Knieschmerzen beim Radfahren: Ursachen und Behandlung

Knieschmerzen nach oder während des Radfahrens sind eine häufige Beschwerde unter Radfahrern, denn Radfahren ist eine sehr einseitige Bewegung. Dadurch werden einige Strukturen im Knie stärker belastet als andere Teile des Knies.

Arten von Knieschmerzen nach dem Radfahren

Es gibt verschiedene Arten von Knieschmerzen, die nach dem Radfahren auftreten können:

Vorderseite

Schmerzen an der Vorderseite des Knies kommen meist von der Kniescheibe oder der Sehne unter der Kniescheibe. Diese Schmerzen können durch eine anhaltende falsche Haltung beim Radfahren verursacht werden. Wenn Ihr Sattel zu niedrig ist, müssen Sie das Knie stärker beugen. Wenn Sie Kraft aufwenden, entsteht dadurch mehr Druck auf die Kniescheibe. Wenn Sie dies über einen längeren Zeitraum hinweg tun, kann die Kniescheibe oder die darunter liegende Sehne gereizt werden.

Rückseite

Schmerzen in der Kniekehle hängen meist mit einer Überdehnung oder dem Ansatz der Kniesehnen zusammen. Diese können überdehnt werden, wenn Sie beim Treten der Pedale viel ziehen, statt schieben. Auch wenn Sie zu viel in einem festen Gang fahren, beanspruchen Sie die Kniesehnen, wenn Sie den Pedaltritt verlangsamen müssen. Langfristig kann dies zu einer Sehnenverletzung in der Kniekehle führen.

Innenseite

Schmerzen an der Innenseite des Knies hängen meist mit einem erhöhten Druck auf die Innenseite des Knies zusammen. Dies kann zu einer Reizung des Innenbandes oder des Meniskus führen. Dies kann darauf zurückzuführen sein, dass sich die Knie nicht in einer vertikalen Linie bewegen, sondern sich bei Krafteinwirkung nach innen neigen. Dies ist besonders häufig der Fall, wenn Sie in einem zu niedrigen Gang fahren und dadurch viel Kraft aufwenden. Die Knie können auch nach innen ausweichen, wenn die Schuhplatten zu weit innen im Schuh sitzen.

Außenseite

Die Beschwerden an der Außenseite werden in der Regel durch die Reibung der Sehnenplatte an der Seite des Oberschenkelknochens verursacht. Diesen stechenden Schmerz spüren Sie in der Regel, wenn Sie in einem bestimmten Winkel der Kniebeugung Kraft aufwenden. Nicht richtig ausgerichtete Stollen oder eine falsche Körperhaltung können dazu führen, dass sich der Druck auf das Knie zu sehr nach außen verlagert, was diese Schmerzen verursachen kann.

Ursachen von Knieschmerzen nach dem Radfahren

Es gibt verschiedene Ursachen, die zu Knieschmerzen während oder nach dem Radfahren führen können. Knieschmerzen beim Radfahren können verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören eine falsche Sattelhöhe, eine falsche Trettechnik, lange Touren ohne Pausen und eine schwache Beinmuskulatur. Auch Fehlstellungen der Füße und ungeeignete Schuhe können die Schmerzen verursachen.

So kann zum Beispiel eine falsche Körperhaltung dazu führen, dass Sie Schmerzen an der Knievorderseite bekommen. Außerdem können die Symptome auftreten, weil Sie nicht richtig trainiert haben. Wenn Sie zu früh wieder zügig Rad fahren, hatten Ihre Muskeln und Bänder möglicherweise noch nicht genug Zeit, sich daran zu gewöhnen.

Auch ein Ungleichgewicht der Muskeln kann zu einer Fehlstellung des Knies führen. Denken Sie an zu kurze oder zu schwache Muskeln. Schließlich kann es auch sein, dass Ihr Körper durch zu viele Trainingsstunden oder zu wenig Zeit zur Erholung einfach überlastet ist. Dies führt in der Regel erst zu Ermüdung und Knieproblemen.

Die wenigsten Menschen haben eine perfekte Fuß- oder Kniestellung. O-Beine, X-Beine, leicht nach außen oder innen gerichtete Füße - Fehlstellungen sind eher die Regel als die Ausnahme. Gerade bei längeren Fahrradtouren kann das zu Problemen in den Kniegelenken führen, denn: Sind Fuß beziehungsweise Pedal nicht richtig ausgerichtet, wird die Belastung nicht optimal auf das Kniegelenk übertragen.

Weiterhin lassen sich Knieschmerzen beim Radfahren als Folge von Fehl- und Überbelastung feststellen.

Rad-spezifische Fehleinstellungen die zu Knieschmerzen während des Radfahrens führen können

  • Cleats: Als erste Ursache für Knieschmerzen beim Radfahren lassen sich oft falsch eingestellte Cleats nennen.
  • Sattelhöhe: Wirklich einer der häufigsten Verursacher von Knieschmerzen beim Radfahren ist eine schlecht eingestellte Sitzhöhe.
  • Sattelneigung & falscher Sattel: Ja auch die Wahl des richtigen Sattels, vor allem aber auch dessen Lage (in Vor- Rückrichtung) und Neigung beeinflussen stark die Belastung des Knies.
  • Cockpitposition: Auch die Lage des Cockpits beeinflusst die Belastung des Knies.

Medizinische Gründe für Knieschmerzen

Leiden Sie regelmäßig und das über einen längeren Zeitraum unter Knieschmerzen beim Fahrradfahren, ist fachlicher Rat durch einen Arzt oder Orthopäden ratsam. Anhaltende Schmerzen im Knie, womöglich in Verbingung mit eingeschränkter Beweglichkeit des Gelenks, sind immer Symptome, die auf jeden Fall zum Arzt führen sollten. Denn nur wenn medizinische Ursachen ausgeschlossen werden können, ist Fahrradfahren auch wirklich gesund für die Gelenke.

Mögliche medizinische Ursachen für schmerzende Knie beim Radfahren:

  • Arthrose: Diese Erkrankung des Kniegelenks gehört zu den häufigsten Abnutzungserscheinungen der Gelenke.
  • Chronischer Meniskusschaden: Schon im Kindesalter kann es zu einer angeborenen Formstörung des Meniskus kommen, was zu Einklemmungen im Kniegelenk führt.
  • Akuter Meniskusriss: Bei plötzlichen Stopp- und Drehbewegungen des Knies können auch im Alltag akute Risse im Meniskus entstehen. Seltener sind Meniskusrisse durch Verschleiß.
  • Schleimbeutelentzündung: Überlastung, ein Schlag oder Sturz, dauerhafte Reizung und Druckbelastung - die kleinen flüssigkeitsgefüllten „Poster“ im Kniegelenk sind schnell beleidigt.
  • Überlastung: Auch ungewohnte Belastungen können zu akuten Knieschmerzen führen, beispielsweise bei längerem bergabgehen oder Sportarten mit schnellen Stoppbewegungen.

Behandlungsmethoden

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um Knieschmerzen nach dem Radfahren zu lindern. Regelmäßig reicht es aus, wenn die betroffenen Stellen gekühlt und geschont werden.

Zunächst ist es wichtig, dass Sie Ihre Körperhaltung kritisch analysieren und mit einem Spezialisten besprechen. Prüfen Sie zunächst, ob Sie die richtige Fahrradgröße haben. Als Nächstes sollten Sie sich mit der Sattelhöhe, der Sattelposition, dem Lenker, den Pedalen und den Schuhplatten befassen.

Achten Sie außerdem auf eine gute Trainingsstruktur mit ausreichenden Pausen zwischen den Trainingseinheiten. Mit gezielten Übungen können Sie auch die Bein- und Rumpfmuskulatur stärken. Stärkere Muskeln sind weniger anfällig für Überlastungen und können eine gute Körperhaltung während des Radfahrens besser aufrechterhalten. Es gibt auch gezielte Übungen, um das Gleichgewicht zwischen den Muskelgruppen wiederherzustellen. Dabei handelt es sich um Dehnungs- und Kraftübungen.

Wenn das Knie im Bereich der Kniescheibe schmerzt, ist das häufig ein Zeichen für eine Überbelastung. Bei akutem vorderem Knieschmerz wird empfohlen, eine Trainingspause einzulegen. Regelmäßige Übungen zur Stärkung der Oberschenkel- und Hüftmuskulatur können langfristig helfen. Auch akute Schmerzen können mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Gels oder Cremes mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Diclofenac behandelt werden.

Für Menschen mit Knieschmerzen kommen auch orthopädische Schuheinlagen infrage - besonders, wenn die Füße beim Gehen stark nach innen einknicken (Überpronation). Solche Einlagen können auch ergänzend zu Kräftigungsübungen eingesetzt werden.

Bei Knorpelveränderungen ist es hilfreich, zuerst die entsprechende Muskulatur auf zu trainieren und generell die Einstellungen des Rades zu überprüfen. Mit Dehnübungen vor Fahrtantritt werden Sehnenentzündungen oder -reizungen vorgebeugt.

Liegen keine krankheitsbedingten Ursachen vor, sollte die Sitzposition am Rad überprüft werden. Neben der Wahl des passenden Rades ist die optimale Sitzposition wichtig, um Schmerzen und Schäden in den Knien vor zu beugen. Als Faustregel können wir empfehlen: Die Höhe des Sattel ist grundsätzlich richtig, wenn das Bein bei senkrechter Kurbelstellung leicht angewinkelt ist. Auch die ökonomische Trittfrequenz ist für eine schmerzfrei Fahrt ausschlaggebend, diese sollte zwischen 80 und 100 Kurbelumdrehungen pro Minute liegen.

Zur Streckenwahl: Ungeübte Radfahrer sollten sich nicht zuviel zumuten und mit kleinen und leichten Runden beginnen und Umfang und Belastung nur langsam steigern. Radsport muss bei Kniebeschwerden nicht zwangsläufig beendet werden. Gerade für die Kniegelenke ist Radfahren ideal, da der größte Teil des Körpergewichts durch den Sattel gestützt wird.

Was darf man nicht machen, wenn man Knieschmerzen hat?

Verzichten Sie auf Aktivitäten, die das Knie stark belasten, wie Laufen, Springen oder schwere Gewichte heben. Besonders in akuten Schmerzphasen sollten Sie das Knie schonen und ihm ausreichend Ruhe gönnen. Tragen Sie gut gedämpfte Schuhe und achten Sie darauf, das Knie nicht in unnatürliche Positionen zu bringen. Schmerzen im Bereich der Kniescheibe sind oft eine Folge von Überbelastung.

Die Rolle der Muskeln

Sehr viel häufiger tauchen allerdings Knieschmerzen beim Radfahren auf OHNE offensichtlichen Fehler in der Radeinstellung gibt. Warum? Schmerzen haben meistens etwas mit fehlerhafter bzw. nicht adäquater Muskelbeanspruchung zu tun. Viele Muskeln machen nicht wirklich das „wofür sie vorbereitet bzw. gemacht wurden“. Oft auch einfach aus dem Grund, weil andere Muskeln nicht das tun was sie sollen und andere Muskeln entsprechend deren „Aufgaben übernehmen“. Dies gilt sowohl für alle Muskel, die direkt Kraft auf das Pedal bringen, wie auch Muskeln, die den Körper fixieren und halten während Kraft übertragen wird.

Eines der größten und gängigsten Probleme in Relation zu Knieschmerzen beim Fahrradfahren sind Dysbalancen und Schwächen hüftumliegender Muskulatur. Hüftbeugende Muskeln, die für die Pedalbewegung essenziell sind, werden permanent verkürzt. Die gluteale Muskulatur (Gesäßmuskeln), die bei der Pedalbewegung kraftvoll nach hinten unten strecken könn(t)en werden quasi permanent „ausgeschaltet“. Es entsteht ein manifestes Ungleichgewicht, von dem angrenzende Muskeln oft in Mitleidenschaft gezogen werden.

Steigen wir nun mit dieser „dysfunktionalen“ Hüftmuskulatur aufs Rad, sind kompensatorische Maßnahmen quasi vorprogrammiert. Zum Beispiel weicht das Knie am oberen Wendepunkt gerne nach außen um den Hüftbeuger zu entlasten.

Zusammenfassend

Probleme rund um das Kniegelenk sind der häufigste Grund, mit dem unsere Kunden zu uns zum Bikefitting kommen. Die Möglichkeiten sind vielfältig, wo der Schmerz herkommen kann. Die Knieschmerzen können auf der Vorder-, Innen-, Außen- und Rückseite auftreten. Für jede Lokalisation gibt es typische Ursachen, aber natürlich auch Möglichkeiten diese zu beheben.

Vorweg ist es wichtig zu unterscheiden, ob die Knieschmerzen durch das Fahrradfahren verursacht werden oder das Problem an einer anderen Stelle liegt und das Kniegelenk nur der Leittragende ist. Das Knie hat im Vergleich zum Becken und Fuß keine direkte Kontaktstelle mit dem Rad und ist deshalb darauf angewiesen, dass die Füße und das Becken einen sauberen Bewegungsablauf haben. Z.B. ist es wichtig, dass das Knie keine Ausweichbewegungen von oben oder unten kompensieren muss. Auch Einschränkungen in der Mobilität bzw. Stabilität können Knieschmerzen verursachen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0