IDM-Superbike: Lukas Tulovic setzt neuen Rundenrekord in Oschersleben

Mit ihrem zweiten Auftritt in der Motorsport-Arena in Oschersleben hat die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) in dieser Saison Maßstäbe gesetzt.

Lukas Tulovic dominiert die Superbike-Klasse

Ducati-Pilot Lukas Tulovic startete in der Superbike-Klasse nicht nur zweimal von der Pole Position und holte sich in beiden Läufen den Sieg, sondern er fuhr auch noch einen IDM-Rundenrekord.

Weitere Highlights der IDM in Oschersleben

Bereits im Mai sorgte die Serie mit spannenden Rennen und abwechslungsreichem Programm für Begeisterung bei den Fans. Insgesamt traten in der Magdeburger Börde 148 Fahrer bei 14 Rennen an. Das größte Teilnehmerfeld gab es mit 31 Startern beim Twin Cup.

Jüngste Siegerin war die 14-jährige Smilla Göttlich aus Sachsen, die das zweite Rennen im ADAC-Junior-Cup souverän für sich entscheiden konnte. Ihr älterer Bruder Lennard fuhr auf den zweiten Platz des Podiums.

Turbulente Rennen in der IDM Superbike

Besonders in der Top-Klasse IDM Superbike ging es turbulent zu. Dass sich der Kampf in den beiden Superbike-Läufen vorwiegend zwischen Ilya Mikhalchik (Champion Alpha BMW) und Florian Alt (HRP-Honda) stattfinden würde, war vorauszusehen.

Dass der Ukrainer das erste Rennen aber mit sechs Sekunden Vorsprung in der Motorsport Arena Oschersleben gewinnen würde, kam doch überraschend.

Florian Alt und Honda Schwierigkeiten mit dem Fahrwerk. Der 27-jährige dreifache Meister funktionierte im Gegensatz zum Vorjahr wie ein Uhrwerk.

Vor zwölf Monaten hatte er in Oschersleben mit Stürzen in beiden Superbike-Läufen eine herbe Schlappe einstecken müssen. Heute lief es für ihn hervorragend, "obwohl ich am Anfang nicht wusste, ob ich pushen soll oder nicht."

Bei Honda-Titelverteidiger Alt hatte nach der Hälfte der Distanz der Reifen Schwierigkeiten gemacht. "Seit den Rennen auf dem Sachsenring haben wir ein neues Fahrwerk. Bis zum zweiten Rennen werden wir noch Kleinigkeiten verändern."

Dritter in der höchsten deutschen Motorradrennsportklasse wurde Mikhalchiks Teamkollege Bálint Kovács aus Ungarn, der zum ersten Mal in seiner Superbike-Karriere auf dem Podest stand.

Wer an der Spitze fehlte, war Patrick Hobelsberger auf der GERT56-BMW. Der als Tabellenführer angereiste Bayer musste das Rennen nach einem Desaster in der Qualifikation aus der fünften Reihe in Angriff nehmen.

Nach 18 Runden kam er als Sechster ins Ziel. Gleichzeitig war sein Vorsprung in der Gesamtwertung auf einen einzigen Punkt geschrumpft.

2. Lauf IDM Superbike

Im zweiten Lauf profitierte der Bayer vorn einem sensationellen Start. Innerhalb von wenigen Sekunden wirbelte er vom 14. Platz auf die sechste Position im Feld. Aber es war ein Frühstart gewesen, stellte die Rennleitung fest.

Der BMW-Fahrer wurde mit einer doppelten Long Lap bestraft. Weil er nicht alle Regeln einhielt und weitere Strafen erfolglos blieben, "hat das zur Disqualifikation geführt und für Hobelsberger wurde die schwarze Flagge zum Verlassen der Strecke geschwenkt", sagte Rennleiter Ottmar Bange abschließend.

Der Sieg im zweiten Lauf ging wie schon im ersten Rennen an Mikhalchik, der noch loswerden wollte: "Ich habe an diesem Wochenende auch den Rundenrekord geknackt, wenn auch nur im Training."

Der Vorsprung zu Alt war mit 1,429 Sekunden Vorsprung deutlich knapper. Der deutsche Honda-Treiber fuhr trotz des Doppelsiegs der Konkurrenz als neuer Meisterschafts-Führer nach Hause.

Der Nordrhein-Westfale hatte beim Saisonauftakt auf dem Sachsenring schon ordentlich Punkte gebunkert. Zum Zweiten Mikhalchik besteht nur ein kleines Polster von zwei Zählern.

Dritter ist Lorenzo Zanetti (Ducati Frankfurt). Der Italiener nahm zwei siebte Plätze aus Oschersleben mit. Hobelsberger rutschte von der Spitze auf den vierten Tabellenrang ab.

Fünfter ist Toni Finsterbusch (GERT56, BMW) und Kovács als Sechster machte zwei Positionen gut. Er war auch im zweiten Lauf aufs Siegerpodest gefahren.

IDM Supersport: Triumph feiert ersten Sieg

In der Supersportklasse gab es den ersten Triumph-Sieg in der IDM-Geschichte. Der Doppelsieg von Luca de Vleeschauwer war eine faustdicke Überraschung.

Der Belgier war eine Woche vor dem Rennen auf dem gleichen Kurs heftig gestürzt und bis zum Donnerstag wusste niemand, ob er überhaupt antreten würde.

Der 21-Jährige vom Team MotoLife hatte am ganzen Körper Prellungen und grüne und blaue Flecken. Doch er biss die Zähne zusammen und arbeitete sich jeweils vom fünften Startplatz nach vorn.

Der favorisierte Österreicher Andreas Kofler (Yamalube Kofler) konnte nichts dagegen machen, die IDM-Führung behielt er trotzdem. Zweimal aufs Podium kam Lennox Lehmann, der schon Dritter in der Gesamtwertung ist.

Dabei ist der Dresdner noch ein Neuling in der IDM Supersport, wenn auch mit einer beachtlichen Karrierebilanz in kleineren Klassen.

Nachwuchsklasse IDM Supersport 300

In der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 dominierte der Niederländer Jeffrey Buis vom Team Freudenberg KTM-PALIGO Racing vor seinen Teamkollegen Ruben Bijman und Oliver Svendsen.

Am zweiten Renntag wiederholte Buis seinen Triumph, dieses Mal vor Svendsen und dem KTM-Piloten Philipp Tonn. Trotz des Doppelsiegs von Buis konnte Svendsen die Gesamtführung in der Meisterschaft weiter behaupten.

Sidecar-Festival: Schlosser/Schmidt sichern sich Pole Position

Markus Schlosser und Luca Schmidt haben die Nase vorn: Die beiden Meisterschaftsführenden sicherten sich in Oschersleben die Pole Position.

Die Pole Position der FIM/IDM Sidecar im Rahmen des Seitenwagen Festivals in Oschersleben steht fest: Trotz frischer, einstelliger Temperaturen am Samstagmorgen gelang es Markus Schlosser und Luca Schmidt (Team Schlosser/LCR Yamaha) in Q2 die schnellste Runde in den Asphalt zu brennen.

Sie landeten mit einer Zeit von 1:31,760 Minuten auf vorderster Position. Harry Payne und Kevin Rousseau stehen neben den Polesettern auf Rang zwei.

Das Steinhauser Racing Team fuhr in beiden Trainings am Limit, da sie mit alter Bereifung unterwegs waren.

„Wir sind nur mit zwei Sätzen neuer Reifen nach Oschersleben gekommen, die wir uns für die Rennen aufsparen wollen“, erklärte Harry Payne nach den Qualifyings.

Der Brite sucht für die kommende Saison dringend neue Sponsoren, unter anderem um mehr Material zur Verfügung zu haben und auch für mehr Testkilometer.

Unter den Top Drei findet sich ein bekanntes Gesicht: Bennie Streuer und sein Beifahrer Kevin Kölsch (Streuer Racing/ARS Yamaha) sicherten sich mit einer Rundenzeit von 1:32,912 Minuten Startposition drei.

Die deutschen Nachwuchsfahrer Lennard Göttlich und Lucas Krieg (Bonovo Action Junior-Team ADAC Sachsen e.V./ARS Yamaha) fuhren mit ihrem neuen Design in den Farben Grün-Gold auf Platz elf.

Weitere Veranstaltungen in der Motorsport Arena

Das Pfingstwochenende stand in der Motorsport Arena Oschersleben ganz im Zeichen des GT Sportes. Schon im ersten Qualifying des Wochenendes wurde klar, das wird ein enges und spannendes Rennen.

Die ersten 24 Starter lagen mit den Qualifyingzeiten innerhalb einer Sekunde. Für die Mannschaft von Schubert Motorsport lief es zum ersten Lauf der Serie nicht nach Plan.

Am Sonnabend fiel nach einem misslungenen Boxenstopp das Titelverteidiger-Fahrzeug von Sheldon van der Linde aus. Sieger des Rennens am Sonnabend war Franck Perera, der erstmals einen ersten Platz für einen Lamborghini in der DTM erfahren konnte.

Den zweiten Platz sicherte sich Tim Heinemann im Porsche. Am Rennsonntag konnten sich die Porsche-Piloten die vorderen Plätze sichern.

Der Rookie Tim Heinemann, welcher neu in der DTM am Start ist und auch insgesamt erst seine fünfte Motorsport-Saison bestreitet ist nun Meisterschafts-führender der Serie.

Der alte Rundenrekord im geschlossenen GT Fahrzeug lag 1998 im Porsche GT von Uwe Alzen bei einer Zeit von 1:20.206 und wurde an diesem Wochenende von Laurents Hörr eingestellt.

Auch wurde am Sonnabend ein neuer Top Speed Rekord im Rahmen des Prototype Cup Germany in der Motorsport Arena aufgestellt.

Die Motorsport Arena Oschersleben

Die Veranstaltung ist eine der größten Sportereignisse Sachsen-Anhalts. Rund 200 Journalisten aus Deutschland und dem umliegenden Ausland waren gekommen, um über die Veranstaltung via Print und Video zu berichten.

Politikerin Dr. Tamara Zieschang ließ es sich nicht nehmen, beim DTM-Start in Oschersleben dabei zu sein. Die Ministerin für Inneres und Sport in Sachsen-Anhalt sah sich das Sonntagsrennen vor Ort an und überreichte anschließend den Siegerpokal.

„Wir sind stolz, Gastgeber für einen so gelungenen Auftakt gewesen zu sein“, schwärmt Ralph Bohnhorst, Geschäftsführer der Motorsport Arena Oschersleben.

„Die DTM lebt - sie lebt für die Fans und ist sportlich wahnsinnig interessant. Die Zweirad-Saison startet in der Motorsport Arena mit der internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft.

Internationale Beteiligung und volle Fahrerfelder sorgen für qualitativ hochwertigen Motorsport. Zum ersten Juni-Wochenende stehen sechs Rennserien bereit, um den Zuschauern Zweirad-Motorsport zu präsentieren.

Von den Einstiegsklassen wie dem Yamaha R7 Cup über die IDM Supersport 300 bis hin zur Königklasse mit der IDM Superbike wird hier für jeden Motorradfan das passende Format geboten.

„Ich freue mich, dass sich die Meisterschaft im Aufwind befindet. Die IDM trägt in Oschersleben ihren zweiten Lauf der Saison aus. Auch das Team von Gert56 ist mittendrin im hart umkämpften Titelkampf der IDM Superbike.

Zur Veranstaltung herrscht absolute Fan-Nähe, da alle Bereiche während des Events geöffnet sind und so auch dem Gang durch das Fahrerlager nichts im Wege steht.

Weiter geht es in der Motorsport Arena am 2. und 3. August auf vier Rädern mit dem „ADAC Racing Weekend“.

Bis dahin ist während der Sommerferien der Zutritt für fünf Euro jederzeit möglich, um bei einem Motorradtraining zuzuschauen oder die nach Voranmeldung die Outdoor-Kartbahn zu nutzen.

Streckenvarianten und Rekorde

3,667 Kilometer Länge (mit S-Kurve nach Start und Ziel) oder 3,696 Kilometer Länge (mit 90-Grad-Kurve nach Start und Ziel) bei 11-13 Meter Breite. Der Höhenunterschied der Strecke beträgt 23 Meter.

Von Material und Fahrer müssen 14 Kurven (sieben links und sieben rechts) gemeistert werden. Die schnellste Stelle auf der Strecke befindet sich am Ende der Start-Ziel-Geraden (700m), wo theoretisch eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 280 km/h erreicht werden kann.

Der Kurs der Motorsport Arena Oschersleben ist flexibel nach den Bedüfnissen der Kunden gestaltbar. Egal ob für eine FIA-lizensierte Veranstaltung, eine Rallyevariante oder als Kundenincentive mit mehreren Sektionen - in der Arena sind unter anderem folgende Varianten denkbar:

Streckenrekord

Die schnellste Rennrunde wurde am 7. August 2005 von dem Österreicher Andreas Zuber im Rahmen der Premiere der World Series by Renault gefahren. Der Pilot der Formel Renault 3.5 fuhr eine Zeit von 1:15.050 Minuten was einem Durchschnitt von 175,900 km/h entspricht und stellte damit den alten Rekord im Automobilsport von 1:20.206 Minuten von Uwe Alzen (Porsche GT) aus dem Jahr 1998 klar in den Schatten.

Zum DTM Auftakt 2023 wurde dieser Rekord abgelöst von Laurents Hörr aus dem Prototype Cup Germany im LMP3 mit einer Zeit von 1:18.461 Minuten.

Was in Bezug auf den Streckenrekord noch möglich gewesen wäre, zeigt eindrucksvoll die Zeit von 1:11.09 Minuten. Sie wurde im Training der Formel Renault 3.5 von dem Polen Robert Kubica gefahren.

Offiziell werden allerdings ausschließlich Qualifikations- und Rennrunden für diese Statistik gewertet.

Die neue, seit 2007 gefahrene 3.696 Meter lange Streckenvariante mit der 90-Grad-Kurve nach Start/Ziel umrundete Fabrizio Crestani am 29. Juli 2011 im Rahmen der FIA WTCC am schnellsten. Der Pilot der AutoGP schaffte im Qualifying eine 1:17.084.

Einzigartiger Arena-Charakter

Die Motorsport Arena Oschersleben trägt nicht zufällig den Zusatz Arena im Namenszug. Der von allen Besuchern hoch geschätzte Arena-Charakter ist in der deutschen Rennstrecken-Landschaft nahezu einmalig. Alle Zuschauerbereiche sind zwischen sechs und acht Metern oberhalb der Strecke angelegt.

Ein Zustand, der die Gäste ganz nah an die Strecke bringt und sie den Motorsport hautnah erleben lässt. Gerade im Nord-West-Bereich der Anlage sorgt dieser Arena-Charakter für eine einmalige Atmosphäre. Weite Teile der Strecke können eingesehen werden und der Funke der Begeisterung springt von den Fahrern auf die Zuschauer über.

Sicherheit hat Priorität

Der Anspruch an die Sicherheit der Zuschauer und Teilnehmer bei Rennsportveranstaltungen ist groß. Bereits bei der Planung der Strecke wurde auf weitläufig angelegte Kiesbetten und Auslaufzonen großen Wert gelegt.

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