Die Harley-Davidson Fat Boy: Eine Ikone auf zwei Rädern

Die Softail Fat Boy gehört zu den bekanntesten und am längsten gebauten Modellen von Harley-Davidson. Nicht zuletzt durch ihren Auftritt im Film Terminator 2 mit Arnold Schwarzenegger wurde das Modell einem breiten Publikum bekannt.

Die Geschichte einer Legende

Die Fat Boy wurde von einem Custombike inspiriert, das auf der H-D Softail Plattform basierte und 1987 bei Harley-Davidson Montréal entstand. Geschäftsführer Duc Dufour und Werkstattmitarbeiter Denis Lavoie entwickelten diese Maschine und tauften sie Lowboy. Sie verfügte über eine verdeckte Hinterradfederung, ein Leichtmetall-Scheibenrad, einen Frontfender aus Fiberglas und einen breiten Lenker.

Harley-Davidson Manager Jerry Wilke entdeckte sie und schickte ein Exemplar nach Milwaukee. Die Maschine gab dem H-D Stylingteam unter der Leitung von Willie G. Davidson und Louie Netz den Anstoß zur Entwicklung ihrer Fat Boy.

„Bei der Fat Boy von 1990 sind die Räder das entscheidende Merkmal“, erläutert Davidson in seinem Buch „100 Years of Harley-Davidson”. „Mit den Scheibenrädern wollten wir einen unverwechselbaren Look erschaffen. Wir trieben unsere Idee mit einer einfarbigen silbernen Lackierung und einem silbern pulverbeschichteten Rahmen weiter voran. Deshalb fügte ich gelbe Verzierungen an den Kipphebelgehäusen, dem Kupplungs- und Zündungsdeckel und dem Zündschalter hinzu. Wir bauten einen Fat Boy Prototyp und nahmen ihn mit nach Daytona, um ein persönliches Feedback von den Fahrern zu erhalten.”

„Sie fragen sich wahrscheinlich, wie wir auf den Namen Fat Boy gekommen sind. Ich habe viele Geschichten darüber gehört, von denen fast alle unwahr sind“, berichtet Davidson. „Hier ist die wahre Geschichte: Es ist nicht leicht, einen ebenso einprägsamen wie dauerhaft beliebten Namen zu finden. Wir suchten nach etwas Ungewöhnlichem und vielleicht sogar Respektlosem und es hat schon etwas Cooles, sich von Zeit zu Zeit über die eigenen Produkte lustig zu machen. Für mich und für viele andere Insider, die das Motorrad gesehen hatten, sah es einfach sehr fett aus.

Die Entwicklung der Fat Boy im Überblick:

  • 1990: Die Fat Boy debütiert in einer einzigen Farbe: Fine Silver Metallic.
  • 1991: Durch ihren Auftritt im Kinofilm „Terminator 2: Judgment Day“ wird die Fat Boy noch bekannter.
  • 2005: Die limitierte CVO Fat Boy, angetrieben vom Twin Cam 103, wird zwei Jahre lang produziert.
  • 2018: Die Fat Boy ist eines von acht revolutionären Softail Modellen, die auf einem völlig neuen Fahrwerk mit Monoshock am Heck und Milwaukee-Eight V-Twin-Motoren mit zwei Ausgleichswellen basieren.
  • 2020: Mit der Einführung der Fat Boy 114 30th Anniversary Limited Edition feiert Harley-Davidson seine Motorradikone.

Fat Boy Gray Ghost: Eine Hommage an die Legende

Die silbrig schimmernde Fat Boy Gray Ghost ist das fünfte Modell der Harley-Davidson Icons Motorcycle Collection. Dieses neue, in streng limitierter Auflage gefertigte Icons Modell feiert die ersten 35 Jahre der Fat Boy - eines Bikes, das Geschichte schrieb und dessen Name zu den bekanntesten der Motorradwelt zählt. Mit ihrem neuen, glänzenden Reflection Finish, das die gesamte Maschine aussehen lässt, als sei sie in Chrom getaucht, verneigt sich die Fat Boy Gray Ghost vor einer Legende in Sachen Motorraddesign.

Im Rahmen der Icons Motorcycle Collection präsentiert die Motor Company Jahr für Jahr die streng limitierte Auflage eines Motorradmodells, das die Neuinterpretation einer klassischen H-D Stilikone darstellt. Die Modelle der Icons Motorcycle Collection sind nummeriert und weisen spezielle Features auf, die sie von der jeweiligen Serienversion abheben.

Die Fat Boy ist ein Motorrad für Fahrer, die ein Statement setzen wollen. Dieses Statement wird durch die Fat Boy Gray Ghost der Icons Collection noch deutlicher. Sie schimmert in der Sonne, als sei sie aus einem massiven Aluminiumblock herausgefräst und auf Hochglanz poliert worden.

Einzigartiges Reflection Finish

Das Reflection Finish wird mittels PVD-Verfahren (Physical Vapor Deposition) erzeugt, das auch als Dünnfilmbeschichtung bekannt ist. Dabei wird ein festes Material in einem Vakuum verdampft und auf die Oberfläche eines Bauteils - im Fall dieser Maschine des Kraftstofftanks sowie des Front- und Heckfenders - aufgebracht. Dazu wird eine positive Ladung auf das feste Material (eine Aluminiumlegierung) und eine negative Ladung auf das Motorradteil aufgebracht.

In der Vergangenheit wurde das PVD-Verfahren von Harley-Davidson zur Veredelung einiger Kleinteile wie Tankmedaillons und Auspuffblenden eingesetzt. Bei den Fendern und dem Kraftstofftank der Fat Boy Gray Ghost kommt es erstmals bei derart großen Teilen einer Harley zur Anwendung.

Die Präzision der Beschichtung führt zu einem einzigartigen Finish, das chromähnlich aussieht, aber Vorteile gegenüber einer konventionellen Verchromung hat. Der Rahmen ist in einem hellen Silberton pulverbeschichtet und verchromte Seitendeckel vervollständigen den glänzenden Look.

Zu den Stylingelementen, die vom Original der Fat Boy inspiriert sind, gehören ein runder Luftfilter, gelbe Embleme an den unteren Rockerboxen, den Motordeckeln und dem Tankkonsoleneinsatz, ein mit Schnürung und Lederquasten versehener Sitz sowie ein schwarzes, ledernes Tank Strap, das ebenfalls eine Schnürung aufweist. Auch die dreidimensionalen Tankmedaillons sind dem Design der geflügelten Tankgraphics am Urmodell der Fat Boy nachempfunden. Die für die Fat Boy typischen Lakester Leichtmetallräder unterstreichen den selbstbewussten Auftritt.

Die Fat Boy im Film: Ein unvergesslicher Auftritt

Die Harley-Davidson Fat Boy ist eine Ikone. Jeder Fan dürfte die Szene aus "Terminator 2" vor Augen haben, in der Arnold Schwarzenegger zu seinem Gegenüber den Satz sagt "Ich will Deine Kleider, Deine Stiefel und Dein Motorrad" und Sekunden später auf der damals nagelneuen Fat Boy davonbraust.

Die Fat Boy in bekannten Filmen:

  1. Easy Rider (1969): Symbol für Freiheit und den amerikanischen Traum.
  2. Terminator 2: Judgment Day (1991): Arnold Schwarzenegger auf einer Fat Boy.
  3. Wild Hogs (2007): Symbol für Freiheit, Abenteuerlust und Freundschaft.
  4. Ghost Rider (2007): Eine speziell angefertigte Harley-Davidson spielt eine zentrale Rolle.
  5. Renegade (1987): Symbol für einen unabhängigen Lebensstil und Abenteuerlust.
  6. Harley Davidson and the Marlboro Man (1991): Symbol für Freiheit, Brüderlichkeit und den Kampf gegen Unterdrückung.
  7. Electra Glide in Blue (1973): Symbol für Autorität und die Freiheit der offenen Straße.
  8. The Wild One (1953): Darstellung der Motorradkultur und des Images der Rebellion.
  9. Road House (1989): Symbol der rauen und ungebändigten Lebensweise.
  10. Pulp Fiction (1994): Symbol für neu gewonnene Freiheit und Triumph.

Technische Daten und Modelle

Gestartet ist die Serie mit der FLSTF (Evolution Motor) von 1990 bis 1999. Im Anschluss folgte bis 2017 der Twin Cam in allen Größen von 88 bis 110 Cubic Inch. Seit dem Modelljahr 2018 gehen die Fat Boy Modelle als FLFB / FLFBS mit Milwaukee-Eight Motor an den Start.

Die Harley-Davidson Softail Familie

Motorradfans, die das ästhetische Design von Starrrahmen schätzen, das viele Motorräder bis in die Fünfzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts hinein prägte, aber dennoch nicht auf ein modernes Fahrzeugkonzept und den Komfort eines auch am Heck gefederten Rahmens verzichten wollen,wählen eine Harley-Davidson Softail.

Die Softail Typen werden vom luftgekühlten Milwaukee-Eight Big Twin angetrieben. Der Hubraum des V2 beträgt je nach Modell 1745 cm3 (107 cui; bis zu 64 kW (87 PS) und bis zu 145 Nm) oder 1868 cm3 (114 cui; bis zu 69 kW (94 PS) und bis zu 160 Nm).

Die Bremsanlagen aller Softail Typen profitieren vom serienmäßigen Antiblockiersystem, das dezent in den Look der Maschinen integriert ist.

Die Fat Boy 30th Anniversary Limited Edition

Harley feiert das Jubiläum des Terminator-Bikes mit einem düsteren schwarzen Sondermodell.

Die Fat Boy 30th Anniversary fällt vor allem mit einem auf, viel Schwarz! Das Motorrad selbst hat Harley im Farbton "Vivid Black" lackiert, dazu zählen das Scheinwerfergehäuse, der Lenker und die Fußhebel. Die Leichtmetallvollscheibenräder tragen die leicht matte Nuance "Satin Black". Der Motor wurde inklusive seiner Abdeckungen in "Gloss Black" getaucht. Die Auspuffanlage schließlich trägt "Black Onyx". Dieser Ton entsteht laut Hersteller durch Bedampfung und gibt je nach Lichteinfall den Blick auf die darunterliegende Chromschicht frei. Schriftzüge, Tanklogos und die unteren Kipphebel-Abdeckungen haben die Amerikaner in Bronze gehalten, nach eigenen Angaben, um einen möglichst wirkungsvollen optischen Kontrast zum düsteren Rest der Maschine zu erzeugen.

Herzstück der Harley-Davidson Fat Boy 30th Anniversary ist der aktuelle Milwaukee-Eight-114-Motor der Amerikaner. Der dicke Doppeltopf hat mächtige 1868 Kubikzentimeter Hubraum und leistet 94 PS bei 5020 Umdrehungen pro Minute. Das maximale Drehmoment gibt Harley mit 155 Nm an. Die Höchstgeschwindigkeit liegt demnach bei 190 km/h.

25.495 Euro müssen deutsche Harley-Fans berappen, wenn die Fat Boy voraussichtlich ab April 2020 zu haben ist. 2500 Exemplare wird es geben.

Die Fat Boy S: Kraft und Komfort

Unter dem breiten Tank (18,9 Liter Inhalt) steckt der große Motor Screamin’ Eagle Twin Cam 110B mit 1801 Kubikzentimeter Hubraum. Ihn bekamen bis dato nur die limitierten Sondermodelle der Werks-Tuning-Reihe „Custom Vehicle Operations (CVO)“.

Mit 93 PS und 146 Newtonmetern Drehmoment beschleunigt der Dicke Junge sehr ordentlich auf bis zu 195 km/h. Trotz stattlicher Masse von 333 Kilogramm bleibt er auch beim Bremsen gut unter Kontrolle. Serienmäßiges ABS und eine etwas größere Bremsscheibe hinten sorgen dafür - hier bleibt alles im grünen Bereich.

Das Fahrwerk ist angenehm komfortabel abgestimmt, die Sitzbank wird auch auf längeren Strecken nicht unbequem. Dabei ist der serienmäßige Tempomat eine echte Hilfe - da merkt man, dass die Fat Boy auf amerikanischen Straßen entwickelt wurde. Es lässt sich bei niedrigen Drehzahlen hervorragend im sechsten Gang dahingleiten.

In kurvigem Terrain ist es mit Gemütlichkeit auf der Fat Boy S vorbei. Dort kommen ihr Gewicht und die geringe Bodenfreiheit zum Tragen. Die breit ausgestellten Trittbretter nähern sich beim Kurvenräubern recht schnell dem Asphalt. Also: runter vom Gas - in der Ruhe liegt die Kraft.

Die Fat Boy: Ein zeitloser Klassiker

Trotz ihrer massigen Erscheinung ist die 320 Kilogramm wiegende Fat Boy ein leicht zugängliches, längst auch leicht handhabbares Bike, das sich freudvoll bewegen lässt und ihren Fahrer blitzartig bewusstseinserweiternd in eine andere Welt beamt: relaxt, entschleunigt, lässig.

Treu bleibt ihr auch der Filmruhm: Im 2015er Action-Spektakel „Terminator Genesis“ vertraut die Mannschaft erneut auf eine Fat Boy.

Auch 25 Jahre nach ihrem ersten Auftritt ist die Fat Boy mehr als nur ein Motorrad - sie ist eine Ikone, ein Symbol für Freiheit und Abenteuer, und ein zeitloser Klassiker, der die Herzen der Motorradfans auf der ganzen Welt erobert hat.

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