Mountainbiken in Schweden: Routen und Erlebnisse

Schweden ist nicht unbedingt das erste Reiseziel, das Mountainbikern in den Sinn kommt. Doch abseits der bekannten Pfade hält das Land überraschende und lohnende Erfahrungen bereit. Mountainbike-Profi Jasper Jauch erlebte in Schweden eine seiner "genialsten Reisen" und entdeckte dabei die Vielfalt der schwedischen Mountainbike-Szene.

Entschleunigung und Naturerlebnis

Was direkt nach der Grenzüberschreitung auffällt: Schweden bringt Entschleunigung. Kein Stress - weder auf der temporegulierten Autobahn noch auf dem Campingplatz noch im Bikepark. In Schweden wird nicht gehetzt und nicht gedrängelt.

Die dünne Besiedelung ermöglicht ein ganz anderes Naturerlebnis. Schweden ist ein einsames Land. Und das haben die Vier in vollen Zügen ausgekostet.

Das Jedermannsrecht

Jeder elfte Quadratmeter in Schweden ist ein Gewässer. Einen See zu finden, wo man einsam übernachten kann, ist also nicht allzu schwer. Dass man in die allermeisten schwedischen Seen hüpfen darf, hat man dem Jedermannsrecht - oder: allemansrätt - zu verdanken.

Was das besagt? Solange du nicht störst und nicht zerstörst, kannst du dich frei in der Natur bewegen. Baden, Beeren pflücken, Boot fahren sind genauso erlaubt wie Zelten und Feuer machen.

UND GANZ WICHTIG: Das Jedermannsrecht gilt nicht für das Campen mit motorisierten Fahrzeugen. Es gibt aber neben klassischen Campingplätzen auch zig legale Plätze - ställplatser - mitten in der Natur.

Mountainbike-Spots in Schweden

Nachdem Vallåsen im Südwesten schon „mit vielen Überraschungen mega abgeliefert hat“, beeindruckte auch das beschauliche Flottsbro, das direkt vor den Toren Stockholms an einem See liegt. Weiter ging es zum Bergscykel Park Järvsö, gute 300 Kilometer nördlich von Stockholm gelegen. Und wieder „geile Vibes am Sessellift und Lines die eine Menge Freude machen“.

Nochmals 300 Kilometer weiter im Nordwesten bildete Åre den Abschluss - der Bike- und Ski-Spot Schwedens schlechthin, den wahrscheinlich auch jeder von euch kennt. Der größte Bikepark auf der Reise mit den meisten Höhenmetern und drei Liften bietet alpines Terrain oben, Jumplines unten und viel mittendrin - aber erinnerte Jasper fast zu sehr an die heimischen Parks.

Biking South East

Über 200 Kilometer naturbelassene Wege in elf Mountainbike-Parks im östlichen Småland und auf der Insel Öland: Die MTB-Region Biking South East bietet allerfeinstes Bike-Vergnügen in großartiger Landschaft und nordisch entspannter Atmosphäre. Auf den Trails und Pumptracks erlebt ihr grandiosen Fahrspaß und könnt nach Herzenslust an eurer Fahrtechnik feilen.

Die wahre Freude, mit meinem Guide Oskar Lind auf prächtigen Single-Trails durch schier endlose schwedische Wälder zu gleiten. Tiefblauer Himmel, sattgrüne Kulisse, vor uns ein kurviger Trampelpfad auf weichem Waldboden. Die Szenerie zaubert ein strahlendes Lächeln auf mein Gesicht.

Unser gemeinsamer Test der Mountainbike-Spots startet auf den traumhaft flowigen Single-Trails von Svartbäcksmåla. Lichter Mischwald mit großflächigen grünen Matten von Heidelbeeren und Preiselbeeren. Sechs sehr gut ausgeschilderte Strecken, 12 km sehr leichte, 6 km leichte und 10 km anspruchsvolle Trails.

Charakter der MTB-Spots in Südost-Schweden

Der Charakter der MTB-Spots in Südost-Schweden: naturbelassene Single-Trails auf vier Levels von sehr leicht bis schwer und Technik-Parcours, beides in Freizeitanlagen mit vielfältigen Outdoor-Angeboten integriert. Die Strecken werden von lokalen Sportvereinen, Gemeinden, Landbesitzern, Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen gebaut und gepflegt, motiviert durch ein gemeinsames Interesse am Trail-Biken in der Region.

In jedem Mountainbike-Gebiet der Region Biking South East findet ihr einen Pumptrack und am Startpunkt der Trails einen Wasserschlauch für die Bikewäsche, Trinkwasser und Toiletten. Natürlich auch ein Hinweisschild mit einem Streckenplan, Infos über die Schwierigkeitsgrade der Trails und Tipps zum Mountainbiken in der Natur.

In den Bike-Spots gibt’s eine unterschiedliche Fülle an Freizeitangeboten: Wanderwege, Badeseen, Umkleidekabine, Dusche, Wohnmobil-Stellplatz oder Campingmöglichkeit, Grillplätze mit Brennholz, das die Gemeinde zur Verfügung stellt.

Gelände und Strecken

Hügeliges Gelände, naturbelassene Pisten und geringe Höhenunterschiede: großartige Voraussetzungen für Trail-Biken. Mal sehr glatt und eben, mal kurvig über Stock und Stein. Viele Bergauf-Höhenmeter am Stück werdet ihr bei Biking South East nicht erleben, eher einen steten Wechsel von Uphill und Downhill.

Die Trailbauer benutzen so weit wie möglich alte Trampelpfade. Der Untergrund der Strecken bietet euch die volle Vielfalt: Schotterwege auf sehr leichten Passagen, erdig weicher, aber griffiger Waldboden, holprige Passagen, mehr oder weniger ruppige Pfade mit Steinen, Wurzeln und Stufen, riesige glatte Felsformationen.

Die Highlights: An einigen Stellen wird die Landschaft von länglichen Höhenrücken durchzogen, mehrere 100 oder mehrere 1000 Meter lang, 10 bis 40 Meter hoch, in der Eiszeit entstanden. Das flowige Surfen auf den Kammlinien bringt Fahrgenuss pur. Alle Trails in der gesamten Bikeregion sind bestens ausgeschildert.

Schwierigkeitsgrade der Trails

  • Sehr leicht: Einfach zu fahrende Strecke, die auf Schotterstraßen, breiten Pfaden oder Single-Trails ohne Steine und ohne Wurzeln verläuft.
  • Leicht: Überwiegend leicht zu fahrender Trail, etwas steiler und mit kniffligen Abschnitten in Kurvenkombinationen und über Kuppen.
  • Mittel: Wie ein blauer Trail, aber mit technisch anspruchsvolleren Elementen, also steilere Hänge, engere Kurven, mehr Steine, mehr Wurzeln.
  • Schwer: Sehr herausfordernder Trail mit vielen technischen Teilen, Sprüngen, steilen Hängen, Wurzeln und Felsen.

Kulinarische Tipps

Biker-Menüs à la Schweden: Fisch in allen Varianten oder Kroppkakor, Knödel aus Kartoffelteig mit Fleisch, Zwiebeln oder anderen Füllungen. Biking South East empfiehlt, eine Fika mitzunehmen oder eure Bike-Pause in einem nahegelegenen Café, Bistro oder Restaurant zu verbringen. Bitte informiert euch rechtzeitig über die aktuellen Öffnungszeiten!

Weitere Informationen zu Biking South East

Wollt ihr auf einer Mountainbike-Tour außerhalb der markierten Trails die schwedische Wildnis entdecken? Das geht, denn das „Jedermannsrecht“ ermöglicht euch in Schweden freien Zugang zur Natur.

Die große Freiheit, quasi alles ist erlaubt: Biken, Baden, Bootfahren, Zelten. In den schwedischen Wäldern wachsen Pilze, Heidelbeeren, Preiselbeeren und vieles mehr.

Aufgrund des Jedermannsrechts werden gelegentlich auch Wanderer auf den ausgeschilderten Bike-Wegen unterwegs sein. Geeignete Mountainbikes könnt ihr bei einer Reihe von Bike-Stationen ausleihen. Bike-Shops für Reparaturen und Ersatzteile gibt’s ebenfalls vor Ort.

Der Bohusleden-Trail

Der Bohusleden ist ein 360 Kilometer langer Wanderweg von Göteborg nach Strömstad, nahe der norwegischen Grenze. Ein Pfad, der durch den südwestlichen schwedischen Wald führt. Einsam und unberechenbar sei der Weg. Obwohl keine nennenswerten Berge in Sicht seien, "... ist die Route nicht flach und schon gar nicht einfach", stand da verheißungsvoll.

Die Vorstellung, dass wir unterwegs 112 Seen passieren würden, überzeugte auch meine Kumpels. So könnten wir uns jederzeit abkühlen, wenn es zu heiß werden würde.

Insgesamt ist der Bohusleden in 27 Etappen unterteilt. Die ersten sind relativ einfach zu fahren. Sie ziehen sich noch durch die städtische Peripherie. Doch es dauert gar nicht lang, bis erste Überraschungen auftauchen: moosbewachsene Steine, einzelne Felsen, tückische Wurzeln, und nasse Stege wollen überquert werden.

Informationen zum Bohusleden-Trail

Die Route führt in 27 Etappen bestens markiert von Göteborg gen Norden nach Strömstad nahe der norwegischen Grenze. Die Etappen sind für Wanderer bemessen. Mit dem Bike kann man die insgesamt 360 Kilometer in zehn Tagen schaffen - wenn das Wetter mitspielt. Vom Ziel in Strömstad geht es mit dem Zug zurück zum Ausgangspunkt. Kosten: 180 SEK (160 Euro) und 30 SEK (27 Euro) fürs Bike.

Als beste Touren-Zeit gelten die Monate Juni bis Mitte August. Entlang der Route warten einfache Hütten, die zum Teil mit Kochstellen ausgestattet sind. Zur Not kann man auch jederzeit in die Zivilisation zurückkehren. Die Route verläuft parallel zu einer Bahnstrecke und der E6-Bundesstraße.

Es wird empfohlen mit Flatpedals zu fahren. Click-Pedale haben sich in den Laufpassagen durch modriges Gelände als sehr unpraktisch erwiesen. Ersatzschuhe für den Fall, dass es regnet! Ebenfalls eine gute Idee war die Wahl eines Fullys, da einige Passagen doch sehr technisch sind. Der perfekte Gepäckträger dazu: Thule Pack’n’Pedal Tour Rack mit den speziell passenden Gepäcktaschen dazu.

Weitere Informationen zum Bohusleden-Trail

Detaillierte Informationen über die Bohusleden-Route mit Etappenbeschreibungen und Kartenausschnitten gibt’s unter www.bohusleden.se. Achtung: Die Kartenausschnitte sind auf die Route fokussiert. Im Notfall fehlt hier für Alternativ-Routen der Überblick. Daher besser zusätzlich eine topografische Karte für die Regionen mitnehmen. Brauchbare Informationen findet man auch in diesem Blog: cesarandthewoods.blogspot.se ("my complete guide to Bohusleden", auf Englisch).

Mountainbiken in Nordskandinavien

Mit einer Bevölkerungsdichte von lediglich zwei Einwohnern pro Quadratkilometer, darf man den Norden Schwedens, Fennoskandinaviens oder die Inselgruppe der Lofoten getrost als dünn besiedeltes Gebiet bezeichnen.

Ausgehend von der Abisko Mountain Lodge erkunden wir die Trails Lapplands und arbeiten uns Stück für Stück zur Grenze nach Norwegen vor. Während die Strecken in Schweden über weite Plateaus führen, wird es in Norwegen zunehmend technischer. Als Zwischenwelt, wenn wir zu den Lofoten nach Norwegen weiterziehen, erwartet dich ein über 20 km langer Granit-Berg.

Lofoten

Der Transfer nach Svolvær auf den Lofoten dauert etwa sechs Stunden. Die Landschaft ändert sich mit jeder Kurve. Vom Fjell, dem sogenannten Hochplateaus in Schweden, tauchen wir in die zerklüftete Landschaft der Inselgruppe ein. Mit jedem Kilometer windet sich die Straße um einen Fjord oder See, vorbei an Küstenabschnitten, kleinen urigen Dörfern und steil in das Meer abfallenden Bergen.

Auf den Lofoten sind die Wege technischer und alpiner. Es wird aber nicht nur geradelt: Wir übernachten in nordischen Unterkünften teilwise direkt am Meer, und jeden Abend begeben wir die Köstlichkeiten der norwegischen- und schwedischen Küche in unterschiedlichen Restaurants bei der das Meer mit seiner Fischvielfalt im Mittelpunkt steht.

Beispielhafter Tourenplan:

Tag Aktivität
1 Anreise zum Flughafen Harstad/Evenes (EVE) und Transfer zur Abisko Mountain Lodge in Schweden.
2 Tour zum Trollsee, dem tiefsten See Schwedens.
3 Besteigung des Berges Låktatjåkka mit Besuch der höchstgelegenen Berghütte Schwedens.
4 Fahrt entlang des Rallarvegens nach Norwegen zum Rombaksfjord.
5 Mountainbiken auf Granitfelsen in Norwegen und Weiterfahrt zu den Svinoya Rorbuer in Svolvær.
6 Freie Zeit zum Chillen, Fischen oder Hiken in der Umgebung von Svolvaer.
7 Trailbiken auf Vestvågøy und Gimsøy.
9 Rückreise zum Flughafen von Harstad/Evenes.

Weitere Mountainbike-Regionen in Schweden

Neben den bereits erwähnten Regionen gibt es in Schweden noch viele weitere interessante Gebiete zum Mountainbiken. Dazu gehören:

  • Westschweden: Bietet eine Mischung aus Küstenebenen, dichten Wäldern und felsigen Klippen.
  • Rundtour Trollhättan nach Vänersborg: Startet am Parkplatz in Gökhemsskogen und verläuft meistens auf Waldwegen mit einigen kürzeren Pfaden.

Schweden ist ein vielfältiges und aufregendes Ziel für Mountainbiker. Egal, ob du flowige Trails, technische Abfahrten oder unberührte Natur suchst, hier wirst du fündig. Pack dein Bike und entdecke die schwedische Mountainbike-Szene!

Fika: Eine Institution in Schweden, bedeutet nicht einfach „Kaffee trinken“, sondern Pause machen, gemeinsame Zeit mit Freunden genießen oder sich unkompliziert im Arbeitsleben austauschen. Hört sich gut an, fühlt sich gut an.

Geografische Lage und Eigenschaften: An der Westküste Schwedens gelegen, bietet Westschweden eine einzigartige Mischung aus Küstenebenen, dichten Wäldern, felsigen Klippen und ruhigen Seen. Die abwechslungsreiche Topografie der Region bietet Mountainbikern endlose Möglichkeiten, verschiedene Geländetypen zu erkunden - von flowigen Singletracks bis hin zu technischen Abfahrten.

Touristische Attraktionen: Neben den außergewöhnlichen Mountainbikestrecken bietet Westschweden auch eine Reihe von Touristenattraktionen, die es wert sind, während Ihres Besuchs erkundet zu werden. Nehmen Sie sich eine Auszeit vom Radfahren, um charmante Küstenstädte wie Göteborg oder Marstrand zu erkunden, frische Meeresfrüchte in lokalen Restaurants zu genießen oder an einem der ruhigen Strände der Region zu entspannen.

Beste Jahreszeiten: Die beste Zeit zum Mountainbiken in Westschweden sind die Frühlings- und Sommermonate, wenn das Wetter mild ist und zu Aktivitäten im Freien einlädt.

Wir kennen Nordskandinavien sehr gut, viele Jahre bereisen wir nun schon das Königreich mit Ski. Einsamkeit und atemberaubende Landschaften findet man in dieser Region zu Genüge.

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