Die härtesten Trails dieser Welt sind unser Testlabor, The Lab. Die Produkte in unserem Dauertest müssen sich über viele Monate im gnadenlosen Praxiseinsatz beweisen und hier erfahrt ihr wie sie sich dabei geschlagen haben. Wer sich einen teuren Carbon-Laufradsatz gönnt, der will daran lange Freude haben. Das weiß auch Specialized und konzentriert sich bei den Laufrädern der hauseigenen Marke Roval verstärkt auf das Thema Haltbarkeit.
Roval Traverse SL II: Ein Überblick
Schlicht in Schwarz strahlen die 2300 Euro teuren Roval Traverse SL II 240 6B eine gehörige Prise Understatement aus. Das Lineup der Traverse SL II Laufräder startet erst bei 1500 Euro. Die von uns getestete Highend-Version mit DT Swiss 240 Naben schlägt gar mit satten 2300 Euro zu Buche. Da schnellt die Herzfrequenz in die Höhe, ohne auch nur einen Meter auf den Edelteilen gerollt zu sein.
Zum Glück gibt Roval Käufern, die ihre Laufräder innerhalb der ersten 90 Tage nach Kauf registrieren, eine lebenslange Garantie - das beruhigt den Puls etwas. Doch machen die Laufräder im Gegenwert eines durchschnittlichen deutschen Netto-Monatslohns deshalb auch lange Freude? Um diese Frage beantworten zu können, haben wir die Roval Traverse SL II genauer unter die Lupe genommen und in ein Dauertest-Bike eingespannt.
Neuerungen beim Roval Traverse SL II
Roval will die Neuauflage der beliebten Traverse SL sowohl beim Gewicht, als auch bei der Haltbarkeit optimiert haben - zwei Bereiche, die gerade an Laufrädern nicht immer gut miteinander harmonieren. Zusammen ergibt das ein gutes Gewicht von 1611 Gramm für einen Trail-Laufradsatz mit 30 Millimetern Felgeninnenweite. Unsere Waage misst am 29-Zoll-Vorderrad inklusive Felgenband und Tubeless-Ventil 750 Gramm. Beim Hinterrad stoppt die Waage bei 861 Gramm. Unsere Messung liegt damit sogar noch leicht unter der Herstellerangabe von 1645 Gramm. Eine Ersparnis, die an der rotierenden Masse durchaus wertvoll sein kann. Zum Vergleich: Der Vorgänger wog rund 1700 Gramm. Freigegeben sind die Carbon-Laufräder für ein Systemgewicht von 125 Kilo und für Reifenbreiten zwischen 2,3 und 2,6 Zoll.
Das asymmetrische Felgenprofil der Roval Traverse SL II Laufräder baut nun deutlich flacher. Im Vergleich zum Vorgänger verspricht Specialized eine um 15 Prozent gestiegene Stabilität am Vorderrad. Am Hinterrad sollen es sogar 25 Prozent sein. Das asymmetrische Felgenprofil erlaubt eine gleichmäßige Spannung der 28 Speichen pro Laufrad, was der Haltbarkeit zusätzlich zu Gute kommen soll.
Überarbeitet hat Roval auch das Felgenhorn, welches dank einer vergrößerten Auflagefläche den Reifen vor bis zu 85 Prozent stärkeren Belastungen schützen soll, bevor es zu einem Durchschlag kommt. Specialized gibt 21 Prozent mehr vertikalen Flex an und will das Carbonlayup von sowohl Vorder- als auch Hinterrad optimiert haben. Das insgesamt flachere Felgenprofil soll sich aber auch positiv auf das Fahrverhalten auswirken. Auf dem Trail soll sich das durch eine höhere Fahrpräzession und eine flexiblere Reaktion auf ruppiges Gelände zeigen.
Roval Traverse SL II 240 6B Herstellerangaben
- Laufradgröße: ausschließlich 29 Zoll
- Innenweite: 30 Millimeter
- Zulässige Reigenbreiten: 2,3 bis 2,6 Zoll
- Einsatzbereich: Trail
- Speichenzahl: 28
- Gewicht: 1611 Gramm (BIKE-Messung)
- Gewichtsfreigabe: 125 Kilo
- UVP Vorderrad: 925 Euro
- UVP Hinterrad: 1375 Euro
Die neue Roval Traverse Produktfamilie
Den Roval Traverse SL II Laufradsatz gibt es entweder mit DT Swiss 350 Naben für insgesamt 1500 Euro oder mit den hochwertigen DT Swiss 240 Naben für 2300 Euro. Zusammen mit den SL II hat Roval aber auch weitere neue Laufräder der Traverse-Familie vorgestellt. So gibt es auch eine Aluminium-Version, die ebenfalls 28 Speichen pro Laufrad sowie 30 Millimeter Felgenweite mitbringt und unter dem Namen Roval Traverse Alloy läuft. Ausgestattet mit DT Swiss 350 Naben ruft Specialized dafür 850 Euro auf.
Mit dem Roval Traverse HD haben die Amerikaner zudem einen neuen Carbon-Laufradsatz für Enduro und Park im Programm. Ein verstärktes Carbonlayup und die Option auf ein 27,5-Zoll-Hinterrad prädestinieren den Traverse HD für den Gravity-Einsatz. Je nach Naben- Güte wiegt der Satz ab 1706 Gramm und kostet ebenfalls entweder 1500 oder 2300 Euro.
Dauertest des Roval Traverse SL II 240 6B
Typisch Roval lässt sich Specialized nicht lumpen und schickt die Traverse SL II Laufräder fahrfertig zum Kunden. In der Felge klebt bereits das Tubeless-Felgenband und ein Tubeless-Ventil ist ebenfalls ab Werk eingeschraubt. In der hochwertigen Verpackung steckt neben zwei Ersatzspeichen, zwei Ersatznippeln und den Handbüchern auch ein Aufbau-Protokoll. Dieses belegt den Aufbau von Hand und die Messung der Toleranzen. Der erste Eindruck entspricht also dem, was man von einem Laufradsatz für 2300 Euro erwarten darf. Umweltbewusste Biker könnten höchstens die Menge an bedruckter Pappe bemängeln.
Seinen Dauertest muss der Traverse SL II im Allmountain-Fully Merida One-Forty 6000 absolvieren. Hier ersetzt er den No-Name-Serienlaufradsatz aus Alu, welcher ohne Tubeless-Felgenbad und mit Schläuchen kam. Amüsanter Weise lässt Specialized seine Carbon-Rahmen teilweise in der taiwanesischen Fabrik des Big-Players Merida herstellen. Da die Roval-Laufräder bereits für das Fahren ohne Schlauch vorbereitet sind, gelingt das Aufziehen der Reifen, das Einfüllen der Dichtmilch und das Befüllen mit Luft mühelos. Für die Kompatibilität mit den Shimano-Komponenten des Meridas braucht es allerdings neue Bremsscheiben mit 6-Loch-Standard und den Umbau auf einen Microspline-Freilaufkörper.
Im Dauertest muss der Laufradsatz vielen Trail-Einsätzen und Touren-Kilometern standhalten. Sein neues Zuhause auf Zeit am Rande des Bayerischen Waldes legt auch den ein oder anderen Besuch auf den Strecken des Bikepark Geißkopf nahe. Da die Laufräder zudem eine Winter-Saison aushalten sollen, wird sich im Verlauf des Tests zeigen, wie gut sie mit Schlamm und Salzwasser zurecht kommen. Beim Abschlussbericht beurteilen unsere Experten aus dem BIKE-Testlabor auch den Rundlauf der Felgen und die Dauerhaltbarkeit der Lager.
Erster Fahreindruck der Specialized Roval Traverse SL II
Über ein halbes Kilo Gewichtsersparnis an rotierender Masse sind beachtlich und sorgen dafür, dass das Allmountain merklich schneller vom Fleck schießt. Schlauchlos spart der Wechsel auf die Carbon-Laufräder vorne und hinten jeweils rund 300 Gramm am Dauertest-Bike. In Sachen Beschleunigung schlägt eben Nichts einen leichten Laufradsatz, wie den Roval Traverse SL II. Der direkte Vergleich zwischen günstigem No-Name-Laufradsatz aus Alu und teurem High-End-Carbon-Laufradsatz ist bemerkenswert, hinkt aber natürlich. Wie überall gibt es zwischen Schwarz und Weiß aber auch ein Grau. In der Welt der Mountainbike-Laufräder sind das leichte Modelle mit Aluminiumfelge.
Bereits auf der ersten Ausfahrt fällt auf, dass das Bike durch den Wechsel auf die leichten Rovals merklich besser klettert. Während sich die Originallaufräder in Trail-Anstiegen schwerfällig wie Dampfwalzen den Berg hochwuchteten, gelingt das mit dem Roval Traverse SL II 240 6B deutlich leichtfüßiger, agiler. Zusätzlich profitiert der Pilot vom gestiegenen Grip, den der niedrige Luftdruck des Tubeless-Setups generiert. Insgesamt verleihen die Specialized-Laufräder dem Dauertest-Allmountain ein deutlich sportlicheres Fahrverhalten auf welligem Terrain. Gerade auf losem Waldboden kann deutlich mehr Geschwindigkeit durch die Kurven mitgenommen werden.
Gleichzeitig erscheint der Roval-Laufradsatz im Gegensatz zu vielen anderen Carbon-Modellen nicht zu steif. Etwas schmerzlich sind die kleinen Kratzer, die der Roval auf den felsigen Trails davonträgt. Nach einigen Abfahrten auf den harten, ausgefahrenen Stages der Chilli-Enduroserie rund um den Bikepark Geißkopf, blieben die Ermüdungserscheinungen durch weitergereichte Schläge im Rahmen. Die breite, flache Felge steht seitlich etwa genauso viel hervor, wie die breiteste Stelle der Reifenflanke. Bei unsauberer Linienwahl wird die Felge deshalb nicht vom Reifen geschützt, sondern geht bei seitlichen Hindernissen gleichzeitig auf Tuchfühlung mit dem Terrain. Ob sich das langfristig auf die Haltbarkeit der Felge auswirken kann, lässt sich mit der jetzigen Fahrleistung noch nicht sagen.
Während der Serien-Laufradsatz auf 300 Kilometern bereits zwei Platten aufgrund von Durchschlägen verbuchen musste, blieb der Roval über dieselbe Fahrdistanz bisher defektfrei - auch das ist großenteils dem Wechsel auf Tubeless zuzuschreiben. Tatsächlich musste den die Specialized Laufräder bereits einige leichte Durchschläge wegstecken. Bei knapp 90 Kilo Fahrergewicht (fahrfertig) und 1,6 Bar Reifendruck vorne sowie 1,8 Bar hinten, kann es bei wilder Fahrweise schon Mal knallen. Den Roval Laufradsatz lässt das bislang unbeeindruckt: Weder Defekt noch Luftverlust. Es scheint, als würde Specialized mit der versprochenen Durchschlags-Resistenz Recht behalten.
Weitere Roval Laufrad Optionen
Neben den Traverse Modellen bietet Roval auch andere interessante Optionen wie den Control SL Team Issue Laufradsatz für XC-Rennfahrer, der mit einem Kampfgewicht von nur 1248 Gramm (mit Felgenband und Tubeless-Ventilen) überzeugt.
Roval Traverse HD 350 DEG: Das günstigste Laufrad der Serie
Die Roval Traverse Laufräder wurden jetzt mit einem neuen Modell ergänzt. Die HD 350 DEG Laufräder mit der gleichnamigen DT Swiss 350 DEG Nabe wurden für den Einsatz auf dem Trail entwickelt. Ihr Ratchet DEG System hat 72 Rastpunkte mit einem Einrastwinkel von 5° - bei den anderen Modellen sind es 4 Grad. Besonders das benutzerfreundliche Design und die Wartungsfreundlichkeit soll eine schnelle Demontage ermöglichen.
Ein zentrales Feature der neuen Roval Traverse Laufräder ist die sogenannte FlatStop-Technologie. Diese Konstruktion soll laut Specialized die Widerstandsfähigkeit gegen Durchschläge deutlich erhöhen. Konkret geben die Entwickler an, dass im Vergleich zu einem herkömmlichen runden Felgenprofil 85 Prozent mehr Kraft nötig sei, um einen Durchschlag zu verursachen. Das flache Profil verteile die Aufprallenergie auf eine größere Fläche und reduziere so die Gefahr von Beschädigungen an Reifen und Felge. Für Bikerinnen und Biker soll dies weniger Pannen und mehr Fahrspaß auf technischen Trails bedeuten.
Zwei Modelle für verschiedene Einsatzbereiche
Die Roval Traverse Laufrad-Serie umfasst zwei unterschiedliche Modelle, die auf spezifische Einsatzbereiche zugeschnitten sind. Das Traverse SL II ist als leichtere Variante für Trail-Einsätze konzipiert. Es soll eine ausgewogene Balance zwischen geringem Gewicht für effizientes Bergauffahren und ausreichender Stabilität für anspruchsvolle Abfahrten bieten. Die Felgen des SL II verfügen über unterschiedliche Carbon-Layups für Vorder- und Hinterrad.
Das Traverse HD ist als besonders robuste Variante für harte Enduro-Einsätze ausgelegt. Laut Specialized handle es sich dabei um die stabilsten Carbon-Laufräder, die der Hersteller je getestet habe. Die HD-Ausführung sei darauf ausgelegt, auch harte Durchschläge und aggressive Fahrweisen unbeschadet zu überstehen.
Innovative Ventilkonstruktion für bessere Lufthaltung
Ein weiteres technisches Highlight der neuen Roval Traverse Laufräder ist das sogenannte ThreadBed-Ventilsystem. Dabei handelt es sich um ein direkt in die Felge eingeschraubtes Ventil, das ohne zusätzliche Kontermuttern auskommt.
Laut Specialized soll diese Konstruktion mehrere Vorteile bieten: Sie verhindere Luftverlust durch Felgenverformung, erleichtere die Montage von Reifen und reduziere das Risiko von Verstopfungen durch Dichtmilch. Das System sei kompatibel mit herkömmlichen Presta-Ventileinsätzen und ermögliche auch die Verwendung von Standard-Tubeless-Ventilen.
Verschiedene Naben-Optionen für unterschiedliche Ansprüche
Die Roval Traverse Laufräder werden mit verschiedenen Naben-Optionen angeboten, um unterschiedliche Anforderungen an Gewicht, Haltbarkeit und Preis abzudecken.
Für das Traverse HD stehen DT Swiss 240 DEG Naben zur Verfügung. Die legendäre 240er bietet mit 90 Einrastpunkten und einem Einrastwinkel von 4 Grad ebenfalls eine zügige Kraftübertragung. Die DT Swiss Naben gelten als besonders langlebig und einfach zu warten. Sie ermöglichten eine schnelle Demontage und den unkomplizierten Austausch von Verschleißteilen. Nach unten rundet das Traverse HD 350 DEG mit der namensgebenden DT Swiss 350 DEG Nabe das Programm ab.
Umfangreiche Garantie und Crash-Replacement
Um das Vertrauen in die Qualität der neuen Laufräder zu unterstreichen, bietet Specialized eine lebenslange Garantie auf die Roval Traverse Modelle. Voraussetzung dafür ist eine Registrierung innerhalb von 90 Tagen nach dem Kauf. Zusätzlich gelte für die ersten zwei Jahre eine "It Happens" Crash-Replacement-Garantie. Diese decke auch Schäden ab, die nicht unter die reguläre Garantie fallen.
Roval Traverse Laufräder: Technische Spezifikationen, Modelle & Preis
Roval Traverse SL II Hydra2
- Einsatzbereich: Trail
- Gewicht (29 Zoll): 1757 Gramm (inkl. Ventile und Felgenband)
- Speichenzahl: 28 vorne und hinten
- Nabe: Industry Nine Hydra2
- Einrastpunkte: 145 Zähne / 0,41 Grad
- Laufradgrößen: 29 Zoll
- Gewichtslimit (Fahrer und Gepäck): 125 Kilogramm / 275 Pfund
- Garantie: Lebenslang (bei Registrierung innerhalb von 90 Tagen)
- Preis: Traverse SL II HYDRA 6B 29 FRONT 28H: 1100 Euro, Traverse SL II HYDRA 6B 29 REAR 28H SATIN: 1400 Euro
Roval Traverse HD 240 DEG
- Einsatzbereich: Aggressive Trails, Enduro
- Gewicht (29 Zoll): 1795 Gramm (inkl. Ventile und Felgenband)
- Speichenzahl: 28 vorne, 32 hinten
- Nabe: DT Swiss 240 DEG
- Einrastpunkte: 90 Zähne / 4 Grad
- Laufradgrößen: 29 Zoll (vorne/hinten), 27,5 Zoll (hinten)
- Gewichtslimit (Fahrer und Gepäck): 125 Kilogramm / 275 Pfund
- Garantie: Lebenslang (bei Registrierung innerhalb von 90 Tagen)
- Preis: Traverse HD 240 27.5 6B REAR 32H 240: 1300 Euro, Traverse HD 240 29 6B REAR 32H 240: 1300 Euro, Traverse HD 240 29 6B FRONT 28H 240: 950 Euro
Roval Traverse HD 350 DEG
- Einsatzbereich: Aggressive Trails, Enduro
- Gewicht (29 Zoll): 1884 Gramm (inkl. Ventile und Felgenband)
- Speichenzahl: k. A.
- Nabe: DT Swiss 350 DEG
- Einrastpunkte: k. A.
- Laufradgrößen: 29 Zoll (vorne/hinten), 27,5 Zoll (hinten)
- Gewichtslimit (Fahrer und Gepäck): k. A.
- Garantie: Lebenslang (bei Registrierung innerhalb von 90 Tagen)
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