Tag des Radfahrens: Geschichte und Bedeutung

Der 3. Juni steht ganz im Zeichen des Fahrrads bzw. Radfahrens.

Und das gleich doppelt: seit 1998 als Europäischer Tag des Fahrrads (franz. Journéé européenne de la bicyclette - engl. European Cycling Day) und seit 2018 als Weltfahrradtag (engl. World Bicycle Day).

Oft sind Fahrräder schließlich die gesündere und umweltschonendere Alternative zu der Anfahrt mit PKWs und zudem weltweit das häufigste Fahrzeug.

Mittlerweile sind Fahrräder kaum mehr aus unserem Leben wegzudenken.

Von den ersten Laufmaschinen ohne Pedale bis hin zum Hochrad, Mountainbikes, Liegerädern und heutzutage auch vermehrt alles in elektrifiziert: Die gut 200-jährige Geschichte des Fahrrades ist spannend und entwicklungsreich.

Die Ursprünge des Fahrrads

Wie so viele Erfindungen ist auch die Erfindung des Rades das Ergebnis einer Katastrophe.

Ein gigantischer Vulkanausbruch im fernen Indonesien schleuderte soviel Asche in die Erdatmosphäre, dass es im Jahr 1816 in Europa keinen Sommer gab.

Die Folgen waren dramatisch: Ernten waren ruiniert, Hungersnöte brachen aus.

Diese Not brachte den badischen Erfinder Karl Drais auf den Plan.

Er ersann einen Muskelkraftwagen, mit dem man sich auch ohne Pferdekraft vorwärts bewegen konnte.

Die Ursprünge des Fahrrads reichen bis in das Jahr ohne Sommer 1816 zurück, in dessen Folge viele Pferde verendeten und Karl von Drais auf der Suche nach Ersatz 1817 die erste Laufmaschine erfand.

In den 1860er-Jahren wurden Laufräder abgelöst von den Hochrädern, die höhere Geschwindigkeiten zuließen.

Das Führen eines solchen - teuren - Hochrads musste aber erst in einem dafür eigens gebauten Velodrom erlernt werden.

Zum Fortbewegungsmittel für jedermann wurde das Velo erst mit der Erfindung des Niederrades Ende des 19. Jahrhunderts.

Der englische Erfinder John Starley erfand das Rover Safety Bike, das erste Niederfahrrad mit Kettenantrieb.

Das Fahrrad als Massenprodukt

Noch bevor das Fahrrad in den 1890er Jahren ein viel gekauftes Massenprodukt wurde, gründeten sich im Deutschen Reich (wie auch in vielen anderen Ländern, vor allem in Frankreich, Großbritannien und den USA) ab 1869 zahlreiche Fahrradvereine, deren Mitglieder das Fahrrad zu sportlichen Zwecken nutzten: zu Wettrennen, Fahrradtouren oder ausgedehnten Radwanderungen.

Die Vereine luden auch zu sogenannten „Kunstrad- und Reigenfahrten“ ein und entwarfen dafür besondere Kleidung und Kostüme für Radfahrer und Radfahrerinnen.

Mobilität wurde aufgrund der sich wandelnden Wohn- und Arbeitsverhältnisse im 19. Jahrhundert eine immer wichtigere Frage, denn die Menschen mussten oft lange Wege zu ihrer Arbeitsstätte zu Fuß zurücklegen.

Zum mit Abstand beliebtesten und im Alltag meist genutzten Verkehrsmittel stieg seit den 1890er Jahren das Fahrrad auf.

Den Höhepunkt seiner Verbreitung erlebte es in den 1920er und 1930er Jahren.

Der öffentliche Nahverkehr und die Eisenbahn deckten damals nur einen kleinen Teil des Personenverkehrs ab.

Autos konnten sich nur wenige Menschen leisten.

Mehr als die Hälfte der in den Städten lebenden Menschen fuhr zu dieser Zeit mit dem Rad zur Arbeit.

Europäischer Tag des Fahrrads

Der Europäische Tag des Fahrrads und Weltfahrradtag fällt seit 1998 immer auf den 3. Juni.

Passend dazu steht der 3. Juni europaweit seit 1998 ganz im Zeichen des Europäischer Tag des Fahrrads (franz. Journéé européenne de la bicyclette - engl. European Cycling Day).

Während es als relativ gesichert gilt, dass der Europäische Tag des Fahrrads auf das Jahr 1998 zurückgeht, sind die Angaben über einen konkreten Urheber leider etwas schwammig.

So findet sich in diesem Zusammenhang zwar vermehrt der Hinweis auf die globalisierungskritische Nichtregierungsorganisation Attac, weiterführende Hinweise auf die konkrete Urheberschaft lassen sich allerdings nicht finden.

Andere Quellen verweisen diesbezüglich auf die European Cyclist Federation (ECF) als Initiator des Europäischen Tag des Fahrrads.

Festhalten können wir an dieser Stelle aber auch, dass es bei diesem Anlass - nicht wie beim Bicycle Day am 19. April um LSD-Erfahrungen geht -, sondern tatsächlich um die Positionierung des Fahrrads.

Weltfahrradtag der Vereinten Nationen

Seit 2018 gibt es parallel zum Europäischen Tag des Fahrrads eine weltweite Parallelveranstaltung.

Denn am 12. April 2018 erklärten die Vereinten Nationen den 3. Juni zum Weltfahrradtag (engl. World Bicycle Day), mit dem weltweit die gesellschaftlichen Vorteile der Fahrradnutzung ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden sollen.

Die treibende Kraft hinter diesem Aktionstag war der US-amerikanische Soziologie-Professor und Fahrradaktivist Leszek Sibilski, der mit seinen Studenten eine Kampagne zur Verabschiedung der UN-Resolution zum Weltfahrradtag auf den Weg gebracht hatte.

Konkret verabschiedete die UN-Generalversammlung mit der Resolution A/RES/72/272 am 12. April dieses Jahres, dass der 3. Juni fortan als Weltfahrradtag in den Kalender aufgenommen werden sollte.

Ziele des Weltfahrradtags

Die Vereinten Nationen nennen konkret vier Ziele, die hinter dem World Bicycle Day stehen bzw. die damit erreicht werden sollen:

  • Mitgliedsstaaten sollen dem Fahrrad in ihren Strategien und Entwicklungen einen hohen Stellenwert geben.
  • Gleichzeitig sollen die Mitgliedsstaaten durch Richtlinien und Maßnahmen eine nachhaltige Mobilitäts- und Infrastruktur schaffen um die Straßensicherheit (auch für Fußgänger) zu erhöhen.
  • Interessenvertreter sollen dazu ermutigt und angeregt werden, das Fahrrad zu nutzen - nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit, sondern auch als Zeichen und Symbol für bessere Gesundheit und für mehr Toleranz.
  • Mitgliedsstaaten sollen “Best Practices” übernehmen, um die Popularität des Fahrrads quer durch alle Gesellschaftsschichten zu fördern, und in dem Zuge Initiativen und Events auf nationaler und lokaler Ebene willkommen zu heißen und zu unterstützen.

Gleichzeitig kann das Fahrrad aber auch noch auf einer ganz anderen Ebene helfen: Denn die Vereinten Nationen haben sich 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung gesetzt, die bis 2030 weltweit erreicht werden sollen.

Bei elf dieser Zielen kann das Fahrrad eine Rolle spielen.

Bedeutung des Fahrrads

Das Fahrrad stellt eine Vervollkommnung des menschlichen Körpers selbst dar, sozusagen den Gipfel.

Es ist ein Paar schnellere Beine, die ihm angeboten werden.

Er und seine Maschine sind nur noch eins.

[…] es ist ein einziges Wesen, ein Automat, der aus einem Stück besteht.

Es gibt keinen Menschen und es keine Maschine.

Es gibt nur noch einen schnelleren Menschen.

Das Fahrradfahren ist eine der einfachsten und effektivsten Möglichkeiten, die Gesundheit zu fördern.

Es stärkt das Herz-Kreislauf-System, verbessert die Lungenfunktion und hilft, Übergewicht zu reduzieren.

Das Fahrradfahren trägt maßgeblich zum Umweltschutz bei.

Es verursacht keine CO2-Emissionen, reduziert die Luftverschmutzung und hilft, den Verkehr zu entlasten.

Oft sind Fahrräder schließlich die gesündere und umweltschonendere Alternative zu der Anfahrt mit PKWs und zudem weltweit das häufigste Fahrzeug.

Ob in organisierten Gruppenfahrten, bei Familienausflügen oder in lokalen Veranstaltungen - dieser Tag fördert den Zusammenhalt und die Gemeinschaft.

Der Internationale Weltfahrradtag am 03. Juni ist der ideale Tag, um sich in den Sattel zu schwingen und fleißig Kilometer zu sammeln.

Nutze die Gelegenheit, etwas für deine Gesundheit zu tun, die Umwelt zu.

Gemeinsam können wir viel bewegen und zeigen, wie wichtig das Fahrrad als nachhaltiges Verkehrsmittel ist.

Tabelle: Wochentage des 3. Juni in kommenden Jahren

Jahr Datum Wochentag
2025 3. Juni Dienstag
2026 3. Juni Mittwoch
2027 3. Juni Donnerstag
2028 3. Juni Samstag
2029 3. Juni Sonntag
2030 3. Juni Montag
2031 3. Juni Dienstag
2032 3. Juni Donnerstag
2033 3. Juni Freitag
2034 3. Juni Samstag
2035 3. Juni Sonntag

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