Die Optimale Sitzposition auf dem Mountainbike Einstellen

Die richtige Einstellung deines Mountainbikes ist entscheidend für dein Fahrerlebnis. Eine falsche Sitzposition kann nicht nur zu Schmerzen und Ermüdung führen, sondern auch deine Gesundheit langfristig beeinträchtigen.

Bikefitting - der Begriff ist erstmal etwas sperrig und es ist sicherlich nicht jedem Menschen ganz klar was das eigentlich ist. Unser professionelles Bikefitting bringt dich weiter. Gemeinsam stellen wir dein Bike optimal ein. Wir sind für dich da.

Warum ist die richtige Einstellung wichtig?

Hier sind einige Gründe, warum du dein MTB richtig einstellen solltest:

  • Vermeidung von Schmerzen und Beschwerden: Eine zu hohe oder zu niedrige Sattelhöhe kann zu Knie-, Rücken- und Handschmerzen führen.
  • Effiziente Kraftübertragung: Eine korrekte Sitzposition ermöglicht eine optimale Kraftübertragung auf die Pedale.
  • Bessere Kontrolle und Handling: Ein richtig eingestellter Lenker verbessert die Kontrolle über das Bike und erhöht die Sicherheit.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur optimalen Einstellung

Die richtige Einstellung deines Mountainbikes ist entscheidend für Komfort, Performance und Gesundheit. Indem du die Sattelhöhe, Sattelneigung, horizontale Sattelverstellung und Lenkerposition optimal einstellst, kannst du dein Fahrerlebnis erheblich verbessern. Probiere unsere Tipps aus, mache Testfahrten und finde die für dich ideale Einstellung.

1. Die Sattelhöhe einstellen

Die Sattelhöhe ist einer der wichtigsten Faktoren für eine komfortables Fahrerlebnis und effiziente Kraftübertragung. Sie ist entscheidend für eine effiziente Tretbewegung und um Knieprobleme zu vermeiden. So stellst du sie ein:

  1. Innenbeinlänge messen: Stelle dich ohne Schuhe mit dem Rücken an eine Wand und miss von der Sohle bis zum Schritt. Dies schaffst du am besten, indem du ein Buch zwischen den Beinen nach oben schiebst. Die Oberkante des Buches ist deine obere Messkante.
  2. Sattelhöhe berechnen: Multipliziere deine Beinlänge mit 0,883. Das Ergebnis ist die deine Sattelhöhe.
  3. Sattel einstellen: Stelle den Sattel so ein, dass der gemessene Abstand dem von der Mitte des Tretlagers zur Oberkante des Sattels entspricht.

Auf unseren neuen Sattelmodellen wirst du die sogenannte Biomechanische Referenzlinie (BMR) finden. Sie bestimmt den Messpunkt auf der Oberfläche des Sattels.

Unser Bike Ergonomics Kanal hat auch ein Video zur Einstellung der Sattelhöhe für dich bereitgestellt. Dort ist alles noch einmal kompakt und anschaulich erklärt.

Weitere Methoden zur Bestimmung der Sattelhöhe

Es gibt verschiedene Methoden, um die richtige Sattelhöhe zu ermitteln:

  • Die Fersenmethode: Setze dich auf dein Fahrrad und versuche mit ausgestrecktem Knie und mit der Ferse das rechte Pedal zu erreichen (am besten lässt du dir von jemandem Helfen damit du nicht umkippst). Das Pedal befindet sich in der tiefsten Position.
  • Die Hügi-Methode: Nachdem du deine Schrittlänge (Innenbeinlänge) berechnet hast, multiplizierst du diese mit 0,885 und erhältst die Sattelhöhe.
  • LeMond-Formel: Nehmt eure Schrittlänge und multipliziert diese mit 0,883.

2. Horizontale Sattelverstellung

Die horizontale Position des Sattels beeinflusst deine Position im Verhältnis zum Tretlager und zum Lenker. Das erreichst du, imdem du ein Lot von der Kniescheibe nach unten fällst. Das Lot sollte durch die Pedalachse fallen. Das kann am besten von einer anderen Person kontrolliert werden. (Ein Lot findest du übrigens auch in unserer Fitting Box, mit du dein Rad für dich ergonomisch einstellen kannst.) Verschiebe den Sattel so lange nach vorne oder hinten, bis diese Position erreicht ist.

Neben dem Einstellen der Sattelhöhe haben wir auch ein Video zum vollständigen Einstellen des Sattels produziert. Dort erfährst du anschaulich, wie du alle nötigen Einstellungen vornimmst.

3. Die richtige Sattelneigung einstellen

Die Sattelneigung beeinflusst die Druckverteilung auf dein Gesäß und deine Hände. Im Idealfall ist der Sattel waagerecht und nur minimal geneigt.

Viele Biker stellen bewusst die Sattelnase etwas nach unten, um den Dammbereich zu entlasten. Das führt jedoch zu mehr Druck und Haltearbeit in Armen, Händen und Schultern. Deshalb sollte der MTB-Sattel im Idealfall waagerecht sein. Um Druck im Dammbereich zu mindern, lesen Sie die Tipps bei Schmerzen am Gesäß.

Um die richtige Sattelneigung zu ermitteln, kannst du eine Wasserwaage verwenden. Diese legst du am besten zuerst auf den Boden, um zu sehen, ob der Untergrund eben ist. Anschließend bringst du den Fahrradsattel in eine waagerechte Position, indem du die Schraube(n), die den Sattel mit der Sattelstütze verbinden lockerst.

4. Die richtige Lenkerhöhe und -position einstellen

Die Lenkerhöhe und -position beeinflussen deine Sitzhaltung und den Fahrkomfort. So stellst du den Lenker richtig ein:

  • Lenkerhöhe: Die Höhe des Lenkers sollte so eingestellt sein, dass deine Arme leicht gebeugt sind. Ein höherer Lenker sorgt für eine aufrechtere Sitzposition, ein niedrigerer Lenker für eine sportlichere Haltung.
  • Lenkerbreite: Die Lenkerbreite sollte zu deiner Schulterbreite passen. Ein breiterer Lenker bietet mehr Kontrolle, ein schmalerer Lenker weniger Luftwiderstand.
  • Lenkerneigung: Stelle den Lenker so ein, dass deine Handgelenke in einer neutralen Position sind, um Überlastungen zu vermeiden. Wenn du unsicher bist, beginne zuerst so, dass du die Griffstück waagerecht einstellst. Nach Bedarf kannst du dann den Winkel der Griffe, beziehungsweise deren Neigung so einstellen, das nur ein sehr feiner Winkel vom Arm zum Handrücken entsteht.

Schau dir auch unser Video zur Einstellung des Lenkerabstands an.

5. Cleat-Position: Pedalplatten korrekt einstellen

Zur Findung der Grundposition sollte das Cleat über Ihrem Großzehengrundgelenk (der dicke Teil hinter dem großen Zeh) sitzen. Schrauben Sie das Cleat mittig unter den Schuh. Mit einem Fall-Lot testen Sie (angesetzt in der Mitte des Kniegelenks außen), ob das Lot über die Pedalachse fällt. Dafür steht die Kurbel in einer 90-Grad-Tretstellung. Schieben Sie nun den Sattel vor oder zurück, um das Lot auszurichten. Hier finden Sie eine genaue Anleitung zur Einstellung von Shimano-SPD-Pedalplatten.

6. Bremsgriffe einstellen

Um eine Kompression der Handnerven zu vermeiden, sollte der Bremsgriff in Verlängerung mit dem Unterarm stehen - in Fahrposition versteht sich. Der Zeigefinger liegt dabei in einer Linie mit dem Unterarm am Ende des Bremshebels. Hier gibt's weitere Tipps, wie Sie das Cockpit am MTB richtig einstellen.

Bremsgriffe richtig einstellen: abfahrtsorientierte Biker richten die Griffe oft deutlich flacher aus, um das Hangelenk nicht so weit flexen zu müssen.

7. Lenkerbreite wählen

Die Lenkerbreite sollte zu Ihrer Schulterbreite und Ihrem Fahrstil passen. Dazu gibt es keine Faustformel. Guter Indikator: Die Handgelenke knicken seitlich nicht ein. Zu breite Lenker verursachen (bei schmalen Schultern) oftmals Schmerzen in den Handgelenken, da diese stark abgeknickt werden. Zu schmale Lenker vermindern ein freies Atmen und vermindern die Kontrolle im technischen Gelände. Hier finden Sie Tipps zu unterschiedlichen Lenkerbreiten und -formen am Mountainbike.

Weitere Tipps für eine optimale Sitzposition

  • Kurze Testfahrten: Mache nach veränderten Einstellungen eine kurze Testfahrt und überprüfe, ob du dich wohlfühlst.
  • Kleine Anpassungen: Verändere die Einstellungen in kleinen Schritten und teste die Wirkung. Mache dir am besten vorher Notizen von den aktuellen Einstellungen, um diese Anpassungen im Bedarfsfall rückgängig zu machen.
  • Individuelle Bedürfnisse: Berücksichtige deine individuellen Bedürfnisse und Vorlieben.

Professionelles Bikefitting

Individuelles Bikefitting: Dies ist der Königsweg der Anpassung und meist auch mit höheren Kosten verbunden. Dennoch ist ein Bikefitting durchaus mit einem Maßanzug oder -kleid zur vergleichen. Nichts anderes passt so gut auf Anhieb.

Zusätzliche Analysen und Upgrades

Manche Sitzprobleme sind so hartnäckig, dass die Behebung der Ursache einer noch genaueren und umfangreichen Analyse bedarf: ist der Druck auf dem Sattel optimal verteilt und passt der Sattel wirklich dauerhaft? Den FOKUS SATTEL inklusive Satteldruckanalyse solltest du dazu buchen, wenn du störende Sitzbeschwerden hast.

Ist dein Tritt rund oder verschwendest du Kraft und Energie? Wie gut funktioniert dein Körper? Wie fit ist dein Bewegungsapparat? Die Antwort liefert eine Pedalkraftanalyse und unser Körpertest. Wir analysieren Druck- und Zugphase, vergleichen rechtes und linkes Bein, trennen vortriebswirksame Kraft von ungenutzter Kraft. So decken wir technische Defizite auf und kommen Bewegungsbeschwerden auf die Schliche. Ebenso ist ein stabiler Haltungs- und Bewegungsapparat die Voraussetzung für eine gesunde und effiziente Kraftübertragung auf das Pedal.

Laktatdiagnostik

Du möchstest ein Bikefitting bei uns machen. Mach doch am gleichen Termin eine Laktatdiagnostik. Dann siehst du, wo du sportlich stehst. Mit der Laktatdiagnostik ermitteln wir, wie stark du auf dem Fahrrad bist und wo deine Kondition ausbaufähig ist. Vor allem aber kennst du nach dem Test deine individuellen Trainingszonen für eine optimale Belastungssteuerung.

Folgeanalyse

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Individuelle Anpassung im Radlabor

Du kommst zu uns ins Radlabor und bringst dein Mountainbike mit. Und gerne noch alles, was dir für deine Radergonomie und für ein Bikefitting wichtig ist. Zuerst hören wir dir bei deiner persönlichen Bike-Geschichte zu: Wo und wie bist du bisher gefahren? Was hast du mit deinem Mountainbike vor? Was ist dir besonders wichtig? Dann vermessen wir dich und dein Mountainbike. Die Werte unterziehen wir einer biomechanischen Analyse mit unserem Smartfit MTB-Algorithmus. Danach wissen wir, welche Anpassungen am Bike nötig sind. Z.B. Wir stellen das Bike neu ein und lassen dich im Labor auf der Rolle Probe fahren. Dabei schauen wir uns auch ausführlich deinen Sattel, den Lenker, die Griffe etc. an und besprechen mit dir, welche Anpassungen für deine Fahrweise sinnvoll sind.

Typische Beschwerden und mögliche Ursachen

Falsche Sitzposition beim Fahrradfahren: Folgende typische Beschwerden beim Fahrradfahren können von einer falschen Sitzposition kommen. Daher sollte bei Beschwerden immer erst überprüft werden, ob nach einer Veränderung von Sattel- oder Lenkereinstellung eine Besserung eintritt.

Typische Beschwerden bei falscher Sitzposition Mögliche Ursache
Schmerzen in der Achillessehne Sattel zu hoch? Der Fuß nimmt beim Erreichen des tiefsten Punktes beim Pedalieren eine zu gestreckte Haltung ein.
Kniebeschwerden Abhängig von der Art der Knieschmerzen könnte der Sattel zu niedrig eingestellt sein oder er ist zu weit vorne positioniert.
Schmerzen im Rücken Eine große Sattelüberhöhung (speziell beim Rennrad kann der Sattel aus aerodynamischen Gründen höher montiert werden als der Lenker) kann die Rückenmuskulatur, wenn zu schwach, zu stark belasten.
Schmerzen im unteren Rücken Naheliegende Ursache kann ist eine Überstreckung durch einen zu hohen Sattel oder eine zu aufrechte Sitzposition sein, sodass Erschütterungen beim Fahren in den Rücken gehen.
Taubes Gefühl/Druck in den Händen Vielleicht ist die Sattelposition zu weit vorne und verstärkt den Druck auf die Hände oder der Lenker ist zu tief eingestellt.
Schmerzen in den Schultern Eine aufrechtere Sitzposition kann entlasten. Auch ein schmalerer Lenker kann helfen.
Taubheitsgefühl im Gesäß und/oder in den Genitalien beim Sitzen Die Sattelnase könnte zu weit nach unten neigen oder Sattelhöhe um 1-2 cm verringern.
Nackenschmerzen Eventuell eine zu sportliche Sitzposition wie zu tiefer Lenker, zu hoher Sattel oder zu langer Vorbau.

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