Dieser Artikel befasst sich mit der Funktion und den Vorteilen von Ölkühlern für Harley Davidson Motorräder. Insbesondere geht es um die Notwendigkeit eines Ölkühlers, die Funktionsweise, die verschiedenen Modelle und die Installation.
Warum ein Ölkühler für Harley Davidson?
Harley Davidson Modelle, insbesondere die Twin Cam Motoren, haben oft mit hohen Motortemperaturen zu kämpfen. Dies kann zu einer schnelleren Alterung des Öls und einer verminderten Schmierfähigkeit führen. Ein Ölkühler kann helfen, die Öltemperatur zu senken und somit die Lebensdauer des Motors zu verlängern.
Die Problematik der Twin Cam Motoren
Die Problematik der relativ hohen Motortemperaturen beim TwinCam Motor geht auf das Jahr 1997 zurück. Damals wurde der TC als Ersatz für den EVO Motor entwickelt. Das wesentliche Designargument war die Einführung der doppelten Nockenwelle (deshalb Twin-Cam). Beim TC gibt es jetzt je eine Nockenwelle für jeden Zylinder, die weit genug auseinander stehen.
Die ersten Versionen des TC waren mit Ölkühler vorgesehen. Zur damaligen Zeit wollte das Management das aber nicht. Sie hatten die Befürchtung, dass die Kundschaft das als technische Unzulänglichkeit (Band-Aid Solution) betrachten würde. Die Ingenieure wurden angewiesen, auf den Ölkühler zu verzichten.
Wie funktioniert ein Ölkühler?
Ein Ölkühler funktioniert im Wesentlichen wie ein Kühler für das Kühlwasser eines Autos. Das Öl wird durch den Kühler geleitet, wo es durch den Fahrtwind oder einen zusätzlichen Lüfter gekühlt wird. Das abgekühlte Öl wird dann zurück in den Motor geleitet, um die Temperatur zu senken.
Das Kennzeichen einer Trockensumpfschmierung ist, daß das Öl, nachdem es seine Schmier- u. Kühlaufgaben erledigt hat und sich im "Sumpf", dem Kurbelgehäuse, zu sammeln versucht, von dort zwangsweise in einen, vom Kurbelgehäuse und Nockenwellengehäuse abgetrennten Ölbehälter abgepumpt wird.
Thermostatgesteuerte Modelle
Viele Ölkühler sind mit einem Thermostat ausgestattet. Der gibt den Weg zum Kühler erst frei, wenn die Öltemperatur über 80° liegt. Bleibt das Öl mit zugeschaltetem Kühler dauerhaft unter 90°, sollte man über einen kleineren Kühler nachdenken.
Verschiedene Arten von Ölkühlern
Es gibt verschiedene Arten von Ölkühlern, die sich hauptsächlich in ihrer Bauweise und Kühlleistung unterscheiden:
- Luftgekühlte Ölkühler: Diese Modelle nutzen den Fahrtwind zur Kühlung.
- Ölkühler mit Lüfterunterstützung: Diese verfügen über einen zusätzlichen Lüfter, der die Kühlleistung auch bei niedrigen Geschwindigkeiten oder im Stand erhöht.
Der Ölkühler mit Lüfterunterstützung passt auch perfekt zu Motorrädern, die für Höchstleistung getunt wurden. Der Lüfter wird bei steigender Motoröltemperatur automatisch aktiviert, und im Betrieb kann der Ölkühler mit Lüfterunterstützung eine Absenkung der Öltemperatur von bis zu 50 Grad bewirken.
Installation eines Ölkühlers
Die Installation eines Ölkühlers kann je nach Modell variieren. In der Regel wird der Ölkühler anstelle des originalen Ölkühlers montiert und an den vorhandenen Kabelbaum angeschlossen.
Der Ölkühler mit Lüfterunterstützung wird als Austausch gegen den originalen Ölkühler aufgeschraubt und einfach an den Kabelbaum des Motorrads angeschlossen. Ein Spleißen oder eine Neuverkabelung ist nicht erforderlich.
Um den Anbau abzuschließen, ist die Neuprogrammierung des ECM durch einen Harley-Davidson Händler erforderlich.
Vorteile eines Ölkühlers
Die Vorteile eines Ölkühlers sind vielfältig:
- Senkung der Öltemperatur
- Verbesserung der Schmierfähigkeit des Öls
- Verlängerung der Lebensdauer des Motors
- Erhöhung der Leistung und Effizienz des Motors
Hinweise zur Öltemperatur
Kaltes Öl ist zäh und schmiert gar nicht so gut wie heißes. Damit Öl richtig gut schmiert, muss es eine bestimmte Temperatur erreichen, die Betriebstemperatur. Die ideale Temperatur liegt zwischen 80° und 120°C (~175°-250°F). Bleibt das Öl kälter als 80°C, kann der Wasseranteil nicht verdampfen und die Schmierqualität sinkt, wird das Motoröl oft und längere Zeit heißer als 120°C, verliert es seine mechanischen Eigenschaften und das Öl verändert sich chemisch zum Negativen. Gegen den Wasseranteil hilft nur Warmfahren, gegen Überhitzung ein Ölkühler.
Ölqualität und Viskosität
Je heisser ein Öl ist, desto dünner ist es. Das kann dazu führen, dass der Öldruck dermassen nachlässt, dass die Schmierung des Motors nicht mehr ausreichend ist. Hier empfiehlt die Factory allen Ernstes SAE60 Öl, wenn die Temperatur über 27°C Aussentemperatur liegt. Das erreicht man im Stop&Go Verkehr im Sommer locker.
Degradation des Öls
Bemerkenswert ist die Degradation des Öls, also die Abnahme der kinetischen Viskosität. Nach 4000km hat dieses Öl nur noch eine kinetische Viskosität von 16,19. Das entspricht einem 40er Öl, wie es Harley nur für den Winterbetrieb zulässt. Diese starke Degradation bei einem guten Markenöl kann nur durch aussergewöhnliche thermische Belastung erfolgen.
Modelle mit Wasserkühlung
Seit 2013 ist diese Wasserkühlung Serienbauteil in den grossen Tourern. Es heisst jetzt TwinCool. Insider nennen ihn auch WetHead. Durch die geringere Kopftemperatur konnte die Verdichtung von 1:9,2 auf 1:10 hochgesetzt werden.
Zusätzliche Tipps und Informationen
- Einige Fahrer berichten von einer Öltemperaturdifferenz von bis zu 20 Grad nach dem Einbau eines Ölkühlers.
- Bei der Auswahl eines Ölkühlers sollte man auf Qualität und Passgenauigkeit achten.
- Es ist ratsam, die Installation von einem Fachmann durchführen zu lassen.
Tabelle: Vor- und Nachteile eines Ölkühlers
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Senkung der Öltemperatur | Zusätzliche Kosten |
| Verbesserung der Schmierfähigkeit | Potenzieller Installationsaufwand |
| Verlängerung der Motorlebensdauer | Möglicherweise nicht notwendig bei gemäßigten Klimabedingungen |
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