Mountainbike mit Motor Test

Fürs Abenteuer gemacht sind sie: E-Tourenfullys.

Und weil ein Mountainbike-Abenteuer, das liegt in der Natur der Sache, nicht immer exakt so verläuft, wie geplant oder dort endet, wo erwartet, müssen E-Tourenfullys unbedingt eines sein: verlässliche, treue Partner.

Auf diese Weise sind auch lange Bergauf-Eskapaden möglichst kraftsparend und spielerisch zu meistern.

Ein ausreichend flacher Lenkwinkel um die 67° kann für Bergabfreuden sorgen.

Freilich im Idealfall mit einer traumhaft feinfühligen, satten Federung verknüpft.

Und weil eine Tour bisweilen fast tagfüllend sein kann, ist ein leichtes, dynamisch zu bewegendes Rad erstrebenswert.

Das siebenköpfige Testensemble im Preisbereich von 3300 bis 4800 Euro hat die Redaktion in drei Gruppen unterteilt: Den Einstieg in den Tourenspaß bilden die beiden Twentyniner E-Ninetrailray von Newcomer R Raymon und das in Italien erdachte Thok - beide mit 3300 Euro Kaufpreis finanziell attraktiv.

Das teuerste Testduo im Preisbereich von 4500 bis 4800 Euro bilden die motorisierte Version des klassischen Cube-Tourenfullys, das Stereo Hybrid 120 TM500, als exklusive HPC-Carbonvariante mit gewichtsoptimiertem Kohlefaser-Hauptrahmen und das von Scott für 2019 neu geschaffene Strike eRide 920.

Wer nämlich breite 2.8“-Plus-Pneus im Strike für gesteigerten Fahrkomfort den montierten 29“-Reifen vorzieht, kann das tun - Aluchassis und Fox-Gabel erlauben den Umbau.

Als wertiges Upgrade bietet Cube gegen 100 Euro Aufpreis das neue Bosch-Kiox-Display für sein Stereo Hybrid 120 HPC TM500 an.

Dass auch Alurahmen in der Carbonära verzücken, demonstriert das französische Moustache mit metallicblau funkelndem Chassis.

Dieses ist faszinierend gut verarbeitet und mit Details wie der konsequent vor Kettenschlag geschützten Kettenstrebe versehen.

Eine eigene Idee zur Akkuplatzierung führt der italienische Newcomer Thok - die Marke existiert erst seit 2017 - gegen die Konkurrenz ins Felde.

Das Giant schließlich ist das einzige Testbike, das ohne ein Lenkerdisplay zur Kontrolle der momentan aktiven Motorstufe sowie des Akkustandes auskommt.

Ersatzweise zeigt die Ride-Control-Einheit von Giant diese beiden essentiellen Informationen über kleine Leuchtdioden an.

Etwas genauer hinsehen heißt es hier, will man korrekt informiert sein, für die Testcrew ging das aber in Ordnung.

Wer übersichtlich seine Tourendaten checken will, verbindet sein Smartphone mittels kostenloser Giant-Ride-Control-App und Bluetooth-Verbindung mit seinem Stance E+, liest dann komfortabel den Akkustand ab oder hat Einblick auf zurückgelegte Touren.

Den Fahrspaß auf Tour schwächten technische Feinheiten der sieben Testprobanden an der ein und anderen Stelle.

Hintergrund: Der in Kooperation mit Yamaha entwickelte Giant-Motor Syncdrive Sport baut recht breit.

Gleiches erlebten die Testfahrer im Sattel des R-Raymon-Twentyniners - auch hier arbeitet ein großzügig bemaßter Yamaha-Mittelmotor.

Fürs schwerere E-MTB, dessen hohes Eigengewicht das Risiko für Reifenpannen erhöht, sind sie ungeeignet.

Am KTM-Tourer überzeugte die Vollgasmentalität des Bosch-Performance-CX-Motors.

Allerdings leidet das Handling vor allem in technischen Downhills, bedingt durch den langen Vorbau.

Die Marktmacht der Bosch-Motoren im E-MTB-Segment zeigt dieser Test exemplarisch.

So motorisiert der leistungsstarke Performance CX neben dem KTM Moustache, Cube und Scott.

Hier wie da, gefällt der gleichbleibend starke Motorschub im E-MTB-Modus.

Er fasziniert durch den mittleren Trail-Modus, der stets kontrolliert auf Pedaldruck reagiert und konstant kräftigen Rückenwind beschert.

Dagegen geizt der Yamaha PW-SE am R Raymon E-Ninetrailray 7.0 bei intensivem Pedaldruck respektive hoher Trittfrequenz mit der Motorunterstützung.

Deutlich kraftvoller im steilen Anstieg agiert der Giant-/Yamaha-Antrieb Syncdrive Sport.

Der Test illustriert, wie unterschiedlich die Hersteller das E-Tourenfully interpretieren.

Den goldenen Schnitt zwischen Höhenmeter liebendem Touren- und wildem Trailfully bildet das angenehm sportive Thok mit top Handling.

Den agilen Tourer mit spritzigem Vortrieb stellt das Cube dar.

Dass vom Federweg nicht automatisch auf Charakter und Einsatzschwerpunkt zu schließen ist, zeigt das Scott.

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