Kann man Mountainbike-Reifen auf ein Rennrad montieren?

Die Frage, ob man Mountainbike-Reifen auf ein Rennrad montieren kann, ist nicht immer einfach zu beantworten. Grundsätzlich ist die Art der Bereifung zunächst eine Frage der Größe. Um den passenden Schlauch und den dazugehörigen Mantel zu finden, geht man von der Felge aus, auf den die beiden Komponenten aufgezogen werden.

In diesem Artikel erklären wir, was möglich ist, damit Sie Ihre Fahrten ohne Risiko genießen können. Bevor Sie Ihr Rennrad mit Gravel-Reifen ausstatten, sollten Sie einige Vorsichtsmaßnahmen treffen.

Reifengrößen und -bezeichnungen

Die Größe nach ETRTO gilt heute als verbreitet und sagt aus, wie breit ein Reifen ist und wie groß dessen Innendurchmesser ausfällt. Beim Maß 35-622 handelt es sich z. B. um einen Pneu, welcher aufgepumpt ca. 35mm breit ist und sich mit einem Innendurchmesser von 622 mm für entsprechend große Felgen eignet. Auch die Angabe des Durchmessers und der Breite in Zoll ist beliebt.

Ein Beispiel: 37-622 - Die erste Zahl gibt die Reifenbreite an und die zweite den Innendurchmesser.

Um die Reifenbreite am Fahrrad zu bestimmen, kannst du diese selbst messen. Alternativ kannst du die Reifenbreite auch anhand der Mantelbeschriftung bestimmen.

Verschiedene Reifentypen

Drahtreifen werden mit einem Geflecht aus Stahl im Inneren des Reifenwulstes verstärkt. Alternative Konzepte sind die Faltreifen, welche anstelle eines Drahtgeflechtes Kevlar verwenden. Diese sind leichter als die Drahtlösungen, einfacher im Gepäck zu transportieren und ebenso sicher und abriebfest.

Als Sonderform gilt der Schlauchreifen, eine Kombination aus Schlauch und Mantel, welche auf die Felge aufgeklebt meist für Rennen verwendet wird: Schlauchreifen können sehr hohe Druckwerte mit einem überdurchschnittlich guten Grip bieten.

Tubeless-Tires sind bei vielen MTB-lern beliebt. Tubelessreifen werden mit der Felge verbunden und können ohne Schlauch mit Luft befüllt werden. Eine Sonderform sind die Tubeless-Ready-Reifen.

Reifenbreiten im Vergleich

Früher waren Rennradreifen zwischen 20 - 23 mm breit. Das hat sich aber geändert. Breitere Rennradreifen können mit weniger Luftdruck gefahren werden. Bei den breiteren Reifen (25 mm und 28 mm) muss vorher geprüft werden, ob sie in den Rahmen passen. Cyclocross-Bikes können dank der Rahmengeometrie mit bis zu 35 mm breiten Reifen gefahren werden. Beim Cross-Country und Marathon Mountainbike werden 51 mm und bis zu 54 mm empfohlen. Das All-Mountain besitzt Reifenbreiten von 54 mm bis 61 mm. Reifenbreiten beim Trekkingbike liegen zwischen denen des Rennrads und einem Mountainbike-Reifen. Grundsätzlich gelten die vorher genannten Reifenbreiten auch beim E-Bike. E-Mountainbikes kommen meist mit 51 mm oder 54 mm Reifenbreiten.

Passen Gravel-Reifen auf ein Rennrad?

In einigen Fällen ist es möglich, Gravel-Reifen auf ein Rennrad zu montieren. Allerdings gibt es dabei Einschränkungen. Denn Rennradreifen sind - wie der Name schon sagt - für den Einsatz auf asphaltierten Strecken konzipiert. Das heißt, sie sind so optimiert, dass sie auf einem harten und relativ gleichmäßigen Untergrund den geringsten Rollwiderstand erzeugen. Auf schwierigem Untergrund mit Ästen, Schotter und Steinen kann leichter eine Reifenpanne entstehen. Außerdem bieten Rennradreifen auf solchem Terrain nicht immer das gleiche Maß an Kontrolle über das Fahrrad.

Am einfachsten ist, die Form des Rahmens für das Hinterrad zu überprüfen und zu sehen, wie nah die Vorderradgabel an Ihrem Reifen ist. Warum? Weil Gravel-Reifen in der Regel ein ausgeprägteres Profil haben und manchmal breiter und/oder höher sind als herkömmliche Rennradreifen. Daher können sie nach der Montage den Rahmen berühren, was sie natürlich unbrauchbar macht.

Einige Rennräder verfügen über etwas mehr Platz an der Seite, um etwas größere Reifen montieren zu können, andere hingegen nicht. Die maximalen Reifendimensionen werden vom Fahrradhersteller festgelegt. Sie sollten daher in den technischen Daten Ihres Fahrrads nachsehen, welche Breite und Höhe es maximal zulässt.

Aber Vorsicht! Selbst wenn die Räder eines Rennrads erfolgreich mit einem Satz Gravel-Reifen ausgestattet wurden, kann es sein, dass sie nicht zum Rahmen des Fahrrads passen.

Der MICHELIN POWER GRAVEL Reifen wird zum Glück in verschiedenen Größen angeboten und passt auf viele unterschiedliche Rennradräder. Darüber hinaus weisen seine Noppen darauf hin, dass Grip, Leistung und Handling sowohl auf der Straße als auch im Gelände leichter zu erhalten sind. Das liegt daran, dass sein Profil mit kleinen Blöcken für einen geringen Rollwiderstand sorgt und dennoch eine hervorragende Traktion auf unterschiedlichem Terrain bietet.

Cyclocross-Reifen als Alternative

Kann man Cyclocross-Reifen für Rennräder verwenden? Noch besser ist, dass sie sowohl unter nassen als auch unter trockenen Bedingungen gut funktionieren. Das Einzige, was Sie bedenken sollten, ist, dass Cyclocross-Reifen, genau wie Gravel-Reifen, etwas schwerer sind als typische Rennradreifen und sich schneller abnutzen, wenn Sie nur auf der Straße fahren.

Cyclocross-Reifen sind widerstandsfähiger gegen Reifenpannen. Wenn Sie mit Ihrem Rennrad im Stadtverkehr zur Arbeit fahren, können Sie manchmal auf Hindernisse stoßen, die zu Reifenpannen führen. Wenn andere Verkehrsteilnehmer in der Nähe sind, kann es schwierig sein, Glasscherben, spitze Äste und sogar Schlaglöcher auf der Fahrbahn zu erkennen. Ein weiterer Vorteil von Cyclocross-Reifen auf einem Rennrad ist, dass diese Reifen widerstandsfähiger gegen Pannen sind als herkömmliche Reifen. Dies kann sowohl auf der Straße als auch auf Wegen und Pfaden nützlich sein.

Zweiter Radsatz als bessere Lösung?

Der Nachteil der Montage von Cyclocross- oder Gravel-Reifen auf einem Rennrad ist, dass sie Zeit und Mühe kostet. Es kann zum Beispiel sein, dass Sie nur wenige Male im Jahr tatsächlich Gravel-Reifen benötigen. Um Zeit und Mühe zu sparen, sollten Sie daher eine bessere Alternative wählen. Grund dafür ist, dass es sowohl schneller als auch viel einfacher ist, einen Satz Räder gegen einen anderen auszutauschen, als die gleichen Räder mit unterschiedlichen Reifen auszustatten. Moderne Fahrräder aller Art sind mit Schnellspannern versehen. Die Investition in einen weiteren Satz Räder mit einer Felgengröße, die für moderne Cyclocross- oder Gravel-Reifengrößen geeignet ist, bietet sich daher als einfachere Option an.

Welche Reifenbreite ist möglich?

Die maximal verwendbare Reifenbreite wird durch mehrere Faktoren begrenzt:

  • Die Fahrradgabel hat eine bestimmte Weite und gibt damit eine erste technische Limitierung der Reifenbreite vor. Breitere Fahrradreifen sind zudem höher, daher kann auch der Abstand zur Gabelbrücke zu klein werden.
  • Wenn eine Felgenbremse montiert ist, schränken die Bremshebel die möglichen Reifenbreiten ein. Am besten bei angezogener Bremse den verfügbaren Platz messen und etwas Luft lassen, da sich die Bremsklötze noch abnutzen.
  • Kommen Schutzbleche zum Einsatz, decken diese nur eine gewisse Reifenbreite ab. Auch die Befestigungsstreben der Schutzbleche können die maximale Breite des Reifens begrenzen.
  • Ist die Reifenbreite im Verhältnis zur Maulweite der Felge zu groß, wird die Reifenwand zu sehr beansprucht, es kann zu einem Flankenbruch kommen und der Reifen platzt auf.

Normalerweise ist es möglich, auch breitere Reifen auf der gleichen Felge des Fahrrads zu montieren. Wichtigster Ausgangspunkt ist der Reifeninnendurchmesser, den die Fahrradfelge am Laufrad vorgibt. Dieser ist identisch zum Felgen-Nenndurchmesser bzw. Außendurchmesser der Felgenschulter, an dem der Reifenwulst auf der Felge aufliegt. Will man einen breiteren Reifen aufziehen, muss dieser also denselben Reifeninnendurchmesser wie der bisherige Reifen haben.

Der zweite wichtige Punkt ist die Maulweite der Felge. Die Reifenbreite soll in etwa zwischen dem 1,5- und 2,5-fachen der Maulweite liegen. Eine genauere Orientierung gibt die Maulweiten-Tabelle unten.

Eine genauere Orientierung bietet die folgende Tabelle:

Maulweite der Felge in mm Empfohlene Reifenbreiten in mm
13 18 - 25
15 23 - 32
17 25 - 50
19 28 - 57
21 35 - 62
23 37 - 64
25 44 - 64
27 47 - 64
29 54 - 64

Solange man die empfohlenen Reifenbreiten verwendet, sollte man auf der sicheren Seite sein. Abhängig von der Stabilität des Reifenmantels erlauben manche Reifenhersteller durchaus noch größere Reifenbreiten. Hier bitte im Einzelfall die Herstellerangaben überprüfen.

Dünnere Reifen verwenden

Im ersten Schritt würde ich anhand der Reifenbeschriftung den Reifeninnendurchmesser bestimmen und mir einen Überblick über verfügbare schmälere Reifen machen. Folgender Link listet dir verfügbare alternative Reifenbreiten zu deiner Reifengröße auf.

Allerdings ist auch hier das Verhältnis zur Maulweite der Felge zu beachten, um Quetschlöcher zu vermeiden. Nachfolgender Abschnitt listet empfohlene Reifenbreiten in Abhängigkeit von der Maulweite auf.

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