Die Rennrad-Reifenbreite und der richtige Reifendruck sind zwei wichtige Faktoren im Rennradsport. Während man früher mit schmalen Reifen und hohem Reifendruck unterwegs war, ist heute ein ganz anderer Trend zu beobachten. Man sieht vor allem Radler, die mit breiten Reifen und einem niedrigen Reifendruck unterwegs sind.
Reifenbreite: Der Trend geht zu 28 mm
Heutzutage kannst du auswählen, ob du schmale oder breite Rennradreifen haben möchtest. Du kannst aus einer Reifenbreite von 23 mm bis zu 36 mm wählen. Die beliebtesten Größen sind wohl aber die 23-, 25- und 28- mm-Reifen. In den letzten Jahren haben sich 25-mm-Reifen als Standardgröße für Rennräder durchgesetzt. Jetzt aber wird auf 28-mm-Reifen umgestellt.
Warum breitere Reifen?
Dass man sich heute für 25, 28 mm oder noch breitere Reifen entscheidet, ist leicht zu erklären. Das Aufkommen von immer steiferen Materialien, wie z. B. Carbon, wirkte sich negativ auf den Komfort eines Rennrads aus. Vibrationen und Schläge durch Straßenunebenheiten führen dazu, dass der Radfahrer schneller ermüdet und dadurch weniger Leistung bringt. Die Lösung für mehr Komfort war daher ein breiterer Reifen. Das heißt, der Rennradreifen hat eine größere Luftkammer und damit mehr Platz zum Aufquellen, was wiederum den Komfort verbessert.
Breitere Reifen sind also komfortabler. Ein weiterer Vorteil von breiteren Reifen ist, dass du im Vergleich zu schmaleren Reifen keinen Unterschied im Rollwiderstand bemerkst. Ein schmalerer Reifen hat eine lange und schmale Aufliegefläche. Je breiter der Reifen ist, desto kürzer und breiter ist die Kontaktfläche mit der Fahrbahn.
Es ist jedoch wichtig, dass du dir die Breite deiner Felge genau ansiehst. Zurzeit bieten mehrere Hersteller Räder mit breiteren Felgen an. Auf diese Felgen passen die 25- und 28-Millimeter-Reifen besser und die Eigenschaften kommen noch besser zur Geltung.
Nachteile breiterer Reifen
Neben den Vorteilen gibt es auch einige Nachteile für breitere Rennradreifen. Ein breiterer Reifen ist in der Regel schwerer als eine schmalere Version. Es gibt auch aerodynamische Nachteile, insbesondere bei älteren Fahrrädern mit schmaleren Felgen.
Der richtige Reifendruck: Komfort, Performance und Sicherheit
Aber wie viel Druck braucht dein Reifen denn nun wirklich? Der richtige Rennrad Reifendruck ist sehr wichtig für ein gutes Lenkverhalten, zur Verringerung des Rollwiderstands, zur Vermeidung von Reifenpannen und für mehr Komfort.
- Höherer Druck: Im Allgemeinen geringerer Rollwiderstand auf der Straße, weniger Verschleiß und ein geringeres Risiko von Reifenpannen.
- Geringerer Druck: Mehr Komfort und mehr Halt.
Pumpst du zu wenig Luft in deinen Reifen? Dann ist die Gefahr des Verschleißes sehr groß. Du solltest auch darauf achten, dass du deine Reifen nicht zu stark aufpumpst. Im schlimmsten Fall kannst du einen Platten bekommen.
Faktoren, die den Reifendruck beeinflussen
Welcher Druck für einen Reifen ideal ist, lässt sich nur schwer bestimmen. Der passende Reifendruck fließt genauso in unsere Performance auf dem Rennrad ein wie beispielsweise die individuelle, ideale Sitzposition oder aber das zu unseren Bedürfnissen ausgewählte Material.
Das individuell richtige Setting für den Reifendruck hängt von deutlich mehr Faktoren ab, als man auf den ersten Blick evtl. vermutet:
- Körpergewicht des Fahrers
- Reifenbreite
- Untergrund
- Wetterbedingungen
- Felgenbreite
- Reifentyp (Tubeless, Clincher, Tubular)
- Orthopädische Vorschädigungen
Je BREITER der Reifen ist, desto WENIGER Luftdruck benötigt er. Auf einem glatten Untergrund wie z.B. einer (Holz-) Bahn hat ein Reifen deutlich weniger Rollwiderstand - ist also schneller - als der identische Reifen mit dem gleichen Luftdruck auf einer sehr gut asphaltierten Straße.
Je breiter und auch profilierter ein Reifen aufgebaut ist, desto weniger Luftdruck wird auf diesen befüllt. Unabhängig von der Reifenbreite brauch der Reifen bei Nässe und hier besonders in Kurvenlage mehr Grip und Haftung, damit wir nicht wegrutschen. Hier als Faustformel: bei Nässe ca. 0,5 Bar weniger Luftdruck.
Natürlich gilt, je schwerer die Person, die auf dem Rad sitzt, desto mehr Luftdruck muss befüllt werden. An den Seitenflanken eines Reifens steht immer eine Herstellerangabe, eine sog. Range, die besagt, mit welchem Druck in Bar/PSI der Reifen mindestens befüllt werden sollte - und maximal befüllt werden darf.
Bei immer wiederkehrenden oder gar chronischen orthopädischen Problemen (Schulter-Nacken, untere Rücken) empfiehlt es sich, besonders bei einem Körpergewicht zwischen 50-70 Kilogramm, den Reifendruck zwischen der mittleren und unteren Empfehlung des Herstellers anzusiedeln.
Richtwerte für den Reifendruck
Die folgende Tabelle zeigt dir, wie viel bar je nach Reifenbreite und Körpergewicht für deine Reifen geeignet sind. Natürlich sind dies nur Richtwerte und der für dich ideale Rennrad Reifendruck kann immer höher oder niedriger sein.
Fährst du mit schlauchlosen Reifen? Dann brauchst du einen weniger hohen Reifendruck. Benutze die nachstehende Tabelle und zieh für tubeless etwa 1 bar ab.
| Fahrergewicht (kg) | Vorderreifen (bar) | Hinterreifen (bar) |
|---|---|---|
| 50-60 | 5,9-6,2 | 6,2-6,6 |
| 61-70 | 6,2-6,6 | 6,6-7,0 |
| 71-80 | 6,6-7,0 | 7,0-7,4 |
| 81-90 | 7,0-7,4 | 7,4-7,8 |
| 91-100 | 7,4-7,8 | 7,8-8,2 |
Zusätzliche Tipps
- Ein wichtiger Tipp ist die regelmäßige Kontrolle der Reifen auf Steine und Risse. Lass dabei die Luft vollständig aus dem Reifen ab, damit du besser sehen kannst, ob sich Schmutzpartikel darin befinden.
- Mit einer guten Standpumpe hast du deine Rennradreifen schnell wieder auf dem richtigen Reifendruck. Wir empfehlen auch, dir eine Fahrradpumpe mit Manometer anzuschaffen, so hast du den aktuellen Druck deiner Reifen immer genau im Auge.
- Tubeless Reifen, die ohne Schlauch gefahren werden, haben einen schnelleren Luftverlust als Clincher. Bei Clinchern ist der Luftverlust stark davon abhängig, mit welchem Schlauchmaterial diese bestückt werden.
- Sclaverand Ventile können bei Feuchtigkeit und/oder Kälte in ihrer Funktion nachlassen -> soll heißen, dass die Luft schneller entweichen kann.
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