Spike-Reifen Fahrrad 29 Zoll Test: Sicher durch den Winter

Fahrradfahren ist grundsätzlich bei jeder Witterung und auf jedem Untergrund möglich - mit einer Ausnahme: Auf eisglatter Straße hat auch der versierteste Radfahrer keine Chance. Die Fahrbahnhaftung sinkt auf null, das Bike rutscht in Sekundenbruchteilen unterm Fahrer weg.

Was also tun bei Blitzeis oder Dauerfrost? Es gibt nur zwei Möglichkeiten: aufs Radfahren verzichten oder vorsorgen und rechtzeitig Spike-Reifen montieren (lassen).

Was sind Spike-Reifen?

Was das ist, weiß jeder, auch wenn man sie nur noch selten sieht: Die mit Metallstiften ausgestatteten Winterreifen sind an Kraftfahrzeugen in Deutschland seit fast 50 Jahren verboten (Ausnahme: Einsatzfahrzeuge), da die Spikes, welche sich haftungsfördernd in die Eisschicht bohren, den Asphalt beschädigen. Ja, bei Fahrrädern sind Spikes am Reifen erlaubt, denn durch das geringe Gewicht des Fahrrads ist nicht von Fahrbahnschäden auszugehen.

Einsatzbereiche von Spike-Reifen

Fahrradreifen mit Spikes gibt es in unterschiedlichen Varianten und für unterschiedliche Einsatzzwecke. Zunächst einmal sind sie natürlich für Alltagsfahrer interessant, die auf Modelle wie den Schwalbe Marathon Winter Plus setzen sollten. Dieser Reifen ist mit 240 Spikes aus dem Hartmetall Wolframcarbid versehen, denen der Hersteller mehrere Tausend Kilometer Laufleistung attestiert, bevor sie abgerieben sind. Defekte Spikes können ausgetauscht werden; im Neuzustand muss der Reifen eingefahren werden, damit die Metallnägel fest im Reifen haften.

Verschiedene Modelle im Überblick

  • Schwalbe Marathon Winter Plus: Ideal für Alltagsfahrer, 240 Spikes aus Wolframcarbid.
  • Schwalbe Winter: Günstigeres Modell mit 120 Spikes.
  • 45NRTH Kahva: Für extreme Eiseskälte, 252 Spikes, erhältlich ab 2.1 Zoll Breite.
  • Schwalbe Ice Spiker Pro: Breiter MTB-Reifen für 27,5 und 29 Zoll Laufradgröße, bis zu 402 Spikes.
  • Vee Tire Snowball: Fatbike-Reifen, 4 Zoll breit, 148 Stahlnägel müssen nachgekauft werden.

Spezielle Winterreifen für Fahrräder versprechen den Bikern mehr Sicherheit bei Eis und Schnee. Doch lohnt sich der Wechsel?

Die Zeiten, als Fahrräder nur dafür genutzt wurden, um mal bei schönem Wetter in den Biergarten zu radeln, sind längst vorbei. Inzwischen sind Fahrräder mit und ohne Motor echte Alltagsgeräte, die von vielen Bikern und Bikerinnen z.B. Ich fahre mit dem Rad in die Arbeit.

Frühmorgens sind die Fahrradwege natürlich nicht geräumt, also weiche ich auf die Straße aus und werde prompt von einigen Autos geschnitten. Nachdem ich mich wieder auf den Radweg bemüht habe, kämpfe ich mich durch eine leichte Schneedecke, bevor ich mich in der nächsten Kurve wegen einer unter der Schneedecke befindlichen Eisschicht prompt auf die Nase lege. Prinzipiell für alle, die im Winter sicher unterwegs sein wollen und mit Schnee, Eisflächen oder Blitzeis rechnen.

Dabei ist es egal, ob Sie auf einem Trekking-, Mountain-, Fat- oder Gravelbike pedalieren, ob Sie mit oder ohne Motorunterstützung fahren. Und selbst für kleine 20- und 24-Zoll-Reifen an Lasten-, Kompakt- oder Kinderrädern gibt es Alternativen (Schwalbe).

Der Winter stellt mit lockerem und festgefahrenem Schnee, Schneematsch, Eis und Reifglätte die größten Herausforderungen an die Ganzjahresfahrenden. Denn die generellen Stabilitätsgrenzen des einspurigen Fahrrads machen auf allen Untergründen ein Minimum an Grip erforderlich.

Spezielle Winterreifen für Bikes - ohne oder mit für Fahrräder erlaubten Spikes - versprechen, die Grenze für diesen minimalen Grip zumindest geringfügig zu verschieben. Im Test mit dabei war auch ein modulares Reifenmodell, das erlaubte, über den Standardmantel mit Sommereignung einen zweiten Winterreifenmantel mit Spikes aufzuziehen. Dieser zusätzliche "Überzug" wird seitlich mit umlaufenden Reißverschlüssen in der Nähe der Felgenhörner fixiert.

Funktionsweise und Vorteile von Spike-Reifen

Optimal funktionieren solche Reifen, wenn man wie folgt vorgeht: Sind die Straßen eisfrei (bzw. schneefrei), fährt man mit hohem Luftdruck. So haben nur die Spikes dicht am Mittelstreifen Bodenkontakt; der Reifen rollt leichter und vor allem leiser. Stärker profiliert als die Winterreifen von Schwalbe ist der Kahva des Anbieters 45NRTH, der auf Radfahren bei Eiseskälte spezialisiert ist. Dieser Reifen ist mit 252 Spikes versehen und in Breiten ab 2.1 Zoll erhältlich; angesichts seines großen Volumens kann er mit geringem Druck gefahren werden. Bleibt die Frage, ob es sich wirklich lohnt, im Winter auf Nagelreifen umzusteigen.

Fahrrad Winterreifen mit einem rutschfesten Profil sind bei winterlichen Verhältnissen ein Segen. Auf Eis und Schnee kommen normale Fahrrad-Winterreifen aber schnell an ihre Grenzen, da helfen auch ihre kältebeständige Gummimischung und das grobe Profil meistens nur wenig. Deswegen empfehlen wir für guten Grip in winterlichen Verhältnissen Spikereifen für dein Fahrrad oder E-Bike.

Mit Spike Fahrradreifen rutschen Sie weder bei Eis und Schnee, noch auf nasser Fahrbahn, denn die Spikes krallen sich beim Fahren am Untergrund fest.

Auf fest gefahrenem Schnee verkürzen sich bei Reifendrücken von 2 bar die Bremswege der Winterreifen im Verhältnis zu denen der Sommerreifen im Mittel um 16 Prozent. Auf glattem und ebenem Eis ist der Gewinn durch Winterreifen ohne Spikes im Vergleich zu Sommerreifen deutlich geringer.

Der Grip-Trick mit Sommerreifen

Wer keine speziellen Winterreifen aufgezogen hat, kann bei Schnee oder Eis die Gripverhältnisse an den Aufstandsflächen der Standard-Reifen durch die Absenkung des Reifendrucks auf 2 bis 3 bar (abhängig von dem Fahrzeuggesamtgewicht) verbessern - auch wenn dadurch der Rollwiderstand steigt. Diese helfen, in dieser heiklen Situation den Bremsweg auf weniger als die Hälfte zu reduzieren.

Auch bauen die Spikes durch den teilweisen Formschluss mit dem Eis höhere Seitenkräfte auf, wodurch eine - wenn auch stark begrenzte - Schräglage für die Kurvenfahrt möglich ist. Auch auf Schnee sind die Spike-Reifen den Kollegen ohne Spike-Besatz zumindest leicht überlegen: Ihre Bremswege fallen im Mittel ca. 10 Prozent kürzer aus.

Je nach Einsatz: Die Umrüstung kann sich lohnen. Der TCS-Test beweist: Winterreifen und Spike-Reifen für Fahrräder sind im Winter eine echte Option für Pendler und alle, die bei winterlichen Bedingungen unterwegs sein müssen. Unterlage unangenehm zu fahren. die Bremswege zwar nur geringfügig, auf Schnee jedoch erheblich.

komfortabel unterwegs sein. Fahrten auf großflächig blankem Eis (z.B. Blitzeis, Regen auf durchgefrorenem festen Belag) sollten mit allen Bereifungsarten im öffentlichen Straßenverkehr vermieden werden. Fast alle Fahrmanöver bergen das Risiko von Stürzen mit unkalkulierbaren Folgen.

Wer überwiegend oder mehrheitlich auf lockerem oder festgefahrenem Schnee und kleinen Eisflächen oder einer Mischung aus diesen Elementen unterwegs ist, wird mit Spike-Winterreifen am besten zurechtkommen. Auf lockerem oder festgefahrenem Schnee sowie Schneematsch bieten Winterreifen im Vergleich zu reinen Sommerreifen deutliche Vorteile bei Grip und Traktion. Dies wird vorrangig beim Bremsen deutlich. Auf festen Untergründen ohne winterliche Beläge unterscheiden sich die Sommer- und Winterreifen nur wenig.

Die Haupt­gefahr auf dem Fahr­rad geht zwar von Autos aus. Aber Radfahrende verunglü­cken auch häufig ganz allein.

Die meisten von den Unfall­forschern untersuchten Stürze passierten zwischen Dezember und Februar. Bei Autos sind Winterreifen vorgeschrieben, wenn sie auf Eis, Schnee oder Schnee­matsch unterwegs sind. Fürs Fahr­rad gibt es solche Gebote nicht. Dennoch können spezielle Reifen die Fahrt im Winter auch für Radler und Radlerinnen sicherer machen.

Testergebnisse und Empfehlungen

Der Touring Club Schweiz (TCS) hat gemein­sam mit dem ADAC vier Winterreifen mit und fünf ohne Spikes geprüft. Die Tester wollten wissen: Wie gut eignen sich die Fahr­rad-Winterreifen für Fahrten auf Eis, Schnee und Asphalt? Viele der getesteten Modelle sind auch in Deutsch­land erhältlich.

Alle fünf Reifen aus dem Test von TCS und ADAC bieten auf Schnee und Schnee­matsch deutlicher mehr Grip als die Referenz-Reifen fürs Fahr­rad. Die richtige Wahl für: Radelnde, die ab und an auf verschneiten Wegen fahren.

  • Continental Top Contact Winter: Testsieger von TCS und ADAC, sehr empfehlens­wert für Schnee.
  • Continental Contact Spike 240: Eignet sich hervorragend für die Fahrt auf Schnee, hat aber deutliche Nachteile auf Asphalt.
  • Kenda Klondike Skinny: Eignet sich hervorragend für die Fahrt auf Schnee, hat aber deutliche Nachteile auf Asphalt.
  • Schwalbe Marathon Winter Plus: Rollt auf Asphalt laut und wenig komfortabel.
  • Retyre Winter Traveler Skin: Der grobs­tollige Über­zug mit Spikes lässt sich per Reiß­verschluss bei Bedarf über den Stan­dard-Straßenreifen ziehen.

Tipps für sicheres Radfahren im Winter

  • Reifendruck reduzieren: Dadurch erhält der Reifen eine breitere Auflagefläche und wird spür­bar griffiger.
  • Ausrollen lassen: Auf blankem Eis ist es besser, aufs Lenken und Bremsen zu verzichten.
  • Sattelhöhe anpassen: Stellen Sie den Sattel so ein, dass Sie die Füße problemlos auf den Boden stellen können.
  • Mit Bedacht bremsen: Während der Fahrt sollten Sie vor allem die Hinterradbremse verwenden.
  • Eis meiden: Groß­flächig blankes Eis macht eine sichere und kontrollierte Fahrt nahezu unmöglich.
  • Abstand halten: Eigentlich müssen inner­orts „verkehrs­wichtige“ Radwege geräumt werden.
  • Fahr­radbeleuchtung: Bei schlechten Sicht­verhält­nissen ist eine funk­tions­tüchtige Fahr­radbeleuchtung ganz­jährig ein Muss.
  • Akku: Denken Sie daran, dass Akku-Leuchten bei Kälte oft eine verkürzte Leucht­dauer haben.
  • Kleidung: Es lohnt sich, nicht nur das Rad, sondern auch sich selbst gut sicht­bar zu machen: durch reflektierende Elemente an Taschen, Jacken oder am Hosen­bein.

Viele Radler nutzen ihr Pedelec auch in der kalten Jahres­zeit. Bei Eis und Schnee mit Elektrounter­stüt­zung zu radeln, birgt indes eigene Risiken - für Sicherheit und Material. Je nach Modell können Elektromotoren zeit­verzögert reagieren. Bei Glätte kann das gefähr­lich werden. Deshalb mit einem E-Bike generell vorsichtig fahren und die Motor­unterstüt­zung behut­sam einsetzen - besser eine kleine Unterstüt­zungs­stufe wählen.

Zusätzliches Risiko birgt auch das recht hohe Gewicht der Elektroräder. 25 Kilogramm und mehr sind keine Seltenheit. Damit ist die Gefahr größer, in der Kurve wegzurutschen. Außerdem verlängern sich Brems­wege.

Hinweise zur Akkupflege

  • Drinnen aufbewahren: Die Akkus sind in einer frost­freien Umge­bung am besten aufgehoben.
  • Unterwegs warm halten: Hat der Akku bei Abfahrt Zimmertemperatur, machen ihm Fahrten bei Frost nichts aus.
  • Nie kalt laden: Sind die E-Bike-Akkus kalt, können sie beim Laden Schaden nehmen.

Pflegetipps für das Fahrrad im Winter

  • Am besten steht das Fahr­rad trocken, vor Regen und Schnee geschützt.
  • Nach der winterlichen Ausfahrt das Rad mit warmem Wasser, etwas Hand­geschirr­spül­mittel und einem groben Schwamm reinigen und anschließend mit einem Lappen trocknen.
  • War das Rad im Freien geparkt, sollten Sie vor der nächsten Fahrt unbe­dingt die Bremsen testen.
  • Bei der Fahr­radwartung regel­mäßig kontrollieren, ob noch genügend Belag vorhanden ist.
  • Deshalb nach der Fahrt mit einem alten Lappen Dreck und Feuchtig­keit von der Kette entfernen und ihr anschließend mit Kettenöl einen neuen Schutz­film verpassen.

Worauf muss man beim Kauf von Spike-Reifen achten?

Auf die Frage: „Darf ich in Deutschland auf der Straße überhaupt mit Spikes fahren?“, lautet die Antwort: Klassische Räder ohne Motor und Pedelecs dürfen mit Spikes im Straßenverkehr teilnehmen.

Zuerst die Breite, denn Spikes bauen durch das wintertaugliche Profil und die überstehenden Spikes etwas breiter und höher als klassische Reifen. Dem entgegnen die Hersteller, indem sie trotz der offiziell gleichen Größe meist etwas kleiner fertigen.

So passen die Spikes dann mit Blick auf das Platzangebot in Rahmen und Gabel, ohne dass eine Nachjustage der Schutzbleche nötig ist. Ein Check mit eingebauten Reifen ist trotzdem sinnvoll, damit die Stahlkrallen nicht doch an der Lackierung streifen. Im Test fallen 45Nrth Wrathchild, ReTyre, VeeTire und der Kenda Klondike Skinny deutlich schmaler aus.

Wer seine Reifen performanceorientiert aufzieht, stellt sich die Frage: „Kann ich auch schlauchlos fahren?“ Alle Hersteller bieten bei Mountainbikereifen (und 45Nrth beim Gravelreifen) die Möglichkeit, auf den Schlauch zu verzichten. Das bringt in der Praxis einen geringeren Rollwiderstand, weniger Gewicht und einen Selbstheilungseffekt durch die dann zwingend zu verwendende Dichtmilch. Allerdings sollte diese für kalte Temperaturen freigegeben sein, damit sie ihrer Arbeit perfekt nachgehen kann.

Die Montage ist mit herkömmlichen Reifen zu vergleichen. Alle Testprobanden sind mit mehr oder weniger Handkraft montierbar. Einzig der 45Nrth Gravdal sitzt straff und braucht einen Reifenheber.

Der größte Unterschied winkt nach der Montage. Damit sich die Spikes im Gummi setzen und dauerhaft sicher im Gummi sitzen, sollten die Reifen auf sauberer Asphaltstraße und bei langsamer Geschwindigkeit ohne scharfe Bremsmanöver gut 50 Kilometer eingefahren werden.

Und wie lange halten Spikereifen?

Die meist verbauten, gehärteten Stahlspikes aus Wolfram-Carbid-Stahl sind härter als Asphalt, halten mehrere tausend Kilometer und damit mehrere Jahre.

Für eine gute Funktion und Haltbarkeit müssen die Hersteller einige Punkte beachten. Damit sich die Spikes nicht vorschnell verabschieden und sicher sitzen, muss die Karkasse stabiler und die Gummimischung härter ausfallen. Der Gummi darf bei kalten Temperaturen trotzdem nicht verspröden und muss gute Traktion generieren. Zu weiche Mischungen sind also nicht zielführend.

Für eine gute Funktion bei Matsch und Schnee sollte das Profil deutlich offener gestaltet sein und eine gute Selbstreinigung aufweisen. Wer Gewicht sparen will, setzt beim Reifenfuß statt auf den klassischen Stahlring auf einen leichten Aramidkern. Diese Version findet man vor allem bei sportiven Mountainbikereifen.

Die meist hohen Preise der Spikereifen resultieren am Ende aus mehreren Punkten: Die aufwändigere Konstruktion, die zusätzlich benötigten Spikes und mehr Arbeitsleistung, weil die Spikes von Hand eingesetzt werden. Wer sparen will, sollte Spikereifen antizyklisch kaufen, also im Frühjahr oder Sommer.

Durch die geringen Auflagen ist die Auswahl meist eingeschränkt. Schnee gibt es pulvrig, matschig, fest sowie frisch und festgefahren. Lamellenartige Oberflächen bieten eine gute Verzahnung, ein offenes Profil eine gute Selbstreinigung.

Die Spikes spielen hier nur eine untergeordnete Rolle und kommen erst auf Eis richtig zum Tragen. Jetzt kommt der Luftdruck ins Spiel. Je nach Luftdruck, Positionierung und Anzahl liegen die seitlichen Spikes mehr oder weniger stark auf. Im Alltag und Trekkingbereich kann der Reifen so schnell und einfach an die Verhältnisse angepasst werden.

Mit mehr Druck sinkt die Auflagefläche, der Grip und der Reifen rollt zügiger. Weniger Druck bewirkt genau das Gegenteil. Sitzen in der Mitte keine Spikes und ist der Luftdruck höher, laufen viele Trekking-Spikereifen ähnlich wie Standardreifen, rutschen aber bei Eis auch eher weg.

Zahlreiche Spikes auf der Reifenschulter generieren in Kurven viel Grip. Auch wenn dieser oft überraschend hoch ausfällt, sollte man es im Winter trotzdem eher langsam und entspannt angehen lassen. Auf Asphalt ist der größte Unterschied das laute, spezifische Laufgeräusch durch die Spikes.

Testergebnisse im Detail

Beim Pannenschutz testen wir im Labor, um alle Werte direkt miteinander vergleichen zu können. Der Durchschlagschutz spiegelt das Überfahren von Gullydeckeln, Bordsteinkanten und großen Kanten wider.

Hier landet Schwalbe auf den ersten Plätzen vor Kenda Klondike Elite. Schlusslichter sind 45Nrth Gravdal und ReTyre, wobei der ReTyre gerade einmal 26 Prozent des Erstplatzierten (Schwalbe) schafft.

Beim Durchstichtest, der spitze Gegenstände wie Nägel und Dornen abbildet, schlägt die Stunde der Trekkingmodelle. Continental liegt hier vor Kenda und nochmal Continental. Die Letzten sind Suomi und 45Nrth. Der 45Nrth Wrathchild schafft gerade 47 Prozent des Continental.

Flachen, scharfen Gegenständen wie Scherben und Steinen setzen Continental, CST und Schwalbe am meisten entgegen. Specialized und vor allem VeeTire schaffen gerade knapp die Hälfte des Erstplatzierten Schwalbe.

Die stabilsten Seitenwände gegen Angriffe des Bordsteins oder eines Asts bietet CST vor Schwalbe IceSpiker und 45Nrth Dillinger. Am Ende finden sich Suomi und ReTyre. Hier liegen die Ex­treme nur 36 Prozent auseinander.

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, war es uns dank der Firma Bohle das erste Mal möglich, Spikereifen einem echten Prüfstandtest zu unterziehen. Das Problem sind die Spikes: Die gehärteten Spitzen zerstören die glatte Oberfläche der Prüfmaschine. Daher wurde extra ein spezieller Schutzgürtel angefertigt.

Mit auf die Reifenbreiten angepassten Felgenbreiten und Luftdrücken wurden alle Reifen mit 50 Kilogramm belastet und bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h getestet. Die höchsten Werte finden sich im MTB- und Fatbikebereich bei 45Nrth, Kenda und ReTyre um die 40 Watt (ca. 75 Prozent mehr).

Während man mit den besten noch entspannt dahin rollt, ziehen einem die Schlusslichter ordentlich Körner. Interessant ist auch der Blick auf die Gewichte, denn einige der schwersten Modelle zählen überraschend zu den besten beim Rollwiderstand!

Sie rollen zwar angenehm leicht, bieten aber nur einen zähen Antritt. Vergleicht man die Ergebnisse mit einem ähnlichen Reifenaufbau von Standardreifen, so laufen Spikereifen im Schnitt circa 10 Watt schwerer, wodurch in Summe ein Mehraufwand von 20 Watt entsteht.

Empfehlungen nach Reifentyp

Ein Gravel-, drei Fatbike-, fünf MTB- und neun Trekkingreifen: Hier findet jeder seinen Winterreifen. Im Detail begeistern bezüglich Preis-Leistung vor allem CST (Fatbike, Trekking) und ReTyre (MTB).

Empfehlungen heimsen beim Mountainbike Suomi und im Trekkingbereich Continental und Specialized ein. Die Testsiege in den Kategorien gehen an Vee Tire Co. (Fatbike) sowie Schwalbe (MTB und Trekking).

Einzelne Modelle im Überblick

  • CST: Leicht, gute Performance auf Schnee und Eis. Günstiger Reifen für nicht zu extremes Winterwetter.
  • Continental: Fällt passend aus, lässt sich leicht montieren. Überzeugt durch sehr leichten Lauf und hohe Pannensicherheit.
  • 45Nrth Dillinger: Günstiger Fat-Spike mit gutem Pannenschutz trifft hier auf sehr hohes Gewicht und hohen Rollwiderstand.
  • Kenda Klondike Skinny: Günstiger MTB-Spike, der deutlich schmaler als angegeben ausfällt. Mit offenem Profil und gleichmäßig verteilten Spikes top Traktion auf Schnee und Eis.
  • Schwalbe: Bis auf das sehr hohe Gewicht begeistert Schwalbes Trekking-Spike durch die Bank. Rollt für einen Spike sehr gut, bietet höchste Pannensicherheit sowie Bestnoten auf Schnee und Eis.
  • Specialized: Der Name ist etwas irreführend, denn der Specialized begeistert vor allem auf Schnee. Auf Eis fehlen ihm die Spikes in der Mitte, die aber optional nachrüstbar sind. Rollt gut und fällt nicht allzu schwer aus.
  • Suomi: Mit Bestnoten bei Montage und vor allem der Traktion auf Schnee und Eis kann der Suomi ebenso punkten wie bei den zahlreich erhältlichen Varianten. Rollt passabel.
  • Vee Tire Co.: Großvolumiger Fat-Spike, der mit Schnee sehr gut und auf Eis gut zurechtkommt. Gewicht und Rollwiderstand fallen für einen Fattie überraschend gering aus. Auch der Pannenschutz passt.

Tabelle: Übersicht ausgewählter Spike-Reifen und ihrer Eigenschaften

Reifenmodell Typ Besondere Eigenschaften
CST Fatbike, Trekking Leicht, gute Performance auf Schnee und Eis
Continental Trekking Leichter Lauf, hohe Pannensicherheit
45Nrth Dillinger Fatbike Guter Pannenschutz, hohes Gewicht
Kenda Klondike Skinny MTB Schmal, top Traktion auf Schnee und Eis
Schwalbe Trekking, MTB Hohe Pannensicherheit, Bestnoten auf Schnee und Eis
Specialized Trekking Begeistert vor allem auf Schnee
Suomi MTB Top Traktion auf Schnee und Eis
Vee Tire Co. Fatbike Geringes Gewicht und Rollwiderstand

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