-MTB auf die Beine stellen? Diese nicht ganz einfache Aufgabe stand im Lastenheft der Merida-EntwicklerInnen.

Ausstattung und Details

Als Antriebsbasis wurde schnell der kultivierte Bosch-Performance-Line-SX-Antrieb gewählt, während bei der Rahmenkonstruktion tief in die Trickkiste gegriffen wurde: So kommt das Kohlefaser-Herzstück ohne Horst-Link-Lager am Hinterbau aus und setzt dort auf flexende Kettenstreben. Bei vollen 160 mm Federweg an Bug und Heck sieht man diese Technologie selten. Auch sonst strotzt das eOne-Sixty SL voller cooler Details: Die Bremsaufnahme hinten kommt mit pfiffigen Kühlrippen, um Bremsfading den Kampf anzusagen, unter dem Sattel findet ein praktisches Minitool Platz. Für Modderfahrten lässt sich am Hinterbau ein praktischer Fender montieren. Wer möchte, kann das Hinterrad auch auf 27,5 Zoll umrüsten, wobei die Geometrie klar auf 29-Zoll-Laufräder abgestimmt ist.

Apropos Geometrie: Diese ist sehr progressiv, wenn auch nicht ganz so extrem wie bei seinen motorlosen Geschwistern. Der Lenkwinkel fällt mit 64 Grad flach aus, der Sitzwinkel mit 78,5 Grad wirkt fast ungewöhnlich steil. Auch die tiefe Front erfordert eine gewisse Gewöhnung - wir fuhren das Testbike sogar mit einer Sattelüberhöhung. Der Reach fällt zudem trendig lang aus, während der Stack eher niedrig bleibt.

Die Ausstattung ist für den Preis noch gerade so in Ordnung: Sram-GX-T-Type-Schaltung, Rock-Shox-Select-Plus-Fahrwerk, Sram-DB8-Bremse - alles funktional, aber nicht außergewöhnlich. So unterbietet das SL immerhin knapp die für ein Light-E-MTB wichtige 20-kg-Marke.

Fahreindruck Merida eOne-Sixty SL

Auf dem Singletrail steht es hoch im Federweg und bietet im Vergleich hohe Reserven. Wurzelfelder, spielerische Jumps, Flowtrails - überall fühlt sich das Merida wohl, auch wenn der Bosch talwärts etwas klappert. Die integrierte Sitzposition mit niedriger Front sorgt gemeinsam mit dem kräftigen SX-Antrieb für top Kletterverhalten. Wer den SX auf Drehzahl hält, kann bergauf problemlos mit Full-Power-Bikes mithalten - vorausgesetzt, der kleine 400er-Akku wurde mit Range-Extender (250 Wh) kombiniert.

Der nur zwei Kilo schwere Bosch-Performance-Line-SX-Antrieb mit 55 Newtonmetern und einem 400-Wattstunden-Akku soll für ein geringes Gewicht sorgen.

Weitere E-Bike-Modelle von MERIDA

Neben den hier ausführlich beschriebenen Modellen bietet MERIDA eine breite Palette an E-Bikes für verschiedene Einsatzzwecke:

  • eSPRESSO: Trekking- und City-E-Bikes mit Fokus auf Komfort und Alltagstauglichkeit.
  • eBIG.NINE: Hardtail-Mountainbikes für sportliche Touren und Abenteuer.

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