Laufräder gelten als das beste Tuning fürs MTB, aber stimmt das wirklich? Dieser Artikel bietet einen umfassenden Test von MTB-Laufrädern mit Schnellspannern in der Größe 27,5 Zoll. Dabei werden verschiedene Modelle hinsichtlich Gewicht, Steifigkeit, Schlagresistenz und Preis-Leistungs-Verhältnis verglichen.
Warum Laufräder das ideale Tuning sind
Hochwertige Laufräder bringen nur positive Effekte. Sie sparen Gewicht und damit Massenträgheit, was das Bike leichter, agiler im Handling und spurtfreudiger macht. Gleichzeitig gehen sie in Sachen Steifigkeit und Langlebigkeit keinerlei Kompromisse ein. So zumindest das Versprechen.
Testkriterien und Ergebnisse
Im Test wurden sowohl Carbon- als auch Aluminium-Laufräder berücksichtigt. Die Radsätze wiesen Gewichte zwischen 1400 und 1950 Gramm auf, wobei sich das Alu-Modell von Newmen mit 1597 Gramm zwischen die Carbon-Räder mischte, die das Gewichts-Ranking naturgemäß anführen.
Carbon-Laufräder
Carbon ist der Stoff, um Laufräder so leicht wie möglich zu machen. Aber nur durch reichlichen Fasereinsatz werden diese auch so robust, dass die Performance über jeden Zweifel erhaben ist. Und dann ist der Gewichtsvorteil zu den besten Alu-Rädern dahin. Bei Carbon schwingt deshalb immer die Frage mit, ob der Hersteller garantieren kann, die für Carbon typischen Fertigungsschwankungen im Griff zu haben.
Im Crashtest zeigte die Carbon-Felge von Syntace (1600 Gramm) extreme Nehmerqualitäten und blieb auch unter harter Überlast intakt, die Alu-Felgen einknicken ließ wie eine leere Dose Bier. Alle anderen Carbon-Felgen versagten viel früher, spätestens bei der Schlagstufe 5; zeigten teilweise aber auch schon vorher kleine Schäden, die nicht immer leicht zu entdecken sind, aber eine Keimzelle für den Totalausfall sein können.
Aluminium-Laufräder
Alu ist diesbezüglich ehrlicher. Das Material ist homogen, und ein dicker Schlag zieht immer eine Beule nach sich. Kleinere Beulen kann man auch wieder rausbiegen, aber wenn die Flanke bricht, wie bei Sun Ringlé, ist die Tour zu Ende. Die Größe der Beulen variiert stark. Newcomer Newmen ragt in dieser Disziplin bei Alu-Rädern heraus und holt sich auch ein "Super" als Endurteil. Die Beulresistenz ist sehr viel besser als bei allen anderen Felgen, dank einer leicht ausgestellten Flanke, abgeschaut vom Motocross-Bereich.
Die Vernunft sagt daher: Alu in seiner besten Form bleibt erste Wahl. Im Duell der Besten - Syntace und Newmen - herrscht so fast ein Patt zwischen Carbon- und Alu-Rad. Letzteres kostet aber weniger als die Hälfte und ist damit der Preis-Leistungs-Tipp im Test.
Detaillierte Testergebnisse
Die folgenden Abschnitte bieten detaillierte Informationen zu einzelnen Laufradsätzen, die im Test berücksichtigt wurden.
Veltec ETR Extradrei
Veltecs Satz ist perfekt aufgebaut und zeigt das geringste Gesamtgewicht im Alu-Testfeld. Auch der Wert bei der Trägheitsmessung ist im Vergleich Spitze. Die Seitensteifigkeiten sind ebenfalls bar jeder Kritik, nur die (weniger wichtige) Torsionssteifigkeit ist nicht top. Preiswert, auch in alten Standards erhältlich!
Newmen Evolution SL A.30
Leicht und flott! Die Newmen-Alu-Räder sind nur minimal schwerer als die von Testsieger Veltec, lassen sich aber genauso prima (für einen Alu-Satz) beschleunigen. Der Aufbau ist gelungen mit minimalem Seiten-, aber quasi null Höhenschlag. Keine besonders hohen, aber unter dem Strich gute bis sehr gute Steifigkeiten.
Race Face Aeffect R
Auf der Habenseite der Alu-Laufräder aus Kanada steht ein grundsolider Laufradaufbau samt sehr guter Steifigkeitswerte. Trotz des stattlichen Gewichts von fast zwei Kilo für den Satz macht die Felge Tempo: In Sachen Beschleunigung gehört das Race-Face-Rad zu den besten im Alu-Testfeld. Auch daher ein Kauftipp!
DT Swiss XM 1700 Spline
Die beliebten Mittelklasse-Laufräder der Schweizer sind - für Alu-Felgen - leicht und prima zu beschleunigen. Das Vorderrad überragt bei der Seitensteifigkeit die Konkurrenz, generell liegen die Steifigkeiten auf sehr gutem Niveau. Grundsätzlich DT-typisch seriös aufgebaut, aber mit etwas zu viel Höhenschlag vorne.
Acros Enduro-Carbon-LRS 29"
Acros liefert mit dem Enduro-Laufradsatz ein mit 1550 g superleichtes und klasse aufgebautes Paar Carbon-Rundlinge. Die Steifigkeiten liegen ebenso in allen Bereichen auf sehr gutem Niveau. Toll für Nachrüster: Der auch preislich äußerst attraktive Satz aus Baden-Württemberg ist auch für Non-Boost erhältlich.
Weitere getestete Laufräder
- Mavic Crossmax XL S 29
- Shimano Deore XT WH-M8120
- Spank 350 Vibrocore
- Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy
- Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon
- DT Swiss XMC 1501 Spline One
- Race Face Next R31
Detailinformationen zu Veltec ETR-ExtraDrei 27,5"
Der Veltec ETR-ExtraDrei 27,5" Laufradsatz wurde ebenfalls im Test berücksichtigt. Hier sind die Details:
- Preis / Infos: 699 Euro www.veltec.de
- Beschreibung: Alu-Felge, 32 dreifach gekreuzte Rundspeichen (2,0-1,6 mm), Sperrklinkenfreilauf, inkl. Felgenband
- Erhältliche Durchmesser: 26", 27,5", 29"
- Erhältliche Bremsaufnahme: 6-Loch
- Erhältliche Vorderachsstandards: QR¹, 15 mm
- Erhältliche Hinterachsstandards: QR¹,12 x 142 mm
- Max. Reifenbreite: 2,1-2,5 Zoll
- Max. Fahrergewicht/Disc-Größe: 110 kg/203 mm
Messwerte
- Felgenweite (innen): 23 mm
- Gewicht² VR: 762 g/HR 882 g/ges. 1644 g
- Steifigkeit VR: 62 N/mm / HR 56 N/mm
- Trägheit VR: 436 kg x cm²/HR 438 kg x cm²
Bewertung
Mit nur 1644 Gramm schickt Laufradspezialist Veltec den leichtesten Laufradsatz mit 23er-Felge in den Test. In unseren Bewertungskriterien schlägt er sich solide, ohne Ausreißer nach oben oder unten.
Fazit
BIKE-Urteil³ SEHR GUT (374)
¹QR steht für Quickrelease = normaler Schnellspanner. ²Gewicht ohne Schnellspanner und inklusive Felgenband. ³Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig.
Weitere Laufrad-Optionen
Neben den genannten Modellen gibt es auch andere interessante Optionen auf dem Markt:
- DT Swiss FR 1500 Laufradsatz
- Santa Cruz Reserve 30 Laufradsatz
- Progress XCD-CB Plus Nitro
- DT Swiss XM 1501 Spline ONE 27.5
Santa Cruz Reserve 30: Ein Erfahrungsbericht
Der Reserve 30 Laufradsatz beschleunigt schnell und kommt auch mit harten Bedingungen gut zurecht. Auf dem Santa Cruz Reserve 30 geht es wie auf Schienen um die Kurven. Durch die Innenweite von 30 mm werden die Reifen schön breit abgestützt.
Besonderheiten
- Verstärkte Nippel
- Lebenslange Garantie auf die Felgen für den Erstkäufer
Technische Daten
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Laufradsatz Gewicht (27,5") | 1731 g |
| Felgen Innenweite | 30 mm |
| Felgen Außenweite | 36.4 mm |
| Material Felgen | Carbon |
| Naben | IndustryNine Torch |
| Achsstandard | Boost |
| Material Naben | Aluminium |
Vor- und Nachteile
- Vorteile: Hochwertige Naben, hochwertige Carbonfelge mit Verstärkungen, verschiedene Felgenbreiten erhältlich, lebenslange Garantie
- Nachteile: Nicht viel leichter als ein vergleichbares AL-Laufrad, wird leider nur mit Boost Standard angeboten
DT Swiss FR 1500: Für den harten Einsatz
Der DT Swiss FR 1500 Laufradsatz verspricht, im harten Gravity-MTB Einsatz zu performen. Die Verarbeitung ist super, die Speichenspannung sehr gleichmäßig, da stimmt einfach alles. Die Lager machen einen super Job und laufen noch immer absolut geschmeidig und anstandslos.
Technische Details
- Felgenhorn mit mehr Material für Resistenz gegen Verbiegen
- Maulweite von 30mm
- Unterschiedliche Speichenzahlen für Vorder- und Hinterrad (28 vorne, 32 hinten)
Pro und Kontra
- Pro: DT Swiss typisch hervorragende Qualität, sehr steife und robuste Felgen, Lieferumfang sehr benutzerorientiert
- Kontra: Keine Version mit Center Lock Bremsscheibenaufnahme, für moderate Fahrweise evtl. „too much“
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