Die Geschichte des modernen Sports begann in Chemnitz in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Bereits 1837 eröffnete der Chemnitzer "Turnvater" Ambrosius Weigand (1799 bis 1868) eine private "Turnanstalt". 1847 wurde der erste Chemnitzer Turnverein gegründet.
Ab dem Zeitraum 1860 entstanden in der Stadt, den Stadtteilen und Vororten etwa vierzig Turnvereine. Parallel zu den Vereinen des deutschen Turnens gründeten sich ab 1880 eine Vielzahl von Vereinen in Einzelsportarten, im Radsport, der Schwerathletik oder den verschiedenen Ballspielarten.
Weitere Bevölkerungsgruppen wurden ab 1893 durch die Herausbildung des sozialdemokratisch beeinflussten Arbeitersports an die Sportbewegung herangeführt. Auch innerhalb dieser organisatorisch selbständigen Bewegung entstanden im Stadtgebiet eine Vielzahl von Vereinen. Bereits 1910 gab es im Stadtgebiet von Chemnitz über 100 Vereine mit etwa 30.000 Mitgliedern.
In der Stadt existierten bekannte Sportstätten, wie die "Radrennbahn Altendorf", wurden in Deutschland und der Welt begehrte Turn- und Sportgeräte (Firma "Dietrich & Hannak") hergestellt. Chemnitzer Leistungssportler errangen zu dieser Zeit auch erste Erfolge auf nationalem und internationalem Parkett. 1911 bezeichnete sich Chemnitz erstmals selbst als "Sportstadt".
Die Anfänge des Radsports in Chemnitz
Schon seit langer Zeit hat man in der sächsischen Industrie-Metropole dem Radrennsport lebhaftes Interesse entgegengebracht und einige Mitteilungen über die Pflege des Radsports in früherer Zeit in Chemnitz werden gewiss bei den Sportsfreunden Interesse finden.
Am 30. April 1883 wurde der 1. Chemnitzer Radfahrverein, der „Chemnitzer Bicycle-Club“ gegründet. Zweck des Vereines war „das für die Gesundheit so sehr zu empfehlende Velocipedfahren so viel wie möglich zu verbreiten“. Erster Vorsitzender war der Kaufmann C.A. Voigt. Vereinslokal war das Union-Hotel in der Wiesenstraße 33. 1884 wurde der Photograph Carl Witte Vereinsvorsitzender.
Bald wurden 2 Herren, Johannes Winklhofer und Richard Adolf Jaenicke, Mitglieder dieses Vereines, die Chemnitz alsbald berühmt machen sollten. Am 15. Februar 1885 bezogen sie die Räume in der Poststraße 38/39 und ließen ihre Firma unter dem Namen „Chemnitzer Velociped-Depot Winklhofer & Jaenicke“ am 26. Februar 1895 unter Folium 2745 in das Handelsregister eintragen. Der Vorläufer der späteren Wanderer-Werke.
Man unternahm Ausflüge auf Hochrädern im Kreise der Radfahrfreunde in die Chemnitzer Umgegend, und planmäßig suchte man dem neuen Sport immer neue Freunde zu gewinnen. Dies machte sich in den kommenden Jahren mit der Gründung neuer Chemnitzer Radsport-Vereine bemerkbar, die nun schnell die beginnende Sportbewegung verdeutlichten.
Am 3. September 1885 kam der „Chemnitzer Radfahrer-Club“ zur Förderung des Radsports und der Geselligkeit hinzu. Unter den Vorsitzenden Emil Schmidt wurden montags im Schützenhaus die Versammlungen abgehalten. Auch der sportliche Vergleich wurde immer beliebter und das Publikumsinteresse am Radfahren stieg stetig. Die ,,Bahnfrage“ fand bald Jahre ihre vorläufige Lösung.
Frühe Radrennen und Rennbahnen
Der „Verein für Rad-Wettfahren zu Chemnitz“ veranstaltete am Sonntag, den 10. Juli 1887, ein erstes großes Preiswettfahren. Die Bahn befand sich in Furth auf dem Grundstück der Webstuhlfabrik. Die erwähnte Rennbahn war ein Aktienunternehmen und vom Chemnitzer Bicycle-Club begründet.
Erbaut wurde sie von Herrn Bauunternehmer Becker, unter Leitung des Baumeisters Mehnert. Herr Arthur Tauscher vom Chemnitzer Bicycle - Club hatte damals den Vorsitz und die Bahnleitung, Herr Ernst Tonndorf vom Berliner Bicycle - Club Germania war Schiedsrichter, Herr Johann Winklhofer vom ersten Chemnitzer Bicycle-Club Zielrichter.
Das erste Rennen war offen für Mitglieder des Chemnitzer Bicycle-Clubs und des Vereins für Radwettfahren, also nur für Herrenfahrer. Max Würkert gewann damals den ersten und Fritz Stüwe den zweiten Preis im Erstfahren. Max Krapf gewann den Entscheidungslauf der Erstfahrer.
Ein weiterer Hinweis auf die Bahn dann in der Ausgabe vom 18. Oktober 1887 der Wiener Allgemeinen Sport-Zeitung: „Am Sonntag, den 2. Oktober 1887 erzielten die Herren Louis Stein und Otto Stumpf beim erstmals veranstalteten Herbstmeeting im Tandemfahren über 2400m in 4 Min 29 Sek.
Aus dem Mai 1889 ein weiterer Zeitungshinweis: „Ein neuer Rekord auf dem hohen Zweirad für das Gebiet des D.R.B. wurde am 12. des Monats von Emil Thorey (Leipziger B.-C.) geschaffen, indem er beim Recordfahren auf der Chemnitzer Rennbahn die Strecke von 500m in 44 3/5 Secunden hinter sich brachte und damit den bisherigen Record, welchen kein Geringerer als Aug.
Nur zwei Jahre diente die Bahn dem Chemnitzer Radsport. Eine zweite Bahn, die im Juni 1893 beim Tiergarten Scheibe eröffnet wurde, 325 m lang war und 1.30 m Kurvenhöhe hatte, entsprach schon eher den gesteigerten Ansprüchen. Dem Chemnitzer Radfahrer-Verein j. P. war diese Bahn zu danken.
Auch auf dieser Bahn wurden heiße Kämpfe ausgefochten. Auf ihr starteten u. a. die Meisterfahrer von Hessen, Fritz und Heinrich 0pel aus Rüsselsheim, gegen die Gebrüder Heidenreich, dann der bekannte Distanzfahrer Traugott Hirsch (Leipzig), der Hochradmeister von Europa Paul Präsent, der Hoch- und Niederradmeister Otto Beyschlag usw.
Lange Lebensdauer war auch dieser Bahn nicht beschieden. Bei dem Erweiterungsbau der Eisenbahn wurde sie um ein beträchtliches Stück verkürzt, nicht lange darauf wurde sie ganz abgebrochen, und der Rennbahnbetrieb ruhte eine Zeitlang in Chemnitz ganz.
Im Jahre 1907 wurde dann von den Schumann’schen Erben unter Leitung des Herrn Architekten Tittel eine neue Rennbahn in Furth-Scheibe ins Leben gerufen; auch diese Bahn war nur klein - 215 m lang - brachte aber modernen Sport, vor allem die für Chemnitz neuen Dauerrennen hinter Motoren.
Allererstklassiges konnte aber auf der kleinen Chemnitzer Bahn noch nicht geboten werden, dazu war weder die Bahn geeignet, noch waren die Mittel vorhanden. Letztes Rennen war wohl der im Mai 1909 ausgetragene „Große Preis von Chemnitz“ mit Stundenrennen und Fliegerhauptfahren (Sprintrennen) über 2000m auf dieser Bahn.
Weitere Radsportvereine in Chemnitz
Ein weiterer Chemnitzer Verein, der Radfahr-Klub „Stahlrad“ wurde am 5. Juni 1888 gegründet. 1. Vorsitzender war Robert Wend, 2.Vorsitzender und Kassierer Fritz Stüwe. Es kam wohl zu Diskrepanzen mit den anderen Vereinsmitgliedern des Vereins für Rad-Wettfahren zu Chemnitz, das sie bewog, auszutreten und ihren eigenen Verein zu gründen.
Vereinslokal war erst das Viktoria-Hotel, 1890 die Schankwirtschaft zum Stahlrad. Ebenfalls 1890 finden wird dann den Radfahrerverein „Stahlroß“ im Adressbuch verzeichnet. Versammlungen fanden mittwochs im Gasthaus zur Linde statt.
Später kommen weitere Radsportvereine hinzu, wie der Chemnitzer Touren-Club und der Radfahrerverein „Wettin“.
Die Radrennbahn Altendorf und die Radweltmeisterschaften 1960
Mit der Radrennbahn in Chemnitz-Altendorf und deren Eröffnung im Herbst 1909 erhielt Chemnitz schließlich eines der modernsten Stadien Deutschlands. Höhepunkt in der Geschichte dieser Sportstätte waren 1960 die Radweltmeisterschaften, die neben Leipzig und Hohenstein-Ernstthal, zwischen dem 8. und 12. August in Karl-Marx-Stadt ausgetragen wurden. Es war die erste Großveranstaltung nach dem 2. Weltkrieg auf dem Gebiet der damaligen DDR.
Bereits am 8. August, ein Montagabend, beobachteten 15.000 Zuschauer die Qualifikation der Profi-Steher auf dem Chemnitzer Oval. Die ausländische Presse und die Athleten waren begeistert und voll des Lobes über den Zustand der Bahn und der Entwicklung des ostdeutschen Bahnradsports. Im Hotel Carola war die Presse untergebracht und berichtete weltweit über die Ereignisse in unserer Stadt.
Er legte die 100 km in 1:12: 59 Stunden zurück, und erzielte damit einen Schnitt von 82,2 km! Die Holländer Wierstra und Koch belegten die weiteren Plätze. Stürze und Unfälle prägten das Rennen.
Lange Zeit herrschte Stille um das Oval. Erst 2001 wurde durch die Deutschen Bahnradmeisterschaften die Öffentlichkeit an die Bahn erinnert. Sanierungsarbeiten trugen zur Verbesserung des Zustandes bei. 2015 wurden 1,5 Mill. Euro zur Rekonstruktion bewilligt. 2018 konnte mit den deutschen Stehermeisterschaften die erste große Veranstaltung danach durchgeführt werden.
Der Aufstieg der Marke Diamant
Ende des 19. Jahrhunderts boomt die Industrie in Chemnitz: Die Fabriken liefern Dampfloks, Textil- oder Rechenmaschinen in die ganze Welt. Der Aufschwung lockt 1884 auch die Brüder Nevoigt nach Chemnitz. In einer kleinen Werkstatt fertigt der damals 25-jährige Friedrich Teile für Textilmaschinen. Nur wenige Jahre später tritt das Fahrrad den Siegeszug in Deutschland an.
Auch Friedrich und Wilhelm Nevoigt wollen davon profitieren und machen sich an die Entwicklung eines eigenen Modells. 1895 verlässt das erste Fahrrad unter dem Namen "Diamant" das Werk. Am 1. Richtig bekannt wird die Marke durch die Radfahrlegende Täve Schur, der im Mai 1955 als erster Deutscher die 8. Internationale Friedensfahrt gewinnt - und zwar auf einem Diamant.
Doch schon in den 1920er-Jahren werden große Rennen auf dem Diamant gefahren. So wird Adolf Huschke 1921 deutscher Meister. Später produzierte das Werk für alle DDR-Radsportler Drahtesel. Auch die Bevölkerung bekommt Räder auf höchstem handwerklichen Niveau.
In den 1950er-Jahren bauen 500 Mitarbeiter bis zu 25.000 Diamanträder im Monat, beflügelt von den Erfolgen im Sport. Drei Jahre vor Täve Schurs Erfolg wird am 1. Mai 1952 die SAG Elite-Diamant-Werke in einen volkseigenen Betrieb umgewandelt.
Mangelwirtschaft und staatliche Restriktionen überschatten die kommenden Jahre. Die Qualität ist nicht zu halten. Doch damit nicht genug. 1968 entscheidet der stellvertretende Minister für Werkzeug- und Verarbeitungsmaschinen der DDR, dass die Fahrradproduktion bei Diamant im Oktober 1973 eingestellt wird. Die gesamte Sportfahrradproduktion muss an die Mifa-Werke nach Sangerhausen abgegeben werden.
Doch schon im Jahr darauf stellt sich heraus: Es werden mehr Diamant-Räder benötigt, als eingeplant waren. Nach der Wiedervereinigung wird der Volkseigene Betrieb privatisiert. Ein Schweizer Unternehmer kauft den DDR-Betrieb. Ende der 1990er-Jahre verlässt man den Standort, an dem alles begann, und zieht in ein Gewerbegebiet nahe Chemnitz. Die alte Fabrik verfällt zunächst.
In dem 120 Meter langen Gebäude werden heute Büro- und Gewerbeflächen vermietet. Diamant produziert seit 1997 im Nachbarort Hartmannsdorf und gilt als ältester Fahrradhersteller Deutschlands. Und die Elektrofahrräder von "Diamant" verkaufen sich so gut, dass das Werk erweitert werden muss. 2003 hat der US-Hersteller "Trek" das Traditionsunternehmen gekauft und modernisiert.
Die Renaissance der Marke Diamant
Um die Jahrtausendwende schrumpft der Fahrradmarkt. Villiger konzentriert sich lieber auf Zigarren und zieht sich 2002 aus dem Geschäft wieder zurück. Trek, ein amerikanisches Unternehmen im Besitz der Familie Burke, kauft Villiger und alle Submarken - einschließlich Diamant. Deutschlands ältester Fahrradhersteller begeistert John Burke.
Später stellt Trek fast alle Submarken ein. Diamant bleibt. Im Gegenzug expandiert Diamant. Nach über 125 Jahren steht Diamant erstmals auch in Österreich und in der Schweiz im Schaufenster. In der Schweiz ist Diamant so erfolgreich, dass unser Marktanteil nach den ersten 15 Jahren höher liegt als in unserer deutschen Heimat. Über 50.000 Menschen steigen heute jedes Jahr auf ein neues Diamant-Rad.
Diamant profitiert von Trek, denn Trek hat eine sehr starke Lieferkette und eine sehr ausgeprägte händlerfreundliche Vertriebskultur. Über die Jahre entstehen viele Räder von Diamant auf geteilten Rahmenplattformen. Immer bleibt auch Raum für Eigenständigkeit und Profil.
Das Diamant Juna erfindet das E-Bike im Retro-Stil. Das innovative und stilvolle Commuter E-Bike Zouma mit einem semi-integrierten Akku gewinnt Design-Preise. Die streng limitierten, jährlich neu gestalteten Kollektionsräder werden zu unserer jüngsten Tradition.
«Bei uns steht auch noch ein altes Diamant im Keller», schreibt uns eine. «Meine Eltern sind früher auch immer Diamant gefahren», sagt einer. Im Straßenbild von Chemnitz, Leipzig und Dresden, Berlin und Potsdam ist Diamant, was Peugeot in München, Hamburg und Köln ist.
Heavy24: Das 24-Stunden-Mountainbike-Rennen in Chemnitz
Am Stausee Rabenstein in Chemnitz findet jedes Jahr das Heavy24 statt - ein 24-Stunden-Mountainbike-Rennen, das sich in den vergangenen knapp zwei Jahrzehnten zu einem der bedeutendsten Bike-Events Europas entwickelt hat.
Mit dem Klang von quietschenden Bremsen und dem Schwung abenteuerlustiger Radfahrer begann 2007 eine Reise ins Unbekannte. Damals wurde das erste 24-Stunden-Rennen im Osten Deutschlands mit einfachsten Mitteln organisiert - ohne festen Duschbereich, mit wenigen Zelten für die Verpflegung und viel Improvisationstalent.
Bereits zwei Jahre nach dem Startschuss wurde das Gelände deutlich erweitert, um der steigenden Zahl an Teams und Solo-Fahrern gerecht zu werden. Heute erstreckt sich die Eventfläche über rund sechs Hektar. Was das Heavy24 von anderen Rennen abhebt, ist nicht nur die Streckenführung durch Wälder und Wiesen, sondern auch die Atmosphäre.
Jahr für Jahr ist der Zieleinlauf am Sonntagmittag ein bewegender Moment: erschöpfte, aber glückliche Fahrer, emotionale Umarmungen und stolze Familien, die ihre Lieben in Empfang nehmen. Trotz zwischenzeitlicher Rückschläge - darunter auch die pandemiebedingte Absage in einem der Vorjahre - hat das Heavy24 seinen festen Platz im MTB-Kalender behauptet.
Die Startplätze sind heiß begehrt: Innerhalb weniger Stunden sind die Anmeldungen meist ausgebucht, die Camping- und Eventflächen belegt. Das Heavy24 steht sinnbildlich für das, was leidenschaftlich organisierter Breitensport leisten kann. Die Veranstalter arbeiten Jahr für Jahr daran, neue Impulse zu setzen und das Teilnehmererlebnis weiter zu verbessern.
Jörg Rockstroh: Ein Chemnitzer Radsportler im Rampenlicht
Wenn es am kommenden Samstag, den 28. August 2004, auf dem Sachsenring darum geht, die ereignisvolle Radsport-Geschichte auf der traditionsreichen Strecke ein Stück weit wiederzubeleben, geht auch der Chemnitzer Student Jörg Rockstroh an den Start. Er gehört sicher nicht zu den bekanntesten deutschen Straßenradfahrern.
Aber dass der 2,02 Meter große Hüne seinem Sport mit ähnlicher Begeisterung nachgeht wie ein Jan Ullrich oder Erik Zabel, davon ist man nach einem Treffen schnell überzeugt. 25.000 Kilometer legt der 24-jährige Rockstroh, der für den Chemnitzer Radsportverein RSV fährt, jedes Jahr auf dem Fahrrad zurück. Im vergangenen Jahr brachte er es auf 43 Renntage.
Das heißt, in der Saison von April bis Oktober nahm er jedes Wochenende an ein oder zwei Radrennen teil, hinzu kommen längere Rundfahrten. Es handelt sich dabei oft um Rennen, die an der Schwelle zwischen Profi- und Amateurbereich liegen.
Und so begegnet er durchaus gelegentlich den Größen, die man aus dem Fernsehen kennt: Der deutsche Olympiastarter Jens Voigt gehörte schon zu seinen Gegnern, mit dem Leipziger Bahnradfahrer Jens Lehmann teilte er kürzlich sogar das Zimmer.
Er gewann in seiner sportlichen Laufbahn schon Bergzeitfahren, nahm an Landesrundfahrten teil. Zuletzt war er in Serbien, eine Rundfahrt über sechs Tage und 1.100 Kilometer stand im Rennkalender: “Ich dachte vor dem Start, das wird bestimmt abenteuerlich. Aber dann war alles bestens organisiert. Es war sozusagen die serbische Tour de France, mit Besuch des Staatspräsidenten und allem drum und dran”, erzählt Rockstroh von seinem Balkan-Aufenthalt im Juni dieses Jahres.
Denn er ist Amateursportler, auch wenn es bei einigen Rennen ein paar Prämien zu gewinnen gibt. Und außerdem kommt die wenig starre Studienorganisation seiner Trainings- und Rennplanung durchaus entgegen: “Meine Dozenten wissen von meinem Hobby. Und meine Kommilitonen unterstützen mich regelmäßig mit Vorlesungsmitschriften”.
Manchmal helfen Studieninhalte sogar beim Radrennen: “Ich habe an der Uni drei Jahre italienisch gelernt. So kann ich während des Rennens schon mal Taktiken mit den Italienern aushandeln, wie zuletzt beim Giro di Cosenza im Mai dieses Jahres.” Und wenn es regelmäßig zu Trainingslagern in die Toskana geht, so erfährt man von Rockstroh, treffe er auch gelegentlich auf italienische Fahrer, mit denen er dann zusammen durch die Hügellandschaft fahre.
Deutsche Straßenradsportmeisterschaften in Chemnitz
Für ihn geht eine aufregende, aber auch nervenaufreibende Zeit zu Ende. In den vergangenen Monaten hat er mit weiteren Verantwortlichen das sportliche Großereignis der Stadt geplant. Er ist im Organisationsbüro der Stadt zuständig für den sportfachlichen Bereich der Veranstaltung.
Mit der Deutschen Straßenradsportmeisterschaft ist sein organisatorisches „Ende der Fahnenstange“ erreicht. Die beiden Radsportvereine, der CPSV und der Radsportverein Chemnitz (RSV), wurden zu einem Termin der Stadt geladen, bei der die Frage erörtert wurde, ob die Veranstaltung in Chemnitz machbar wäre oder nicht.
Die Stadt hat dann den Wunsch geäußert, eine so große Veranstaltung hier in Chemnitz durchzuführen. Aber nur mit uns beiden Vereinen. Aufgrund fehlender Erfahrung bei solchen Großereignissen gestaltete sich die Organisation und die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten kompliziert.
Nichts destotrotz werden wir gemeinsam eine gut vorbereitete nationale Radsport-meisterschaft über die Bühne bringen. Aus meiner Sicht würde ich das bejahen. Die große Tradition beginnt schon vor dem zweiten Weltkrieg: mit den drei großen Radsportfahrradwerken Presto, Wanderer und Diamant.
Sie hatten eigene Profimannschaften mit, zum damaligen Zeitpunkt guten Fahrern. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben wir versucht, diese Tradition wieder zu beleben. Viele erfolgreiche Radsportler kamen aus Chemnitz.
Beispielsweise sind aus der jüngeren Geschichte zu nennen: Michael Hübner, sechsfacher Weltmeister, und Matthias Wiegand, zweifacher Weltmeister. Und das ist die jüngste Generation, die mit Weltmeistertiteln und hervorragenden Ergebnissen auf sich aufmerksam macht: Stefan Bötticher, Joachim Eilers und Max Niederlag.
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