In der höchsten Rennklasse innerhalb der FIM-Motorrad-Weltmeisterschaft treten in der MotoGP-Klasse die leistungsstärksten Motorräder gegeneinander an. Die MotoGP hat als Königsklasse im Motorrad-Sport wieder begonnen und wird eifrig von seinen Fans verfolgt.
Die aktuelle Saison begann am 6. März in Katar und soll voraussichtlich nach 21 Rennen am 6. November 2022 in Valencia beendet sein. Die Starter bestehen aus 24 Fahrern und 12 Teams aus neun Nationen. Gewonnen hat, wer am Ende der Saison die meisten Punkte verzeichnen kann. Bei jedem Rennen erhalten die ersten 15 platzierten Fahrer bzw. Teams Punkte.
Bei den Fans des Profi-Motorradsports hat die MotoGP einen besonderen Stellenwert. Seit einigen Jahren soll die Königsklasse im Zweirad-Motorsport sogar die Formel 1 als Königs-klasse des Vierrad-Motorsports eingeholt haben. Diskussionen, welcher Motorsport der bessere sei, gibt es schon lange. In den Wettbüros ist von der Konkurrenz der beiden Königsklassen wenig zu bemerken.
Technische Spezifikationen der MotoGP-Klassen
Die Motorrad-WM 2025 steht in den Startlöchern und verspricht eine spannende Saison in den drei Hauptklassen Moto3, Moto2 und MotoGP. Jede zeichnet sich durch spezifische technische Spezifikationen und Reglements aus, die sowohl für Fahrer als auch für Teams einzigartige Herausforderungen darstellen.
Moto3: Die Einstiegsklasse
Die Moto3-Klasse dient als Einstieg in die Weltmeisterschaft und ist für junge Talente konzipiert. Die Motorräder sind mit Einzylinder-Viertaktmotoren ausgestattet, die einen Hubraum von maximal 250 ccm aufweisen. Nur KTM und Honda bauen derzeit Moto3-Motorräder.
Die maximale Drehzahl der Motoren ist auf 14.000 U/min begrenzt. Mit einer Leistung von rund 60 PS erreichen die Maschinen einen Topspeed von bis zu 245 km/h. Das Mindestgewicht für Motorrad und Fahrer beträgt zusammen 148 Kilogramm. Die Chassis sind Prototypen.
Um die Kosten zu reduzieren, sind jedoch bestimmte Materialien wie Stahl für Bremsscheiben vorgeschrieben. Ein gesamtes Motorrad darf maximal 85.000 Euro kosten. Die Motorräder verfügen über ein Sechsgang-Getriebe mit Quickshifter und Blipper, und der Tankinhalt ist auf elf Liter begrenzt. Diese Spezifikationen fördern enge Wettbewerbe und ermöglichen es jungen Fahrern, ihr Können unter Beweis zu stellen.
Moto2: Die Mittelklasse
In der Moto2-Kategorie kommen leistungsstärkere Maschinen zum Einsatz. Seit 2019 werden 765 ccm Dreizylinder-Viertaktmotoren von Triumph verwendet, die rund 145 PS leisten. Diese Motoren ermöglichen bis zu 300 km/h.
Das Mindestgewicht inklusive Fahrer beträgt 215 Kilogramm. Die Motorräder sind mit einem Sechsgang-Getriebe mit Quickshifter und Blipper ausgestattet, und der Tankinhalt ist auf 24 Liter begrenzt. Die Chassis sind, ähnlich wie in der Moto3, Prototypen. Mit Kalex, Boscoscuro und Forward gibt es drei Chassis-Anbieter.
Bei den Dämpfern setzt der Großteil auf Öhlins, aber auch WP ist dabei. Beide Klassen verwenden eine Einheitselektronik von Magneti Marelli, aber mit begrenzteren Einstellmöglichkeiten als in der MotoGP. Seit 2024 fahren Moto2 und Moto3 mit Reifen von Pirelli. Der Kraftstoff für beide Klassen stammt von Petronas. Derzeit muss der Kraftstoff zu 40 Prozent aus fossilfreien Bestandteilen bestehen.
MotoGP: Die Königsklasse
Die MotoGP stellt die Speerspitze des Motorradrennsports dar. Die Motorräder sind mit Viertakt-Saugmotoren ausgestattet, die maximal vier Zylinder und einen Hubraum von bis zu 1.000 ccm aufweisen. Die Leistung dieser Maschinen liegt bei rund 300 PS, was Geschwindigkeiten von mehr als 360 km/h ermöglicht.
Das Mindestgewicht der Motorräder beträgt 157 Kilogramm. Die Tankkapazität ist auf 22 Liter begrenzt, und es sind keine Boxenstopps zum Nachtanken erlaubt. Die MotoGP-Motorräder sind mit einem Sechsgang-Getriebe ausgestattet, wobei vollautomatische Getriebe verboten sind.
Stattdessen kommen sogenannte Seamless-Getriebe zum Einsatz, die Gangwechsel nahezu ohne Zugkraftunterbrechung ermöglichen und so für maximale Beschleunigung und Stabilität sorgen. Nur KTM setzt auf ein Chassis aus Carbon. Auch bei den Schwingen experimentieren einige Marken mit Carbon.
Mit einer Ausnahme fahren alle Hersteller mit Dämpferelementen von Öhlins. Nur KTM setzt auf die eigene Hausmarke WP. Alle Teams fahren mit Bremsanlagen von Brembo. Zudem kommt in allen MotoGP-Maschinen eine standardisierte Einheitselektronik zum Einsatz, die von Magneti Marelli geliefert wird.
Seit einigen Jahren hat die Aerodynamik-Entwicklung an großer Bedeutung gewonnen. Außerdem gibt es mechanische Ride-Height-Systeme, die es erlauben, die Fahrzeughöhe während der Fahrt abzusenken. Derzeit muss der Kraftstoff zu 40 Prozent aus fossilfreien Bestandteilen bestehen. Jeder Hersteller arbeitet mit einem eigenen Spritpartner zusammen. Seit 2016 fährt die MotoGP mit Reifen von Michelin.
Eingefrorene Motoren in der MotoGP ab 2025
Beim jüngsten Treffen der Grand-Prix-Kommission wurde beschlossen, dass die MotoGP-Motoren zu Beginn der Saison 2025 eingefroren werden. Bis Ende 2026 dürfen an den Triebwerken keine Änderungen vorgenommen werden. "Dies dient dazu, die Kosten zu kontrollieren und die Parität zu maximieren, bevor die neuen Vorschriften 2027 eingeführt werden", heißt es in der Mitteilung von Motorrad-Weltverband FIM.
Diese Regel gilt allerdings nur für Ducati, KTM und Aprilia. Yamaha und Honda sind aktuell ausgenommen. "Für Hersteller der Concession-Kategorie D gilt das Einfrieren der Motorspezifikationen nicht, es sei denn, sie wechseln die Klasse", präzisiert eine Mittelung von MotoGP-Rechteinhaber Dorna.
Damit soll erreicht werden, dass die ins Hintertreffen geratenen japanischen Hersteller weiterhin an den "Schlüsselbereichen ihrer Maschinen arbeiten können", um das "Leistungsdefizit zur Spitze" schnellstmöglich zu beseitigen. Ducati, KTM und Aprilia hingegen werden zwei Jahre lang mit der gleichen Motorspezifikation antreten müssen.
Es gibt nur wenige Möglichkeiten, etwas an den vor dem Saisonauftakt in Thailand homologierten Motoren zu ändern. "Bestimmte Korrekturen aus Gründen der Sicherheit oder Zuverlässigkeit oder aufgrund der nachgewiesenen Nichtverfügbarkeit von Komponenten sind zulässig, sofern dadurch keine Leistungssteigerung erzielt wird", heißt es in der Mitteilung der FIM.
Für die Hersteller ist die Vereinbarung über die eingefrorenen Motoren in erster Linie eine Erleichterung. Denn spätestens in der Saison 2026 rückt die Entwicklung der 2027er-Motorräder in den Fokus. Der Hubraum wird von 1.000 cm³ auf 850 cm³ reduziert. Zudem müssen die Hersteller ab 2027 auf die Ride-Height-Devices verzichten und müssen sich auf die Einschränkungen auf dem Gebiet der Aerodynamik einstellen.
Yamaha arbeitet an mehr Leistung
Nach dem starken MotoGP-Rennwochenende in Jerez sah man in der Yamaha-Box viele freudige Gesichter. Fabio Quartararos Pole und der zweite Platz im Grand Prix haben gezeigt, dass in der aktuellen Yamaha R1 mit dem Reihen-Vierzylinder-Motor noch Leben steckt. Am Montag nach dem Spanien-Grand-Prix testete Yamaha eine neue Version, die in erster Linie mehr Leistung haben soll.
"Er ist ein bisschen kräftiger", bestätigt Yamaha-Werkspilot Alex Rins, der den Testtag auf P4 beendete. "Yamaha arbeitet am Topspeed, weil wir diesbezüglich leicht zurückliegen. Wir haben uns um 2 km/h verbessert. Das ist ein großartiges Ergebnis.
Rins war nach dem Sturz am Freitag nicht in perfekter Verfassung, konnte am Montag aber 49 Runden fahren. Der Spanier testete verschiedene Abstimmungen. "Es lief ziemlich gut. ich verbesserte mich um 0,5 Sekunden und fuhr meine bisher schnellste Runde in Jerez.
Der neue leistungsstarke Motor macht den Yamaha-Verantwortlichen Mut, in Zukunft regelmäßiger über Podestplätze zu jubeln. "Mit mehr Leistung wird das Leben auf der Strecke erleichtert. Doch es gibt noch andere Bereiche, die wir verbessern können, wie die Elektronik", so Rins.
"Doch unterm Strich bin ich ziemlich zufrieden, weil ich die zusätzliche Leistung spüren kann", freut sich Rins, der nach Le Mans zwei Testtage in Misano absolvieren wird.
Laut Quartararo erhält man klare Erkenntnisse erst nach einem Test auf einer Strecke, auf der länger im fünften und sechsten Gang gefahren wird. "Es ist schwierig, es hier richtig zu erkennen, weil die Gerade sehr kurz ist. Die wichtigste Erkenntnis des Tests war, dass wir die gleiche Agilität haben mit dem neuen Motor.
"Wir benötigen aber noch etwas Zeit, um den Vorteil des Motors zu nutzen. Es gibt aber positive Signale und das ist großartig", freut sich der Ex-Champion. "Beim Gasanlegen war der neue Motor zu Beginn ein bisschen zu aggressiv. Das konnten wir über die Elektronik anpassen.
Ausblick auf die MotoGP-Saison 2025
In der Saison 2025 treten fünf Hersteller an: Honda, Ducati, Yamaha, KTM und Aprilia. Der Rennkalender umfasst 22 Rennen, beginnend mit dem Grand Prix von Thailand vom 28. Februar bis 2. März und endend in Valencia im November. Die Rückkehr nach Brünn und ein Rennen in Ungarn erweitern den Kalender.
Sportlich gesehen verspricht die neue Saison besondere Spannung, da namhafte Fahrer wie Marc Marquez zum Ducati-Werksteam stoßen und Jorge Martín, der amtierende Weltmeister von 2024, für Aprilia an den Start geht.
MotoE: Die elektrische Revolution
Seit 2019 fanden unter dem Namen "FIM Enel MotoE World Cup" im Rahmenprogramm der MotoGP auch elektrische Zweirad-Rennen statt. Der erste MotoE-Lauf wurde am 7. Juli 2019 beim Motorrad Grand Prix Deutschland auf dem Sachsenring ausgetragen.
In der Meisterschaft treten zwölf Teams mit einheitlichen E-Motorrädern an, die von der italienischen Ducati produziert. In den ersten Jahren der MotoE nahmen einige namhafte Motorrad-Rennfahrer an der Meisterschaft teil, darunter die mehrfachen Grand-Prix-Sieger Sete Gibernau, Bradley Smith oder Randy de Puniet.
Der Titel in der ersten MotoE-Saison ging an den Gresini-Fahrer Matteo Ferrari. Im Folgejahr gewann der Spanier Jordi Torres, der seine Krone in der Saison 2021 verteidigen konnte. 2023 wurde die MotoE erstmals als Weltmeisterschaft ausgetragen, die Mattia Casadei für sich entschied.
Nach der dritten Saison überarbeitete die MotoE erstmals ihr Rennformat. So gibt es ab 2022 ein neues Qualifying-Format und zwei Rennen pro Wochenende. Das Qualifying wird in zwei Sessions unterteilt. Im ersten Qualifying treten die zehn langsamsten Fahrer des Freien Trainings gegeneinander an. Die zwei schnellsten Fahrer:innen qualifizieren sich für das Q2, zusätzlich zu den acht Schnellsten des Freien Trainings. Jede Qualifying-Session dauert gut zehn Minuten.
Im Gegensatz zu den Grand-Prix-Klassen gibt es keine Aufwärmrunde vor dem Rennen. Die Sichtungsrunde (Outlap) aus der Boxengasse in die Startaufstellung ist also die einzige Gelegenheit für die Pilot:innen, ihre Maschine vor dem Rennstart "auf Herz und Nieren" zu prüfen.
In der MotoE bekommen alle Rennställe einheitliche Motorräder zur Verfügung gestellt. Die "Energica Ego Corsa" waren mit einem 110 kW starken Motor angetrieben und waren damit ähnlich leistungsstark wie aktuelle Moto2-Maschinen. Sie erreichen Spitzengeschwindigkeiten von circa 260 km/h. Das Ego Corsa produziert mit 220 Nm mehr Drehmoment als alle aktuellen Supersport-Bikes mit Verbrennungsmotoren.
Über Gleichstrom-Schnelladestationen können die Elektro-Motorräder im Fahrerlager in 20 Minuten rund 80 Prozent ihrer Akkukapazität laden, was laut Hersteller für eine Reichweite von gut 120 Kilometern ausreicht.
Die ersten Daten über die "Ducati MotoE" wurden mittels Prototypen auf der Rennstrecke in Mugello erhoben. Dort schafften die ebenfalls 100 kW starken Bikes Spitzengeschwindigkeiten von 275 km/h - allerdings bei einem geringeren Drehmoment von 140 Nm. Die zweite Generation der E-Motorräder wiegt 225 kg und ist ebenfalls mit Brembo-Bremsen am Vorder- und Hinterrad ausgestattet.
Auch wenn die Hersteller bisher keinerlei konkretere Angaben über Motor- und Inverterbeschaffenheit machten, soll letzterer eine Effizienz von bis zu 99% haben. ca.
Das Punktesystem der MotoE ist identisch zur Zählervergabe in der MotoGP. Der Rennsieger erhält somit 25, der Zweitplatzierte 20, und der Drittplatzierte 16 Punkte. Die Fahrer auf den Plätzen 4 bis 6 erhalten 13, elf und zehn Zähler. Anschließend nimmt die Punktevergabe je Position um einen Punkt ab. Rang 15 erhält somit den letzten Zähler.
Mit Beginn der sechsten Saison (2024) sind 16 Rennen für die MotoE angesetzt.
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