Mountainbike ohne Federung: Vor- und Nachteile

Du hast dich für den Kauf eines Mountainbikes entschieden, doch MTB ist nicht gleich MTB. Widmen wir uns also der Frage „Hardtail oder Fully?

Der größte Unterschied der beiden MTB-Typen liegt in der Federung. Das Hardtail MTB ist die ursprünglichere Variante und hat „nur“ eine Federgabel, während das Fully MTB auch am Hinterbau gefedert bzw. gedämpft ist. Doch was bedeutet das genau?

Hardtail MTB

Der Begriff Hardtail (englisch) bedeutet so viel wie „starres Heck“. Dieser Typ MTB ist mit einer Federgabel (meist 100 mm- 120 mm Federweg) ausgestattet. Der Rahmen ist meist aus Carbon oder Aluminium und somit sehr leicht.

Einsatzgebiet

Das Hardtail MTB eignet sich wunderbar für die Fahrt auf befestigten Straßen, Forstwegen bzw.

Hardtail Kategorien

  • Down-Country: Diese Bikes sind wohl die gängigste Version der Hardtails. Ein leichter Alurahmen und meist 100mm Federweg bieten dir Geschwindigkeit und Fahrspaß, ohne viel Kraft am Berg einzubüßen.
  • Cross-Country: Auf lange Strecken und Rennen ausgelegt, auch Marathonbikes genannt. Ein sparsamer Federweg von 100mm bis 120mm bietet Komfort und schont die Gelenke bei längeren Touren. Der Fokus liegt hierbei auf Antriebseffizienz, auch beim Treten bergauf.
  • Trailbikes: Den längsten Federweg bieten dir diese MTBs mit 120mm bis 130mm.

Fully MTB

Das Full-Suspension-Bike (englisch) vollgefedertes Fahrrad oder auch Fully genannt, ist wie der Name verrät, vollkommen gefedert bzw. Gedämpft. Mit diesem Bike bist du in jedem Gelände zuhause und überwindest auch die größten Hindernisse.

Der Rahmen ist je nach Preisklasse meist aus Carbon oder Aluminium gefertigt.

Einsatzgebiet

Das Fully MTB macht die Natur zu deinem Spielplatz, es gibt fast kein Gelände, in dem du dich nicht vorankommst. Von der Straße über den Waldweg, durch den Matsch und dann den Berg runter.

Kategorien

  • All-Mountain-Fullys: Wie der Name schon sagt, ist dieses MTB ein echter Allrounder. Es ist etwas schwerer als ein Fully-Trailbike, hat allerdings auch ein paar Besonderheiten. Eine absenkbare Sattelstütze sorgt auf dem Trail oder Downhill für mehr Bewegungsfreiheit. Außerdem ist eine sperrbare Federgabel verbaut, um dir das Bergauffahren zu erleichtern. Der Federweg liegt meist bei ca. 120mm - 140mm.
  • Enduro-Fullys: Vor allem für die Bergabfahrt entwickelt und darum mit einem eher flachen Lenkwinkel und einem tiefen Schwerpunkt konzipiert. Die absenkbare Sattelstütze sorgt auch hier für mehr Bewegungsfreiheit beim Downhill. Der Federweg beträgt bei diesen Bikes meist 160mm bis 180mm. Mit dieser Federung überwindest du auch große Hindernisse und Schläge werden sehr gut gedämpft. Die Federung kann in der Regel gesperrt oder verhärtet werden, womit auch längere Fahrten auf der Straße zum vollen Erfolg werden ohne unnötig Kraft einzusetzen.
  • Downhill-Fullys: Wie der Name verrät, sind diese MTB ausschließlich für Downhillfahrten entwickelt worden. Durch die starke Federung mit einem Federweg von 180mm bis 200mm nimmst du sämtliche Drops und Sprünge mit, aber das hat seinen Preis. Durch das zusätzliche Gewicht der Federung wird Bergauffahren beinahe unmöglich bzw. sehr Kraftaufwendig. Ein Lift oder Shuttleservice ist darum empfehlenswert.
  • Freeride-Fullys: Stabil und schwer, dieser MTB-Typ ist sehr gut für die Fahrt abseits von Wegen oder Trails geeignet. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die direkte Lenkung mit minimalem Gewicht bietet dir volle Kontrolle. Diese Fullys sind für Sprünge und das Überwinden technisch anspruchsvoller Hindernisse konzipiert.

Laufradgrößen bei Mountainbikes

Sehr lange waren 26 Zoll das Nonplusultra in der MTB-Szene. Mittlerweile haben 27,5 Zoll und 29 Zoll Laufräder die beliebten „Oldies“ fast gänzlich abgelöst.

Größere Laufräder ermöglichen es dir deutlich einfacher über Hindernisse zu rollen, ohne dein Rad lupfen zu müssen.

Größere Laufräder sind schwerer, bieten dafür aber deutlich mehr Laufruhe und bessere Abrolleigenschaften. Kleinere Laufräder sind agiler und etwas leichter, sie könnten je nach Fahrstil für dich die richtige Wahl sein.

Du möchtest schnellstmöglich beschleunigen und bist eher auf schmalen Strecken und in engen Kurven unterwegs?

Vor- und Nachteile von Mountainbikes mit und ohne Federung

Ungefederte Mountainbikes

Ein ungefedertes Rad hat den Vorteil, dass es für den Vortrieb am effektivsten ist.

Außerdem wiegt es tendenziell weniger und hat auch weniger Verschleißteile (Und hochwertige Federelemente sind auch da nicht gerade günstig).

Nachteil ist, dass solche Bikes nur für Feld- oder Waldwege geeignet sind, vielleicht noch leichte Singletrails oder generell Marathon / Race / Uphill Terrain (Ungefederte Bikes sind meist Trekkingräder, seltener auch sogenannte ridgit MTBs).

Sprünge oder rauhere Trails mit Tempo sind mit solchen Bikes nicht ratsam.

Vollgefederte Mountainbikes (Fullys)

Ein Fully, also ein vollgefedertes Bike, hat den Vorteil, dass es sich damit relativ gut über Wurzeltreppen und ähnliches rasen lässt (ich rede von richtigen Fullys, nicht den McKenzie-Baumarktfullys, nur so am Rande), je nach Bauweise des Rahmens kann man damit auch springen, so ein Downhill / Freeride Bike ist sprungtechnisch prinzipiell nur durch das Fahrerkönnen begrenzt.

Nachteilig ist das Gewicht, der von Vierfarbeimer schon angesprochene Energieverlust durch die Federung und die nötigen Wartungen, die man regelmäßig machen muss (Gabelservice bei meiner Boxxer ist immer im dreistelligen, schon von den Materialkosten).

Ein Fully bietet im täglichen Straßen Einsatz den gravierenden Nachteil, dass man ca. 10% der aufgewendeten Tritt Energie in die hintere Feder tritt. Diese Tritt Energie wird also nicht für den Vortrieb umgewandelt wird, sondern verpufft in der Feder.

Dies kann man im direkten A-B Vergleich bei Probefahrten unmittelbar spüren. Fullys sind also für den täglichen Einsatz im Straßenverkehr denkbar ungeeignet.

Hardtail Mountainbikes

Ein Hardtail ist da gewissermaßen der Kompromiss. Vorne Federung, hinten nicht, das zugehörige Genre nennt sich XCountry (Dirtbikes sind im Prinzip auch Hardtails, aber die seien nun mal außen vor, weil etwas komplett Anderes ^^), entsprechend eng ist der Einsatzzweck dieser Bikes.

Geeignet für Singletrails, das heißt auch Wurzeltreppen, aber nicht bei allzu hohem Tempo (schafft man halt einfach nicht), keine Sprünge (außer Bunny Hopser, aber das schafft jedes Bike, auch Citybikes), weniger geeignet für Stadt oder generell das Trekkingradterrain, weil hier eben Trekkingräder effektiver sind, außerdem schreien diese nicht in grellen Farben und glänzenden Teilen: Klau mich!

Nachteile und Vorteile sind oben genannte, aber eben alles nur a bissl. Etwas langsamer als ungefederte Bikes, aber auch etwas trailtauglicher. Etwas bis viel schneller als Fullys (da gibt es viele Kategorien, Fullys lassen sich kaum unter einen Hut packen), aber auch etwas bis viel weniger trailtauglich.

Weitere MTB-Kategorien

Neben Full-Suspension-Bike und Hardtail, lassen sich MTBs allerdings inzwischen wesentlich spezifischer einordnen:

  • Race- und Cross-Country Bikes: Bei diesen Bikes handelt es sich um schnelle, leichte Bikes mit um die 100mm Federweg. Sowohl Fullys als auch Hardtails, sind für den Cross-Country Einsatz weit verbreitet. Sie haben vergleichsweise leichte und schmale Bereifung und sind bergauf sehr effizient und fix. Bergab hingegen braucht es einiges an Können, um auch abseits der Hauptwege richtig schnell unterwegs zu sein.
  • Downcountry Bikes: Downcountry Bikes sind noch recht jung, finden aber nach und nach mehr Anklang. Bei Downcountry Bikes handelt es sich um Cross-Country Bikes mit „ein bisschen mehr Wumms“. Statt 100mm sind hier schon 120mm Federweg verbaut. Die Bikes haben etwas flachere Lenkwinkel was sie „slacker“ macht. Mit anderen Worten: Die Bikes liegen flacher auf dem Trail und sind bei hohen Geschwindigkeiten etwas ruhiger und allgemein etwas besser aufgestellt, wenn es mal rauer wird. Auch bei der Bereifung wird es etwas gröber, dennoch sind die Bikes gut am Berg und grade für Toren ideal aufgestellt.
  • All-Mountain und Trail Bikes: Trail Bikes sind im Grunde genommen die neuen All-Mountains und gelten gemeinhin als die besten Tourenbikes und die ultimativen Allrounder. Federweg von 120 mm bis zu 150 mm Federweg und ein Gewicht, welches sich im Mittelfeld des Spektrums eingliedert, versprechen Spaß bergauf als auch bergab. Dank der recht allroundfähigen Geometrie kann es auch gen Tal richtig losgehen. Zwar wird es ruppig, wenn der Trail mal richtig grob wird, versierte und technisch gut aufgestellte Fahrer kommen aber mit einem Trail Bike überall runter.
  • Enduro Bikes: Nur die harten kommen in den Garten: Mit den Enduro Bikes sind wir nun im abfahrtsorientierten Sektor des Bikespektrums angelangt. Federwege ab 150mm bis 180mm und ein etwas höheres Gewicht machen sich zwar bergauf bemerkbar, bergab aber dafür erst so richtig Spaß! Dicke Wurzel- und Steinfelder, große Sprünge und hohes Tempo auf den Trails liegen Enduros besonders. Sie haben flache, lange Geometrien und sind nichtmehr so wendig wie Trailbikes, liegen allerdings im Gegenzug dazu bei hohem Tempo satt auf dem Trail. Telestütze, breite, grobstollige und vor allem pannensichere Bereifung sollten an jedem Enduro Bike dran sein.
  • Superenduros: Superenduros sind ein relativ junger Trend. Im Prinzip geht es hier um Enduro Bikes die von den Herstellern noch ein wenig aufgemotzt wurden. So kommen sie auf 180mm bis 190 mm Federweg und haben ein klein wenig mehr Reserven.
  • Downhill Bikes: Down we go! Und zwar schnell! Das ist es, was Downhill Bikes am allerbesten können. Doppelbrückengabel, besonders grobe und pannensichere Bereifung, fein abgestufte schwere Gänge, flache, lange Geometrien und Federweg von 200mm und mehr sind an DH-Bikes inzwischen normal. Doch so schnell die Boliden den Berg runterfahren, wieder rauf geht es nur mit Bus, schiebend oder dem Lift. Denn die Geometrie dieser Bikes in Kombination mit dem hohen Gewicht und der abfahrtsorientierten Übersetzung, ermöglichen das Bergauffahren kaum. Wer in Bikeparks unterwegs ist und den Berg nur in eine Richtung bezwingen will, nach unten, der wird hier fündig!
  • Fatbikes: Fatbikes sind eine besondere Gattung von Mountainbikes. Mit Reifen über 3 Zoll Breite sind sie quasie die Traktoren unter den Fahrrädern.
  • E-Mountainbikes: Auch E-Bikes sind inzwischen eine weit verbreitete Bikegattung. Längst sind die Zeiten rum wo Räder mit elektrischer Unterstützung nur etwas für Rentner sind. Inzwischen gibt es, wie beim MTB viele verschiedene Arten der Elektroflitzer.

Die richtige Rahmengröße

Mindestens genauso wichtig wie die Wahl des richten Mountainbikes ist die Wahl der richtigen Rahmen-Größe deines MTB’s. Nur wenn du dein Rad in der richtigen Größe kaufst, funktioniert und verhält sich das Bike so, wie es vom Hersteller entworfen wurde.

Denn die Länge des Oberrohres, der Winkel zwischen Federgabel und Untergrund sowie der Winkel des Sitzrohres, ergeben mit anderen Größen und Längen ein stimmiges Konzept und können die Eigenschaften und das Fahrgefühl auf einem Mountainbike maßgeblich bestimmen.

Leider gibt es kein Einheitliches Größensystem, das man beim Kauf eines Zweirades auf alle Hersteller übergreifend anwenden könnte. Grund zum Verzweifeln ist das allerdings nicht.

Denn viele Hersteller haben einen Größenschlüssel, oder ein „Fitting-System“, das dich durch deine Körpergröße und verschiedene Maße wie Innenbeinlänge, Armlänge usw. die Größe deines Rades einfach bestimmen lässt.

Nicht selten kommt es vor, dass du zwischen zwei Größen landest. Dann heißt es testen oder nach persönlicher Präferenz entscheiden. Magst du eher eine gestreckte, sportlichere Haltung und ein längeres etwas laufruhigeres Bike, dann wähle die größere Größe.

Im Normalfall findest du solche Angaben immer auf der Homepage des jeweiligen Herstellers.

Laufradgrößen: 27,5 Zoll vs. 29 Zoll

Während um die 2000er 26 Zoll als das Mountainbike-Laufradmaß galt, sind inzwischen die Laufradgrößen 27,5 Zoll (auch 650B genannt) und 29 Zoll die gängigsten Laufradgrößen.

Doch wozu gleich zwei unterschiedliche Größen? Und was ist nun besser? Eine Frage, bei der jeder seine eigene Wahrheit hat.

27,5 Zoll

27,5 Zoll Laufräder sind die wendigeren und weniger trägen Kandidaten. Mit 58,5 cm Durchmesser und einem Laufradumfang von um die 222 cm haben diese Laufräder ein gutes Gleichgewicht aus Wendigkeit, Ab- bzw.

29 Zoll

Allerdings hat auch ein 29 Zoll Laufrad einige unschlagbare Vorteile. Durch ihren größeren Durchmesser von 62,2 cm und den größeren Radumfang von 233 cm haben sie ein noch besseres Ab- und Überrollverhalten, was sie (bei gleicher Bereifung) in der Ebene schneller macht und Hindernisse besser überwinden lässt.

Der Nachteil ist das Mehrgewicht und die damit verbundene Trägheit. Die größeren Laufräder lassen sich somit schlechter „auf Tempo bringen“.

Mullet-Bauweise

Ein Hybridkonzept dieser beiden Laufradgrößen ist die Mullet-Bauweise. Sie kombiniert ein 27,5 Zoll Hinterrad mit einem 29 Zoll Vorderrad und soll so die Vorteile der beider Laufradgrößen zur Geltung bringen.

Reifen und Bereifung

An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass es sich hier um eine oberflächliche Erläuterung handelt, da das Thema Reifen und Reifenbreiten selbst für einen eigenen Beitrag reichen würde. Am Mountainbike gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Bereifungen. In erster Linie wird hier zwischen Draht- und Faltreifen unterschieden.

Während der Drahtreifen eine mit Drahtgeflecht verstärkter Reifenflanke hat und aufgrund seines hohen Gewichtes und des hohen Pannenschutzes eigentlich ausschließlich im Downhillbereich genutzt wird, ist der Faltreifen leichter und weniger träge besitzt aber auch weniger Pannenschutz.

Gerade bei Enduro Bikes gibt es daher häufig die Möglichkeit, sein Rad auf Tubeless (Schlauchlos) umzubauen. Hier wird kein Schlauch im Hinterrad verbaut, sondern eine Dichtmilch, die den Reifen von innen abdichtet.

Ein weiterer großer Unterschied bei der MTB-Bereifung ist zudem die Profilart und die Breite. Diese wird in Zoll angegeben. Am häufigsten sind hier Reifenbreiten von 2.2 Zoll bis hin zu 3.0 Zoll verbaut, wobei ab 2.6 Zoll von sogenannten „Plus-Bikes“ die Rede ist.

Der Vorteil der verschiedenen Reifen breiten ist recht einfach erklärt: Desto breiter der Reifen desto mehr Auflagefläche bietet er. D.h. mehr Grip, aber auch ein schwammigeres Fahrgefühl und mehr Rollwiderstand. Ist ein Reifen schmaler, hat er weniger Auflagefläche.

Bei der Profilwahl gibt es ein großzügiges Angebot. Grundsätzlich gilt: Desto gröber das Profil, desto griffiger der Reifen. Allerdings gilt auch: Desto gröber das Profil, desto schlechter rollt ein Reifen. Wie so oft gibt es hier keine Eier legende Wollmilchsau und man muss sich nach persönlicher Präferenz entscheiden.

Federung - Ja oder Nein?

Ein Rad ohne jegliche Federung an Gabel, Hinterbau, Sattelstütze oder Vorbau ist leichter, wartungsärmer und meist auch günstiger. Na und?! Was hilft mir das, wenn es mir auf einem schlechten Radweg, dem Kopfsteinpflaster in der Innenstadt, dem grobem Schotter des Waldweges oder dem Wurzeltrail beim Mountainbiken den Lenker oder Sattel brutal in die Hände oder den Hintern donnert?

Am Ende verliere ich noch die Kontrolle über mein Rad und stürze. Oder habe Schmerzen in meinen Händen, am Po oder sonst wo. Spaß ist für mich der elementare Punkt beim Radfahren.

Der zentrale Punkt eines Fahrwerkes ist, dass die Laufräder unabhängig vom restlichen Rad auf dem Boden arbeiten können. Dadurch kann der Reifen Unebenheiten besser folgen und größeren Hindernissen ausweichen. Der Reifengummi hat länger Kontakt mit der Bodenoberfläche und kann sich besser mit dieser verzahnen.

Das erhöht die Haftung und somit auch die Sicherheit, weil die Kontrolle über das Rad vorhanden bleibt. Wer also effektiv gefedert Rad fährt, schont die Kontaktpunkte. Der ganze Halteapparat muss weniger Energie zum Abbau der schädlichen Vibrationen und Schläge aufbringen, wodurch der Körper erst viel später ermüdet. Am Ende sind die Energiereserven dann voller und mehr Ausdauer vorhanden.

Sind keine Federelemente am Rad verbaut, braucht es nicht gleich ein neues Rad: Für mehr Komfort sorgen auch gefederte Sattelstützen und Vorbauten. Sind Vorerkrankungen oder Verletzungen vorhanden, kann die Federung das Radfahren überhaupt erst möglich machen oder Schmerzen reduzieren.

Um effektiv arbeiten zu können, muss neben der Qualität auch die Justage passen. Dazu sollte das Rad beim Kauf am besten gleich vom Fachmann mit Blick auf das Fahrergewicht sowie den Einsatzbereich überprüft und die Federelemente bei Bedarf angepasst werden. Luftfeder-Elemente sind hier sehr dankbar, weil sie einfach mit einer Hochdruckpumpe abstimmbar sind.

Damit die Federelemente dann auch ordentlich arbeiten, braucht es allerdings Pflege und Service. Wer nach jeder Fahrt mit einem sauberen Lappen die Tauchrohre und Dichtungen abwischt, hat schon viel gewonnen. Ab und an ein paar Tropfen Gabelöl auf die Dichtungen schaden ebenso nicht. Wer viel und regelmäßig fährt, sollte die Federelemente zudem einmal im Jahr, wer wenig fährt nach spätestens zwei Jahren zum professionellen Service geben.

Eine viel sichere und zuverlässigere Alternative, oder besser: die Lösung, sind großvolumige Reifen, am besten mit hohem Pannenschutz. Mit weniger Luftdruck gefahren, dämpfen sie die allermeisten Unebenheiten und Vibrationen erfolgreich ab, ohne aufzuschaukeln, und rollen dabei auch noch wenigstens so leicht wie schlankere Ausführungen. Außer gelegentlichem Nachpumpen, das wohl jeder verinnerlicht hat, ist nichts weiter nötig. So hält man ein System einfach - und funktional!

Hardtail vs. Fully: Die Entscheidung

Du findest es auf asphaltierten Straßen eher langweilig und willst dein Fahrrad im Gelände, also Offroad, nutzen? Dann ist das Mountainbike (MTB) eine gute Option für dich. Bei deiner Kaufentscheidung wirst du unweigerlich mit den Begriffen Hardtail oder Fullytail bzw. einfach nur „Fully“ konfrontiert.

Die beiden Begriffe Hardtail vs. Fully beziehen sich auf die Federung bzw. Dämpfung des Bikes - genauer gesagt auf eine vorhandene oder eben nicht vorhandene Federung am Hinterrad. Denn sowohl beim Hardtail als auch Fully ist die Gabel vorne gefedert. Ganz einfach aus dem Grund, da eine ungefederte Gabel eine enorme Belastung für Arme und Oberkörper bedeuten würde.

Wie der Name schon vermuten lässt, ist bei einem Hardtail das Hinterrad nicht gefedert, demnach ein „harter hinterer Teil“. Es kommt dem ursprünglichen Fahrrad und der damit verbundenen Fahrweise am nächsten - Aussehen und Fahrweise kommen dem ursprünglichen Fahrrad am nächsten. Hardtail ist also etwas für echte Puristen.

Das Fully hingegen leitet sich von „Full Suspension“ ab, also der Vollfederung. Es weist ganz klar darauf hin, dass du dich auch am Hinterrad auf eine komfortable Dämpfung verlassen kannst.

Desto weniger du auf dem MTB „wippst“, also die Federung beanspruchst, desto mehr Power bekommst du auf die Pedale bzw. aufs Hinterrad. Deswegen sind einige Fully MTBs auch so konzipiert, dass du für die Fahrt auf der asphaltierten Straße die Federung hinten sehr hart einstellen kannst. Trotzdem wirst du bei einem Fully hinten noch etwas Spiel haben. Diese Sicherheitsreserve ist auch deshalb angezeigt, damit die Dämpfungslager nicht beschädigt werden.

Mit dem Hardtail hingegen bringst du die ganze Power aus den Beinen über die Pedale aufs Hinterrad. Daraus folgt für die Kaufentscheidung das erste Kriterium: Bist du mit dem MTB vorrangig auf Landstraßen, Feldwegen und relativ leichten Hügeln unterwegs, würde sich ein Hardtail anbieten, für richtige Downhill-Fahrten über „Stock und Stein“ ist das Fullytail die erste Wahl.

Mit guter Traktion ist gemeint, wie vorteilhaft sich dein „Vortrieb“ im Gelände erweist. Also in einfachen Worten gesagt: Hast du im Gelände stets guten Bodenkontakt, damit die Reifen gut greifen und dich nach vorne pushen können? Hier spielt das Fully seine Vorteile aus. Durch die Federung passt sich dein Bike quasi dem Untergrund an.

Beim direkten Vergleich Hardtail oder Fullytail lässt sich das „Fully“ also leichter sowie effektiver bewegen und steuern. Allerdings gibt es auch Biker, die gerade die puristische Fahrweise mit einem Hardtail schätzen und quasi jede Bodenwelle „spüren“ wollen. Klar ist jedoch, mit dem Fully hast du einen besseren Vortrieb.

Ein Dämpfer am Hinterrad, der nicht vorhanden ist, wird keinem Verschleiß ausgesetzt sein, kann nicht kaputtgehen und muss nicht gewartet oder repariert werden. Für die Kaufentscheidung Hardtail oder Fullytail könnte also eine Rolle spielen, dass das Fully MTB wartungsintensiver ist. Auch bringt das Dämpfungssystem beim Fully ein entsprechendes Gewicht auf die Waage.

Last but not least spielt bei der Kaufentscheidung auch der Preis eine Rolle. Wie bereits erwähnt, ist das Hardtail deutlich günstiger.

MTBs ohne hintere Dämpfung stehen bereits ab ca. 1.000 Euro im Fachhandel zur Verfügung. Auf Billigräder aus Baumarkt und Co. solltest du indessen getrost verzichten. Hier enttäuschen oftmals nicht nur die verbauten Komponenten, sondern auch die ganze Konstruktion wirkt, als sei sie dem Gelände nicht gewachsen. Für ein gutes Fully MTB wirst du in etwa ab 2.000 Euro veranschlagen müssen.

So ein Fullytail ist schon eine feine Sache. Wer die Möglichkeit hat und beim Testen Hardtail oder Fully beide MTBs nacheinander beim Downhill fährt, wird vermutlich nicht lange überlegen müssen. Der bessere Komfort und die effektive Traktion sprechen klar für das Fully. Puristen werden sich dennoch für das Hardtail begeistern können.

Bist du nur in leichtem Gelände unterwegs, wo allzu heftige Bodenwellen, Wurzeln und Geröll nicht vorkommen? Willst du das MTB auch für längere Touren auf asphaltierten Straßen und Feldwegen wie eine Art Trekkingbike nutzen? Dann könnte das Hardtail die bessere Wahl sein.

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