MTB Spike Reifen Test: Mehr Sicherheit für Biker im Winter

Die Zeiten, als Fahrräder nur dafür genutzt wurden, um mal bei schönem Wetter in den Biergarten zu radeln, sind längst vorbei. Inzwischen sind Fahrräder mit und ohne Motor echte Alltagsgeräte, die von vielen Bikern und Bikerinnen z.B. komfortabel unterwegs sein. Spezielle Winterreifen für Fahrräder versprechen den Bikern mehr Sicherheit bei Eis und Schnee. Doch lohnt sich der Wechsel?

Die Herausforderungen des Winters

Der Winter stellt mit lockerem und festgefahrenem Schnee, Schneematsch, Eis und Reifglätte die größten Herausforderungen an die Ganzjahresfahrenden. Denn die generellen Stabilitätsgrenzen des einspurigen Fahrrads machen auf allen Untergründen ein Minimum an Grip erforderlich. Spezielle Winterreifen für Bikes - ohne oder mit für Fahrräder erlaubten Spikes - versprechen, die Grenze für diesen minimalen Grip zumindest geringfügig zu verschieben.

Testbedingungen und Ergebnisse

Im Test mit dabei war auch ein modulares Reifenmodell, das erlaubte, über den Standardmantel mit Sommereignung einen zweiten Winterreifenmantel mit Spikes aufzuziehen. Dieser zusätzliche "Überzug" wird seitlich mit umlaufenden Reißverschlüssen in der Nähe der Felgenhörner fixiert. Dies macht sich vorrangig bemerkbar auf lockeren und festgefahrenen Schneefahrbahnen sowie auf Schneematsch.

Auf fest gefahrenem Schnee verkürzen sich bei Reifendrücken von 2 bar die Bremswege der Winterreifen im Verhältnis zu denen der Sommerreifen im Mittel um 16 Prozent. Auf glattem und ebenem Eis ist der Gewinn durch Winterreifen ohne Spikes im Vergleich zu Sommerreifen deutlich geringer.

Der Grip-Trick mit Sommerreifen

Wer keine speziellen Winterreifen aufgezogen hat, kann bei Schnee oder Eis die Gripverhältnisse an den Aufstandsflächen der Standard-Reifen durch die Absenkung des Reifendrucks auf 2 bis 3 bar (abhängig von dem Fahrzeuggesamtgewicht) verbessern - auch wenn dadurch der Rollwiderstand steigt.

Diese helfen, in dieser heiklen Situation den Bremsweg auf weniger als die Hälfte zu reduzieren. Auch bauen die Spikes durch den teilweisen Formschluss mit dem Eis höhere Seitenkräfte auf, wodurch eine - wenn auch stark begrenzte - Schräglage für die Kurvenfahrt möglich ist. Auch auf Schnee sind die Spike-Reifen den Kollegen ohne Spike-Besatz zumindest leicht überlegen: Ihre Bremswege fallen im Mittel ca. 10 Prozent kürzer aus.

Empfehlungen und Einschränkungen

Wer überwiegend oder mehrheitlich auf lockerem oder festgefahrenem Schnee und kleinen Eisflächen oder einer Mischung aus diesen Elementen unterwegs ist, wird mit Spike-Winterreifen am besten zurechtkommen. Auf lockerem oder festgefahrenem Schnee sowie Schneematsch bieten Winterreifen im Vergleich zu reinen Sommerreifen deutliche Vorteile bei Grip und Traktion. Dies wird vorrangig beim Bremsen deutlich.

Auf festen Untergründen ohne winterliche Beläge unterscheiden sich die Sommer- und Winterreifen nur wenig. Der Einsatz der Vorderradbremse sollte auf winterlichen Straßenbelägen grundsätzlich mit Bedacht erfolgen. Dies gilt im Besonderen, wenn keine Spikes im Spiel sind.

Fahrten auf großflächig blankem Eis (z.B. Blitzeis, Regen auf durchgefrorenem festen Belag) sollten mit allen Bereifungsarten im öffentlichen Straßenverkehr vermieden werden. Fast alle Fahrmanöver bergen das Risiko von Stürzen mit unkalkulierbaren Folgen.

Produktnews und Testberichte

Hier eine Übersicht von getesteten Reifenmodellen:

  • Slipnot Bicycle Traction System: Ähnlich einer Schneekette beim Auto, wird das Bicycle Traction System über den Reifen gelegt und über zwei Gewinde geschlossen. Quer über den Reifen laufende Kettenglieder sorgen im Schnee für guten Vortrieb. Auf eisigen Pisten gleicht die Fahrt dann aber eher einer Rutschpartie. Die Slipnot-Ketten sind Spezialisten für spezielle Bedingungen. Der Allround-Winter-Radler greift dann doch besser zum Spike-Reifen.
  • Kenda Klondike Wide: Obwohl nur 2.1 Zoll draufsteht, fällt der Klondike Wide um einiges breiter aus. Die gute Kontrolle in Kurven und die satte Traktion sorgen auf Eis für ordentlich Geschwindigkeit. Und das, obwohl die Spikes in den Mittelstollen fehlen. Dadurch rollt der Reifen wiederum auf Asphalt einen Hauch ruhiger als die "vollbespikte" Konkurrenz und macht auch im Gelände eine ordentliche Figur. Mit 55 Euro fällt der Preis des guten Winter-Allrounders recht günstig aus.
  • Schwalbe Ice Spiker: Der Ice Spiker ist der bewährte Klassiker. Er bietet Grip in allen Lebenslagen und lässt sich auch auf Eis flott um die Kurven zirkeln. Mit 361 angespitzten Spikes krallt sich der Reifen souverän ins Eis und sorgt für ein extrem sicheres Fahrgefühl. Durch die Einbettung der Spikes in leichte Aluminium-Grundkörper fällt das Gewicht mit nur 680 Gramm sehr gering aus. Auch die Gelände-Performance passt. Auf Asphalt wird es laut und schwergängig.

Was Sie über Spike-Reifen wissen müssen

Für wen sind Spike-Reifen sinnvoll?
Zum einen für Alltagsradler, die das ganze Jahr mit dem Fahrrad unterwegs sein wollen. Sie profitieren vom immensen Grip. Aber auch für Biker, die sich Sicherheit bei unerwartet vereisten Bedingungen wünschen.

Funktionieren Spike-Reifen auch im Schlamm?
Das Profil dieser Reifen ähnelt häufig dem eines Schlammreifens. Die Stollen sind relativ lang und offen angeordnet für genügend Grip auf nassem Untergrund und haben eine gute Selbstreinigung.

Kann ein spezieller Winterreifen mit weicher Gummiischung einen guten Spike-Reifen ersetzen?
Nein, da weiche Mischungen oft schon ab etwa fünf Grad plus deutlich verhärten. Das nennt man Verglasungstemperatur. Dadurch entstehen bei längeren Fahrten Bruchkanten in der Gummimischung, die gebrochenem Glas ähneln.

Wie hoch ist der Verschleiß von Spike-Reifen?
Spike-Reifen sollten auf jeden Fall gut und vorsichtig eingefahren werden. Dann sind die Spikes sehr gut verankert. Der Kern aus Wolfram-Karbid hat auch auf Asphalt praktisch keinen Verschleiß.

Was zeichnet einen guten Spike-Reifen aus?
Eine gewisse Mindestanzahl an Spikes und deren Anordnung, nicht zu weit außerhalb der Mitte. Außerdem eine genügend harte Gummimischung, damit sich die Spikes nicht ins Profil einarbeiten können.

Weitere Informationen und Tipps

Fahrradfahren kann man eigentlich bei jeder Witterung und auf jedem Untergrund - mit einer Ausnahme: Auf eisglatter Straße hat auch der versierteste Radfahrer keine Chance. Die Fahrbahnhaftung sinkt auf null, das Bike rutscht in Sekundenbruchteilen unterm Fahrer weg. Was also tun bei Blitzeis oder Dauerfrost? Es gibt nur zwei Möglichkeiten: aufs Radfahren verzichten oder vorsorgen und rechtzeitig Spike-Reifen montieren (lassen).

Optimal funktionieren solche Reifen, wenn man wie folgt vorgeht: Sind die Straßen eisfrei (bzw. schneefrei), fährt man mit hohem Luftdruck. So haben nur die Spikes dicht am Mittelstreifen Bodenkontakt; der Reifen rollt leichter und vor allem leiser.

Etwas Besonderes zu beachten gibt es bei Spike-Reifen nicht - sie passen (das richtige Maß vorausgesetzt) auf konventionelle Felgen und werden je nach Ausführung mit Schlauch oder tubeless gefahren. Auf trockenem Asphalt sind außer dem Abrollgeräusch keine Unterschiede zu normalen Reifen zu erwarten; die Spikes machen die Reifen bei schneefreien Böden nicht rutschiger.

Winterreifenpflicht für Fahrräder?

Bleibt die Frage, ob es sich wirklich lohnt, im Winter auf Nagelreifen umzusteigen. Wer Auto fährt, hat keine große Wahl: Bei winterlichen Straßenverhältnissen, also Glatteis, Schneeglätte oder Schneematsch, müssen Winterreifen aufgezogen werden. Für Fahrradfahrer gibt es eine solche situative Pflicht nicht. Das ist im Straßenbild auch gut zu sehen: Jedes Jahr nach dem Wintereinbruch schlittern Radler durch die Gegend. Das kann mitunter ziemlich gefährlich sein, die Verletzungsgefahr ist groß.

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wie unterscheiden sich Sommer- und Winterreifen für Fahrräder?

Die Winterreifen für Bikes orientieren sich an Autoreifen. Die Gummimischung ist weicher, das Profil besteht aus Lamellen. Das verbessert die Haftung und die Auflagefläche auf der Straße und sorgt im Vergleich zu einem Sommerreifen für ein besseres Fahrverhalten. "Sie funktionieren bei Schnee, egal ob festgefahren oder locker, sehr gut", erklärt René Filipek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). "Auch auf vereisten Oberflächen sind sie besser als normale Fahrradreifen."

Wann kommen Spikes zum Einsatz?

Auf Eis kommen Winterreifen aber an ihre Grenzen. Hier sind Spikes ideal. Im Mantel des Reifens sind Metallstifte in Zweier- oder Viererreihen versenkt, die bis zu 1,5 Millimeter aus dem Reifen hervorragen. "Auf vereistem Untergrund kann man so immer noch sicher bremsen und lenken", erklärt Filipek vom ADFC. Laut einem Test des ADAC verringert sich der Bremsweg sogar um die Hälfte im Vergleich zu herkömmlichen Winterreifen. Für den Dauereinsatz in der kalten Jahreszeit sind die Reifen mit Spikes allerdings in den meisten Regionen nichts. Abseits von Schnee und Eis ist der Fahrkomfort alles andere als angenehm. Der Rollwiderstand ist hoch, das Treten fällt schwerer als mit einem herkömmlichen Reifen und die Spikes sind auf dem Asphalt laut.

Ist eine Kombination aus Spikes und Winterreifen die Lösung?

Um diesen Nachteil zumindest ein wenig abzumildern, ergänzen einige Radfahrer einen Winterreifen um einen Pneu mit Metalldornen. Das bringt mehr Grip bei widriger Witterung, aber trotzdem Komfort. "Das ist aber nur eine Lösung, wenn man fahrtechnisch sehr versiert ist", sagt Filipek. Wer sich für diese Lösung entscheidet, sollte den Spike-Reifen auf jeden Fall vorne aufziehen. Alles andere ist zu gefährlich. "Wenn das Vorderrad auf Schnee oder Eis ausbricht, hat man keine Chance. Dann stürzt man, mitunter auch schwer. Das Hinterrad kann ein geübter Fahrer noch abfangen." Durchschnittsradler sollten besser beide Reifen wechseln.

Sind Allwetterreifen eine Alternative?

Alternativ zu Winter- und Spike-Bereifung bieten einige Hersteller Gummimischungen an, mit denen das ganze Jahr gefahren werden kann. Diese Allwetterreifen liegen irgendwo zwischen Sommer- und Winterreifen. Der Vorteil: Der lästige Reifenwechsel entfällt. "Allwetterreifen sind bei winterlichen Bedingungen nicht ganz so gut wie ein Winterreifen, aber besser als ein Sommerreifen", so René Filipek vom ADFC. Bei wärmeren Temperaturen ist dafür der Verschleiß höher. Der Allwetterreifen eignet sich für Regionen, in denen es eher selten schneit. "Bei wirklich winterlichen Bedingungen ist es besser, einen Winterreifen zu fahren", rät Filipek. "Wenn ich in Norddeutschland wohne, wo es dreimal im Jahr schneit, kann man auch einen Allwetterreifen fahren und ist dann besonders vorsichtig. Damit ist man immer noch besser unterwegs als mit einem normalen Fahrradreifen."

Benötigen Bikes mit Offroad-Bereifung überhaupt Winterreifen?

Es stellt sich auch die Frage, ob eigentlich jedes Fahrrad Winterreifen braucht - vor allem bei Mountainbikes. Denn diese haben bereits sehr breite Pneus mit grobem Profil und geben mehr Halt bei Schnee. Das ist zumindest besser als die schmale und glatte Bereifung eines City-Bikes. Ein wirklicher Ersatz für eine passende Winterbereifung in Gegenden, wo es häufiger schneit, sind sie aber nicht. Wer sich trotzdem dafür entscheidet: Luftdruck verringern, um eine noch breitere Auflagefläche zu schaffen und den Grip zu erhöhen.

Wie gut sind Kombi-Lösungen?

Viele Radler hält vor allem die lästige Montage davon ab, Winterreifen aufzuziehen. Für all jene haben einige Hersteller eine einfache Lösung entwickelt: Der Spike-Reifen wird einfach wie ein Mantel über den Sommerreifen gezogen und mit einem Reißverschluss befestigt. Das Ergebnis ist erstaunlich gut. 2021 testete der ADAC Winterreifen mit und ohne Spikes, darunter auch die Kombi-Lösung des Herstellers Retyre, der die Gesamtwertung gewann. Der Sommerreifen lässt sich durch vier sogenannte Skins ergänzen - zwei Spike-Profile und zwei Gravel-Bereifungen. Der Nachteil ist der Preis. Basisreifen inklusive einer Skin kosten zwischen 49 und 89 Euro. Allerdings bekommt man dafür nicht einen, sondern eigentlich zwei Reifen und die Möglichkeit, spontan auf die Wetterlage zu reagieren. Wie langlebig diese Lösung ist, testete der ADAC allerdings nicht.

Brauchen E-Bikes spezielle Reifen?

Die Antwort ist einfach: nein. Die meisten Winterreifen für normale Fahrräder sind auch für Pedelecs geeignet. René Filipek vom ADFC rät aber, darauf zu achten, dass die Räder noch unter die Schutzbleche passen. Da Winterreifen, insbesondere mit Spikes oder gar als Kombi-Lösung mit zweitem Mantel, breiter und höher sind als die Sommerbereifung, kann es hier schnell eng werden. Dann nützt dem Radler auch der beste Winterreifen nichts.

Wie sollte man im Winter fahren?

Es versteht sich von selbst, dass in dieser Jahreszeit besondere Vorsicht geboten ist. Auf einer glatten Fahrbahn verlängert sich der Bremsweg deutlich. Nicht nur Schneematsch und Eis, auch Laub und Nässe können gefährlich werden. Das heißt: Langsamer fahren, immer bremsbereit sein und mit einem größeren Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern unterwegs sein. In Kurven sollte man möglichst nicht bremsen oder treten - sonst kann es sein, dass das Rad ins Schlingern gerät. Auf Glatteis ebenfalls nicht bremsen oder hektisch lenken, lieber Spur halten und ausrollen. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Bremsen intakt sind. Bei Felgenbremsen sind die Bremsbeläge mit Einkerbungen versehen; diese sollten noch gut erkennbar sein. Bei Scheibenbremsen gilt als Richtwert eine Dicke von etwa 1,5 Millimetern.

Was ist im Winter noch wichtig?

Vor allem die Beleuchtung. Nebel, Dunkelheit oder Schneefall beeinträchtigen in der dunklen Jahreszeit die Sicht. Die Beleuchtung am Rad sollte daher funktionieren - und frei von Schmutz sein. Idealerweise schaltet man die Lichter noch vor dem Einsetzen der Dämmerung ein. Wer zusätzliche Beleuchtung kaufen möchte, sollte aufpassen: So gibt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) klare Regeln vor für die Lichtanlage an Fahrrädern und E-Bikes. Blinkende Scheinwerfer oder Rücklichter sind zumindest am Rad selbst untersagt. Am Körper oder dem Rucksack hat der Gesetzgeber blinkende Leuchten hingegen erlaubt, erklärt der Herstellerverband ZIV. Die Nutzung eines Fernlichts bei Fahrrädern ist ebenfalls zulässig. Doch wie beim Auto darf auch auf dem Rad der Gegenverkehr mit dem Fernlicht nicht geblendet werden. Ist man bei Nebel unterwegs, sollte das Fernlicht besser deaktiviert bleiben - die feinen Wassertropfen reflektieren in der Regel das Licht der Scheinwerfer stärker und verschlechtern damit die Sicht.

Sind Spike-Reifen am Fahrrad erlaubt?

Spikes sind an Autoreifen in Deutschland größtenteils verboten. Denn sie beschädigen bei schneefreiem Wetter den Asphalt und haben dann auch einen schlechteren Grip, was schnell zu Gefahren beim Bremsen führen kann. Als Radfahrer fragt man sich jetzt im Winter: Gilt dieses Verbot auch für Fahrradreifen?

Was sind Spike-Reifen überhaupt?

Spike-Reifen, auch bekannt als Stollen- oder Winterreifen, sind eine speziell entwickelte Art von Fahrradreifen, die für optimale Leistung und Sicherheit unter winterlichen Bedingungen konzipiert sind. Dank der auf der Lauffläche eingearbeiteten Metallstifte krallen sich die Spezialpneus ins Eis, Schnee oder Schneematsch. Aber: Die Spikes sind nicht spitz, wie der Name suggeriert, sondern haben einen abgeflachten, runden Kopf.

Ja, Spikes am Fahrrad sind erlaubt

Tatsächlich gilt das Verbot der Stollenreifen für Autos nicht für Fahrräder und E-Bikes, wie der ADFC erklärt. Heißt, Spike-Reifen bei winterlichen Bedingungen sind kein Problem. Achtung aber bei S-Pedelecs (also E-Bikes mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit): Hier gelten Sonderregeln und Spikes sind NICHT erlaubt.

Auswahl von Spike-Reifen für das Fahrrad

  • Schwalbe Marathon Winter Plus: Bis zu 240 Spikes sollen das Rad sicher in der Spur halten, selbst auf eisglatten Straßen und in Kurvenlage. Dazu beitragen soll auch das spezielle Lamellenprofil sowie der Wintercompound. Prima: da es bei stärkeren Bremsvorgängen dazu kommen kann, dass schon mal ein Spike verloren geht, sind von Schwalbe Ersatz-Spikes samt Werkzeug erhältlich, die man damit unkompliziert erneuern kann.
  • Specialized Icebreaker Reflect: Specialized versieht seinen Icebreaker Reflect Winterreifen mit Wolframcarbid-/Stahlstollen, die einen hohen Grip auch bei widrigem Wetter bieten sollen. Dazu hat der Fahrradreifen ein recht offenes, schneeabweisendes Profil, um stets eine hohe Traktion zu gewährleisten. Prima: reflektierende Elemente an der Flanke sorgen für mehr Sichtbarkeit im Straßenverkehr.
  • Continental Contact 240: Volle Kontrolle bei Eis und Schnee soll der Continental Contact 240 bieten. Der stark profilierte Winterreifen besitzt dazu zwei Reihen an Spikes, die für sicheren Grip bei winterlichem Wetter sorgen sollen. Dies soll auch bei Bremsen auf Eis und in Kurven zu einem Vorteil führen. Ein seitlicher Reflexstreifen sorgt für ein besseres Gesehenwerden bei dunklen Lichtverhältnissen. Continental verwendet außerdem das SafetySystem Breaker-System, einen erhöhten Pannenschutz, der aus kevlarverstärktem, hochfestem Nylongewebe besteht.
  • Schwalbe Ice Spiker Pro: Mit dem Mountainbike im Schnee austoben macht richtig Spaß. Wer mit dem MTB sicheren Halt auf rutschigem Winter-Geläuf haben möchte, der sollte sich den Schwalbe Ice Spiker Pro einmal anschauen. Bis zu 402 Wolframcarbid-Spikes, je nach Reifengröße, krallen sich förmlich in den pulvrigen Untergrund. Die Gummimischung ist speziell auf den Winter ausgelegt, zur Pannensicherheit trägt der bewährte Race Guard Pannenschutz bei.
  • Kenda Klondike Elite: Hartmetall-Spikes sollen für den benötigten Grip auf Schnee und Eis sorgen. Gut zu wissen: die Spikes sind in je zwei Reihen seitlich angebracht, die Lauffläche kommt dagegen ohne aus. Sobald es in leichte Kurvenlage geht, packen die Spikes jedoch zu. Das große Volumen des Reifens mit seinem Stollenprofil hat eine große Auflagefläche, die die Haftung des Reifens zusätzlich erhöhen soll.

Tipps für sicheres Radfahren im Winter

  • Reifendruck reduzieren: Die einfachste Maßnahme, das Rad fit für winterliche Straßen zu machen: den Reifen­druck des Stan­dard-Reifens auf ein Minimum zu reduzieren. Dadurch erhält der Reifen eine breitere Auflagefläche und wird spür­bar griffiger.
  • Ausrollen lassen: Auf blankem Eis ist es besser, aufs Lenken und Bremsen zu verzichten.
  • Kein Risiko eingehen: Wenn Sie sich auch bei guten Sicht- und Witterungs­verhält­nissen auf dem Fahr­rad nicht sicher fühlen, sollten Sie es bei Glätte und Schnee lieber stehen lassen.
  • Sattelhöhe anpassen: Stellen Sie den Sattel so ein, dass Sie die Füße problemlos auf den Boden stellen können.
  • Mit Bedacht bremsen: Während der Fahrt sollten Sie vor allem die Hinterradbremse verwenden. In glatten Kurven am besten gar nicht bremsen, da das Rad sonst wegrutschen könnte.
  • Eis meiden: Groß­flächig blankes Eis macht eine sichere und kontrollierte Fahrt nahezu unmöglich.
  • Abstand halten: Sie dürfen daher auf die Straße ausweichen.
  • Fahr­radbeleuchtung: Bei schlechten Sicht­verhält­nissen ist eine funk­tions­tüchtige Fahr­radbeleuchtung ganz­jährig ein Muss. Bedenken Sie zudem, dass am Rad neben einem Front- und Rück­licht auch etliche Reflektoren vorgeschrieben sind.
  • Akku: Denken Sie daran, dass Akku-Leuchten bei Kälte oft eine verkürzte Leucht­dauer haben.
  • Kleidung: Es lohnt sich daher, nicht nur das Rad, sondern auch sich selbst gut sicht­bar zu machen: durch reflektierende Elemente an Taschen, Jacken oder am Hosen­bein. Noch besser: Kleidung beziehungs­weise Warn­westen mit Reflektoren und grell leuchtenden Farben wie Neongelb oder Neon­orange.

Umgang mit E-Bikes im Winter

Viele Radler nutzen ihr Pedelec auch in der kalten Jahres­zeit. Bei Eis und Schnee mit Elektrounter­stüt­zung zu radeln, birgt indes eigene Risiken - für Sicherheit und Material. Je nach Modell können Elektromotoren zeit­verzögert reagieren. Bei Glätte kann das gefähr­lich werden. Deshalb mit einem E-Bike generell vorsichtig fahren und die Motor­unterstüt­zung behut­sam einsetzen - besser eine kleine Unterstüt­zungs­stufe wählen. Zusätzliches Risiko birgt auch das recht hohe Gewicht der Elektroräder. 25 Kilogramm und mehr sind keine Seltenheit. Damit ist die Gefahr größer, in der Kurve wegzurutschen. Außerdem verlängern sich Brems­wege.

Akkupflege im Winter

  • Drinnen aufbewahren: Die Akkus sind in einer frost­freien Umge­bung am besten aufgehoben.
  • Unterwegs warm halten: Hat der Akku bei Abfahrt Zimmertemperatur, machen ihm Fahrten bei Frost nichts aus - der Fahr­strom sorgt unterwegs für warme Zellen. Nur dürfen die Batterien bei einer Fahr­pause nicht auskühlen - deshalb diese auch bei Pausen mitnehmen. Etwas Kälte­schutz bieten Neoprenhüllen, die Sie über Akku und Rahmen ziehen können.
  • Nie kalt laden: Sind die E-Bike-Akkus kalt, können sie beim Laden Schaden nehmen.

Fahrradwartung im Winter

Am besten steht das Fahr­rad trocken, vor Regen und Schnee geschützt. Optimaler­weise sogar im Warmen - Schnee oder Eis kann so abschmelzen kann und friert nicht am Fahr­rad fest. Noch besser: Nach der winterlichen Ausfahrt das Rad mit warmem Wasser, etwas Hand­geschirr­spül­mittel und einem groben Schwamm reinigen und anschließend mit einem Lappen trocknen.

Bremsen

Funk­tions­tüchtige Bremsen sind ganz­jährig ein Muss. Im Winter kann dieses wichtige Bauteil aber ganz besonders leiden, insbesondere wenn das Fahr­rad viel im Freien steht.

  • Funk­tion prüfen: War das Rad im Freien geparkt, sollten Sie vor der nächsten Fahrt unbe­dingt die Bremsen testen.
  • Brems­beläge checken: Bei der Fahr­radwartung regel­mäßig kontrollieren, ob noch genügend Belag vorhanden ist. Denn Schnee­matsch und Schmutz können die Beläge regelrecht „herunter­schmirgeln“. Ist der Belag bei einer Felgenbremse abge­nutzt, funk­ioniert die Bremse nicht mehr und beschädigt mitunter auch die Felge.

Bewegliche Teile fetten

  • Kette: Die Fahr­radkette kann schnell Rost ansetzen. Deshalb nach der Fahrt mit einem alten Lappen Dreck und Feuchtig­keit von der Kette entfernen und ihr anschließend mit Kettenöl einen neuen Schutz­film verpassen.
  • Nabe: So ein Besuch in der Fahr­radwerk­statt ist manchmal nicht ganz billig. Da ist es gut, wenn man selber weiß, wie es geht.

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