Obwohl Bike-Rucksäcke zuletzt Konkurrenz von "hippen Bags" (Hüfttaschen) bekamen und gar als uncool verschrien waren, kehren viele Bikerinnen und Biker zu den ehrenwerten Klassikern der Lastenbeförderung zurück. Denn ihre Vorteile sind allen Moden zum Trotz klar: Zwei Schultergurte und ein Hüftgurt verteilen die Last gleichmäßig auf Rücken und Hüfte, verhindern Wackeln oder einen rutschigen Sitz. Zudem schmiegen sie sich gut an den Körper und verleihen eine sichere Balance, wenn es beim Trailritt heftig zugeht. Auch ist ein Stauraum von mindestens zehn Litern das Minimum, wenn etwa Regenjacke, Trinkschlauch und Werkzeug mitgenommen werden. Nicht zuletzt taugen Rucksäcke - anders als Hipbags - als Alltagsbegleiter auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder für Wanderungen sind somit sogar nachhaltiger.
Viele Bikerinnen und Biker greifen zu einem mittelgroßen Modell der Klasse bis 20 Liter. Diese sind für die Tagestouren-Ausrüstung groß genug, schrumpfen für kürzere Ausritte mittels Kompressionsgurten zusammen und sind nicht viel schwerer als XC/Marathon-Modelle. Wer hingegen einen Alpencross plant, für den führt ohne dramatischen Ausrüstungsverzicht kein Pfad an den größten Rucksackmodellen vorbei. Damit du den richtigen Rucksack für deine Anforderungen findest, haben wir die spannendsten Modelle in drei Rucksackklassen getestet. Klarstes Kriterium zur Einordnung ist der Stauraum, der in reinen Literangaben dennoch abstrakt erscheint. Um zu veranschaulichen, wie viel Zubebör in die verschiedenen Rucksackgrößen passt, findest du bei den Testfeldern beispielhafte Packlisten mit typischen Ausrüstungsteilen für den Einsatzbereich.
Mountainbike-Race-Rucksäcke bis 14 Liter
"Weniger ist mehr" lautet der Slogan, mit dem Kleinstrucks cke bis 14 Liter für sich werben. Zwar erzielen nur die leichtesten drei (Amplifi, Camelbak, Evoc) einen echten Gewichtsvorteil gegenüber Tourenmodellen, doch ihre luftigeren Tragesysteme, das klar strukturierte Fächerangebot und die schnelle Handhabung sind für alle Bikerinnen und Biker interessant, die gerne schnell und schweißtreibend unterwegs sind.
Für Hausrunde und schnelle Trailrides sind XC-Rucksäcke wie gemacht. Doch auch beim Trailtanz spielen sie ihre Vorteile aus: Der reduzierte Stauraum erzielt einen schlankeren Formfaktor. XC/Marathon-Rucksäcke schmiegen sich eng an den Körper und sorgen bei perfekt eingestelltem Tragesystem für einen körpernahen Schwerpunkt.
Doch Licht wirft auch Schatten: Ab etwa vier Kilo Zuladung ist die Einsatzdauer der Tragesysteme eingeschränkt, denn die meist dünnen, luftigen Schulter- und Hüftgurte verteilen die Last auf eine geringere Fläche als dicker gepolsterte. Eine Ausnahme stellt das komfortable Tragesystem des Advenate dar, der etwas zwischen den Kategorien angesiedelt ist. Auf Wunsch lässt er sich sogar vom schlanken Racepack zum Tourer umbauen.
- Der Ergon BX2 Evo holt sich den MOUNTAINBIKE-Testsieg in der Kategorie Race-Rucksäcke, dank idealer Anpassung, top Belüftung und stark gepolsterte Rückenauflage mit viel Komfort.
- Der vielseitige, ausgreifte Deuter Race Air holt sich den Kauftipp in der Race-Rucksack-Kategorie und bietet viel Leistung fürs Geld.
Testmodelle im Detail
Advenate Symphony 8+2+4
- Preis/Gewicht: 160 Euro/842+166 g
- Volumen Angabe/Messung: 14 Liter/11(+4) + 1 Liter
- Trinksystem: optional vom Fremdhersteller
- Besonderheiten: Hauptfach mit Erweiterungsoption per RV, aufzippbares Zusatzfach mit vier Litern Volumen (kann separat getragen werden), Regenhülle und Werkzeug-Organizer inklusive
Mit der Aufsatztasche stößt er in Tourengefilde vor, das exzellente Tragesystem schultert die dann höheren Lasten ohne Probleme. Im Verhältnis zum Volumen nicht zu schwer geraten. Etwas schwitzig, der Rückenauflagestoff wellt sich. Handhabung gewöhnungsbedürftig.
Testurteil: Sehr gut
Amplifi Tour 12
- Preis/Gewicht: 100 Euro/598 g
- Volumen Angabe/Messung: 12 Liter/13 + 2 Liter
- Trinksystem: optional 2 Liter, 30 Euro
- Besonderheiten: Regenhülle inklusive, Hauptfach mit Trinkblasenfach, Fächer für Wertsachen, Werkzeug, Fleecefach, Reflektor mit Blinklicht-Halterung, Signalpfeife an der Brustschließe
Das sehr luftige Rückensystem des Amplifi hält den Rücken schwitzfrei, erzeugt bei etwas mehr Zuladung aber Druckstellen. Sehr gut bedienbare Konstruktion mit schnell erreichbaren Seitentaschen und griffigen Reißverschlüssen. Sehr sauber verarbeitet, aus Recyclingmaterial.
Testurteil: Sehr gut
Camelbak M.U.L.E
- Preis/Gewicht: 125 Euro/552 g
- Volumen Angabe/Messung: 12 Liter/10 + 1 Liter
- Trinksystem: 3-Liter-Trinkblase inklusive
- Besonderheiten: 3-Liter-Trinkblase mit Magnetclip inklusive, Hüftgurt abnehmbar, Helmhalter, Reflektoren, Fleecefach, separates Trinkblasenfach, integrierte Werkzeug-/Kleinteilfächer
Bei voller Trinkblase und Notausrüstung trägt sich der teure M.U.L.E. noch komfortabel, da die Schultergurte dezent vorgeformt sind. Bei viel Körpereinsatz oder noch mehr Zuladung sitzt er etwas undefiniert. Prima ausgestattet. Intuitive, "schnelle" Handhabung.
Testurteil: Sehr gut
Deuter Race Air
- Preis/Gewicht: 85 Euro/780 g
- Volumen Angabe/Messung: 10 Liter/11,5 + 2 Liter
- Trinksystem: optional 2 Liter, 36 Euro
- Besonderheiten: Regenhülle inklusive, Hauptfach mit Trinkblasenfach, Fächer für Werkzeug, Pumpe, Wertsachen, Reflektoren, Blinklichthalter, Helmhalter optional, Brillenhalterung
Am Deuter gefällt der luftige Spannnetzrücken mit hohem Komfort selbst bei viel Zuladung. Die schmale Kontur unterstützt eine aktive Fahrweise, er neigt kaum zum Schwänzeln. Klares, gut strukturiertes Fächerangebot, top Handhabung. Günstig, tadellos verarbeitet.
Testurteil: Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Kauftipp)
Ergon BX2 Evo
- Preis/Gewicht: 100 Euro/833 g
- Volumen Angabe/Messung: 11,5 Liter/12 + 0,5 Liter
- Trinksystem: optional 3 Liter, 33 Euro
- Besonderheiten: Regenhülle und Helmhalter/Spannsystem inklusive, Stauraumerweiterung per Reißverschluss, Rückenlänge in vier Positionen verstellbar, Fächer für Kleinteile, Fleecefach
Durch das anpassbare Rückensystem können Schwerpunkt und Sitz ideal eingestellt werden, wodurch der BX2 trotz weicher Hüftgurte superb anliegt, ohne schwitzig zu werden. Gutes, übersichtliches Fächerangebot mit leicht laufenden Zippern für schnelles Öffnen/Schließen.
Testurteil: Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Testsieger)
Evoc Ride 12
- Preis/Gewicht: 90 Euro/552 g
- Volumen Angabe/Messung: 12 Liter/12 + 1,5 Liter
- Trinksystem: optional 2 Liter, 35 Euro
- Besonderheiten: Weit aufklappbares Hauptfach mit Trinkblasenfach, Fächer für Werkzeug, Pumpe, Wertsachen, Signalpfeife an der Brustschließe, Blinklichthalter, Helmhalter
Sehr leichter, geräumiger Rucksack, dessen Tragesystem erst bei viel Zuladung aufgrund der schmalen Hüftgurte an die Komfortgrenze stößt. Durch zahlreiche Fächer gut strukturierter Stauraum. Schmiegt sich trailtauglich-eng an den Rücken. Rundum tadellos verarbeitet.
Testurteil: Sehr gut
Packliste für Race-Rucksäcke:
- Regenjacke/leichte Softshell-Jacke
- Buff
- Trinkblase bis 2 Liter
- 2-3 Energieriegel und Gels
- Tourenkarte
- Erste-Hilfe-Set
- Minipumpe
- Dämpferpumpe
- Smartphone
- Minitool
- Schlauch
- Reifenheber
- Flickzeug
Mountainbike-Tourenrucksäcke bis 20 Liter
Sie bilden die goldene Mitte zwischen leichtgewichtigen Race-Modellen und Alpencross-"Großmäulern" und sind deshalb auch bei Alltagsradlern und Pendlern beliebt. In den bis zu 20 Litern Stauraum der Tourenrucksäcke lässt sich eine komplette Ausrüstung ohne großes Abwägen und Aussortieren unterbringen. Sie lasten dennoch mit nur etwa 250 g Mehrgewicht im Vergleich zu XC-Modellen auf den Schultern, können auf Wunsch zu einer schlankeren Silhouette komprimiert werden, sind also leicht und universell einsetzbar.
Interessant: Analog zu den Allroundern unter den Bikes, den All-Mountains, ist die Kategorie der Tourenrucksäcke in den letzten Jahren ebenfalls abfahrtslastiger designt worden. Bis auf Scott und Osprey ist für alle hier getesteten Modelle ein spezieller Rückenprotektor erhältlich, und bis auf erneut Osprey bieten alle Modelle eine Helmhalterung, die Halbschalen- und Fullface-Helme gleichermaßen aufnimmt. Die Rucksäcke von Camelbak und Ergon bekräftigen zudem mit Halterungen für Knieprotektoren die Ernsthaftigkeit ihrer Ausrichtung.
- Testsieger unter den Tourenrucksäcken wird der Ergon BA3, der mit einem hochklassigen Tragesystem und bestem Komfort überzeugt.
- Der Scott Trail Rocket FR’16.0, der mit üppigem Stauraum und einer prima Belüftung überzeugt, holt sich den MOUNTAINBIKE-Kauftipp in der Kategorie Tourenrucksäcke.
Testmodelle im Detail
Camelbak H.A.W.G. Pro 20
- Preis/Gewicht: 170 Euro/896 g
- Volumen Angabe/Messung: 20 Liter/15,5 + 3 Liter
- Trinksystem: 3-Liter-Trinkblase inklusive
- Besonderheiten: Trinkblase, herausnehmbare Werkzeugtasche, Fleecefach, Rückenprotektor optional (50 Euro), Helmhalterung, Halter für Knieprotektoren, Reflektoren, E-Bike-Akkufach
Der H.A.W.G. trägt sich besser, als die sehr weichen Schultergurte vermuten lassen. Bestens fixiert, schmiegt er sich eng an den Körper, hält am Rücken dennoch Abstand für super Belüftung. Die Fachaufteilung ohne Seitentaschen richtet sich an Trailhungrige. Top Trinkblase.
Testurteil: Sehr gut
Ergon BA3
- Preis/Gewicht: 140 Euro/1140 g
- Volumen Angabe/Messung: 17 Liter/16 + 3 Liter
- Trinksystem: optional 3 Liter, 33 Euro
- Besonderheiten: Regenhülle, Rückenlänge verstellbar, RV-Trinkblasenfach, Halter für Integral-/Halbschalenhelme und Knieprotektoren, Rückenprotektor optional (35 Euro), Fleecefach
Schwer, aber durch die variable Rückenlängenverstellung ist der Sitz individuell anpassbar, das Tragesystem verteilt die Last perfekt und erzeugt einen tiefen Schwerpunkt. Mit vielen Fächern kleinteilig, aber bestens organisiert. Umfangreich ausgestattet, tadellos verarbeitet, super bedienbar.
Testurteil: Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Testsieger)
Norrøna Skibotn 15L
- Preis/Gewicht: 169 Euro/851 g
- Volumen Angabe/Messung: 15 Liter/16,5 Liter
- Trinksystem: optional von Fremdhersteller
- Besonderheiten: Rückenprotektor optional (65 Euro), Halter für Integral- und Halbschalenhelme, Goggle-kompatibles Fleecefach, Trinkblasenfach, Werkzeug- Organizer, Wertsachenfach
Für Freeride konzipiert, nimmt der Norrøna die wichtigste Ausrüstung auf, nur Halter für Knieprotektoren fehlen. Das Tragesystem erzielt einen körpernahen Sitz für heftige Trailrides, ohne Rückenprotektor getragen, beult es jedoch deutlich aus. Für das Gebotene recht teuer.
Testurteil: Gut
Osprey Syncro 20
- Preis/Gewicht: 120 Euro/818 g
- Volumen Angabe/Messung: 20 Liter/17,5 + 1,5 Liter
- Trinksystem: optional 2 Liter, 46 Euro
- Besonderheiten: Regenhülle, Helmhalter, RV-Trinkblasenfach, Werkzeug-Organizer, gepolstertes Brillenfach, Schlüsselclip, Blinklichthalterung, Reflektoren, Magnetclip für Trinkschlauch
Auf Leichtgewicht getrimmt, bietet der Syncro gut organisierten Stauraum. Das Tragesystem mit Drahtrahmen und Spannrücken drückt am unteren Auflagepunkt leicht durchs luftige Material. Das Aufsatzfach mit nicht umlaufendem RV ist etwas fummelig zu bedienen. Top Verarbeitung.
Testurteil: Gut
Scott Trail Rocket FR’16.0
- Preis/Gewicht: 130 Euro/796 g
- Volumen Angabe/Messung: 16 Liter/18,5 + 3 Liter
- Trinksystem: optional 2 Liter, 35 Euro
- Besonderheiten: Regenhülle, Halter für Integral- und Halbschalenhelme, Trinkblasen- /E-Bike-Akkufach, Werkzeug- Organizer, Notfallanleitung, Schlüsselclip, Reflektoren
Sein üppiger Stauraum ist in wenige Organisationseinheiten aufgeteilt. Das simpel konstruierte Tragesystem mit zwei vertikalen Polstern erfüllt seinen Zweck und ist prima belüftet. Bei einem Testexemplar lief der RV des Hauptfachs aufgrund eines Fertigungsfehlers sehr hakelig.
Testurteil: Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Kauftipp)
Packliste für Tourenrucksäcke:
- Regenjacke/leichte Softshell-Jacke
- Wechseltrikot/Unterhemd
- Knieprotektoren
- Knielinge
- Armlinge
- Buff
- Trinkblase bis 2 Liter
- 2-3 Energieriegel und Gels
- Tourenkarte
- Erste-Hilfe-Set
- Minipumpe
- Dämpferpumpe
- Handy/Kompaktkamera
- Geld und Ausweis
- Wechselscheiben für Brille
- Minitool
- Schlauch
- Multitool mit Zange
- Reifenheber
- Flickzeug
- Kleines Kabelschloss
Mountainbike-Alpencross-Rucksäcke bis 35 Liter
Ob es das große Abenteuer im Leben jeder Bikerin und jedes Bikers wird, mit dem Rad über den Alpenhauptkamm zu strampeln, oder "nur" eine Mehrtagestour von Hütte zu Hütte ... Wer wirklich lange unterwegs ist, braucht einen Rucksack, der das komplette Zubehör schluckt und auch wieder ausspuckt.
- Unter den Alpencross-Rucksäcken begeistert der Deuter Trans Alpine 30 mit zahlreichen Featurues und einer top Handhabung bei moderatem Gewicht. Die top Performance holt ihm den MOUNTAINBIKE-Testsieg!
Testmodelle im Detail
Deuter Trans Alpine Pro 28
Definitiv der beste Trans Alpine Rucksack, den wir je im Test hatten. Er sitzt dank der großen Flügel nicht nur extrem stabil und nimmt viel Last von den Schultern, die Polsterung reicht auch für schwere Lasten. Trotz des enormen Stauraums ist der Deuter perfekt organisiert. Zahlreiche Steckfächer und Unterteilungen schaffen Ordnung, alle Fächer öffnen weit - jedoch nur, wenn zuvor die Zurrgurte gelöst wurden. Große Hüfttaschen, cleveres Smartphone-Fach, optimal einstellbare Gurte. Nur das Gewicht leidet unter der üppigen Ausstattung.
- Preis: 200 Euro
- Gewicht / Volumen¹: 1655 G / 31 L (getestete Größe)
- Tragesystem: Schaumpolster
- Ausstattung: Bodenfach; Werkzeugfach; Lageverstellung; Smartphone-Tasche; Regenhülle; SOS-Label; Frontschubfach
- Trinkblase: nein / 3 l, 42 Euro
BIKE-Urteil²: 52 Punkte / sehr gut
Evoc Explorer Pro 30
Für technische Alpen-Touren ist der Evoc Fahrradrucksack die erste Wahl. Mit seinem stretchigen Klettgurt sitzt er satt und stabil am Rücken - wenn auch nicht ultimativ bequem gepolstert. Selbst in Steilabfahrten verrutscht hier nichts. Das Taschen-Management ist nahe an der Perfektion, die Aufteilung extrem gelungen. Nur das etwas geringe Volumen mahnt zum sparsamen Packen der Ausrüstung. Praktisch sind auch die großen Hüfttaschen. Die Belüftung ist nur mäßig, der Gurt lässt sich kaum während der Fahrt verstellen.
- Preis: 200 Euro
- Gewicht / Volumen¹: 1310 G / 25 L (getestete Größe)
- Tragesystem: Schaumpolster
- Ausstattung: Waschbeutel; breiter Stretch-Hüftgurt; Bodenfach mit Rollverschluss; Regenhülle; SOS-Label; Helmhalter
- Trinkblase: nein / 3 l, 40 Euro
BIKE-Urteil²: 49 Punkte / sehr gut
Osprey Escapist 25
Das Leichtgewicht im Test punktet mit massig Stauraum und individuell einstellbarem Rückensystem. Weil der Osprey MTB-Rucksack sehr nah am Träger anliegt und sich die breiten Flügel weit um die Hüften legen, sitzt er auch in der Abfahrt gut. Darunter leidet allerdings die Belüftung. Weniger überzeugt hat das Ordnungssystem: Es gibt nur wenige Staufächer, wodurch schnell Chaos im Rucksack entsteht. Gut: die großen Hüfttaschen, das Schubfach an der Front und der clevere Helmhalter. Die Schultergurte sind nur wenig gepolstert.
- Preis: 150 Euro
- Gewicht / Volumen¹: 1176 G / 29 L (getestete Größe)
- Tragesystem: Schaumpolster
- Ausstattung: 2 Größen; einstellbare Rückenlänge; Helmhalter; Regenhülle; Frontschubfach
- Trinkblase: nein / 3 l, 38,50 Euro
BIKE-Urteil²: 45 Punkte / gut
Vaude Bike Alpin Pro28+
Spannt man das aufwändige Tragesystem des Vaude Bike-Rucksacks, wird der Rücken angenehm von Frischluft umströmt. Mit etwas Übung klappt das auch während der Fahrt. Dafür sitzt der Bike Alpin weniger sicher in der Abfahrt und schaukelt sich wegen des flexibleren Materials etwas auf. Bei hoher Zuladung drücken die Gurte auf die Schultern. Die Aufteilung der Taschen ist gut gelungen, das Werkzeugfach aber zu flach und unpraktisch im Handling. Top: seitliche Smartphone-Tasche. Schade dagegen: nur eine Hüfttasche.
- Preis: 180 Euro
- Gewicht / Volumen¹: 1322 G / 26,5 L (getestete Größe)
- Tragesystem: Netzrücken
- Ausstattung: Größenverstellung; aufwändige Lüftungseinstellung; Regenhülle; Helmhalter; Smartphone/Kartenfach; Werkzeugfach
- Trinkblase: nein / 3 l 42 Euro
BIKE-Urteil²: 47 Punkte / sehr gut
Packtipps für Mehrtagestouren
Touren-Guide Peter Brodschelm empfiehlt, die Wechselkleidung für den Abend ganz unten im Hauptfach zu lagern. Er rollt seine Klamotten zusammen, um Falten zu vermeiden und Platz zu sparen. Trinkflaschen lassen sich schneller an Quellen befüllen. Ein separates Fach am Rücken eignet sich für selten benötigte Gegenstände wie Ersatzspeichen. Arm- und Beinlinge oder ein Wechsel-Shirt sollten an den Seiten des Hauptfachs verstaut werden. Die Regenjacke und das Erste-Hilfe-Set gehören griffbereit nach oben. Ein separates Täschchen für Werkzeuge sollte zentral und körpernah platziert werden.
Clevere Details am Rucksack für Mehrtagestouren
- Brillenfach: Kratzfrei ausgestattet und weit oben platziert, auch gut für Handy, Geldbörse und kleine Zubehörteile.
- Werkzeugfach: Kann auch als Toilettentasche genutzt werden, um das Gewicht gering zu halten.
- Hüfttasche: Für Mini-Tool, Müsliriegel, Smartphone und Handschuhe.
- Bodenfach: Für Schmutzwäsche oder einen Hüttenschlafsack, mit Abtrennung per Reißverschluss.
Tipps vom Experten
Peter Brodschelm, Touren-Guide und Chef beim Transalp-Anbieter Fahrtwind, empfiehlt Disziplin beim Packen. Jedes Teil sollte seinen festen Platz haben. Er rät zu sparsamem Packen und einem Maximalgewicht von sechs bis sieben Kilo. Große Lenker- und Satteltaschen sind auf technischen Bike-Touren nicht geeignet. Stattdessen empfiehlt er eine gut konstruierte Rahmentasche. Das Fahren mit Rucksack sollte auf Trails trainiert werden, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Die meiste Last sollte auf der Hüfte liegen, und der Brustgurt sollte geschlossen werden, um Zug von den Schultern zu nehmen. Funktionsunterwäsche hilft, mehrere Lagen zu ersetzen und ein gutes Klima zu schaffen.
Tabelle: Vergleich der MTB-Rucksäcke für die Transalp
| Modell | Preis | Gewicht / Volumen | Tragesystem | Ausstattung | BIKE-Urteil |
|---|---|---|---|---|---|
| Deuter Trans Alpine Pro 28 | 200 Euro | 1655 G / 31 L | Schaumpolster | Bodenfach, Werkzeugfach, Smartphone-Tasche, Regenhülle, SOS-Label | Sehr gut |
| Evoc Explorer Pro 30 | 200 Euro | 1310 G / 25 L | Schaumpolster | Waschbeutel, Stretch-Hüftgurt, Bodenfach, Regenhülle, SOS-Label | Sehr gut |
| Osprey Escapist 25 | 150 Euro | 1176 G / 29 L | Schaumpolster | Einstellbare Rückenlänge, Helmhalter, Regenhülle | Gut |
| Vaude Bike Alpin Pro28+ | 180 Euro | 1322 G / 26,5 L | Netzrücken | Größenverstellung, Lüftungseinstellung, Regenhülle, Helmhalter, Smartphone-Fach | Sehr gut |
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