„Du Papa, warum trägt der Radfahrer vor uns keinen Helm?“ Auf Fragen wie dieser fällt es einem schwer, eine plausible Antwort zu geben. Nach einem Sturz kommt dann oft erst die Erkenntnis. Sätze wie „Hätte ich doch einen Fahrradhelm getragen!“ sind dann überflüssig!
Egal ob du am Wochenende nur gelegentlich fährst oder regelmäßig Bikeparks erkundest - wir hoffen, dass du in dieser Übersicht den perfekten Helm für dich findest. Dann weißt du genau, wie wichtig es ist, einen hochwertigen MTB-Helm zu tragen - egal ob im Gebirge oder im Wald.
Eines gleich mal vorweg: Alle 18 Helme in diesem Fahrradhelm-Test sind auf einem guten bis sehr guten Niveau. Am Ende sollte die Qualität, individuelle Vorlieben sowie Passform und Tragekomfort für einen Kauf entscheidend sein. Aus diesem Grund bieten Hersteller unterschiedliche Modelle mit verschiedenen Größen und Helmformen an.
Verschiedene Typen von MTB-Helmen
Lassen Sie uns diesen Vergleich mit den sogenannten klassischen MTB-Helmen beginnen. Diese Helme sind aufgrund ihrer Leichtigkeit und optimalen Belüftung sehr geschätzt. Sie bieten daher einen effektiven Schutz des Schädels. Allerdings haben sie wenig bis gar keinen Schutz für das Gesicht. Aus diesem Grund sind diese Helme besonders für Anfänger und Cross-Country-Enthusiasten geeignet.
Auf dem zweiten Platz dieser Liste finden Sie die All-Mountain-Helme. Diese Helme haben eine ähnliche Basis wie klassische Helme, jedoch mit einem längeren Schutz auf der Rückseite des Schädels. Sie bieten daher einen besseren Nackenschutz. Sie sind daher etwas schwerer als klassische Helme, bieten jedoch eine ebenso effektive Belüftung.
Auf Platz drei dieses Rankings finden sich die legendären Bowl-Helme. Diese sind zwar schwerer und weniger belüftet als klassische MTB-Helme, aber besser für den urbanen Bereich und Skateparks geeignet. Wie die All-Mountain-Helme bieten sie verstärkten Schutz im hinteren Bereich des Schädels, besitzen aber auch ihren berühmten stylischen urbanen Look, der besonders beliebt ist.
Nun kommen wir zu den Full-Face-Helmen. Diese bieten den umfassendsten und schützendsten Schutz unter den MTB-Helmen, was sie auch zu den teuersten macht. Dies liegt an der Schwierigkeit, ihr Gewicht zu reduzieren, während gleichzeitig ein vollständiger Schutz für Kopf und Nacken gewährleistet wird. Neben dem Schutz des gesamten Schädels bieten diese Helme auch einen vollständigen Schutz des Gesichts, dank ihrer speziellen Geometrie.
So bieten Hybrid-Helme eine praktische Funktion: Mit einem Klick können sie von einem All-Mountain-Helm für flache Strecken und Anstiege auf einen vollständigen Integralhelm für aggressivere Abfahrten umgerüstet werden.
Sicherheitsmerkmale und Technologien
Natürlich ist der Tragekomfort ein wichtiger Aspekte für einen gut sitzenden Helm. Die richtige Passform ist überdies ganz entscheidend für die Sicherheit, wie Lukas Bucht von SQlab betont. Dennoch ist die technische Sicherheit durch Materialien und Ausstattung wesentlich. Eines der bekanntesten am Markt ist das Mips-System, welches auch bei dem Großteil der Helme im Test verbaut ist. Diese Technologie soll zusätzlichen Schutz bei schrägen Aufprallwinkeln bieten. Dazu besteht das System aus einer beweglichen Innenschale im Helm, die unabhängig von der äußeren Schale rotieren kann.
Ein weiteres Schutzsystem in unserem Test ist die SLIDTechnologie vom Helmhersteller HJC. Hier wird in das Helmpolster ein spezielles Gel eingearbeitet und soll beim Aufprall die Energie absorbieren.
Bei MIPS handelt es sich um eine reibungsarme Kunststoffschicht an der Innenseite des Helms, die den Kopf beim schrägen Aufprall vor Drehkräften schützen soll. Geht es nach der Stiftung Warentest, erzielt MIPS allenfalls einen geringen Effekt (siehe Ausgabe 5/2017 des test-Magazins).
Moderne Sicherheitstechnologien wie Mips (Multi-Directional Impact Protection System) reduzieren Rotationskräfte bei einem Sturz und können so das Risiko für Kopfverletzungen deutlich verringern. Im Bergzeit Magazin Beitrag Mips-Technologie in Helmen: Kopfschutz in jeder Situation findest Du mehr Infos darüber.
Vereinzelt setzten Hersteller wie Endura oder Smith auf Koroyd anstelle von EPS als energieabsorbierendes Material. Dieser Verbund aus wabenförmigen Kunststoffröhrchen soll die Energie linearer absorbieren und dadurch die Sicherheit bei gleichzeitig geringerem Gewicht erhöhen.
Unterschiedliche MIPS-Systeme
- Mips Essential Core: Kommt oft bei günstigen Helmen zum Einsatz. Es wird durch Elastomere im Helm gehalten.
- Mips Evolve Core: Eine exakter auf den jeweiligen Helm abgestimmte Passform soll die Belüftung verbessern und das Gewicht reduzieren. Es ist inzwischen das am häufigsten verbaute MIPS.
- Mips Air Node: Hier ist der Rotationsschutz nahezu unsichtbar in die Helmpolsterung integriert. Das spart Gewicht und beeinträchtigt die Belüftung nicht durch eine zusätzliche Schicht. Die Gleitschicht sitzt an der Innenseite der Polster.
- Mips Integra Split: Der Helm besteht aus zwei separaten Schalen, die gegeneinander verdrehbar sind. Die Konstruktion ist etwas schwerer und teurer, erzielt im Labor aber nur mäßige Werte.
- Mips Integra Fuse: Hier befindet sich in den Polstern eine Art Silikon, das sich in alle Richtungen bewegen kann. Ähnlich wie bei MIPS Air sollen die Vorteile geringes Gewicht und gute Belüftung sein. Der Rotationsschutz jedenfalls ist sehr gut.
Passform und Tragekomfort
Hier hilft nur eins: Sich für das Testen Zeit zu nehmen, denn ein Helm muss genauso gut passen wie ein Wanderschuh. Beide trägt man sehr lange auf Tour oder im Alltag und bekannterweise kann das kleinste Scheuern oder Drücken zu einem nervigen Dauerproblem werden.
Ein Helm schützt nur dann optimal, wenn er wirklich gut sitzt. Das bedeutet: fest, ohne zu wackeln oder zu drücken. Viele Modelle bieten ein verstellbares Haltesystem mit Drehrad, um die Passform exakt an Deinen Kopf anzupassen. Das ist zudem ein praktisches Feature, damit Du bei kälteren Temperaturen auch mal eine Mütze oder ein Stirnband unter den Helm anziehen kannst. Auch ein angenehm gepolsterter Kinnriemen und flexible Riemendreiecke erhöhen den Tragekomfort auf langen Touren.
Zudem ist die Auswahl der richtigen Größe für einen guten Sitz wichtig. Die Größe bei Fahrradhelmen ist meist als Kopfumfang in Zentimetern angegeben.
Wer sich einen neuen Mountainbike-Helm zulegt, sollte zunächst darauf achten, dass der Helm richtig sitzt. Wenn er bereits bei Kopfbewegungen zu wackeln beginnt, wird er dies auch im Falle eines Sturzes tun und somit nicht ausreichend schützen. Trotzdem darf der Helm auch nicht drücken. Schließlich sind die meisten Fahrer damit mehrere Stunden im Gelände unterwegs und wollen ein angenehmes Fahrerlebnis ohne schmerzenden Kopf haben.
Belüftung
Nicht zu vergessen ist natürlich eine gute Belüftung. Gerade bei warmem Wetter ist ein gutes Lüftungssystem Gold wert. So verhinderst Du Überhitzung im Anstieg und kannst den Fahrtwind im Downhill voll auskosten.
Zahlreiche Lüftungsöffnungen wiederum garantieren bei großer Hitze einen kühlen Kopf, wobei die im Idealfall länglichen Kanäle stimmig angeordnet sein müssen.
Testergebnisse und Empfehlungen
Um die jeweiligen Eigenschaften und Qualitäten der 18 Testprobanden im Detail herauszuarbeiten, haben wir diese in sechs Punkten miteinander verglichen. Nach der Anprobe wurde der Fahrtest auf Rad- und Feldwegen sowie bei Mountainbike-Modellen auf Trails durchgeführt. Hinzu kommen die Beschleunigungswerte (20 Prozent), welche bei einem Fallturmtest ermittelt wurden.
An einem Fallturm mit Schlitten wurde ein Testkopf mit einem Kopfumfang von 57,5 cm befestigt. Für ein gleichmäßiges Testergebnis wurden zwei Helme pro Modell am Testkopf befestigt, um die Beschleunigungswerte (g) zu messen.
Je niedriger die beim Aufprall gemessenen Beschleunigungswerte sind, desto geringer ist das Gehirnerschütterungsrisiko bei einem Sturz. Um die Kräfte auf dem Kopf im Falle eines Sturzes nachzuvollziehen, sei gesagt, dass bei der Formel 1 gerade mal eine Kraft von 5 g in Kurven entsteht.
Besonders beim Fallturmtest hat der Preis-Leistungs-Sieger Cube hervorragende Beschleunigungswerte erzielt.
Nicht zu toppen ist der urbane Helm von Nutcase. Aus diesem Grund unsere Empfehlung Urban. Ein absolutes Performance-Modell und unsere Empfehlung Road ist der Helm von Ekoi. Mit einem Gewicht von gerade mal 256 Gramm hat er zudem perfekte Lüftungskanäle und passt sich durch kinderleichte Bedienung angenehm an den Kopf an.
Auf ganzer Linie hat Uvex überzeugt. Hier zeigt es sich, dass „Made in Germany“ immer noch einen aussagekräftigen Wert hat. Unser Testsieger und zugleich Helmheld Nr.
Mit einer Restkraft von 107,9 g liegt der Rockrider ziemlich genau in der Mitte unseres Testfeldes und ganze 142,1 g unterhalb des zulässigen Grenzwerts. Was uns aber noch mehr erstaunt hat, ist, dass Decathlon mit dem Standard-MIPS den besten Wert beim Rotationsschutz erzielt und damit eindrucksvoll belegt: Wer keine großartigen Ansprüche in Sachen Ausstattung erhebt, kann auch mit einem preiswerten Helm wie dem Rockrider EXPL 540 gut geschützt durchs Gelände heizen.
Top 10 Mountainbike Helme (Auswahl)
- Poc Kortal Race Mips: Recco-Reflektor, NFC-Chip, Mips Integra System, top Belüftung, unschlagbarer Sitz.
- Julbo Forest Evo: Sehr bequem, Belüftung kommt bei langen Uphills an ihre Grenzen, Mips Evolve Core, kompatibel mit vielen Brillenmodellen.
- Abus Airbreaker: Geringstes Gewicht, perfekte Belüftung, Race/CC-Helm.
- Fox Speedframe Pro: Groß gestaltete Belüftungsöffnungen, Brillenhalter, super bequemes Tragegefühl.
- Sweet Protection Bushwhacker 2Vi Mips: Mips Air, Halt und Komfort herausragend, Belüftung kommt an sehr heißen Tagen an ihre Grenzen.
- O`Neal Blade Polyacrylite Strike: Erstaunlicher Tragekomfort, saubere Fertigung, für Quin-Sturzerkennungssensor präpariert, magnetisches Fidlock-Gurtschloss.
- Specialized Prevail 3: Geringes Gewicht, Mips Air Node, straffer Sitz, top Belüftung.
- Oakley DRT5 Maven Mips: Hochkomfortabel, Boa-Drehrädchen, gummiertes Stirnpolster, Klemmsystem für Brillen.
- TLD Flowline SE: Extrem komfortabel, Anpassen der Gurtdreiecke erfordert etwas Mühe, minimal schwitziger als andere AM/Enduro-Helme.
- Bluegrass Rogue Core Mips: Umfangreiche Anpassbarkeit, griffiges Drehrad, flexibel justierbarer Headring.
Zertifizierung
MTB-Helme sollten eine Zertifizierung zum Radsport nach der DIN EN 1078 und für Kinderhelme nach der DIN EN 1080 haben.
Zusätzliche Features
Je nach Einsatzzweck lohnt sich ein Blick auf zusätzliche Features. Reflektierende Elemente erhöhen Deine Sichtbarkeit im Straßenverkehr, praktische Brillenhalterungen oder Goggle-Kompatibilität sorgen für mehr Flexibilität auf dem Trail. So kannst Du bei dunkleren Waldanstiegen oder bei Pausen die Brille am Helm befestigen. Besonders innovativ sind Helme mit NFC Medical ID Chips, die medizinische Daten speichern können.
Wichtige Aspekte beim Kauf
Generell solltest Du beim Kauf eines neuen MTB-Helmes zuerst Deine Sicherheit im Blick haben und auf einen guten Sitz des Helmes achten. Zum Fahrspaß auf den Trails und im Gelände gehört auch der richtige Schutz.
Neben der Passform kann auch das Gewicht des Helms bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen. Leichte Helme sind angenehmer zu tragen. Schwerere Helme bieten jedoch besonders in schwierigem Terrain oft besseren Schutz.
Wer jemals mit dem Auto in der Dämmerung an einem Radfahrer vorbeigefahren ist, der sowohl auf Beleuchtung als auch auf Reflektoren verzichtet hat, weiß, wie schwierig solch ein Verkehrsteilnehmer zu sehen ist. Ein Mountainbike-Helm mit Reflektoren erhöht die Verkehrssicherheit auf dem Heimweg enorm.
Bei einem Sturz landen Mountainbike-Fahrer oft im Unterholz. Eine glatte Oberfläche des Helms verringert das Risiko, dass man damit abrupt im Geäst hängenbleibt und sich Nackenverletzungen zuzieht.
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