Mountainbike Cross Country (XCO) als Olympische Disziplin: Informationen, Favoriten und mehr

Cross Country ist die wohl bekannteste MTB-Disziplin und auch die einzige, die seit 1996 bei den Olympischen Spielen als Wettkampf vertreten ist. Das Mountainbiken erfreut sich in Deutschland in der breiten Öffentlichkeit einer immer größer werdenden Beliebtheit. Das Fahren in der Natur zieht die Menschen an, dazu gesellen sich fahrerische Aufgaben, die es in sich haben können. So auch auf der olympischen Bühne.

Was ist Mountainbike Cross Country?

Cross Country kann als Freizeitsport oder Wettkampf ausgeführt werden, bei dem mehrere Runden an Steigungen und Abfahrten aneinandergereiht werden. Die Disziplin erfordert sowohl technisches Fahrkönnen als auch eine bedeutende körperliche Fitness. Außerdem braucht es jede Menge Ausdauer und eine Portion Mut für die Geschwindigkeit und Beschleunigung bei den Abfahrten. Die Intensität darf nicht unterschätzt werden, denn der Rhythmus der Anstrengung ändert sich regelmäßig.

Verschiedene Cross-Country-Formate

  • Olympisches Cross Country (XCO): Ist eine MTB XC Disziplin, die auf einer kurzen Strecke (zwischen 5 und 9 km) absolviert wird. Alle Teilnehmer starten zeitgleich und der erste, der ins Zeil kommt, gewinnt.
  • Cross Country Marathon: Wird auf einer längeren Strecke absolviert (60-120 km). Die Streckenabschnitte sind teilweise technisch sehr anspruchsvoll, bei anderen geht es um die Geschwindigkeit.
  • Cross Country Eliminator: Ist die Sprint-Disziplin im Mountainbiking. Die Distanzen sind eher kurz, zwischen 500m und 1000m.

Das Rennen

Ein MTB-Cross Country Rennen ist ein Einzelwettbewerb über eine mehrfach zu fahrende gleiche Rundstrecke. Die Länge des Rennens wird dabei in Runden festgelegt. Diese Rundenzahl orientiert sich an Gesamtrennzeiten die im Reglement festgelegt sind. Die Rundenlänge sollte zwischen 4 und 6 Kilometern lang sein. Die modernen XCO-Strecken sind sehr technisch und fordern den Fahrern hohe technische Fahrkünste ab.

Der Start erfolgt im Massenstart - aufgrund der in der Regel engen Streckenverhältnisse ist ein vorderer Startplatz von Vorteil. Deshalb gibt es bei wichtigen Rennen eine klare Startaufstellung, die sich an den bisherigen Leistungen der Sportler orientiert (Platzierung in Gesamtwertung, Platzierung im letzten Rennen etc.).

Im Gegensatz zu Straßenrennen ist das Tempo von Anfang an sehr hoch. In der Regel bilden sich kleinere Gruppen von wenigen Fahrern. Über weite Teile der Strecke sind die Fahrer allerdings auf sich selbst gestellt, weshalb hier individuell jeder für sich und nicht im Team gefahren wird. Die Entscheidung über die endgültige Platzierung erfolgt in der Regel bei einem Anstieg, einer Abfahrt oder im seltenen Fall im Zielsprint.

Die richtige Ausrüstung

Für Cross Country muss man gut ausgestattet sein, um die Fahrten bequem und sicher genießen zu können. Die Kleidung ist ähnliche wie bei Rennradfahrern. Die Schuhe für Klickpedale sind leicht und widerstandsfähig und mit Stollen ausgestattet, sodass man überall damit marschieren kann. Ein absolutes Muss für jede Ausfahrt ist der Helm und eine absenkbare passende Brille, um die Augen zu schützen. Wähle am besten solche Umgebungen, die deinem derzeitigen Niveau entsprechen. So kannst du alles aus der Fahrt rausholen und den Sport in Sicherheit genießen.

Das Mountainbike

Die Wahl des Cross Country MTBs hängt vom eigenen Einsatz ab: gemütliche Ausfahrten, Freizeitsportler und Adrenalinjunkie oder Wettkämpfer. Dieses Kriterium zusammen mit dem verfügbaren Budget legen fest, welches MTB man wählt.

  • Für den Wettkampf: Benötigt man ein schnelles Bike, das viel aushält, leicht und starr ist. Ein halbstarrer MTB XC-Rahmen aus Karbon ist die ideale Wahl für Leistung. Man sieht immer mehr 29 Zoll MTB-Laufräder im Cross Country. Das hat einen guten Grund, denn diese Laufradgröße ermöglicht eine bessere Leistung mit einer großen Traktionskraft.
  • Für Cross Country Marathon: Braucht man ein bequemeres Fahrrad, da die Strecken sehr lange sind. Ein Full Suspension XC MTB ist die richtige Wahl.
  • Für Cross Country Eliminator: Benötigt man ein Fahrrad, das sehr schnell ist. Viele verwenden das gleiche MTB wie beim olympischen Cross Country. Ein absolutes Must-Have für maximalen Komfort ist die absenkbare Sattelstütze. Damit kann man besser auf Unebenheiten auf dem Weg reagieren.
  • Für den Freizeitsport: Reicht ein Aluminium-Rahmen absolut aus. Tubeless Reifen ermöglichen einen besseren Grip. Mit einem Präventiv im Reifen ist man bestens für lange und sichere Fahrten ausgestattet.

Deutsche Erfolge und internationale Stars

Das deutsche Gesicht im Mountainbikesport ist Sabine Spitz. In fast zwei Jahrzehnten fuhr sie große Erfolge ein. Nach Olympiabronze 2004 in Athen gewann sie vier Jahre später in Peking Gold. 2012 in London kam die Silbermedaille hinzu. Für die einzige deutsche Männer-Medaille bei Olympia oder WM sorgte Manuel Fumic bei den Welttitelkämpfen 2013.

International herausragender Mountainbiker ist der Schweizer Nino Schurter, der wie Spitz einen kompletten olympischen Medaillensatz hat - mit dem goldenen Höhepunkt 2016 in Rio.

Olympia 2024 in Paris

Alle vier Jahre steht für die Profi-Mountainbiker*innen der XCO-Disziplin ein ganz besonderes Rennen an: die Olympischen Spiele! 2024 in Paris dürfen sich die Fahrer*innen auf einen fordernden Kurs freuen. Austragungsort ist der Elancourt-Hügel, der höchste Punkt der Region Paris mit einer Höhe von 231 Metern. 95 Prozent der Strecke werden auf bestehenden Wegen zurückgelegt.

Details zum Austragungsort

  • Ort: Elancourt Hill, rund 40 km südwestlich von der Pariser Innenstadt
  • Höhe: 231 m (höchster Punkt der Region Paris)
  • Renntage: Sonntag, 28. Juli (Frauen) und Montag, 29. Juli (Herren) jeweils um 14:10 Uhr

Deutsche Teilnehmer in Paris 2024

Drei deutsche Athlet*innen werden in der MTB-Disziplin Cross-Country bei Olympia am Start stehen: Luca Schwarzbauer, Julian Schelb und Nina Benz.

  • Luca Schwarzbauer: Wurde vom Verband schon frühzeitig für Olympia nominiert und kürte sich jüngst zum deutschen XCO-Meister.
  • Julian Schelb: Konnte seine Form vom Frühjahr bis zum entscheidenden Weltcup konstant ausbauen und sicherte sich im Mai zudem zwei Medaillen bei der EM in Rumänien.
  • Nina Benz: Gewann in Rumänien eine Medaille: Bronze im Cross-Country! Bei der DM brachte sie jüngst Bronze mit nach Hause.

Favoriten auf Gold

Einige der genannten Favorit*innen auf eine Olympia-Medaille sind:

  • Damen: Pauline Ferrand-Prévot (FRA), Anne Terpstra (NED), Jenny Rissveds (SWE), Loana Lecomte (FRA), Haley Batten (USA) und Alessandra Keller (SUI).
  • Herren: Tom Pidcock (GBR), Jordan Sarrou (FRA), Alan Hatherly (RSA), Mathias Flückiger (SUI) und Nino Schurter (SUI). Auch Luca Schwarzbauer und Julian Schelb könnten vorne mitspielen.

Übertragung der Rennen

Die Olympischen Sommerspiele gehören neben Fußball-WM, Superbowl und Co auch in Sachen TV-Übertragung und Zuschauerzahlen zu den wichtigsten Sportevents der Welt. Vom 26. Juli bis 11. August wird man im Fernsehen oder online im Livestream die Spiele verfolgen können.

  • Das Cross-Country-Rennen der Damen wird in der ARD in voller Länge im Stream übertragen.
  • Außerdem wird das Rennen im Schweizer Fernsehen SRF 2 übertragen. In der Schweiz oder aus Deutschland (mit VPN) kann man im Stream ab 14 Uhr neben Adrian Arnet auch Nino Schurters Teamchef Thomas Frischknecht lauschen.
  • Zu guter Letzt versorgt Pay-TV-Dienstleister Eurosport 2 sowie Discovery+ (ab 13:55 Uhr), die auch alle UCI-Weltcups übertragen, uns mit einem Livestream.

Sendezeiten

Nachdem am Sonntag die Olympiasiegerin ausgefahren wurde, sind am Montag (29.07.) dann die Männer dran - ebenfalls um 14:10 Uhr. Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender wechseln sich mit der Berichterstattung ab. Der Stream des Herren-Rennens ist am Montag ab 13:55 online beim ZDF zu verfolgen

Rennen Datum Uhrzeit Sender
Damen Cross-Country Sonntag, 28. Juli 14:10 Uhr ARD, SRF 2, Eurosport 2, Discovery+
Herren Cross-Country Montag, 29. Juli 14:10 Uhr ZDF, SRF 2, Eurosport 2, Discovery+

Weitere Mountainbike-Disziplinen

Neben Cross-Country gibt es noch weitere Mountainbike-Disziplinen, die sich in den letzten Jahren immer mehr spezialisiert haben:

  • Marathon: Faszination, über lange Distanzen in der freien Natur abseits befestigter Wege auf dem Mountainbike innerhalb einer Gruppe unterwegs zu sein.
  • Downhill: Ein Rennen vorwiegend ohne Nutzung der eigenen Muskelkraft, bei dem es in erster Linie darum geht, die Abfahrt vom Berg mit möglichst hoher Geschwindigkeit zu bewältigen.
  • Uphill: Der Schwerpunkt des Fahrens liegt auf der möglichst schnellen Bewältigung der Auffahrt.
  • Trial: Ziel ist die optimale Beherrschung des Materials, sprich: des Bikes zu Perfektionieren und das Fahrrad mit Körperbeherrschung, Kraft, Kondition und Balancegefühl über verblocktes Gelände zu bewegen.
  • Freeride: Freeride-Mountainbiker wollen vor allem eins: Neues erleben! Die eigenen Grenzen ausloten, den Erfahrungshorizont erweitern und neue Duftmarken setzen.
  • Touren-Mountainbiken: Das klassische Touren-Mountainbiken, das möglichst komfortable und sichere Biken auf mehr oder weniger befestigten Wegen abseits von asphaltierten Straßen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0