Fichkona Radrennen: Vom Fichtelberg zum Kap Arkona

Die Fichkona ist eine Radfernfahrt vom Fichtelberg, dem mit 1215 Metern zweithöchsten Berg im deutsch-tschechischen Erzgebirge/Krušné Hory, zum Kap Arkona auf der Insel Rügen. Der Fichkona Radmarathon wollte anfangs nur eine 600 Kilometer lange Radtour zur Ostsee sein.

Geschichte der Fichkona

Erfunden wurde die Fahrt vom Berg zum Meer 1998. Im Laufe seiner Kindheit las Olaf Schau von Radfahrern, die an einem Tag vom Erzgebirge zur Ostsee fuhren. Dieses Ziel setzte er sich ebenfalls.

1986 startete er im Alter von 17 Jahren zu einer Solotour an die Ostsee nach Rügen, um seine Eltern im Urlaub zu besuchen. Die Strecke legte er in zwei Tagen zurück. Nach 260 Kilometern am ersten Tag war er jedoch so erschöpft, dass er von Neustrelitz bis Stralsund die Bahn nutzte, um dann in der Dämmerung die Fahrt bis Göhren fortzusetzen.

Trotzdem war er auf den Geschmack gekommen und im Sommer 1995 plante Schau eine Solo-Tour hin und zurück innerhalb von vier Tagen. Er erreichte das Kap Arkona, musste jedoch am letzten Tag auf dem Rückweg nach 1020 Kilometern im Spreewald aufgrund von Erschöpfung und Schmerzen in der Achillessehne die Bahn nehmen.

Für die dritte Tour suchte er sich Mitstreiter. Bei der ersten Fichkona starteten sie am 8. August 1998 um 5 Uhr am Fichtelberg. Fünf Teilnehmer, darunter auch seine damalige Freundin Susan, erreichten das Kap Arkona auf Rügen nach 23 Stunden und 43 Minuten. Ein Jahr später, im Juni, nahmen bereits 30 Radsportbegeisterte teil. Trotz des Starts bei 5 °C und Nieselregen beendeten 25 von ihnen die Fahrt nach 22 Stunden und 40 Minuten bei strahlendem Sonnenschein.

Die Strecke

Die Strecke führte in diesem Jahr über offiziell 601 Kilometer und 2434 Höhenmeter. Das entspricht der Strecke, die bei der Erstaustragung gefahren wurde - die letzten 15 Jahre waren es noch 15 Kilometer mehr.

Es sind lt. Plan 613 km, allerdings sind dann nach Fichkona-Maßstäben 620 km realistisch! Einmal durch die neuen Bundesländer. Von Kap Arkona, durch Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, den Rand von Berlin, Sachsen-Anhalt, dem Rennsteig in Thüringen bis zum Fichtelberg in Sachsen. Auf deiner 1150km langen Reise heisst es für dich den Brocken, den Rennsteig und das Erzgebirge zu bezwingen.

Zusätzlich zahlreiches Aufgeschriebenes der vergangenen Jahre. Also einiges zu Lesen für die länger werdenden Spätsommerabende!

Endlich ist die Strecke der Fichkona 2012 offiziell genehmigt! Sie ist nun mit allen Umleitungen einsehbar. Mit allen Umwegen sind es 615 km, mal sehen wie lang sie dann wirklich gefahren ist. Unwägbarkeiten sind ja bei solch langen Distanzen nicht ausgeschlossen. So musste z. B. ab Gransee im letzten Jahr eine kurzfristige Umleitung befahren werden, weil eine Straßensperrung nicht rechtzeitig bekannt gegeben wurde.

Teilnehmer und Gruppen

197 Starter fuhren diesmal in vier Gruppen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten - die schnellste Gruppe kam nach 20:45 Stunden auf Rügen an - inklusive Verpflegungspausen.

Die 197 Radler waren wieder in vier Tempogruppen unterwegs und kamen nach folgender Gesamtzeit (also inklusive der acht Pausen) am Kap an:

Gruppe Gesamtzeit
Gruppe 1 20:45
Gruppe 2 22:07
Gruppe 3 23:47
Gruppe 4 25:55

Von den genau 166 Gestarteten erfüllten sich bis auf einen Totalausstieg alle anderen RadfernfahrerInnen am Sonntag Vormittag ihren Traum und rollten überglücklich am Kap Arkona ein.

Es werden wieder 180 StarterInnen zugelassen. Da wir weiterhin nur 180 Startplätze vergeben werden, wird ein Großteil der Startplätze wieder verlost. Ein Vorstartrecht haben nur die Wartelistenkandidaten des letzten Jahres, natürlich alle, welchen einen Erlebnisbericht verfasst haben und unsere erfahrenen Capitanos, sowie die Fichkona-Urgesteine.

Erlebnisse und Erfahrungen

Am Samstag, den 08. Juni 10.00 Uhr fiel der Startschuss auf dem Fichtelberg mit dem Ziel Kap Arkona auf einer Strecke von 601 Kilometern. Mit Schwung von der Fichtelberg-Abfahrt und Rückenwind rasten wir die erste Etappe durch das Erzgebirge. Wir hatten wirklich Glück mit durchgehend Südwind und als einzige Gruppe ohne Regen auf der Strecke.

Insgesamt 7 Verpflegungspausen von jeweils 20 Minuten sorgen zwei Küchencrews, die super organisiert sind, mit einem abwechslungsreichen Buffet um das Wohl aller Teilnehmer. Ein besonderes Highlight zur Halbzeit ist die Fahrt durch Potsdam. Es ist immer sehr cool mit Polizei-Eskorte und Blaulicht die Landeshauptstadt von Brandenburg zu durchfahren.

Dann noch die kurze Überfahrt mit der Wittower Fähre und die letzten 30 km auf Rügen. In Stralsund angekommen, sind die meisten nur noch müde, trotzdem ist die Laune gut. Größte Glücksgefühle versprechen die Veranstalter, wenn man am Morgen bei der Fahrt über den Rügendamm erstmals die Ostsee riecht und die Möwen schreien hört.

Einige Teilnehmer der Fichkona 2012 sind schon unserem Aufruf gefolgt und haben ihre Erlebnisse in die Tasten gehauen. Das hat uns selbst etwas umgehauen, dass innerhalb weniger Tage schon die ersten Berichte ins Postfach gebeamt wurden. Da jedoch nun die Fichkona erst mal Sommerpause macht, werden die Zeilen dann im August nachzulesen sein. Und dann gibt es sicher auch noch viel mehr Aufgeschriebenes und natürlich mehr Bilder.

Besondere Ereignisse

Die extra formierte Express-Gruppe erreichte nach fast fabelhaften 18:38 Stunden inkl. ca. 1:10 Stunden Pausen nach 611 Kilometern das Kap Arkona! Die alte Streckenbestzeit aus dem Jahr 2008 wurde damit um 47 Minuten unterboten. Das haben die 18 Langstreckenhelden einfach großartig gemacht! Sogar die 4. Gruppe erreichte im straff gesteckten Zeitlimit von 26 Stunden nach 25:42 Stunden den Leuchtturm!

Im vergangenen Jahr konnte eine Summe von 110€ auf das Konto des Vereines überweisen werden. Nachdem das Fichkona-Büro in der letzten Woche zwangsweise geschlossen war (wir wohnen mitten in Dresden-Laubegast), sind wir nun wieder erreichbar. Es kam bei uns nur wenig Wasser im Keller an und die Flut erreichte ca. 300 m vorher ihren Höchststand. Inwieweit dieses Naturereignis den Verlauf der Strecke der Fichkona beeinflusst, ist derzeit noch offen und wird in den nächsten Tagen geklärt werden.

Zukunft der Fichkona

Eine grundlegende Neuerung gibt es für die Zukunft: ab sofort findet die Gruppenfahrt nur noch alle zwei Jahre statt. Für die nächste Ausgabe muss man sich daher bis 2026 gedulden. Die Anmeldung dafür wird wieder für nahezu 2 Monate im Oktober-November 2025 freigeschalten sein.

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