Packliste für eine Alpenüberquerung mit dem Rennrad: Die ultimative Anleitung

Eine Alpenüberquerung mit dem Rennrad steht auf dem Programm? Dann solltest du dir vorab detailliert Gedanken machen, was im Gepäck mit auf Fahrradreise geht. Ein Alpencross stellt jeden Biker vor die Fragen „was muss ich mitnehmen?“, „wie schwer darf mein Rucksack werden?“, „habe ich an alles gedacht?“ Erst recht, wenn du einen Alpencross OHNE Gepäcktransport planst. In diesem Fall sollte das Gesamtgewicht deines Gepäcks 7 - 8 kg nicht überschreiten.

Die Devise: So leicht wie möglich - so viel wie nötig!

Nimmt man zu viel Gepäck mit, kann das unterwegs schnell zur Last werden. Sechs bis acht Kilogramm sollten im besten Fall nicht überschritten werden. Bei einem empfohlenen Maximalgewicht von sechs bis acht Kilogramm gar nicht so einfach!

Gepäcktransport: Rucksack oder Satteltasche?

Das Gepäck sollte in einen kleinen Rucksack oder eine große Satteltasche passen: 14 bis 16 Liter Volumen genügen. Größere Rucksäcke wiegen schon leer mehr - und verleiten dazu, sie auch zu füllen.

Vorteile des Rucksacks:

  • Der Wiegetritt fühlt sich besser an
  • Das Gepäck ist immer schnell zur Hand

Nachteile des Rucksacks:

  • Man schwitzt stärker am Rücken
  • Der hohe Schwerpunkt schiebt bergab beim scharfen Anbremsen vor Kehren
  • Das ungewohnte Gewicht kann bei Mehrtagestouren den Hintern quälen

Wenn Du leicht, aerodynamisch und flexibel unterwegs sein willst, könnte auch eine sogenannte Arschrakete das richtige für Dich sein. Die großen, schlanken Satteltaschen kommen ohne Gepäckträger aus, was Gewicht spart. Wenn Du mal mit dem Gravel und mal mit dem Hardtail auf Tour bist, kannst Du sie außerdem ohne Umbauten für beide Fahrräder verwenden.

Radbekleidung: Was muss mit?

Die meiste Zeit ist man in Radbekleidung unterwegs. Für die Zeit, die nicht auf dem Fahrrad verbracht wird, werden natürlich auch ein paar Dinge benötigt. Auch während der Zeit auf dem Rad gibt es natürlich einige notwendigen Dinge, die nicht fehlen dürfen. Zusätzlich zur Kleidung, die man trägt (Trikot, Funktionsunterhemd, kurze Radhose) sollte von jedem Teil ein weiteres ins Gepäck: besser farbige Trikots als weiße, besser schwarze oder dunkelblaue Radhosen als helle.

Minimalisten sparen sich den Trikot-Hose-Unterhemd-Ersatz und waschen jeden Abend die getragenen, verschwitzten Teile mit der Hand im Waschbecken. Bis zum Morgen ist selbst das Sitzpolster der Hose trocken. Wichtiger als eine zweite Radhose ist eine kurze Regenhose, damit man bei einem Schauer einen trockenen Hintern behält und hinterher nicht stundenlang auf nassem Sitzpolster hockt.

Gegen Wind und Kälte helfen Arm- und Knielinge; Beinlinge brauchen kälteempfindliche Radler höchstens bei Touren im Spätherbst. Eine dünne Weste schützt den Körper vor Wind auf den Abfahrten; wenn’s kälter ist, kann man noch die Regenjacke drüberziehen. Dünne Langfinger-Handschuhe und eine Helmmütze wärmen im Herbst. Überschuhe halten auf morgendlichen Abfahrten die Füße warm und bei Regen Schuhe und Socken sauber. Apropos Socken: Nehmen Sie ein Paar dünnere und ein Paar wärmere mit - am besten in Schwarz. Weiße sehen schnell unansehnlich aus.

Kleidung für abends:

Eine dünne, leichte Baumwollhose - Jeans sind zu schwer -, maximal zwei T-Shirts, dazu ein Langarmhemd. Socken mit Merinowolle müffeln nicht so schnell: Ein Paar genügt für eine Tour von vier bis fünf Tagen. Zwei Unterhosen - je eine für je zwei Abende - sollte auch genügen. Packen Sie keine Extra-Jacke ein; ist es abends kühl, ziehen Sie die Rad-Regenjacke an.

Ich gönne mir oft den „Luxus“, noch ein „Offroad-Outfit“ dabeizuhaben. Ich setze auf Merino-Mix. Merinowolle hat großartige Eigenschaften: feuchtigkeitsregulierend, geruchsneutral, antibakteriell. Gemischt mit Funktionsfasern ist die Kleidung robuster und trocknet schneller.

Wenn es auf dem Rad kühl ist, ziehe ich unter die kurze Hose noch eine Leggings an. Alternativ gehen hier auch Beinlinge. Eine dünne Weste ist perfekt, wenn es warm und trotzdem windig ist. Falls es doch mal kühler ist, ziehe ich beim Fahren eine dünne Fleecejacke an. Auf jede Bikepacking-Packliste gehört eine leichte Daunenjacke. Eine Warnweste ist eine sinnvolle Ergänzung, wenn Du in der Dämmerung oder in Tunneln fährst.

Schuhe: Auf Komfort achten

Mit Mountainbike-Schuhen ist man auch zu Fuß gut unterwegs. Das spart extra Schuhe für den Abend. Tipp, falls die Schuhe nass sind: Hüttenschuhe sind leicht und brauchen wenig Platz. Wer im Tal nächtigt und zum Abendessen außer Haus muss, kann auch superleichte Laufschuhe (300 Gramm) mitnehmen; die brauchen aber Platz.

Ich bevorzuge Schuhe mit Klick zum Fahren.

Körperpflege: Minimalistisch packen

Mit Shampoo kann man Kopf, Körper und Klamotten waschen. Shampoo und Sonnencreme in kleine Plastikfläschchen abfüllen oder kleine Reisegrößen kaufen. Reise-Zahnbürsten nehmen weniger Platz weg, auch Zahncreme gibt es in Reisegröße. Selbst wer normalerweise keine Sitzprobleme hat, sollte etwas Sitzcreme mitnehmen.

Sonnencreme ist in den Alpen jedoch Pflicht und darf nicht fehlen. Ebenso die Zahnbürste, Zahnpasta, Reinigungstücher, die o.g. Mit „Rei in der Tube“ als Handwaschcreme habe ich außerdem die Möglichkeit, abends durchzuwaschen und trocken zu föhnen. Das geht bei der Rennradkleidung schnell und ist echt effektiv.

Werkzeug und Ersatzteile: Unverzichtbar für unterwegs

Welche Fahrrad-Ersatzteile Du mitnimmst, hängt von der Dauer der Reise und dem Reiseziel deines Bikepacking-Abenteuers ab. Stell Dir am besten die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass Du unterwegs schnell an Ersatzteile kommst. Alles Zubehör zur Fahrradpflege und Werkzeug findest Du im Bergzeit Shop.

Z.B. Ein Kettenriss ist zwar wenig wahrscheinlich, die Folgen jedoch schwer und das Werkzeug leicht - also mitnehmen. Welche Fahrrad-Ersatzteile Du mitnimmst, hängt von der Dauer der Reise und dem Reiseziel deines Bikepacking-Abenteuers ab. Stell Dir am besten die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass Du unterwegs schnell an Ersatzteile kommst.

  • Multitool
  • Flickzeug
  • Reifenheber
  • Luftpumpe
  • Ersatzschlauch

Reiseapotheke: Für den Notfall gerüstet

Für eine Transalp ist eine gut ausgestattete Reiseapotheke wichtig. Dazu gehören Schmerztabletten, Magnesiumtabletten, Sportsalbe und Blasenpflaster.

  • Erste-Hilfe-Set (inkl. Pflaster und Verband)
  • Wundspray
  • Zeckenkarte/Zeckenzange
  • Blasenpflaster
  • Kinesio-Tape
  • Fieberthermometer
  • Elektrolytepulver (bei Flüssigkeitsverlust)
  • Durchfallmittel (z.B. Kohletabletten)
  • Schmerzmittel
  • Antiallergikum (z.B.

Auf kürzeren (Wochenend)-Touren kann die Reiseapotheke auch weniger umfassend ausfallen.

Elektronik: Was darf nicht fehlen?

  • Stirnlampe (ggf. mit dazugehöriger Fahrradhalterung als Radlicht verwendbar, etwa die Petzl Actik Core)
  • Fahrradlicht (Front- und Rücklicht)
  • Fahrradcomputer
  • Solarladegerät, Powerbank und Ladekabel
  • Handy und Ladekabel
  • ggf. GPS-Uhr
  • Köpfhörer
  • ggf. Steckdosenadapter
  • ggf. Fotokamera
  • ggf. Satelliten-/GPS-Gerät wie das Garmin InReach (Notfallgerät zur Zwei-Wege-Satellitenkommunikation für Gegenden ohne Handyempfang)

Sonstiges: An alles gedacht?

  • Natürlich dürfen Basics wie Bargeld, die EC-Karte, Kranken-versichertenkarte und der Ausweis auf keinen Fall fehlen.
  • ggf. Kabelbinder
  • alte Zahnbürste (zum Reinigen der Kette)
  • Gaffa-Tape

Gepäck aufteilen: Gemeinsam ist man stärker

Wer in einer Gruppe fährt, benötigt manches nur einmal für alle - zum Beispiel Landkarten, GPS-Gerät, Kamera, Werkzeug und Pumpe.

Packtipps für die Transalp

  • Von allem nur klein(st)e Mengen mitnehmen z.B: bei Cremes die benötigte Menge von den Originaltuben in kleine Behältnisse (z.B.
  • Unterteile den Inhalt deshalb in verschiedenfarbige Packsäcke. Die gibt es auch mit Sichtfenster. Du kannst aber auch gut haftendes Tape auf die Tasche kleben und dieses beschriften.
  • Nutze Tape oder einen Aufkleber, um Deine Taschen zu markieren. Mit diesem System musst Du auf Tour nicht erst alle Taschen durchwühlen, wenn Du nur mal kurz ein Taschentuch brauchst.

Die richtige Vorbereitung ist entscheidend

Für eine erfolgreiche Transalp ist es wichtig, frühzeitig mit dem Training zu beginnen und die Intensität schrittweise zu steigern. Dazu gehören regelmäßige Ausfahrten von 2-3 Stunden, bei denen Du eine moderate Trittfrequenz hältst. Zusätzlich solltest Du gezielt Bergtraining in Dein Programm einbauen, um Dich an längere Anstiege zu gewöhnen. Neben einem gut gewarteten Rennrad sind hochwertige, atmungsaktive Radbekleidung und Regenschutz unerlässlich. Denke auch an ausreichend Trinkflaschen und Verpflegung für die Etappen. Eine gute Grundkondition ist entscheidend. Du solltest in der Lage sein, mehrere Tage hintereinander 100 km oder mehr zu fahren und dabei 1.500 bis 2.000 Höhenmeter zu überwinden.

Die beste Reisezeit

Die beste Zeit für eine Transalp ist zwischen Juni und September, wenn das Wetter in den Alpen stabil und die Temperaturen angenehm sind.

Checkliste für die Planung

  • Ein professioneller Fahrradcheck: Lassen Sie Ihr Fahrrad von einem Fachhändler auf Bremsen, Schaltung und Beleuchtung überprüfen. Ein gut gewartetes Fahrrad verringert das Pannenrisiko und erhöht den Fahrkomfort. Tipp: Putzen Sie Ihr Rad, bevor Sie es zum Fahrradgeschäft bringen.
  • Die richtige Route wählen: Wählen Sie die Route entsprechend Ihrer Kondition - flache Wege für Anfänger, anspruchsvolle Strecken für Sportler.
  • An- und Abreise planen: Wenn Sie mit dem Auto anreisen, sollten Sie sich frühzeitig über Parkmöglichkeiten informieren.
  • Unterkunft buchen: Vorab gebuchte Hotels oder Pensionen ersparen unangenehme Überraschungen unterwegs. Fahrradfreundliche Unterkünfte: Der ADFC zertifiziert fahrradfreundliche Hotels und Campingplätze mit dem Bett+Bike-Logo.

Fazit

Mit einer Packliste für Ihre Fahrradtour werden Planung und Packen zum Spaziergang. So bleibt mehr Zeit für die Vorfreude und Sie können sicher sein, dass Sie nichts vergessen. Sollte Ihnen dennoch ein Detail durch die Lappen gehen - nehmen Sie es sportlich. Denn niemand ist perfekt.

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