Fuji Rennrad Test: Ein umfassender Überblick über verschiedene Modelle

Fuji ist eine US-amerikanische Marke mit japanischen Wurzeln, die eine breite Palette an Fahrrädern anbietet. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Rennradmodelle von Fuji, darunter das SL-A 1.3, Jari Carbon 1.1, SL 2.1, SL 1.1, Kasane, Transonic 2.3 und SL-E. Die Artikel bewerten die Stärken und Schwächen jedes Fahrrads in Bezug auf Gewicht, Komfort, Aerodynamik, Ausstattung und Fahrverhalten.

Fuji SL-A 1.3: Robuster Partner mit Schwächen beim Gewicht

Das Fuji SL-A 1.3 ist ein Alu-Renner, der vom Hersteller sowohl für Wettkämpfe als auch für Langstreckenfahrten konzipiert wurde. Durch den langen Radstand und das vergleichsweise lange Steuerrohr bietet das Fuji eine aufrechte Sitzposition und ein stoisches Fahrverhalten. Typisch für ein modernes Endurance-Modell ist die große Reifenfreiheit, die bis zu 35 Millimeter breite Pneus ermöglicht. Bereits ab Werk sind 30 Millimeter breite Vittoria-Reifen montiert, die auch Gravel-Abstecher ermöglichen.

Allerdings zeigt sich das SL-A vor allem am Lenker ruppig, und das hohe Gewicht ist ein großes Manko. Der Rahmen selbst ist nicht besonders leicht, und einfache Anbauteile wie die FSA-Kurbel, die Laufräder der Eigenmarke Oval und eine robuste Carbongabel tragen zum hohen Gesamtgewicht bei. Dies führt dazu, dass das SL-A etwas träge am Gas hängt, was die Einordnung als Wettkampf-Renner in Frage stellt.

Andererseits ist das Rahmen-Set mit Ösen für Schutzbleche gut verarbeitet, und die Schweißnähte unter der Lackierung machen es als Alu-Modell erkennbar.

Details und Bewertung des Fuji SL-A 1.3

  • Preis: 2199 Euro
  • Gewicht: 9,8 Kilo
  • Gewicht Rahmen/Gabel/Steuerlager: 1619/525/90 Gramm
  • Rahmengrößen: 47, 51, 54, 56, 58, 61
  • Antrieb/Schaltung: Shimano 105 (2x11; 52/36, 11-34 Z.)
  • Bremsen: Shimano 105 (160/160 Millimeter)
  • Laufräder/Reifen: Oval 324/Vittoria Zaffiro Pro 30 Millimeter

Stärken: große Reifenfreiheit, Ösen für Schutzbleche

Schwächen: sehr hohes Gesamtgewicht

Das Fuji SL-A 1.3 bekommt eine TOUR-Gesamtnote von 2,6.

Fuji Jari Carbon 1.1: Aerodynamisches Gravelbike für Bikepacking-Abenteuer

Mit dem Jari Carbon 1.1 präsentiert Fuji ein komplett neues Gravelbike mit einer ausgefallenen Rahmenform, die speziell auf die Montage großer Rahmentaschen zugeschnitten ist. Im Vergleich zum Vorgänger wurde die Aerodynamik verbessert, und das Design ist flächiger und schnittiger. Die Sitzstreben gehen weit unterhalb der Sattelklemme ins Sitzrohr über, und das Unterrohr ist breiter als hoch.

Besonders auffällig ist das steile Unterrohr, das das Rahmendreieck vergrößert und Platz für tief positionierte Flaschenhalter und eine Oberrohrtasche schafft. Für Bikepacking ist dies ideal. Auf lange Strecken sind auch Features wie ein Kunststoffeinsatz mit elastischen Bändern am Oberrohr und eine Kunststoffbox unterm Unterrohr abgestimmt.

Die Leitungsführung ist innenverlegt, was die Optik verbessert und das Anbringen einer Lenkertasche erleichtert. Die Geometrie wurde leicht verändert, und das FlipChip-Ausfallende vorne ermöglicht eine Veränderung des Nachlaufs.

Das Jari Carbon 1.1 ist mit Shimano GRX in der Top-Version ausgestattet und verfügt über einen Laufradsatz von WTB mit 25 mm Maulweite. Der Rahmen bietet Platz für bis zu 50 mm breite Pneus.

ROADBIKE hat das Bike einem Praxistest unterzogen und die ausgeprägte Laufruhe, die zahlreichen Befestigungsmöglichkeiten und die komfortorientierte Geometrie gelobt. Allerdings wurde auch das hohe Gewicht und die wenig flexible Sattelstütze kritisiert.

Das Jari Carbon ist ein Fahrrad, das sowohl optisch als auch technisch polarisiert. Es hat das steilste Sattelrohr und den mit Abstand steilsten Lenkwinkel. Zudem verfügt es über eine originelle Rahmenform am Tretlager, inklusive einer Toolbox darunter. Diese beiden Merkmale sollen für mehr Stauraum sorgen, führen aber oft dazu, dass Passanten sich fragen, ob es sich um ein E-Bike handelt.

Die Komfortwerte sind deutlich besser als man aufgrund der Geometrie erwarten würde. Beim Fahren sitzt man bequem und aufrecht auf dem Sattel und tritt recht senkrecht nach unten. Die steile Lenkung lässt sich zumindest von den Bremsgriffen aus gut beherrschen, da sie weit vor dem Drehpunkt liegt und die senkrechte Geometrie beruhigt.

Das Rahmenset des Jari bietet eine gute Basis mit einem klasse Verhältnis aus Verwindungssteifigkeit und Dämpfung, entgegen oder wegen der krassen Geometrie.

Fuji Jari Carbon 1.1 im Test: Vor- und Nachteile

  • Vorteile: Viele Befestigungsmöglichkeiten, langer Radstand, komfortorientierte Geometrie
  • Nachteile: Sattelstütze könnte mehr Flex bieten, sehr schwer

Fuji SL 2.1: Komfortables Einsteiger-Rennrad

Das Fuji SL 2.1 ist ein hochwertiges Rennrad mit einem Carbonrahmen, das sich durch viel Komfort und ein angenehm sicheres Fahrgefühl auszeichnet. Es ist bestens für den Einstieg in den Rennradsport geeignet. Abstriche muss man nur bei der Aerodynamik machen.

Der Rahmen verfügt über abgeflachte Carbon-Abschnitte zur Verbesserung der Steifigkeit, setzt aber dennoch auf Komfort. Die Sitzposition ist eher entspannt und aufrecht. Das SL 2.1 ist mit einer kompletten Shimano Ultegra Schaltgruppe und einer Praxis Works Kurbel ausgestattet.

Durch eine hohe Laufruhe und einen stabilen Aufbau vermittelt das Fuji SL 2.1 ein angenehmes und sicheres Fahrgefühl. Es ist eine perfekte Möglichkeit für (Wieder-)Einsteiger, sich mit dem Rennradfahren vertraut zu machen.

Fuji SL 1.1: Traum für Höhenmeter-Fans mit Schwächen im Sprint

Mit einem Rahmengewicht von nur 695 g will das Fuji SL 1.1 der Traum aller Höhenmeter-Fans sein. Dank feinster Carbontechnik und einer reduzierten Anzahl an Verbindungsstellen erreicht es ein Gesamtgewicht von nur 6,46 kg in Größe 54. Dies macht es zu einem der leichtesten Räder im Testfeld.

Der cleane Look wird durch die kabellose SRAM RED eTap und die interne Zugführung unterstützt. Das Farbkonzept ist stimmig, aber etwas überladen. Die Oval Concepts-Anbauteile passen nicht ganz zum hochwertigen Rahmenset.

Das Fuji SL 1.1 klettert leichtfüßig wie eine Bergziege und begeistert durch seine Effizienz. Das Handling ist agil, wirkt aber auf flachen Passagen etwas unruhig. Im Sprint fehlt es an Systemsteifigkeit. Die SRAM RED-Bremsen lassen sich gut dosieren, liefern aber bei Nässe weniger Performance. Der Komfort ist einwandfrei und lädt zu langen Touren ein.

Das Fuji SL 1.1 ist ein wahrer Kletterkönig, vermisst aber etwas Steifigkeit und Präzision im Sprint und Downhill.

Fuji Kasane: Vielschichtiges Allroadbike mit Aero-Design

Das Fuji Kasane kombiniert moderne Aeroformen mit einer langstreckentauglichen Sitzposition und viel Platz für breite Reifen. Es ist ein Allroadbike, das sich nicht in eine Schublade stecken lässt. Der japanische Begriff Kasane, den man mit “vielschichtig” übersetzen könnte, erscheint passend.

Auf der Straße überzeugt das Kasane mit einem bequemen Untersatz, einem breiten Oberlenker, einem bequemen Sattel und voluminösen Tubeless-Reifen. Auch die Sattelstütze und der Lenker federn ausgesprochen gut. Die Lenkung ist gut abgestimmt, und das Rad zieht bei hohem Tempo ruhig seine Bahn, bleibt aber wendig genug für spontane Richtungswechsel.

Das schnittige Aero-Design des Rahmens orientiert sich an aktuellen Profirennern. Verschiebepotenzial zwischen den Kategorien bietet das Rad bei den Reifen: Bis zu 34 Millimeter breite Pneus lässt der Rahmen zu.

Grenzen findet das Fuji Kasane bei der Übersetzung. Je nach Fitnesszustand könnte man dem Testrad ankreiden, dass es für epische Bergtouren nicht gewappnet ist.

Die Kombination wirkt auf den ersten Blick auch eher unpassend, denn deren Getriebeabstufung beschneidet den Rennrad-Charakter des Kasane. Andererseits findet man tourentaugliche Straßen-Rennräder mit wirklich kleinen Übersetzungen, welche auch weniger Trainierte in die Lage versetzen, schwere Anstiege zu meistern, auch nicht an jeder Ecke.

Fuji Transonic 2.3: Aero-Racebike mit ausgewogenen Fahreigenschaften

Das Fuji Transonic 2.3 ist ein Aero-Racebike mit einem Rahmen aus C10-High-Modulus-Carbonfasern. Die Rohrformen sind aerodynamisch optimiert, und eine Verkleidung vor dem vorderen Bremssattel soll die Windströmung verbessern. Trotz dieser Race-Orientierung fällt die Sitzposition nur leicht gestreckt aus.

Das Fahrverhalten ist primär von einer sehr hohen Laufruhe geprägt. Bei Antritten und bergauf wirkt sich das vergleichsweis hohe Gesamtgewicht von 8,86 Kilogramm negativ auf die Agilität und das Beschleunigungsverhalten aus. Der Fahrkomfort zählt nicht zu den großen Stärken des Transonic.

An unserem Testmodell wurde eine Shimano-105-Gruppe verbaut. Sie arbeitete auch im Testzeitraum gewohnt solide und zuverlässig. Die 105er-Scheibenbremsen zeigten im Testzeitraum keine Schwächen. Auf ihnen sind 28 Millimeter breite Vittoria-Zaffiro-Pro-V-Reifen montiert.

Fuji SL-E: Stilvolles E-Rennrad mit starkem Fazua-Motor

In nobles Schwarz taucht Fuji sein E-Rennrad Fuji SL-E, dessen stilsicheren Auftritt die konsequent in den Rahmen integrierte Zugverlegung unterstreicht. Im toll verarbeiteten Carbonchassis sitzt auch der 4,6 Kilo leichte E-Antrieb von Fazua. In der oberen Hälfte des Unterrohrs parkt der kompakte 250-Wh-Akku, darunter die mit maximal 55 Nm bis zu 25 km/h unterstützende Evation-Motoreinheit.

Infolge starker Sattel-Lenker-Überhöhung und langem Vorbau entfaltet das SL-E vom Start weg sportlichen Elan, inspiriert so zu schnellem Fahren. Der starke Vortrieb des SL-E geht ferner auf den emsig und angenehm leise surrenden Fazua-Motor zurück, mithilfe dessen dezenterem, trotzdem bereits in Stufe eins und zwei kraftvollen Schub man im Flachen wie an leichten Steigungen sehr gut bis an die Unterstützungsgrenze beschleunigt.

Bergab begeistert das Fuji mit agilem Handling im flotten Kurventango, liegt zugleich auf schnellen Passagen laufruhig genug. Nicht zuletzt dank des starken Fazua-Motors glänzt das Fuji mit top Fahrleistungen!

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