Rose E-Bike Test Vergleich: Ein umfassender Überblick

Rose aus Bocholt im Münsterland ist ein Pionier des Fahrrad-Direktvertriebs mit über 115 Jahren Tradition. Legendär waren die Versandkataloge seit den 1980er Jahren. Inzwischen erfolgt der Direktvertrieb über das Internet mit entsprechender Service-Infrastruktur. Seit zwölf Jahren gibt es eigene Rose-Räder, die sich durch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auszeichnen.

Rose Mayor Plus: Ein Klassisches Tourenrad

Das Mayor Plus ist ein klassisches Tourenrad mit bequemer Sitzposition und komfortablen Fahrleistungen. Luftfedergabel, breite, leicht profilierte Reifen und gefederte Sattelstütze sorgen für Komfort. Die Abstimmung ist eher steif, was für einen harmonischen Geradeauslauf und souveräne Fahreigenschaften mit viel Gepäck sorgt. Nur auf grobem Pflaster wirkt das Rad etwas hart. Die 4-Kolben-Bremsanlage arbeitet punktgenau, das Volant ist auf sehr gute Kontrolle hin ausgelegt.

Rose Root Miller Plus 3: E-MTB im Test

Das Root Miller Plus 3 besticht durch eine schlanke Erscheinung, ein schickes Carbon-Chassis und geringes Gewicht. Mit 22,8 Kilo ist es für ein Bike mit 85 Newtonmetern in dieser Preisklasse eine Seltenheit. Allerdings gibt es einige Punkte, die nicht jedem gefallen dürften.

Der Bosch-Motor stammt aus der älteren Generation, was sich auf die Elektronik auswirkt. App, 750er-Akku, neue Bedienelemente oder ABS sind nicht verfügbar. Die Geometrie ist kompakt und betont gemäßigt. Rose wirkt dem mit einer robusten Ausstattung entgegen: Die dicke ZEB-Gabel, ein potenter Dämpfer und die starke Reifenkombi von Maxxis sollen die Abfahrtsstärke aufmotzen. Aktuell ist das Root Miller Plus 3 beim Direktversender um 1000 Euro reduziert, was es zu einem der günstigsten im Vergleichstest von 8 E-All-Mountains unter 6000 Euro macht.

Die Fakten zum Rose Root Miller Plus 3

  • Motor: Bosch Performance Line CX (ältere Generation VOR Smartsystem), 85 Nm max. Drehmoment
  • Akku: 625 Wh (entnehmbar)
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Federweg: 150 / 150 mm
  • Laufradgröße: 29 / 27,5 Zoll
  • Rahmengrößen: S, M, L, XL
  • Preis: 5999 Euro (zu Redaktionsschluss reduziert auf 4999 Euro)
  • Gewicht: 22,8 kg (Testbike in Größe L, EMTB-Messung)
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 130 kg (Herstellerangabe)

Der E-Bike-Antrieb

Der Bosch Performance CX stammt noch aus einer älteren Generation. Funktional top, doch ohne Kompatibilität zu den Bosch Produkten des Smarten Systems, inklusive App. Heißt: Hier kann kein Smartphone gekoppelt werden, die Unterstützungsstufen können nicht angepasst werden und Updates für das System gibt´s nur beim Händler. Im Rose steckt der 625er-Akku, denn für das “alte” System gibt´s den 750er nicht. Die Batterie kann nach vorne herausgeklappt werden, dazu muss jedoch das Cover umständlich abgeschraubt werden.

Spritzige Beschleunigung, top Modulation, kräftiger Schub: Auf dem Trail ist auch die ältere Ausbaustufe des Bosch Performance CX ein Gedicht. Nicht mehr up to date ist das alte Purion-Display, das klobig am Lenker prangt und für seine Größe nur überschaubare Funktionen und Infos liefert.

Die Geometrie des neuen Rose E-MTBs

Kurzer Radstand, gemäßigter Reach, steiler Lenkwinkel: Das Root Miller Plus fällt als E-MTB kompakt und tourig aus. Wendigkeit und neutrales Lenkverhalten haben Priorität vor Fahrstabilität und Nehmerqualitäten. Wer für mehr Laufruhe zur größeren Größe greifen möchte, muss das recht lange Sitzrohr beachten.

EMTB-Messwerte im Überblick (Rahmengröße L)

  • Sitzrohrlänge: 457 mm
  • Radstand: 1225 mm
  • Reach: 461 mm
  • Stack: 632 mm
  • Lenkwinkel: 66 Grad
  • Sitzwinkel: 75,5 Grad
  • Kettenstrebenlänge: 446 mm

Die Ausstattung des Rose Root Miller Plus 3

  • Gabel / Dämpfer: Rockshox ZEB Select+ / Super Deluxe Select+
  • Schaltung: Shimano SLX 12-fach, 36; 10-51 Zähne
  • Bremsen: Shimano SLX 7120, 203/203 mm
  • Laufräder: DT Swiss HX 1501
  • Reifen: Maxxis Assegai Exo+ Maxxgrip, 29 x 2,5'' / DHR II Exo+, 27,5 x 2,6''
  • Besonderheiten: Teleskopstütze mit 180 mm Hub, schmalerer Lenker mit 770 mm

E-MTB im Praxistest: So fährt sich das Rose Root Miller Plus 3

Wer klassische Touren-Mountainbikes liebt, wird sich auf dem Root Miller besonders wohlfühlen. Positiv fällt das sehr direkte, leichtfüßige Handling auf. Durch die tiefe Front bekommt das Vorderrad viel Druck, der steilere Lenkwinkel macht das Lenkverhalten neutral. Und auch die straff ausgelegte Federung sorgt für spritzigen Vortrieb und definiertes Fahrverhalten.

Um mit dem Root Miller über steinige Trails zu poltern, braucht es ein versiertes Handling, denn das Bike gibt viel Feedback vom Untergrund an den Fahrer weiter. Laufruhe und Nehmerqualitäten sind begrenzt, auch wenn die gute Federgabel, die griffigen Reifen und guten Bremsen das Potenzial für schwere Trails durchaus bereitstellen. Bei gemächlicher Fahrweise versprüht die Federung allerdings nur mäßig Traktion und Komfort, das beschneidet das Sicherheitsgefühl etwas.

EMTB-Bewertung des Rose Root Miller Plus 3

Stärken:

  • Wertiges Carbon-Chassis
  • Sehr leicht
  • Starke Ausstattung zum fairen Preis
  • Wendig und agil

Schwächen:

  • Alte Generation des Bosch CX ohne App
  • Gemäßigte Geometrie hemmt Trail-Stärke
  • Motor klappert

Rose PDQ 2: Das Downcountry-Bike

PDQ steht für "Pretty Damn Quick". Das Besondere am PDQ 2 ist, dass es mit 120 mm Federweg an der Gabel deutlich besser ausgestattet ist als andere Carbon Hardtails. Mit 10,8 kg ist das Rose ein echtes Leichtgewicht. Das Rose hat ein sehr ausgeglichenes Fahrverhalten. Sportlichen Fahrern dürfte die sportliche Sitzposition extrem gut gefallen. Mit dem Carbon-Rahmen liefert Rose einen sehr hochwertiges Hardtail-Chassis. Der Lockout-Hebel am Lenker hat sogar eine Zwischenstufe. So kann man die Federelemente am Rose PDQ 2 nicht nur komplett blockieren, sondern auch in einen Trailmodus versetzen.

Rose Mayor Plus 3 mit Enviolo Automatiq

Mit der Mayor-Plus-Reihe hat der bocholter Versender Rose einen echten Straßenkreuzer für Stadt und Tour unter den E-Bikes im Programm: große Rahmenvielfalt, tolle Ausstattung und Bosch-Power kombiniert mit großen Akkus. Angetrieben wird das Mayor Plus dabei immer von einem Bosch Performance Line CX Motor der vierten, smarten Generation. Den kann man in einem Satz abhandeln: tolle Fahrleistungen, leider aber kein Leisetreter. Alle anderen finden hier einen starken Motor mit ebenso starkem, 750 Wattstunden fassenden Stromspeicher und einem infofreudigem Kiox-300-Display samt LED-Remote.

Geschaltet? Vollautomatisch und ohne Eingriffsmöglichkeiten (am Lenker) per Enviolo-Automatiq-Nabenschaltung, dank des verbauten Gates-Carbonriemens ist der Antrieb somit quasi wartungsfrei. Und gebremst? Wird mit der berühmt-berüchtigten Shimano-XT-Anlage, eine im Alltag sorglos funktionierendes Bauteil aus Japan. Als Federgabel steckt eine Suntour Mobie 34 im Steuerrohr, diese ist dank Luftkammer auf das Fahrergewicht einstellbar und hat mit 100 mm Federweg nach heutigen Maßstäben zwar keine Trail-Qualitäten, sollte auf alltäglichen Schotterwegen jedoch prima funktionieren.

Das Mayor Plus versteht sich mehr als bequemer Freizeit-Cruiser, denn als flotter City-Sportler. Das merkt man besonders beim Einstellen des Sattels: Unser Testrad in Rahmengröße L fällt vergleichsweise groß aus - und unsere Sattelüberhöhung entsprechend niedrig. Fühlt man sich eher ins Rad integriert, denn über dem Rad thronend. Das ist für lässiges, bequemes Sitzen klasse, wirkt aber alles, nur nicht sportlich.

Test-Fazit: Rose Mayor Plus 3

Kurzum: Das Mayor Plus 3 ist ein toller, eher gemächlicher Tourer mit sehr guter Ausstattung, eher hohem Gewicht, aber dafür zeitgemäß hoher Zuladung. Geschmackssache ist die Rahmengeometrie samt dessen Maße: Unser Testrad in Größe L war dem 1,80-m-Tester fast etwas zu groß gewachsen, dafür saß man mit entsprechend niedrigem Sattel schön ins Rad integriert. Interessierte sollten unbedingt eine Testfahrt machen - oder eher eine Rahmengröße kleiner wählen als sonst üblich.

Das gefällt: schöner Alu-Rahmen, drei Formen wählbar, für den Preis sehr gut ausgestattet, solide Fahreigenschaften, sehr gute Reichweite, toller Motor.

Das weniger: mit 30 Kilo wahrlich kein Leichtgewicht...

Rose Backroad Plus EQ: Entdeckungsreise-E-Bike und Pendler-Rad

Das ROSE BACKROAD Plus EQ will mit einem starken Motor das Testfeld aufmischen. Das EQ-Modell mit Rennradlenker ist mit einem Shimano EP8-Motor ausgestattet. Mit 85 Nm Drehmoment liefert der EP8 auf dem Papier die stärksten Leistungsdaten im Testfeld. Kombiniert wird der Motor mit einem im Carbon-Rahmen integrierten, nicht entnehmbaren 360-Wh-Akku.

Der Shimano EP8 hat Bums, und zwar ordentlich! Dabei ist er als stärkster Motor im Test in Sachen Optik nicht größer als der SX Light-Motor von Bosch, was für eine cleane Integration im Bike sorgt! Der Shimano EP8 schiebt an wie ein Porsche Taycan mit aktivierter Launch Control - natürlich nur bis 25 km/h! 😉

Tritt man etwas mehr aus eigener Kraft in die Pedale, lässt sich die Reichweite deutlich erweitern. Dank der harmonischen Fahreigenschaften in den unteren Unterstützungsmodi sind längere Touren auch problemlos machbar - ideal für eure Wochenendausflüge oder spontane Abenteuer vor der Haustür, bei denen die Zeit endlich mal keine Rolle spielt. Die Lichter am ROSE BACKROAD Plus EQ sind zwar nicht so elegant integriert wie beim Canyon Grizl:ON CF Daily, erfüllen aber zuverlässig ihren Zweck. Für eure proteinreichen Lebensmittel & Co. sind die Gepäckträger-Rails mit 7,5 kg pro Seite, schnell mit ein paar Satteltaschen bestückt.

Das Dämpfungskonzept des ROSE BACKROAD Plus EQ zeigt zwei Gesichter: Die 40 mm breiten Reifen schlucken kleine Vibrationen effektiv. Setzt man sich aufs ROSE BACKROAD Plus EQ, fällt die sportlich gestreckte Sitzposition auf, unterstützt durch den 90 mm langen Vorbau auf. Sie bleibt zwar bequem, führt aber dazu, dass das Handling weniger wendig wirkt.

Das ROSE BACKROAD Plus EQ ist die Wahl für Pendler und Neulinge, die ein vielseitiges, zuverlässiges Rad suchen, das urbane Pflichten und Abenteuer meistert. Vor allem auf befestigten Wegen spielt das ROSE seine Stärken aus: Voll beladen bleibt es in Kurven stabil und sorgt bei schnellen Abfahrten für Sicherheit und Kontrolle. Einschränkungen zeigt es im Vergleich zum Testfeld lediglich auf grobem Schotter - hier fehlt es an Dämpfung und Komfort.

Rose Bonero Plus E-MTB Hardtail

Das neue ROSE BONERO Plus E-MTB Hardtail verspricht laut Hersteller einfach aufsteigen und Spaß haben. Die dafür passende Extrapower soll der TQ-HPR50-Motor mit 360-Wh-Akku liefern. Mit 29” Laufrädern und 140 mm Federweg hat sich das BONERO Plus-Hardtail Trailspaß auf die Fahne geschrieben.

ROSE will mit dem neuen BONERO Plus den Fragen begegnen. Die deutsche Bike-Brand hat bereits Erfahrung mit Trail-Hardtails, denn bereits im Frühjahr 2022 hat ROSE das analoge BONERO vorgestellt. Wie der analoge Bruder setzt auch das neue BONERO Plus auf 140 mm Federweg und 29”-Laufräder. Für die nötige Unterstützung sorgt der schlanke TQ-HPR50-Motor mit einem 360-Wh-Akku. All das ist in einem Carbonrahmen untergebracht. In der von uns getesteten BONERO Plus 3-Ausstattungsvariante bringt das Hardtail in Größe L 16,9 kg auf die Waage und wechselt für saftige 5.799 € den Besitzer.

Im Vergleich zu einem herkömmlichen E-MTB-Fully ist am ROSE BONERO Plus-Hardtail nicht viel dran. Der Carbonrahmen kommt in geraden Linien und die Entwickler mussten keinen Platz für einen Dämpfer schaffen wie bei einem vollgefederten E-Mountainbike. Der cleane Look wird durch die interne Zugführung direkt durch den Steuersatz unterstrichen und auf Kabelports am Rahmen wird gänzlich verzichtet. Der Protektor aus Kunststoff am Unterrohr wehrt Steinschläge ab und der Kettenstrebenschutz schützt den Hinterbau vor unschönen Macken durch die Kette und sorgt auf dem Trail für Ruhe.

Angetrieben wird das ROSE BONERO Plus von einem TQ-HPR50-Motor mit 50 Nm Drehmoment und 300 Watt Maximalleistung. Der faustgroße Motor ist nahezu unsichtbar in den Rahmen des BONERO Plus integriert. Ein schlankes Unterrohr ist durch den kleinen 360-Wh-Akku möglich. Der Ladeport sitzt versteckt, aber gut zugänglich im Rahmendreieck, zwischen Unterrohr und Sitzrohr. Für mehr Reichweite lässt sich optional noch ein Range Extender mit 160 Wh an den Montagepunkten für den Flaschenhalter befestigen. Das TQ O-LED-Display ist schön im Oberrohr integriert und zeigt alle nötigen Informationen an, wie z. B. Geschwindigkeit, Akkustand, und die gewählte Unterstützungsstufe. Mit seinen 16,9 kg in Größe L ist es für ein Hardtail nicht besonders leicht.

Rose Bonero Plus 3 - Ausstattung

  • Motor TQ HPR 50 50 Nm
  • Akku TQ HPR Battery V01 360 Wh
  • Display TQ 0-LED
  • Federgabel RockShox Lyrik Select+ 140 mm
  • Sattelstütze E*thirteen Infinite 180 mm
  • Bremsen SRAM CODE Bronze Stealth 200/180 mm
  • Schaltung SRAM GX AXS Eagle Transmission 1x12
  • Vorbau E*thirteen Base 40 mm
  • Lenker E*thirteen Plus 780 mm
  • Laufradsatz Newmen Beskar 30 29"
  • Reifen Schwalbe Nobby Nic, Super Trail, Soft/ Wicked Will, Super Trail, Speedgrip 2,35"/2,4"

Technische Daten

Das ROSE BONERO Plus ist in 4 Größen von S-XL erhältlich und soll Fahrer von 162 cm bis 202 cm abdecken. Es kommt mit einer abfahrtsorientierten Geometrie und setzt dabei auf einen 65°-Lenkwinkel. Der Reach von 485 mm in Größe L fällt nicht überdurchschnittlich lang aus und die Kettenstreben mit 446 mm wachsen über die Rahmengrößen nicht mit.

Sobald man in die Pedale tritt, spürt man, wie jede Kurbelumdrehung direkt in Vortrieb umgesetzt wird. So ist man auch ohne viel Kraftaufwand auf Forstautobahnen jenseits der 25-km/h-Grenze effizient unterwegs. Allerdings bedeutet das ungefederte Heck auch, dass Schläge von Schlaglöchern oder Unebenheiten nahezu ungefiltert an den Fahrer weitergegeben werden.

Rollt man in den Singletrail, den man mit dem E-MTB-Fully mit verbundenen Augen fahren könnte, wird der Trail mit dem ROSE BONERO Plus wieder interessant. Gerade auf roughen Trails ist viel Aufmerksamkeit nötig, um knifflige Wurzelpassagen oder Steinfelder zu meistern und man muss besonders gut auf seine Linienwahl achten. Enge Kurven lassen sich mit dem BONERO Plus meistern, benötigen aber durch das etwas höhere Gewicht mehr Input vom Fahrer, als man es von einem E-MTB Hardtail erwarten würde. Je flowiger der Trail, desto mehr Spaß hat man mit dem ROSE BONERO Plus.

Anfänger und Fortgeschrittene, die ausschließlich auf Flowtrails unterwegs sind, finden im ROSE BONERO Plus ein spaßiges und leichtfüßiges Hardtail mit E-Antrieb. Auch alle, die auf ihren technischen Hometrails neue Herausforderungen suchen, können den Ritt wagen. Ambitionierte Fahrer, die nach einem potenten E-MTB für technische Abfahrten Ausschau halten, sollten sich lieber ein E-MTB-Fully zulegen.

Konzeptbedingt ist das Trail-Hardtail mit E-Antrieb nur für eine spitze Zielgruppe interessant. Es fühlt sich auf Flowtrails am wohlsten, auf technischen Trails wird es durch das fordernde Handling und den schwach profilierten Reifen eingebremst.

Rose Backroad AL+: Schickes Bike zum kleinen Preis?

Das ROSE BACKROAD AL+ soll allen Hobby-Abenteurern ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Die laut ROSE „High-End-Ausstattung” mit MAHLE-Antrieb soll das Unmögliche möglich machen und einen Undercover-E-Flitzer auf die Räder stellen, wie es nur wenige Hersteller können. Mit einem Preis von gerade mal 3.499 € ist es ein richtiger Kracher im teuren Adventure-Gravel-Testfeld.

Mit abgeschliffenen Schweißnähten, dem sauber im Unterrohr integrierten Akku sowie dem unscheinbaren MAHLE X35-Nabenmotor braucht es schon mehr als nur zwei Blicke, um das ganze E-Potenzial zu identifizieren. Ansonsten ist das Bike ansprechend gestaltet: Kantige Rohre, eine massive, aber schön integrierte Gabel und ein massiges Steuerrohr sehen trotzdem ansprechend aus. Wirklich top ist dagegen die Ausstattung: Der Mix aus mechanischen 11-fach Shimano GRX-Komponenten funktioniert richtig gut. Die ROSE-eigenen Laufräder sind speziell für das BACKROAD AL+ aufgebaut, denn im Hinterrad sitzt keine normale Nabe, hier versteckt sich der MAHLE X35-Nabenmotor.

Für die große Tour kommt das BACKROAD AL+ mit einigen Anschraubpunkten, drei Flaschenhalter und viele Ports an der Gabel sorgen für ausreichend Hydration und massig Stauraum. Wirklich positiv ist auch die integrierte Kettenführung - so wird das Abspringen der Kette erfolgreich verhindert. Dabei sorgt der MAHLE X35-Motor für eine subtile, aber kraftvolle Unterstützung, braucht aber auch wirklich Input vom Rider.

Compliance ist beim ROSE BACKROAD AL+ leider eine komplette Fehlanzeige. Sobald der Schotter gröber wird oder leichte Unebenheiten ins Spiel kommen, macht das BACKROAD AL+ keinen Spaß mehr. Stöße werden ungefiltert an den Fahrer weitergegeben und sorgen für ein sehr hartes Fahrerlebnis. An sich bietet das ROSE BACKROAD AL+ viel, nur leider nicht auf groben Gravelstrecken oder gar Trails. Als Commuter, Stadtrad und Bike für entspannte Sonntagsausfahrten auf Radwanderwegen ist es hingegen perfekt zugeschnitten.

IMTEST: Rose Bikes im Überblick

Seit den 1930er Jahren hat sich viel getan: Vom Versandhandel in den 1980ern bis hin zur Eigenproduktion ab 2011 hat sich Rose zu einem modernen Omnichannel-Händler entwickelt. Ob Citybike, E-Bike oder das derzeit besonders gefragte Gravelbike für Abenteuer abseits des Asphalts: Rose bedient die ganze Bandbreite.

Gravelbike im Test: Rose Backroad GRX RX 820 1×12

Das Rose Backroad GRX RX 820 1×12 ist ein reines Gravelbike ohne E-Antrieb - und richtet sich an sportlich orientierte Radfahrer, die Geschwindigkeit und Vielseitigkeit schätzen. Mit einem Gewicht von nur 9,1 kg dank leichtem Carbonrahmen eignet es sich ideal für schnelle Touren auf Schotter und Asphalt. Besonders positiv fällt die hochwertige Ausstattung auf: Die Shimano GRX 1×12-Schaltung sorgt für präzises Schalten im Gelände, während kraftvolle Scheibenbremsen auch bei anspruchsvollen Bedingungen zuverlässig greifen. Das Gravelbike verfügt über zahlreiche Montagepunkte für Bikepacking-Equipment. Auf Asphalt überzeugt das Backroad mit einem schnellen Fahrverhalten. Auf Kopfsteinpflaster hingegen zeigt sich ein Nachteil: Die recht direkte Rahmengeometrie führt zu einem spürbar ruppigen Fahrgefühl. Außerdem kann das zulässige Gesamtgewicht von 110 kg bei beladenen Touren zur Einschränkung werden.

Imtest Ergebnis: befriedigend 2,6

Rose Bonero Plus 2: Leichtes Hardtail-E-MTB

Das Rose Bonero Plus 2 ist ein leichtes E-Hardtail-Mountainbike mit Carbonrahmen und einem unauffälligen TQ-Light-Assist-Motor, der für ein natürliches Fahrgefühl sorgt. Mit nur 16,7 kg gehört es zu den leichtesten E-MTBs und bietet trotz des geringeren Drehmoments von 50 Nm ausreichend Unterstützung für steile Anstiege. Die 29-Zoll-Räder mit breiten Reifen und die 140-mm-Federgabel gewährleisten Stabilität und Komfort auf jedem Untergrund. Das minimalistische Display im Oberrohr zeigt die wichtigsten Fahrdaten, während die Unterstützungsstufen über ein kleines Remote-Panel gesteuert werden. Für längere Touren kann ein zusätzlicher externer Akku montiert werden, und per TQ-App sind individuelle Anpassungen möglich. Durch sein geringes Gewicht erhält das Bonero Plus 2 ein äußerst natürliches Fahrgefühl.

Rose Root Miller Plus 3: Fahrspaß im Gelände

Das Root Miller Plus 3 ist ein vollgefedertes Mountainbike, das sich idealerweise für Offroad-Fahrten, steile Trails mit Wurzelpassagen und unwegsames Gelände eignet. Im Test überzeugte es mit der besten Gesamtabstimmung, insbesondere dank des sensiblen Rock Shox-Fahrwerks und der griffigen Reifen. Der zuverlässige Bosch-Performance Line CX-Antrieb mit 85 Newtonmetern, kraftvolle Bremsen, die ergonomischen Griffe und der Sattel bieten Komfort sowie Sicherheit, auch auf längeren Touren. Das Mullet-Laufrad-Setup verleiht dem Bike zusätzliche Verspieltheit auf dem Trail, während das ältere Bosch Purion-Display etwas aus der Zeit gefallen wirkt.

Imtest Ergebnis: gut 2,2

Rose Mayor Plus 3: Trekking-E-Bike für Alltag und Touren

Das Mayor Plus 3 Trekking ist ein vielseitiges E-Bike mit starkem Bosch Performance Line CX Motor (85 Newtonmeter) und einer 750-Wattstunden-Batterie für große Reichweiten. Die Enviolo-Automatikschaltung in Kombination mit dem wartungsfreien Gates Carbon Riemenantrieb sorgt für ein entspanntes Fahrerlebnis ohne Schaltstress. Des Weiteren gehören Shimano-BR-M8120 Scheibenbremsen, breite Continental eContact Plus Reifen und eine Suntour Mobie 34-Federgabel mit 100 Millimeter Federweg zur Ausstattung. Mit bis zu 150 kg Systemgewicht eignet sich das Bike auch für längere Touren mit Gepäck. Das Mayor Plus 3 ist ein optimales Rad für lange Touren. Dabei überzeugte es vor allem mit einem sehr guten Fahrkomfort, einer sehr hohen, im Labor gemessenen Reichweite sowie sehr guten Bremsergebnissen.

Imtest Ergebnis: gut 2,0

Rose Sneak Plus EQ: Schlankes City-E-Bike

Das Rose Sneak Plus EQ ist ein schlankes Urban-E-Bike mit nahtloser Verarbeitung und sportlichem Antritt. Schlicht und wie aus einem Guss setzt Rose statt eines Displays auf den sogenannten iWoc-One-Knopf am Rahmen zur Steuerung. Die Farbcodierung zeigt die aktuelle Unterstützungsstufe an, was anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist. Mit nur 15 kg ist es sehr leicht und fährt sich daher fast wie ein normales Rad. Bei den Tests im Labor schaffte der 40-Newtonmeter-starke Mahle-Hinterradnabenmotor bei der simulierten Bergfahrt nur eine Geschwindigkeit von 16,6 km/h. Der Akku reichte bei voller Unterstützung für etwa 32 Kilometer, was eher für den Stadtverkehr als für lange Touren geeignet ist.

Imtest Ergebnis: befriedigend 2,9

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0