Rennrad Kinder 6 Jahre Test: Das perfekte Rennrad für junge Radsportler

Viele Eltern wünschen sich, ihre Kinder für den Radsport zu begeistern und mit ihnen flotte Fahrradtouren zu unternehmen. Wenn sich ein Kind ein Rennrad wünscht, stellt sich die Frage, welches Modell am besten geeignet ist. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Kinderrennräder, insbesondere für Kinder ab 6 Jahren, und hilft Ihnen, das beste Fahrrad für Ihren Nachwuchsrennfahrer zu finden.

Ist ein Rennrad für Kinder sinnvoll?

Die Frage, ob ein Rennrad für Kinder sinnvoll ist, hängt vom Verwendungszweck ab. Für den täglichen Schulweg ist ein Rennrad eher ungeeignet, da die nach vorne gebeugte Sitzposition mit einer Schultasche auf dem Rücken unbequem sein kann. Bei langen Radtouren mit der Familie bietet ein Rennrad jedoch viele Vorteile.

Vorteile eines Kinderrennrads:

  • Weniger Kraftaufwand durch leichte Räder und schmale Reifen mit geringem Rollwiderstand
  • Höhere Übersetzung für schnelleres Fahren mit weniger Anstrengung
  • Geringes Gewicht durch Rahmen aus Aluminium

Wichtig ist, dass das Kind Spaß am Radfahren hat. Ein Kind, das gerne ein Rennrad fahren möchte, wird mit einem schweren Citybike keine Freude haben. Die Motivation und Freude am Radfahren stehen im Vordergrund.

Kinder Rennrad 20 Zoll

Die kleinsten Kinderrennräder mit 20 Zoll Reifengröße sind für Fahrer ab ca. 6 Jahren geeignet. Der Hersteller Frog bietet Rennräder und Single Speed Bahnräder in dieser Größe an. Es ist jedoch zu beachten, dass die günstigeren Bahnräder ohne Vorderradbremse nicht für den Straßengebrauch zugelassen sind. Für das Fahren auf der Straße wird ein Kinderrennrad mit Gangschaltung empfohlen.

Empfehlungen für 20 Zoll Kinderrennräder:

  • Frog Road 58: Mit 9 Gängen und einem Gewicht von 8,2 kg
  • Frog Track 58: Single Speed Bahnrad mit einem Gewicht von 6,78 kg (nicht für den Straßenverkehr ohne Vorderradbremse geeignet)
Modell Größe Alter Kind Gewicht Innenbeinlänge Gänge Preis
Frog Road 58 20 Zoll 6-7 Jahre 8,2 kg 52-63cm 9 Gänge € 858
Frog Track 58 20 Zoll 6-7 Jahre 6,78 kg 52-63cm Single speed € 590

Kinder Rennrad 24 Zoll

Ab einer Reifengröße von 24 Zoll ist die Auswahl an Kinderrennrädern größer. Die Reifengröße allein ist jedoch nicht entscheidend für die richtige Fahrradgröße. Unterschiedliche Rennräder haben oft unterschiedliche Geometrien. Das Beanie Pulse 26 mit 26 Zoll Reifen kann bereits von Kindern mit einer Körpergröße von 130 cm gefahren werden und ist daher von der Geometrie her mit den 24 Zoll Fahrrädern anderer Hersteller vergleichbar.

Empfehlungen für 24 Zoll Kinderrennräder:

  • Frog Road 67: Mit 9 Gängen und einem Gewicht von 8,8 kg
  • SCOTT GRAVEL 400 BIKE 24 Zoll: Mit 18 Gängen und einem Gewicht von 9,5 kg
  • Bombtrack Beyond Junior Kids 24 Zoll: Mit 9 Gängen und einem Gewicht von 10,9 kg
  • Jaison Julier 24: Mit 9 Gängen und einem Gewicht von 7,9 kg
Modell Größe Alter/Größe Kind Gewicht Innenbeinlänge Gänge Preis
Frog Road 67 24 Zoll 8-12 Jahre 8,8 kg 62-74cm 9 Gänge € 868
SCOTT GRAVEL 400 BIKE 24 Zoll 8-12 Jahre ab 130cm 9,5 kg 18 Gänge € 999
Bombtrack Beyond Junior Kids 24 Zoll 135 - 155 cm 10,9 kg 9 Gänge € 1.199
Jaison Julier 24 24 Zoll ab ca. 122 cm 7,9 kg 9 Gänge € 1.375

Als Alternative kann auch das Beany Pulse 26 in Betracht gezogen werden, das bereits ab einer Körpergröße von 130 cm passt.

Jugend Rennrad 26 Zoll

Bei Bestellungen außerhalb der EU sollten eventuelle Zollgebühren berücksichtigt werden. Das Frog Road 70 ist aufgrund der hohen Nachfrage oft ausverkauft. Das Beany Pulse 26 ist eine gute Alternative und oft lieferbar.

Empfehlungen für 26 Zoll Jugendrennräder:

  • Frog Road 70: Mit 10 Gängen und einem Gewicht von 9,3 kg
  • Beany Pulse 26: Mit 9 Gängen und einem Gewicht von 9,9 kg
Modell Größe Alter/Größe Kind min Sattelhöhe Gewicht Innenbeinlänge Gänge Preis
Frog Road 70 26 Zoll 11-14Jahre 9,3 kg 67-84 cm 10 Gänge € 965
Beany Pulse 26 26 Zoll 130-150cm 70cm 9,9 kg 9 Gänge € 699

Beany Bike Aktion: Bei Bestellungen bei Beany Bikes kann mit dem Aktionscode „Fahrradtest“ ein Flaschenhalter im Wert von 8,- gratis erhalten werden.

Jugend Rennrad 27,5 Zoll

Bevor Jugendliche auf ein Erwachsenenrennrad umsteigen können, gibt es Modelle mit 27,5 Zoll Reifen, die für Kinder ab ca. 140 cm Körpergröße geeignet sind. Die Eignung hängt jedoch von der Geometrie des jeweiligen Fahrrads ab.

Empfehlungen für 27,5 Zoll Jugendrennräder:

  • Beany Pulse 700: Mit 10 Gängen und einem Gewicht von 10,5 kg
  • raX XG 27,5″ Gravel Bike: Mit 10 Gängen und einem Gewicht von 10,5 kg
  • VPace Michl 275 Gravel: Geeignet ab ca. 1,35 m Körpergröße und einem Gewicht von 8 kg
  • Cube Nuroad Rookie: Mit 2x10 Gängen und einem Gewicht von 9,9 kg
Modell Größe Alter/Größe Kind min Sattelhöhe Gewicht Innenbeinlänge Gänge Preis
Beany Pulse 700 700” ab 145 cm 70cm 10,5 kg 10 Gänge € 799
raX XG 27,5″ Gravel Bike 27,5 Zoll 75cm 10,5 kg 10 Gänge € 899
VPace Michl 275 Gravel 27,5 Zoll ab ca. 1,35 m 8 kg € 1.699
Cube Nuroad Rookie 27,5 Zoll ab 10 Jahren 9,9 kg 2×10 Gänge € 1.199

Beany Pulse im Test

Der Beany Pulse 700 wurde Ende Mai 2024 geliefert und ermöglicht es nun der ganzen Familie, auf Rennrädern bzw. Gravelbikes unterwegs zu sein. Das Modell Beany Pulse ist in 26 Zoll oder mit einem Reifendurchmesser von 700 mm erhältlich. Das 700er Modell bietet Varianten mit 15- und 17-Zoll-Rahmen; der 15-Zoll-Rahmen ist bis zu einer Körpergröße von 165 cm geeignet. Ein ausführlicher Testbericht, in dem beide Räder verglichen werden, folgt in Kürze.

S’COOL raX XG 27,5″ Gravel Bike Kinderrennrad im Test

Nachdem das Wunsch-Bike, das Beanie Pulse 26, Anfang April 2023 noch immer nicht lieferbar war, wurde das S’COOL raX XG 27,5″ Gravel Bike gewählt. Mit einer Mindestsattelhöhe von 75 cm ist das Fahrrad für eine 135 cm große Tochter zwar noch sehr groß, aber aus Mangel an Alternativen wurde der Versuch gewagt und das Rad bestellt. Außerdem hat das S’cool eine ähnliche Übersetzung wie ein Mountainbike, was das Bergfahren erleichtern soll.

Der erste Eindruck nach dem Auspacken des Fahrrades war gut. Nur mit der hinteren Scheibenbremse gab es Probleme. Die Scheibe war scheinbar verbogen - aber gemeinsam mit Scool wurde eine Lösung gefunden. Mittlerweile schafft die Tochter mit dem neuen Kinderrennrad schon Touren um die 50 km und sie ist sehr stolz auf das coole Bike.

Vpace Michl28 Kinder-Gravelbike: Passt und klettert gut

Das Modell Michl soll Kinder nun auch als Gravelbike glücklich machen. Ob das funktioniert, hat Testfahrer Leo probiert, zwölf Jahre alt, 147 Zentimeter groß und geübter Mountainbiker. Das Michl28 empfiehlt Vpace ab 1,45 Metern Körpergröße, es passt daher perfekt zu unserem Testpiloten, der mit Rennrädern bislang wenig Erfahrung hat. Die Testfahrten führen überwiegend über Forststraßen und gepflegte Waldwege, aber Leo nimmt auch Straßen und leichte Trails im Heimrevier unter die Räder. Im Prinzip seine MTB-Strecken ohne die wirklich kniffeligen Stellen.

Auf diesem bunten Strecken-Mix kommt er mit dem Rad auf Anhieb zurecht. „Toll, wie leicht das rollt“, ist einer seiner ersten Kommentare auf einem schnellen Schotterabschnitt. Der gebogene Lenker erweist sich im Vergleich zum MTB aber als gewöhnungsbedürftig. Hinzu kommt, dass die Schaltbremsgriffe in Kinderhand einfach eine Nummer zu groß sind. Lektion Nummer eins: MTB-Lenker passen besser zu Kinderhänden. Entsprechend ist Leo auch von der Bremsperformance nicht sehr überzeugt: „Die ist schwach, verglichen mit meinem Bike“, urteilt er. Trotzdem kommt er überall rauf und runter, Schalten klappt, auch ein Steilanstieg ist mit der 32-42-Untersetzung des 1x11-SRAM-Getriebes machbar. Die 155 Millimeter kurzen Kurbeln passen zu den Beinen. Auch das Gewicht des Rades (8,6 Kilogramm) findet Leo angenehm: „Schön leicht!“, kommentiert er die Differenz zu seinem Mountainbike, das mit Federgabel mehr als zehn Kilo wiegt. Wer keinen Rennlenker will, bekommt das Rad von Vpace auch mit geradem MTB-Lenker. In der Version „Commuter“ ist zudem eine clevere Lichtanlage mit Akku im Lenker integriert sowie ein Satz Schutzbleche. So wird aus dem Gravelbike ein leichtes Alltagsrad. Für Fahrer ab 135 Zentimeter gibt es zudem das kleinere Model Michl275.

Unser Testrad rollt auf Schwalbes G-One Allroad in 40 Millimetern Breite und mit Schläuchen. Für sportliche Nutzung böte es sich an, auf Tubeless umzustellen. Das spart rund 300 Gramm ­Gewicht,­ ­erlaubt nied­rigeren Reifendruck und senkt das Pannenrisiko.

Das Rad kostet 1.749 Euro. Die Commuter-­Version kommt inklusive Licht und Schutzblechen auf den gleichen Preis. Viel Geld für ein Kinderrad. Aber die Wiederverkaufspreise von Vpace-Kinderrädern sind hoch, das muss man bei solchen Anschaffungen berücksichtigen. Gut erhalten sind bis zu zwei Drittel des Anschaffungspreises beim Gebrauchtverkauf wieder drin. Fahren ­können Kinder solch ein Rad etwa zwei ­Jahre, wenn der Wachstumsschub sich ­verzögert, auch drei.

Leo legt sich fest: „Nein, ich würde mein Bike nicht gegen das Gravelrad tauschen, denn ich fahre mit meinem MTB genauso schnell und schaffe auch schwierigere Stellen, die besonders Bock ­machen!“ Das liegt natürlich auch an Leos Vorprägung durchs Mountainbiken. Das MTB-Hardtail ist breiter einsetzbar und ­bietet mehr Kontrolle und Fahrspaß im Gelände. Kinder, die zuvor nur Straßenräder gefahren sind, dürften es umgekehrt wahrnehmen: das Gravelrad als Horizonterweiterung.

Vpace Michl28: Technische Daten

  • Rahmen: Michl Aluminium 6061 mit 12-mm-Steckachse und Flat-Mount-Aufnahme
  • Gabel/Dämpfer: Vpace CCX-Carbongabel
  • Vorbau: Vpace SL, 60 mm
  • Lenker: Vpace Gravel SL, 38 cm breit, Drop 120 mm, Reach 70 mm, Flare 18 Grad
  • Schaltung: Sram Apex1, 32/11-42
  • Kurbel: Vpace-Kinderkurbel, 155 mm, Q-Faktor 155 mm
  • Bremsen: Sram Apex, Brems-/Schalthebel mit Flatmount, Reach einstellbar
  • Laufräder: Vpace 28“, tubeless ready
  • Reifen: Schwalbe G-One Allround, 40 mm
  • Preis: 1.749 Euro
  • Gewicht: 8,6 kg

Geländeräder sind in der Hand von Kindern allemal sinnvoller als reine Straßenräder - schon um den Autos aus dem Weg gehen zu können. Kinder, die unbedingt mit einem Rennlenker ausrücken wollen, finden im Michl28 ein gutes Angebot. Über die Reifenwahl lässt sich das Rad auf die bevorzugten Strecken einstellen. Der Vpace-Renner ist sehr gut gemacht, so leicht und so kindgerecht, wie ein Rennlenker-Bike nur sein kann. Wenn alle Kinderräder so gut wären, würden wohl mehr Kinder Radfahren als Sport für sich entdecken.

Test Kinderrennrad Frog Road 67

Das britische Kinder-Rennrad von Frog steht für den frühen Einstieg in den Straßen- bzw. Cross-Sport. Handling, Griffpositionen und das Bremsen sind schon für ungeübte Erwachsene nicht einfach; jemand, der altersbedingt noch mit dem Radfahren an sich vollauf beschäftigt ist, tut sich damit naturgemäß noch schwerer. Und auch die Sitzhaltung ist so eine Sache: Sich eher gestreckt auf dem Rad zu positionieren, den Kopf im Nacken, ist alles andere als altersgerecht. Gerade jüngere Kinder sollten nämlich möglichst aufrecht sitzen; aufgrund ihres deutlich kleineren Gesichtsfeldes sind sie auf maximale Übersicht im Verkehr angewiesen.

Das Frog 67 ist ein gutes Beispiel dafür, wie kompliziert es ist, ein kindgerechtes Rennrad zu konstruieren. Los geht es schon damit, dass das Größenspektrum zwangsläufig sehr eingeschränkt ist - die Briten behelfen sich also damit, dass sie ihr Anfänger-Modell mit 20-Zoll-Laufrädern ausstatten und darüber zwei Renner mit 24- bzw. 26-Zoll-Rädern stellen, die sich in der Ausstattung und etwas in der Oberrohrlänge unterscheiden. Damit bis dahin für Fahrspaß gesorgt ist, ist die Ausstattung robust und schlicht gehalten. Neungang-Kettenschaltung und Cantilever-Bremsen deuten darauf hin, dass dies kein reines Rennrad ist: Mit breiteren, profilierten Reifen geht es als Querfeldeinrad durch - bereit für eine anspruchsvolle, aber auch spielerische Disziplin, die Kindern durchaus Spaß macht. Mit 32er Kettenblatt und 12 bis 27 Zähnen hinten ist es durchaus aufs Gelände vorbereitet, außerdem zeigt das Frog ein Merkmal, das bis vor dem Siegeszug der Scheibenbremsen typisch für Crossräder war: die zusätzlichen Bremshebel am Lenker, umgangssprachlich „Froglegs“genannt, was aber nichts mit diesem Hersteller zu tun hat. Die Extrahebel ermöglichen es, die Hände dauerhaft am Oberlenker zu lassen, wodurch man so aufrecht sitzt, wie es dieses Rad eben zulässt. Außerdem ist in dieser Position die Bremswirkung am größten. Die Microshift-Schaltbremshebel sind auf kleine Hände zugeschnitten - „die“ deshalb, weil auch der linke Shifter verbaut ist. Mit einigem Aufwand könnte man das Rad also auch auf 2×9 Gänge umzurüsten.

Kopfzerbrechen bereitet freilich die Rahmengeometrie des britischen Kinder-Renners, an der besonders zwei Dinge auffallen. Zum einen ist das Steuerrohr extrem kurz; damit der Lenker hoch genug positioniert werden kann, stapeln sich gleich vier Spacer unterm Vorbau. Punkt zwei und das deutlich größere Problem ist das extrem hoch positionierte Tretlager. Der Abstand zwischen der Mitte der Kurbelwelle und dem Erdboden beträgt ganze 275 mm - einen knappen Zentimeter mehr als bei einem ausgewogenen Erwachsenen-Rennrad mit 28-Zoll-Laufrädern. Denkt man sich nun noch Offroad-Reifen ans Frog, wandert das Tretlager noch einmal um einige Millimeter nach oben.

So aber fragt man sich, ob es sinnvoll ist, ein junges Kind per Frog aufs Rennradfahren vorzubereiten. Wenn sich zur Gewöhnung an den Rennlenker eine insgesamt problematische Haltung auf dem Rad gesellt, könnte die Freude am Sportrad schnell vergehen. Angesichts des recht hohen Preises für das Frog ist man geneigt, den Nachwuchs lieber noch ein paar Jahre auf eines solides, gut konstruiertes Kinder-MTB zu setzen, das man für einen vergleichbaren Geldbetrag sogar auf 1×11-Schaltung umrüsten kann. Hier kann das Frog dann nur noch durch sein geringes Gewicht punkten: 8,8 Kilo mit Pedalen sind ein wirklich guter Wert.

Giant Seek und Liv Seek: Jugendrennräder für Mädchen und Jungs

Die Rennradmarken Giant und Liv Cycling bringen Jugendrennräder speziell für Kinder und Jugendliche zwischen 130 und 150 Zentimetern Körpergröße heraus: das Seek. Giant und die zur Giant-Group gehörende Frauen-Fahrradmarke Liv wollen damit ihr Engagement für den Jugendmarkt verstärken und mit dem jeweils ersten Dropbar-Bike speziell den Straßenradsport fördern.

Das Seek soll dabei mit der gleichen Sorgfalt, den gleichen Leistungsstandards und der gleichen Detailgenauigkeit wie die Erwachsenenmodelle von Giant und Liv gebaut worden sein. Dank 37 Millimetern Reifenfreiheit können Jungen und Mädchen asphaltierte Straßen, aber auch Schotterwege und alles dazwischen mit Spaß und Selbstvertrauen erkunden können. Den Herstellern ist dabei wichtig zu betonen, dass das Seek nicht "nur" eine kleinere Version eines Erwachsenenfahrrads ist, sondern eine Neuinterpretation dessen, was im Jugendradsport möglich ist.

Das Seek kommt mit einem Aluminiumrahmen, einer jugendgerechten Geometrie und speziell angepassten Griffen. Es soll mit seinem Fahrer oder seiner Fahrerin mitwachsen und reaktionsschnelles Handling, Vielseitigkeit und Langlebigkeit bieten.

Der Giant Contact SL Lite Lenker ist speziell geformt mit einem kürzeren Reach (62mm) und Drops (100mm) im Vergleich zu typischen Erwachsenen-Lenkern. Die Bremshebel sind ebenfalls für kleinere Hände konzipiert, mit einem um 35% kürzeren Reach von den Drops und einem um 30% kürzeren von den Hoods. Der Außendurchmesser der Haube ist um 20 % kleiner, und die ausgestellte Form des Hebels verbessert die Ergonomie für kleine Hände.

Die wichtigsten Features des Seek sind laut Hersteller:

  • Leichter, robuster Rahmen: ALUXX-Aluminiumrahmen und Advanced-Carbon-Gabel
  • Jugendoptimierte Geometrie mit 650b-Laufrädern, die für wachsende Fahrerinnen und Fahrer zwischen 130 und 150 cm ausgelegt ist
  • Renntaugliche Komponenten: Hydraulische Scheibenbremsen Tektro TR-35 und Giant MPH, Elektronische Schaltung TRP/Microshift und Platz für 37-mm-Reifen
  • Für Jugendliche optimierte Kontaktpunkte: Kinderspezifischer Sattel, schmalerer Lenker, leicht erreichbare Bremshebel und kürzere Kurbeln, abgestimmt auf kleinere Proportionen und Körperformen

Die Seek-Modelle kommen mit 1-fach-Antrieben und 130mm kurzen Kurbeln.

Zwei Modelle

Giant und Liv bieten zwei Modelle in der neuen Seek-Serie. Das Seek 1 ist ein Rennrad mit dem SLR-Carbonlaufradsatz von Giant und soll nur 7,4 Kilogramm wiegen. Das Seek 2 ist für Rennrad-Neulinge gedacht, hat aber auch alles, was man für einen schnellen Start braucht, wie eine Carbongabel, Scheibenbremsen und schlauchlose Reifen. Beide Modelle haben eine elektronische Schaltung und eine Rahmengeometrie, die lange Tage im Sattel und explosive Kraft bei Sprints unterstützen sollen.

Die Seek-Modelle sind ab August im Fachhandel erhältlich. Das Seek 1 kostet 2999 Euro, für das Seek 2 werden 1799 Euro fällig.

Der ROADBIKE-Test des Giant Seek 1

Beim Komplettgewicht legt das Seek 1 mit 7,4 Kilogramm eine Punktlandung hin und trifft exakt die Herstellerangabe. Die Carbon-Laufräder haben wir mit 2585 Gramm gewogen. Beides sind richtig gute Werte. Der Alu-Rahmen gefällt durch seine schöne Verarbeitung.

Mit knapp 140 Zentimetern liegt unser neun Jahre alte ROADBIKE-Testfahrer Elias auch genau in der Mitte von Giants Größenangabe, folglich ist die Anpassung schnell erledigt. Auf den ersten Blick wirken die 650B-Laufräder recht groß, aber sie sorgen auch für eine gute Laufruhe. Erstaunlich ist, wie schnell sich Elias mit dem etwas besonderen, quirligen Fahrverhalten eines Rennrads mit den schmalen Reifen gewöhnt. Was dabei hilft: die kindgerechten Bremshebel. Sie liegen gut in der Hand und der Abstand der Hebel zum Lenker lässt sich anpassen, sodass es kein Problem ist, die Bremse zu erreichen und bei Bedarf sicher zum Stehen zu kommen. Einzig der Lenker ist etwas schmal, bei größeren Kindern, die näher an 150 Zentimetern liegen, könnte man sich ein zwei Zentimeter breiteres Modell gut vorstellen.

Nach wenigen Metern ist auch das Prinzip hinter der elektronischen TRP/Microshift-Schaltung verstanden und die Gangwechsel klappen spielerisch. Überhaupt zählt die elektronische Schaltung zu den klaren Stärken des Seek, denn das starke Verdrehen des Handgelenks, um einen mechanischen Schalthebel zu bedienen, ist für kleine Kinderhände schwierig - von der nötigen Handkraft ganz abgesehen. Auf dem Seek gelingen die Gangwechsel hingegen ganz einfach auf Knopfdruck.

Dazu passt die gut ausgewählte Übersetzung mit nur einem 30er-Kettenblatt mit 130-Millimeter-Kurbel vorne und hinten der 11-36er-Kassette. Ohne zweites Kettenblatt vorne bleibt die Schaltung einfach und überschaubar, gleichzeitig passt aber die Übersetzungsbandbreite. Selbst Rampen mit mehr als 10 Prozent Steigung konnte Elias mit lockerer Trittfrequenz meistern. Mit den großen Gängen lässt sich auf der anderen Seite aber auch ein gutes Tempo anschlagen. Die leichten Carbonlaufräder samt 28er-Reifen rollen leicht, sodass Kinder problemlos auch längere Distanzen schaffen, die sie sich vorher vielleicht gar nicht zugetraut hätten. Auch bergab bietet das Seek viel Laufruhe, sodass sich die Kinder auch bei höhrerem Tempo wohlfühlen und sicher fühlen, auch wenn sie sich an die Geschwindigkeiten erst herantasten müssen.

Weiteres Plus ist die Reifenfreiheit bis 37 mm, sodass das Seek auch in einem Gravel-Setup aufgebaut werden kann. Beim Seek 1 sind entsprechende Reifen im Lieferumfang enthalten.

Aus unserer Erfahrung ist das Gravel-Set-up aber gerade für kleinere Kinder die bessere Wahl, weil man einfach in Sachen Streckengestaltung flexibler ist und besser den Straßenverkehr vermeiden kann.

Die günstigere Version, das Seek 2, kommt statt mit Carbon-Laufrädern mit Modellen aus Alu, die folglich etwas schwerer sind und nicht ganz so leichtfüßig rollen. Außerdem hat es keine rein hydraulischen Scheibenbremsen, sondern Scheibenbremsen kombiniert mit mechanischen Seilzügen. Über einen Konverter am Vorbau wird die Kraft übertragen. Der Nachteil neben dem höheren Gewicht ist der etwas unpräzisere Bremspunkt.

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