Rose Rennrad Herren Test: Umfassende Analyse und Vergleich

Rose platziert ihr Allround-Race Bike in der Aero-Ecke. Die tiefsten Laufräder, die sportlichste Geometrie und mit 7,16 kg das “schwerste” Bike im sehr leichten Testfeld. Klingt erstmal nach einem Handicap für einen Test am Mont Ventoux, aber wie groß sind die Unterschiede wirklich? Was bringen tiefe Laufräder auf weniger steilen Abschnitten und wie verhält sich das ganze in der Abfahrt? Können Handling und Aero-Perfomance das geringe Mehrgewicht ausgleichen?

Ausstattung und Design

Standesgemäß wird das Top-Modell mit einer Shimano Dura Ace Di2 Schaltgruppe bestückt. Mit einer 36/52 Kurbel und einer 10-30 Kassette könnten Einsteiger und schwerere Rider im Steilstück allerdings an ihre Grenzen kommen. Die DT Swiss ARC 1100 62 DB sind mit 62mm die mit Abstand tiefsten Laufräder im Test. Das schlägt sich auch im Gewicht von 1587g (Herstellerangabe) wieder. Der 3D gedruckte Fizik Antares Versus Evo 00 Sattel sieht futuristisch aus und passt gut zur lila, grau, türkisen “plasmacloud” Lackierung. Diese spielt gekonnt mit der Rahmenform, was dem Rad optisch schon einen enormen Vorwärtsdrang verleiht. Das semi-integrierte Rose one piece cockpit versteckt die Leitungen unter einer Plastikkappe.

10 mm tiefere Laufräder als der Durschnitt im Testfeld. Der Rahmen ist absolut verwindungssteif und gibt gefühlt in keine Richtung nach. Das führt zum einen zu einem messerscharfen Handling, einem exakten Feedback und einer direkten Kraftübertragung. Zum anderen fehlt es dadurch aber an Komfort. Das erinnert an old school Race Bikes und die ersten Aero-Boliden. Die 25 mm schmalen Reifen auf den tiefen Felgen unterstreichen diesen Fahreindruck auch optisch. Der Rest des Bikes wirkt im Gegensatz dazu sehr modern. Die kantigen Rahmenformen, der matte Lack, der 3D gedruckte Sattel und auch das One Piece Cockpit sind auf der Höhe der Zeit.

Fahreigenschaften und Performance

Die Übersetzung der Dura Ace Di2 Schaltung mit 53/36 Kettenblatt und 11-30 Kassette passt sehr gut zum Rad. Einmal auf Geschwindigkeit gebracht, hält es diese bereitwillig und effizient. Die Sitzposition ist etwas sportlicher als beim restlichen Testfeld, was sehr gut zum etwas stärkeren Aero-Fokus passt. Auf langen Anstiegen ist das allerdings weniger komfortabel, was - wenn man die Position nicht gewohnt ist - mit der Zeit für Ermüdung sorgt. Die im Vergleich verspielteste Lenkung benötigt eine erfahrene Hand. Kräfte die bei Sprints oder im Wiegetritt auf den Lenker wirken, werden direkt in Lenkimpulse umgesetzt. Um das Bike auf Kurs zu halten, erfordert es also etwas Erfahrung und Konzentration.

Auf der Abfahrt sorgen die sehr harte Front und das messerscharfe Handling für ein absolut präzises und direktes Kurvenverhalten, das man wollen und beherrschen muss. Wer die nötige Erfahrung mitbringt und die fehlende Compliance verkraften kann, wird mit einem Bike belohnt, das exakt das macht, was man ihm vorgibt. Die steife Front gibt auch bei starkem Anbremsen nicht nach und vermittelt absolute Kontrolle. Bei hohen Geschwindigkeiten und Schäden im Asphalt werden Vibrationen und Schläge direkt weitergegeben, was wiederum eine gewisse Physis zum Ausgleich erfordert. Das einzig Gutmütige scheint die Ergonomie der Kontaktpunkte zu sein. Der 3D gedruckte Sattel verhält sich positiv unauffällig und das Cockpit lässt sich sehr angenehm greifen. Die Drops sind für unseren Geschmack allerdings einen Tick zu kurz, was die Handpositionen etwas einschränkt.

Das richtige Bike für Erfahrene und Fortgeschrittene, die ein schnelles Bike mit einem absolut feinfühligen Handling schätzen und kontrollieren können. Einsteiger könnten vom fehlenden Komfort und der sehr direkten Lenkung überfordert sein, was gerade bei langen epischen Touren extra Kraft und Konzentration kostet. Könner, die gerne die volle Kontrolle übernehmen, kommen hier voll auf ihre Kosten und werden mit rasanten Abfahrten und knackigen Sprints belohnt.

Rose XLITE 06 Ultegra Di2 im Detail

Die Modellreihe XLITE wurde komplett überarbeitet, wobei es vier verschiedene Modelle vom XLITE 04 und fünf Varianten des XLITE 06 gibt. Das neue Rahmendesign und die cleane Optik sind uns sofort ins Auge gestochen. Die Verarbeitung ist sehr gut und Laufräder, Lenker und Sattelstütze von der Eigenmarke ROSE sind auch sehr wertig. Der Rahmen unterscheidet sich stark vom Rahmen des Vorgängermodells. Es wurde noch einmal ordentlich an der Aerodynamik gefeilt, was sich auf Flachpassagen stark bemerkbar macht. Die leichten und steifen RC-Sixty-Carbon-Laufräder mit Naben von Newman tragen auch ihren Teil dazu bei. Jeder Antritt wird gnadenlos in Vortrieb umgesetzt. Die Laufräder haben eine Maulweite von 21 mm und sind zudem Tubeless-Ready. 60 mm hohe Carbon-Felgen von der Eigenmarke ROSE, kombiniert mit Continental GP5000. Die Laufräder RC sixty von ROSE sind mit NEWMAN Naben ausgestattet und Tubeless ready. Der Rahmen soll laut ROSE lediglich ab 825 Gramm wiegen. Das Komplettbike liegt bei nur ca. 7,1 kg. Ein Top-Wert für ein Aero-Bike.

Die Leitungen sind komplett integriert und neu ist auch das ROSE Race One-Piece Cockpit. Hier ist der Clou, dass die Leitungen unter dem Lenker geklemmt sind. Die D-Shape Carbon-Sattelstütze ist auch aus dem Hause ROSE. Sie ist aerodynamisch optimiert und kann durch eine versteckte Klemmung auf dem Oberrohr verstellt werden. Die Shimano Ultegra Di2 verrichtet perfekt ihren Dienst, allerdings ist die Übersetzung (Kurbel 52/36 und Kassette 11-30) auf Geschwindigkeit ausgelegt. Für die Berge braucht es da schon starke Beine. Aber gerade das fordert ein solcher Vollblut-Racer ohnehin.

Das neue Wettkampf-Bike von ROSE mit der Ultegra Di2 ist ein toller Kompromiss aus Aerodynamik und Leichtbau mit einem TOP Preis-Leistungsverhältnis. Man bekommt ein technisch einwandfreies Aero-Bike, mit tollen Allround-Eigenschaften. Das ROSE XLITE 06 Ultegra Di2 will schnell bewegt werden und lässt die Wadln brennen!

Bewertung des Rose Xlite 06 Ultegra Di2

Das Rose nimmt hinter dem fast unverschämt günstigen Litening Aero C:68X Race von Cube den Platz des zweitgünstigsten Modells in unserem Vergleich ein. Trotz vergleichbarer Ausstattung mit elektronischer Shimano Ultegra und aerodynamisch optimierten Laufrädern spart das Xlite 06 satte 1500 Euro gegenüber dem teuersten Rad von Merida. Qualitative Einbußen muss man beim Renner aus Bocholt deshalb aber nicht befürchten. Im Gegenteil: Als eines von insgesamt sieben Wettkampfrädern aus der Preisklasse unter 7000 Euro heimst das Rose eine Gesamtnote mit einer Eins vor dem Komma ein. Wie das Top-Modell leistet sich auch das Xlite 06 Ultegra Di2 keine nennenswerten Schwächen. Vielmehr unterstreicht der Preiskracher seinen Ansatz als vielseitiger Allrounder. Auch ohne Bestleistungen in den wichtigsten Disziplinen dürfte das Rose daher viele Hobbysportlerinnen und -sportler mit Rennambitionen ­ansprechen.

Beim Gesamtgewicht profitiert das Xlite 06 von einem konventionellen Chassis, das im Gegensatz zu aerodynamischen Spezialisten auf ausladende Formen an Gabel, Lenkkopf oder Sitzrohr verzichtet. Der Rahmen bleibt dadurch unter 1000 Gramm und zählt zu den leichteren Exemplaren. Da die Laufräder mit 60 Millimeter hohen Carbonfelgen jedoch vergleichsweise schwer ausfallen, reiht sich das Rose in der Gewichtswertung knapp hinter den leichtesten Modellen ein. Bemerkenswert: Der Hersteller und Versandhändler hat mit der Dura-Ace-Ver­sion eine weitere Ausstattungsvariante unter 7000 Euro im Sortiment, die durch den Aufbau mit Shimanos Top-Gruppe rund 350 Gramm leichter ist.

Seine größte Stärke spielt das Rose in einer Disziplin aus, welche die Konstrukteure anderer Wettkampfrenner gerne mal unter den Teppich kehren: dem Komfort. Die abgeflachte Carbonstütze federt so gut wie bei sehr komfortablen Marathonrädern. Der Lenker ist - wie vielfach auch bei der Konkurrenz - ­etwas weniger nachgiebig. Mit den 28 Millimeter breiten Reifen von Schwalbe federt das Rad aber besser als beispielsweise Roses Top-­Modell der Xlite-Reihe mit schmaleren Pneus. Auf die Preisklasse bezogen bietet das Rad überdurchschnittlichen Federungs- und Dämpfungskomfort.

Hobbypedaleure werden darüber hinaus die relativ moderate Sitzposition und das berechenbare Fahrverhalten des spurstabilen Renners zu schätzen wissen. Dass sich zusätzlich ein kurbelbasierter Leistungsmesser von 4iiii mit integriertem Ortungsdienst für mobile Geräte von Apple an Bord befindet, ist in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. Das moderne One-Piece-Cockpit ist grundsätzlich für einen geringen Wartungsaufwand konzipiert, da die Bremsleitungen in einer Führung eingeklipst und nicht innenverlegt sind. Unserer Erfahrung nach bleibt einem bei der Änderung der Lenker­position das genaue Ablängen der Leitungen allerdings nicht erspart. Ein etwai­ger Austausch der Lenkeinheit geht ­dagegen unkompliziert vonstatten.

Mehr Spielraum zur Individualisierung bzw. Anpassung der Sitzposition erlauben die günstigeren Ausstattungsvarianten, die als Xlite 04 unter anderem mit einer klassischen Lenker-Vorbau-Kombination aus Aluminium aufgebaut sind. Durch einfachere Komponenten sowie günstigere Laufräder und Antriebe kommen die drei Modelle (ab 3599 Euro) jedoch nicht an die Performance des Testrades heran. Das Xlite 06 mit Ultegra wiederum ist die günstigste Variante der High-End-Linie, die seit Anfang des Jahres in zwei neuen Farboptionen erhältlich ist.

Rose Xlite 06 Ultegra Di2: Infos & Test-Note

  • Preis: 5499 Euro
  • Gewicht Komplettrad: 7,5 Kilo
  • Rahmengrößen: 50, 53, 55, 57, 59, 62
  • TOUR-Note: 1,9

Geometrie

  • Sitz-/Ober-/Steuerrohr: 504/555/152 Millimeter
  • Stack/Reach/STR: 565/390 Millimeter/1,45
  • Stack+/Reach+/STR+: 627/573 Millimeter/1,09
  • Radstand/Nachlauf: 1000/57 Millimeter

Ausstattung

  • Antrieb/Schaltung: Shimano Ultegra (2x12; 52/36, 1130 Z.; PM) | Note: 1,0
  • Bremsen: Shimano Ultegra (160/160 mm) | Note: 1,0
  • Reifen: Schwalbe Pro One TLE 28 mm (eff.: 29 mm) | Note: 1,0
  • Laufräder: Rose RC Sixty
  • Laufradgewichte: 1277/1711 Gramm (v./h.)

Messwerte

  • Gewicht Komplettrad: 7470 Gramm | Note: 2,3
  • Aerodynamik: 215 Watt | Note: 2,3
  • Fahrstabilität: 8,0 N/mm | Note: 2,0
  • Komfort Heck: 108 N/mm | Note: 1,7
  • Komfort Front: 95 N/mm | Note: 2,7
  • Antritt/Tretlagersteifigkeit: 60 N/mm | Note: 1,0

Vor- und Nachteile des Rose Xlite 06 Ultegra Di2

  • Plus: sehr komfortabel, leichtes Rahmen- Set, inklusive Powermeter
  • Minus: relativ schwere Laufräder

Rose Blend Road: Einsteigerfreundliches Rennrad im Test

Die Neuheit aus Bocholt nimmt den Platz des bisherigen Pro SL ein, das Rose endgültig aus dem Shop genommen hat. Der Alu-Rahmen mit ausgesprochener Komfortgeometrie ist gut verarbeitet, die teilintegrierte Lenker-Vorbau-Kombi verleiht dem Blend einen edlen und modernen Look. Weniger überzeugendes Merkmal des günstigsten Renners im Test ist das vergleichsweise hohe Gewicht: Mit 10,2 Kilogramm erreicht das Blend Road das Niveau robuster Gravelbikes. Folgerichtig benötigt es kräftige Pedaltritte, um in Schwung zu kommen. Insgesamt liegt das Rad satt auf der Straße, den geraden Strich mag es mehr als schnelle Kurvenwechsel. Wartungsfreundliche Anbauteile mitsamt UDH-Schaltauge und Aufnahmen für Schutzbleche machen das Blend für Pendler oder Winterradler interessant. Ungewöhnlich für ein Rennrad ist die Option für einen Seitenständer.

Ein effektiver und kostengünstiger Tuning-Tipp sind höherwertige Reifen: Zwar federn die 32 Millimeter breiten Drahtreifen nach Kräften, die Gummis sind allerdings schwer und rollen zäh. Neben der Straßenversion bietet Rose auch ein Gravel-Set-up für 1399 Euro an, das die maximale Reifenfreiheit von 40 Millimetern ausreizt, allerdings nochmals etwas schwerer ist.

Rose Reveal AL 105 Di2: Langstreckentauglichkeit im Fokus

Von Dezember bis Mai musste sich das Rose Reveal AL 105 Di2 beweisen. 4200 Kilometer, bei Wind und Wetter. Auf Asphalt, teils verschlammten Radwegen, auf Schotter, weil sich so verkehrsreiche Bundesstraßen vermeiden ließen. Selten geputzt, da Reinigen in den Schlechtwetter-Perioden wenig Sinn machte. Es ist günstig im Preis , weil dieses im Rose-Programm als „Einsteigermodell“ definierte Rennrad einen Rahmen aus Alu besitzt. Der ist nicht nur preisdämpfend. Er verzeiht einen Umfaller eher als ein empfindlicherer Rahmen aus Carbon. Besonders wichtig war mir zudem eine langstrecken-taugliche Geometrie. Die man bei Rennrädern mit der Definition„Endurance“ findet. Sie garantieren einen weniger gestreckte sprich angenehmere Sitzposition - ideal für Rennrad-Anfänger. Auch weil sie eine bessere Übersicht erlaubt und Nackenschmerzen durch Überstrecken des Kopfes mindert. Endurance-Rennräder besitzen zudem einen längeren Radstand, was sich positiv auf die Laufruhe und den Geradeauslauf auswirkt.

Spannend beim Schalten: Ein leichter Fingertipp auf schlanke Schaltflächen (in den Bremsgriffen integriert) aktiviert Elektromotoren am Umwerfer und Schaltwerk. Diese sorgen dafür, dass die Kette mühelos auf die Ritzel oder das Kettenblatt aufsteigt oder bei längerem Drücken schnell über das Ritzelpaket flitzt. Die Schaltflächen sind ergonomisch perfekt mit den Fingerspitzen erreichbar. Rose stattet diese Reveal -Version mit 105er Discbrakes mit 160 mm-Scheiben aus. Vorteil: geschmeidige Bremseinleitung, fein dosierbare Verzögerung, bissig in letzter Konsequenz. Alle 1000 Kilometer sollte man den Akku nachladen. Wesentlich für das Sitzgefühl am Reveal ist nicht allein dessen Endurance-Geometrie. Auch die Form des Lenkers und dessen Profil tragen dazu bei.

Unserem Test-Modell mit seiner Bronze-Lackierung sieht man sein Grund-Material zunächst nicht an. Da die Schweißnähte oben elegant verschliffen sind, wirkt das Reveal AL auf den ersten Blick wie ein Carbon-Modell. Die Schalt- und Bremszüge sind intern verlegt und verlaufen zunächst durch den neuen Rose-ALR-Vorbau in den Rahmen. Die Geometrie des AL wird von den Carbon-Reveal-Modellen übernommen und ist recht typisch für ein Endurance-Rad: Das Steuerrohr ist recht hoch, das Oberrohr kurz gehalten. Man sitzt dementsprechend kaum gestreckt, sondern eher aufrecht und kompakt. Die Gabel besteht aus Carbon und trägt durch ihre Steifigkeit zur Fahrperformance bei. Zudem bietet sie einen gewissen „Flex“ und erhöht dadurch den Fahrkomfort.

Der eher flache Lenkwinkel und der lange Radstand führen zu einer sehr stark ausgeprägten Laufruhe. Auf ihnen sind 28 Millimeter breite Continental-Ultra-Sport-Rennrad-Reifen montiert. Diese bieten zwar einen guten Pannenschutz, sind aber vergleichsweise schwer und liegen beim Rollwiderstand hinter den Top-Modellen. Das Rose Reveal AL punktet vor allem mit seiner hohen Laufruhe, seiner Ausstattung, seiner Langstreckentauglichkeit und seinem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis.

Rose Backroad: Vielseitigkeit und Komfort für Vielfahrer

Das knallbunte Backroad Force (Rose bietet auch eine dezentere Farbvariante an) folgt absolut zuverlässig und punktgenau, bleibt bei schnellen Abfahrten traumwandlerisch sicher, bietet dazu insgesamt sehr hohen Komfort. Wegen der Bereifung (sehr komfortabel, laufruhig und pannensicher) und dem langen Radstand von 1.027 mm (Rahmengröße 57) und dem etwas höheren Gewicht ist das Backroad nicht unbedingt das Rad für einen sehr langen Radmarathon - durch sein angenehmes Rollverhaltens und den hohen Komfort jedoch eine echte Option für sogenannte Vielfahrer, wie z.B. Die Reifen verzeihen zudem den einen oder anderen Ausflug auf die Schotterpiste, was die Flexibilität bei der Routenwahl deutlich erhöht.

Canyon vs. Rose: Ein Vergleich

Seit ­Jahren zu den Besten in TOUR-Tests. Die sechs Wettkampf-, Gravel- bzw. Marathonräder in diesem Vergleich unter­streichen dies mit TOUR-Noten zwischen 1,6 und 1,8. Am Ende werden wohl Details oder Markentreue über den Kauf entscheiden. Schon auf den ersten Blick interessant: Die Bestseller gleichen sich in Konzeption, Ausstattung und teilweise auch im Preis. Nur die Enduranceräder unterscheiden sich in der Ausstattung minimal. Ein enger Schlag­abtausch in Labor, Windkanal und auf Asphalt res­pek­tive Schotter ist zu erwarten.

Mit 17,4 Prozent ist der Versender aus Koblenz über alle Gattungen hinweg der unangefochtene Branchenführer und nicht nur dem Konkurrenten aus Bocholt enteilt. Vor allem bei Wettkampfrädern gibt ­Canyon den Ton an, bei Marathonrädern und speziell Gravelbikes kann Rose den Rückstand etwas kleiner ­halten. Allein die schiere Anzahl an Modellen und Ausstattungsvarianten bringt Canyon einen Wettbewerbsvorteil. Das Angebot an Wettkampf-, Marathon- und Gravelbikes ist mehr als 1,5-mal so groß wie bei Rose (Stand: Ende Februar). Modelle mit Breitreifen nehmen bei beiden Marken eine prominente Rolle ein.

Unsere Analyse der beiden Flotten ergibt, dass Canyon tendenziell der teurere Anbieter ist. Für die auf der Homepage gelisteten Modelle mit Renn-Lenker ergibt sich ein Durchschnittspreis von 4560 Euro. Die Preisspanne reicht von 999 Euro (Endurace 6 RB) bis 10999 Euro (Ultimate CFR eTap). Die Bikes von Rose bewegen sich zwischen 1299 Euro (Pro SL 105) sowie 8199 Euro (XLite 06 Red AXS) und liegen im Mittel bei 3925 Euro.

Unbestritten ist die hohe Produktqualität bei beiden ­Herstellern. Das zeigen vergangene TOUR-Tests, in denen Canyon und Rose in steter Regelmäßigkeit zu den Besten gehörten und die Testsieger-Krone abräumten. Das zeigt aber auch der Vergleich der sechs Bestseller (Canyon Ultimate CF SL 8 Aero vs. Rose XLite 06 Ultegra Di2 / Canyon Endurace CF SL 8 Di2 vs. Rose Reveal Four Disc Ultegra / Canyon Grizl CF SL 7 eTap vs. Rose Backroad Rival eTap)

In den ­Kategorien Wettkampf und Marathon landen das Ultimate CF SL 8 Aero und Endurace CF SL 8 Di2 knapp vor dem XLite 06 Ultegra Di2 und Reveal Four ­Disc Ultegra von Rose. In beiden Duellen lässt der Federkomfort das Pendel auf die Seite von Canyon ausschlagen. Bei den Gravelbikes hat dagegen Rose, die in diesem Segment den Anspruch des Marktführers erheben, mit dem Backroad Rival eTap dank des geringeren Gewichts knapp die Nase vor dem Canyon Grizl CF SL 7 eTap. Als Resümee bleibt festzuhalten, dass man weder bei ­Canyon noch bei Rose viel falsch machen kann. Die getesteten Räder sind top-aktuell, gehören in ihren Klassen zu den Besten und sind im Vergleich zu manchem Fachhandelsrad aus Italien oder den USA mit einem moderaten Preisschild ausgestattet.

Service und Garantie

Canyon beispielsweise führt dafür eine längere Garantie ins Feld. Rose beispielsweise kann ein größeres Netzwerk an stationären Servicepartnern bieten.

Versandkosten für Kompletträder:

  • Canyon: Knapp 50 Euro kommen bei Canyon zum Verkaufspreis hinzu.
  • Rose: Die Bocholter verschicken ein Rennrad oder Gravelbike dafür etwas günstiger für 39,90 Euro (Deutschland und Österreich).

Wo kann man sein Rad reparieren lassen?

  • Canyon: Canyon hat in den vergangenen Jahren ein Netzwerk von Servicepartnern aufgebaut. In Deutschland gibt es 66 Werkstätten, die Wartungsarbeiten oder Reparaturen durchführen.
  • Rose: Neben den sieben Flagship-Stores in Berlin, Bocholt, Köln, München, Posthausen sowie Bern und Meilen (beide Schweiz) gibt es zehn Werkstattpartner.

Wo sind Testfahrten möglich?

  • Canyon: Testbikes stehen in Deutschland nur am Stammsitz in Koblenz sowie beim Partner Rad Race in Hamburg zur Verfügung.
  • Rose: An 15 Standorten in Deutschland und der Schweiz sind Probefahrten möglich.

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