Das Dienstradleasing ist nicht auf E-Bikes oder das Pendlerrad für den Arbeitsweg beschränkt. Erlaubt ist, was gefällt.
Was ist Dienstrad-Leasing?
Vier Akteure sind direkt am Leasing beteiligt: ein Leasingunternehmen, sein Vertragshändler, der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer - in diesem Fall eine Rennradlerin oder ein Rennradler.
Der Arbeitgeber kooperiert mit einem Leasingunternehmen, dessen Vertragshändler die Wunschmarke des Radlers führt. Der Arbeitnehmer wählt sein Wunschrad beim Vertragshändler (oder auch Versender). Der Arbeitgeber schließt mit dem Leasingunternehmen einen Vertrag über dieses ausgewählte Rad ab. Er - und nicht der Radler selbst - ist der Leasingnehmer.
Der Arbeitgeber überlässt dem Arbeitnehmer das Rad für üblicherweise 36 Monate Vertragslaufzeit zur Nutzung. Die Kosten für das Leasing plus die obligatorische Vollkaskoversicherung zieht er komplett oder teilweise vom Bruttolohn ab. Durch den niedrigeren Lohn spart der Arbeitnehmer Steuern und Sozialabgaben. Das ist der eigentliche Spar-Trick beim Dienstradleasing.
Der Arbeitnehmer benutzt das Rad nach Belieben, privat oder beruflich. Auch die ausschließliche Freizeitnutzung ist vollkommen legal. Sie taucht als „geldwerter Vorteil“ auf der Gehaltsrechnung auf und muss versteuert werden - bei einem 8.000-Euro-Rad wären aber nur 20 Euro monatlich zu versteuern.
Kurz vor Ende der Vertragslaufzeit erhält der Arbeitnehmer auf Anfrage ein Kaufangebot zu einem pauschalen Restwert, meist 15 bis 18 Prozent des Listen-Neupreises. Will er das Rad nicht übernehmen, veranlasst das Leasingunternehmen die Abholung. Die Rückgabe erfolgt in „ordnungsgemäßem Zustand“, also mit üblichem Verschleiß.
Wie funktioniert die Gehaltsumwandlung?
Das Grundmodell des Verfahrens heißt „Gehaltsumwandlung“. Der Arbeitgeber least für seinen Angestellten ein Rad und zieht zumindest einen Teil der Kosten dafür vom Gehalt ab. Anders als für das Bruttogehalt seines Angestellten muss er für die Leasingraten keine Sozialabgaben zahlen. Das rechnet sich für ihn deutlich.
Der Angestellte spart wiederum ebenfalls an seinen Sozialabgaben und - durch das geringere Gehalt - bei der Steuer. Auf den ersten Blick eine klassische Win-win-Situation.
Doch auch der Leasinganbieter verdient natürlich mit: Er bekommt Provisionen vom Radhändler und hält bisweilen die Hand bei den Leasingraten auf.
Dazu kommen Versicherungen, denn schließlich unterzeichnet der Arbeitgeber den Leasingvertrag und überlässt seinem Angestellten das Rad nur zur Nutzung. Es liegt nahe, dass Arbeitgeber und Angestellter keinen Streit wegen eines geklauten oder beschädigten Rades riskieren sollten. Schon deshalb sind alle Leasingräder üppig versichert, von Vollkasko bis hin zu einer Verschleißteil- und Mobilitäts-Versicherung.
Vorteile des Dienstrad-Leasings
- Steuerliche Vorteile: Durch die Gehaltsumwandlung wird das zu versteuernde Brutto-Einkommen reduziert, was zu geringeren Steuerlasten führt.
- Geringere Sozialabgaben: Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer sparen Sozialabgaben.
- Attraktive Konditionen: Oftmals sind Versicherungen und Wartungspakete in den Leasingraten enthalten.
- Flexibilität: Nach Ablauf der Leasingdauer besteht die Möglichkeit, das Rad zu übernehmen oder zurückzugeben.
Nachteile und worauf man achten sollte
- Reduzierte Rentenansprüche: Durch die Gehaltsumwandlung können die Rentenbeiträge sinken, was langfristig zu geringeren Rentenansprüchen führt.
- Eingeschränkte Modifikationsmöglichkeiten: Das Leihrad muss im Originalzustand zurückgegeben werden.
- Versicherungsbedingungen: Manche Leasingrad-Versicherungen schließen den Wettkampfeinsatz aus.
- Kosten: Die Dienste der Leasingunternehmen und Versicherer kosten richtig Geld. Würde man einfach sämtliche Kosten für Rad und Versicherungen während der meist dreijährigen Leasingdauer zusammenzählen, wäre das geleaste Rad dramatisch teurer als ein gekauftes.
Fallbeispiele und Berechnungen
Um die Vor- und Nachteile des Dienstrad-Leasings besser zu veranschaulichen, betrachten wir zwei fiktive Rennradler:
Fall 1: Durchschnittsverdiener mit Kindern
Eine Radlerin verdient das durchschnittliche deutsche Bruttogehalt von 4100 Euro monatlich, hat zwei Kinder und ist in der Steuerklasse drei. Ihr Wunschrad kostet mit 5200 Euro genau den Durchschnittspreis, den TOUR-Leser in der jüngsten Befragung bei der Kaufabsicht angaben. Das Leasingrad verringert das Bruttoeinkommen um etwa 150 Euro, das Nettoeinkommen um 100 Euro monatlich. Wenn der Arbeitgeber - wie verbreitet üblich - die Kosten der Versicherungen (beim Beispielanbieter sind es 820 Euro) übernimmt, summiert der Rechner die Nettokosten für das am Leasingende günstig gekaufte Rad auf 4460 Euro. Für das konventionell gekaufte Rad addiert der Onlinerechner die beim Leasing obligatorische Versicherung einfach dazu und kommt so auf 6020 Euro. Das wären 26 Prozent Ersparnis beim Leasing. Lässt man die Versicherung außer Acht, bleiben 740 Euro Ersparnis.
Überschlägig verringert das Leasingrad die Rente um monatlich 4,30 Euro. Diese Winzigkeit summiert sich über die Lebensdauer der Radlerin auf etwa 1000 Euro - die man zum günstigen Leasingpreis addieren könnte.
Fall 2: Gutverdiener ohne Kinder
Radler zwei ist ein gut verdienender, kinderloser Lediger der Steuerklasse eins. Er verdient monatlich 8000 Euro brutto und will ein ebenso teures Rad leasen. Er bekommt mit Leasingrad monatlich 234 Euro weniger brutto und hat 135 Euro weniger netto. Für ihn spuckt der Rechner für das nach Leasingende übernommene Rad einen Gesamtpreis von nur etwa 6000 Euro aus, eine Ersparnis von theoretisch 2000 Euro (ohne Einbezug der Versicherungen). Bis zur Beitragsbemessungsgrenze ist das Einkommen eines Beschäftigten beitragspflichtig, alles darüber ist beitragsfrei. Daher hat das Leasing keine Auswirkungen auf die Rente.
Tabelle: Vergleich der Kosten und Ersparnisse beim Rennrad-Leasing
| Aspekt | Fall 1: Durchschnittsverdiener mit Kindern | Fall 2: Gutverdiener ohne Kinder |
|---|---|---|
| Bruttogehalt | 4100 € | 8000 € |
| Radpreis | 5200 € | 8000 € |
| Monatliche Brutto-Reduktion | 150 € | 234 € |
| Monatliche Netto-Reduktion | 100 € | 135 € |
| Nettokosten (Leasingende) | 4460 € (mit Versicherung) | 6000 € (ohne Versicherung) |
| Ersparnis | 26% (mit Versicherung), 740 € (ohne Versicherung) | 2000 € (ohne Versicherung) |
| Renteneinbuße (geschätzt) | 1000 € | Keine Auswirkungen |
Alternativen zum Dienstrad-Leasing
Neben dem Dienstrad-Leasing gibt es auch andere Optionen, um an ein hochwertiges Rennrad zu kommen:
- Barkauf: Der Direktkauf ist transparent und einfach, erfordert jedoch eine hohe finanzielle Aufwendung.
- Ratenkauf: Dank hoher Zinsen ist der Ratenkauf derzeit keine gute Option.
- Privat-Leasing: Wirtschaftlich betrachtet hat das Privat-Leasing nur Nachteile, da es nicht den Steuervorteil bietet wie das Arbeitnehmer-Leasing: hohe Leasingraten, zusätzliche Versicherungskosten, und am Ende gehört einem das Bike doch nicht.
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