Die Idee, mal länger über Land zu reisen, hat schon eine ganze Weile in mir geschlummert.
Aber es war eine der Sachen, die ich immer auf eine unbestimmte Zeit in der Zukunft vertröstet hatte - wenn ich mehr Geld haben würde, und mehr Zeit.
Ich habe erst einen Auslöser gebraucht, um zu merken, was ich wirklich will und zu erkennen, welche Dinge vielleicht nur Ziele waren, die ich hatte, weil sie in unserer Gesellschaft als erstrebenswert gelten.
Ich stand kurz vor einem Jobwechsel, und habe eine Zusage für meinen absoluten Traumjob bekommen.
Erst als ich mich darüber nicht richtig freuen konnte, habe ich gemerkt, dass ich eigentlich etwas ganz anderes will: nämlich diese Weltreise auf dem Motorrad machen.
Und als ich dann wusste, was ich wirklich will, war plötzlich alles ganz einfach und klar.
Die Faszination des Alleinreisens
Allein zu sein wird von außen oft als Mangel wahrgenommen, und auch wir selbst definieren uns oft durch die Beziehungen, die wir in unserem Leben haben.
Für mich war das Spannendste am Alleine-Reisen, die komplette Verantwortung für sich selbst zu tragen.
Alle Entscheidungen, die man trifft, kommen aus eigenem Antrieb - es gibt nicht mal eben einen Partner, Familie oder Kollegen, die einen beraten können.
Ziemlich schnell merkt man dabei auch: Nur ich allein bin für mein eigenes Wohlbefinden verantwortlich.
Das war für mich eine ziemlich beeindruckende Erfahrung, weil man sonst schon gerne mal dazu neigt, den Partner, Arbeitskollegen oder den miesen Chef verantwortlich zu machen, wenn es bei einem selbst mal nicht so gut läuft.
Alleine Reisen bedeutet übrigens nicht unbedingt, immer nur alleine zu sein.
Die Pflichten des Alltags hinter sich zu lassen und nur noch Freiheit vor sich zu spüren, wirkt von außen erstmal wie ein langer Urlaub, in dem man bestimmt durchgehend glücklich ist.
Herausforderungen und Glücksmomente auf einer langen Reise
Du sagst, niemand ist immer glücklich, egal wie die Lebensumstände sind - und schreibst von einem Tief, von Tränen, die dich beim Fahren überkamen, als du in Australien warst.
Das Interessante an so einer langen Reise ist: Es fühlt sich eben nicht wie ein langer Urlaub an, sondern das Reisen selbst wird zu einem neuen Alltag, in dem man sich natürlich anders verhält als zu Hause in einem 9-to-5 Job - aber trotzdem baut man sich ziemlich schnell wieder ganz eigene Strukturen für diesen neuen Alltag.
Das mag vielleicht komisch klingen, aber dadurch entstehen dann auch neue Pflichten: Früh aufstehen, weil man sonst die Strecke, die man am Tag vor sich hat, nicht schafft, das Motorrad warten, Essen besorgen, Wäsche waschen.
Gerade die kleinen Alltagsaufgaben sind auf Reisen oft komplizierter und nehmen viel Zeit in Anspruch, weil man sich über Sprachbarrieren verständigen muss und eben nicht das immer gleiche zu Hause hat, in dem man diese Aufgaben wie nebenbei erledigen kann.
Und wie in jedem Alltag, ist man auch auf so einer Reise nicht immer glücklich.
Generell hat mich allerdings schon eine ständige Dankbarkeit begleitet, dieses Abenteuer erleben zu dürfen und auf dieser Reise zu sein.
Ich weiß nicht, ob ich mich wirklich glücklicher gefühlt habe, als in meinem alten Leben, aber ich war definitiv zufriedener.
Veränderungen und Erkenntnisse nach der Rückkehr
Eine so intensive Reise zu unternehmen, führt einen bestimmt ein großes Stück mehr zu sich selbst und lässt einen einiges im Leben hinterfragen.
Wie sieht es mit dem Glücklichsein aus, seitdem du wieder zurück bist?
Es ist auf jeden Fall viel von der Zufriedenheit geblieben, weil ich jetzt weiß, dass wir verantwortlich sind für unsere Entscheidungen und dass diese Entscheidungen uns auch zu dem machen, wer wir sind.
Ich dachte immer so eine Reise alleine würde mich „härter“ machen, zu einer echten Einzelkämpferin.
Die Bedeutung von Beruf und Lebensweg
Welche Grundpfeiler deines Lebens haben sich durch die Reise verändert?
Man soll ja niemals nie sagen, aber gerade würde ich nicht wieder zurück in einen normalen Bürojob wollen.
Ich arbeite seit ich zurück bin als selbstständige Freelancerin - und obwohl ich mehr arbeite, als in meinem alten Job vor der Reise, ist es für mich sehr befreiend, mir selbst meine Aufgaben aussuchen zu können und mich nicht vor irgendwelchen Vorgesetzten oder Kollegen rechtfertigen zu müssen, wie und mit was ich meine Zeit verbringe.
Das macht mich selbst auch viel produktiver.
Der Grundpfeiler „Beruf“ hat sich durch die Reise also in eine ganz andere Richtung entwickelt, als ich es mir davor hätte vorstellen können.
Ich bin ein Mensch, der tendenziell dazu neigt, die Dinge gerne ein bisschen anzuschieben und unruhig wird, wenn sie sich nicht schnell genug verändern.
Deswegen habe ich mich sehr oft gefragt: Wieviel müssen wir ändern an den Strukturen, in denen wir vermeintlich feststecken, und wann ist es besser, einfach gelassen zu sein, und den Dingen die Zeit zu geben, die sie brauchen, um sich zu entwickeln?
Ich bin ein großer Verfechter der Theorie, dass wir sehr viele Dinge selbst in der Hand haben, und selbst einen neuen Weg suchen müssen, wenn wir mal in einer Sackgasse landen.
Deswegen fand ich auch das Sprichwort so schön, das mir eine Familie in Pakistan mit auf den Weg gegeben hat: „Das Schicksal ist ein gesattelter Esel, es geht, wohin du ihn führst.“
Das bedeutet aber nicht, dass jede Struktur, in der wir stecken, grundsätzlich schlecht ist.
Wir brauchen manche Struktur, um nicht täglich durchzudrehen bei all den Entscheidungen, die wir treffen könnten, und all den Dingen, die wir durch das Treffen einer Entscheidung ausschließen.
Ich glaube ein gesunder Mittelweg ist da das Beste: Wenn man einen Traum oder Wunsch hat, dann sollte man sich auf jeden Fall trauen, ihn zumindest einmal auszuprobieren.
Aber nur weil wir an einem Tag vielleicht mit dem falschen Fuß aufgestanden und mal nicht so glücklich sind, heißt das nicht, dass wir sofort unser ganzes Leben umkrempeln müssen und zum Aussteiger werden.
Dass unsere Welt ein fantastischer Ort ist, auf den wir viel besser aufpassen müssen.
Abenteuerlust und Reisetreue
Vor jeder neuen Motorradsaison sinniere ich, wohin es gehen soll.
Wo sind wir noch nicht gewesen?
Welche neuen Ziele sind für uns auf dem Motorrad erreichbar?
Am Anfang war es völlig klar: Wo war ich noch nicht?
Genau da will ich hin!
Glücksorte sind Orte zum immer Wiederkehren.
In den meisten Ländern, die mich interessieren und mir im Sattel meiner Enduro erreichbar erscheinen bin ich gewesen, von Irland bis Litauen, von Südfrankreich bis Island.
Beim ersten Besuch ist alles neu, aufregend und interessant, aber dann kristallisieren sich einige Orte heraus, wo man sehr gerne wieder hin möchte.
Die Liste hat nur wenige Einträge und ganz selten kommt ein Neuer dazu.
An manchen Orten werden wir schon freudig begrüßt.
Man kennt uns dort.
Früher habe ich Leute belächelt, die jedes Jahr an denselben Ort reisen, denselben Campingplatz, dasselbe Apartment, denselben ollen Gardasee.
Inzwischen verstehe ich.
Andererseits gibt es noch so viel Neues zu entdecken, neue Länder, Pisten und Orte, wo wir noch nicht gewesen sind, unbekannte TET-Strecken, auf die wir noch keinen Stollen gesetzt haben.
Doch dann sind da unsere Glücksorte, wo wir so gerne sind und wo man uns schon kennt.
Die Suche nach dem perfekten Motorrad
Zitat von »Evo2k6« Ich glaube das perfekte Traummotorrad gibt es noch nicht, zumindest nicht für mich.Das liegt daran, dass Du falsch SUCHST!Es gibt nicht "das perfekte Traummotorrad" - aber mach Dir mal Gedanken über "die perfekten Traummotorräder".
Und worin liegt hier der Feher? Richtig das wörtchen Die.
Wenn ich genug Kohle hätte hätte ich sicherlich 2,3 Motorräder die alle perfekt passen.
Aber dafür hab ich die Kohlen leider nicht.
Noch nicht.
Mal schauen was die Zukunft vllt. so bringt.Ansonsten bin ich aber nachwievor sehr zufrieden mit meiner SV.
Ich weiß nicht, ob ich die Virago als Fehlkauf betrachten würde.
Sagen wir, ich würds nicht nochmal tun, aber bereut habe ich es auch nicht.
Sie war spaßig zu fahren, technisch zuverlässig und sah gut aus.
Das, was man der Virago nachsagt, erinnert mich so an diese seltsame Einstellung von vielen Anfängern (allgemein, nicht explizit Mopped-Anfänger): "Ich hab keine Ahnung von der Materie, ich kauf mir was Billiges, ich weiß ja sowieso nicht, was gut ist."
Nach dem Motto: Qualität nur was für "Profis".
Meist gepaart mit einer kleinen Prise Knausrigkeit und Beratungsresistenz.
Die Bedeutung von ABS beim Motorradfahren
Ein Fehlkauf ist bei dem kleinen Fahrzeugpark, welchen ich besessen habe, fast nicht möglich.
Und trotzdem, so könnte ich im zum jetzigen Zeitpunkt sagen, dass der Kauf der Suzuki DL650 V-Strom unter "Fehlkauf" abgehandelt werden kann.
Nicht was das Fahrwerk, Ergonomie oder sonst was angeht.
Sondern das fehlen von ABS.
Egal was "Alte Hasen" sagen und denken (z. B. nur ohne ABS ist Motorradfahren, wer es kann braucht es nicht, mit ABS hast du den längeren Bremsweg etc.) => ICH möchte das nicht mehr missen.
Denn unter Stress und in Schrecksituationen, oder auch auf nasser Strasse etc. bringt ABS erhebliche Vorteile, wenn man mal so stark in die Eisen muss.
Bei beiden Sicherheitstrainings, die ich bisher gemacht habe, wurden die Teilnehmer von den Instruktoren darauf hingewiesen, dass man genau so (Bremsschlag) für einen idealen Bremsweg auch mit ABS gerade NICHT bremsen soll, sondern, wie ohne ABS auch, progressiv Druck aufbauen und eben NICHT voll reinhacken soll.
Bei meinem FST im letzten Jahr wurde gesagt, voll reingreifen.
Begründung Instruktor; Überwindung das man das eben macht, weil man in einer Schrecksekunde sonst tendenziell zu wenig stark bremst und so wichtigen Bremsweg verschenkt.
Es ist sicher ein "nice to have", wenn man weiß, dass es im Zweifelsfall da ist, wenn man überbremst, aber es bei jeder Gefahrbremsung darauf anlegen "das ABS wird's schon richten" und den von dir genannten "Bremsschlag" durchführen, kann's m.E.
Unerwartete Zwischenfälle und ihre Lehren
Passiert ist mir das auch noch net, aber sag niemals nie...
Mir ist mein erstes Mopped (ZX-6R, übrichens gedrosselt 😛) lediglich einmal umgekippt, weil ich es aufgrund eines verstauchten Fußgelenkes nicht mehr halten konnte.
Ansonsten nie wieder... Ich weis nicht was an grundlegender Physik und Medizin so schwer nachvollziehbar ist.
Gründe für Umfaller gibts viele.
Mal medizinische, mal physikalische, mal technische.
Hahaha... HEX HEX... Sollte es dir irgendwann in den nächsten Jahren passieren denk an diesen Thread...
Ich hatte Sand zwischen dem Fuß und der Gehwegplatte... war wie Glatteis... und da hält keiner mehr eine Honda Deauville mit 250 Kg, wenn sie den bestimmten Neigungswinkel überschritten hat!
James Bond auf zwei Rädern
Anfang November kommt der neue James Bond in die deutschen Kinos.
Auch beim dritten Abenteuer mit Hauptdarsteller Daniel Craig ist Action garantiert.
Diesmal geht der Agent auch mit einem Motorrad auf Verbrecherjagd.
Zum Einsatz kommt eine Honda CRF 250 R.
Es ist nicht das erste Mal, dass der Spion im Auftrag ihrer Majestät spektakulär auf zwei Rädern unterwegs ist.
Die Honda CRF 250 R ist in der Eröffnungssequenz des 23. Bond-Abenteuers zu sehen.
Der Agent steuert die Maschine auf einer Verfolgungsjagd durch Istanbul.
Während der Geheimagent die Maschine eines türkischen Straßenhändlers lenkt, sitzt der Bösewicht auf einer CRF 250 R in Polizeiausführung.
Legendär ist der Stunt aus "Sag niemals nie" von 1983.
Auf einer Verfolgungsjagd sprang Bond mittels Turbo-Boost mit seinem Zweirad über einen Chevrolet Camaro.
Damals kam eine Yamaha XJ 650 Turbo zum Einsatz.
Die Besetzung von "Sag niemals nie"
Als Kevin McClory nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten endlich soweit war, aus seinem gemeinsam mit Ian Fleming geschriebenem Drehbuch für "Feuerball" eine Art "Gegen-Bond" zu den offiziellen 007-Filmen von Eon Productions zu produzieren, gelang ihm bei der Besetzung der Coup schlechthin: Er konnte Sean Connery, für viele bis zum heutigen Tag der ultimative James Bond, davon überzeugen, wieder zu jener Rolle zurückzukehren, die ihn weltberühmt gemacht hat.
Ein Geniestreich, der sich trotz Connerys zu diesem Zeitpunkt schon fortgeschrittenen Alters (und dem grauenhaften, während des Films die Farbe wechselndem Toupets, dass man ihn auf sein zunehmend glattes Haupt gepickt hat) als eine der größten Stärken des Films erweisen sollte.
Connery zeigt sich sehr spielfreudig, und hat sichtlich Freude daran, noch einmal in die Haut von 007 zu schlüpfen.
Er verleiht der Rolle erneut genau jene unwiderstehliche Mischung aus Charme, Härte und trockenem Humor, die seinen Bond seit jeher ausgezeichnet haben.
Neben Sean Connery ist es in erster Linie Klaus Maria Brandauer in der Rolle des Bösewichts, der begeistern kann.
Er lässt seinen unmittelbaren Konkurrenten Adolfo Celi aus "Feuerball" wirklich alt aussehen, und würde es in einer auch die inoffiziellen Bond-Filme berücksichtigenden Liste definitiv in meine Top 7 der besten Bond-Bösewichte schaffen.
Barbara Carrera ist zwar eine überzeugende, faszinierende und schöne Femme Fatale mit phantastischer Ausstrahlung, wird jedoch in der Darstellung ihrer Figur etwas vom Drehbuch behindert, dass ihr schließlich eine Szene auf ihren hübschen Leib schreibt, in der sie Bond dazu zwingen will ihr schriftlich zu bestätigen, dass sie die beste Frau war die er je hatte.
Seine trockene Antwort darauf ("Well, to be perfectly honest, there was this girl in Philadelphia…") ist zwar absolut köstlich und für mich der beste Gag des Films, aber die Szene an sich nimmt der Figur jenes Selbstbewusstsein, dass sie zuvor ausgestrahlt hat.
Kim Basinger tut sich ebenfalls etwas schwer.
Für Blofeld fand man mit Max von Sydow zwar einen ebenfalls sehr charismatischen Darsteller - gibt ihm jedoch in weiterer Folge nichts zu tun.
Generell denke ich, dass es dem Film gut getan hätte, auf Blofeld zu verzichten, da dieser in "Sag niemals nie" ohnehin nur eine Randerscheinung ist; den Fokus auf Maximilian Largo zu richten und ihn zum einzigen Bösewicht zu machen, wäre in meinen Augen besser gewesen.
Die wohl schlechteste Casting-Entscheidung war es allerdings, Sean Connery mit Rowan Atkinson einen Comedian zur Seite zu stellen, der in seinem ersten Auftritt auf der großen Leinwand verzweifelt versucht, mit bewusst überzeichnetem komödiantischen Spiel aufzufallen, und Bekanntheit zu erlangen.
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