Es gibt da dieses Tal im Norden von Slowenien, mit diesem wunderschönen, türkisfarbenen Fluss, der aussieht wie gephotoshoppt, eingebettet in eine idyllische Berglandschaft wie aus dem Bilderbuch. Berge, Wasserfälle, Hängebrücken und enge Schluchten, urige Hütten, Badepools und -seen, paddeln, wandern, campen mitten in der Natur am wilden Fluss Soča: Das alles erwartet euch in den slowenischen Alpen, genauer gesagt im Soča-Tal und Triglav Nationalpark. Kurzum: Ich hätte mir keinen schöneren Ort für einen Sommer-Roadtrip vorstellen können!
Slowenien ist als Reiseziel noch nicht so allgemein bekannt, vereint aber auf kleinem Raum so viele schöne und unterschiedliche Landschaften. Ich war schon einmal in Slowenien und muss sagen, dass es mir in den slowenischen Alpen im Nordwesten bisher am besten gefallen hat. Sogar so gut, dass wir kurzerhand beschlossen, den ganzen Urlaub einfach nur dort zu verbringen.
Meine persönlichen Tipps und Highlights für einen Roadtrip durchs Soča-Tal und die slowenischen Alpen findest du nun hier: Ich nehme dich mit und zeige dir, welche Sehenswürdigkeiten es gibt und welche Orte ich am schönsten fand.
Erste Station: Kranjska Gora
Unsere erste Station in Slowenien war Kranjska Gora. Das Bergdorf ist ein Wintersport-Ort mit alpenländischer Architektur, eingebettet in eine malerische Berglandschaft. Es liegt ganz im Norden von Slowenien nahe der österreichischen Grenze und ist über den Wurzenpass von Kärnten/Villach unkompliziert zu erreichen (Geheimtipp: das Bunkermuseum oben am Pass!). Im Sommer kann man hier z.B. gut wandern oder mountainbiken.
Einen Besuch wert ist das nahegelegene kleine Naturreservat Zelenci: Wanderwege und hölzerne Stege führen durch ein Sumpfgebiet, das eine geologische Besonderheit darstellt. Am schönsten ist der kleine See mit seiner irren smaragdgrünen Farbe, aus dem kleine Quellen emporsprudeln.
Der malerische Bergsee liegt gleich vor den Toren Kranjska Goras und ist eine beliebte Sehenswürdigkeit. Kein Wunder: Wenn an an dem kleinen, türkisfarbenen See mit den dahinter aufragenden Berggipfeln entlangspaziert, kommt man sich vor wie in einer Fototapete. Ein paar chillige Cafés und Bars am Ufer, Badestellen und SUP-Verleih machen ihn zu einem schönen Ausflugsziel (und zu einem richtig guten Spot für den Sonnenuntergang).
Gleich daneben erstreckte sich ein breites Flusstal mit viel Geröll und einem ganz seichten Gebirgsfluss - perfekt zum Füße abkühlen oder für Kleinkinder zum Plantschen. Bei Kaiserwetter und unter der Woche am Morgen, als noch kaum etwas los war, war es hier am schönsten.
Vršič Pass: Die beeindruckendste Route ins Soča-Tal
Die meiner Meinung nach beeindruckendste Route ins Soča-Tal führt über den Vršič Pass, den mit 1.611 m höchsten Gebirgspass Sloweniens. Im Ersten Weltkrieg wurde er als Militärstraße für Österreich-Ungarn von russischen Kriegsgefangenen erbaut, einige Haarnadelkurven haben sogar noch das alte Kopfsteinpflaster.
Wir fuhren den Pass zum Glück unter der Woche (am Wochenende ist wohl zu viel los), hatten bestes Postkarten-Wetter erwischt und hier hatte ich plötzlich wieder dieses surreale Kanada-Gefühl - als würde ich durch eine Postkarte fahren. Auch wenn für die gesamte Strecke von Kranjska Gora bis Trenta nur 24 km und ca. 1h Fahrtzeit angegeben ist, nehmt euch mindestens einen halben Tag Zeit! Denn die Fahrt durchs Gebirge ist ein Erlebnis für sich.
Entlang des Passes gibt es urige Hütten zum Einkehren, Wanderwege und Aussichtspunkte, und ihr werdet mehr als einmal anhalten wollen (fahrt unter der Woche, wenn ihr könnt!).
Hütten-Tipp
Kehrt unbedingt in eine der urigen Hütten entlang des Passes ein und probiert slowenisches Hütten-Food wie Gulasch oder Quarkstrudel, z.B. Mein Tipp: Kurze Wanderung (ca. 1/2 h) von der Passhöhe zur bewirtschafteten Hütte Poštarski dom (“Postman’s Lodge”, s. Bilder unten). Dabei könnt ihr den Massen auf der Passhöhe entgehen und bekommt wunderschöne Bergpanoramen und eine leckere Hütteneinkehr serviert - vorbei an der Ticar-Hütte, den Überresten eines Bunkers und dem “Felsengesicht” Ajdovska deklica.
Geht von der Hütte noch ca. Botanischer Garten Alpinum Juliana: Vor Trenta passiert ihr den versteckten, alpinen botanischen Garten mit einheimischen Pflanzen in idyllischer Lage.
So schön die Bergwelt, so schrecklich die Geschichte: In diesen Bergen verlief im Ersten Weltkrieg die Alpenfront. Über eine Million Soldaten wurden Opfer der Isonzo-Schlachten (ital.: Isonzo = Soča). Spuren und Orte des Erinnerns sind an vielen Orten zu finden. Oben: Reste eines Bunkers, Russische Kapelle.
Das Soča-Tal
Wenn ihr von der Passhöhe hinunter nach Trenta fahrt, kommt ihr ins Soča-Tal - denn die entspringt oben in den Bergen am Vršič Pass und fließt in Italien in die Adria (von einem Parkplatz am Pass kann man sogar zur Quelle der Soča kraxeln). Unterwegs fließt sie mal flach und träge dahin, mal sprudelt sie durch enge Felsschluchten, bildet smaragdfarbene Tröge und tiefe Gumpen.
Das Tolle an der Soča ist, dass sie einer der wenigen naturbelassenen, ‘wilden’ Flüsse in Europa ist. Fast überall kann man entlang der flachen Ufer baden - manchmal auch in einem der natürlichen Bade-Pools.
Einen Ort, den ihr auf keinen Fall verpassen solltet, ist die “kleine Soča-Schlucht” (mala korita Soče). Sie ist eine dieser Stellen, wo der Fluss durch eine schmale Stelle zwischen hohen Felsen rauscht, zwischendrin bilden sich türkisfarbene Becken. Nehmt euch ruhig Zeit, um am Ufer entlangzuwandern! Ich fand es hier wunderschön und auch viel ruhiger als flussabwärts bei den Großen Soča-Trögen.
Nur wenige Kilometer flussabwärts zählt die Gegend um die “Großen Soča-Tröge” (Velika korita Soče) zu den schönsten Orten im Tal. Auf der Länge von etwa einem Kilometer rauscht die Soča durch eine Schlucht mit riesigen Felsbrocken und bildet immer wieder tiefe, smaragdfarbene Naturpools, die zum Baden einladen. Wenn ihr euch traut! Die Soča ist ein Gebirgsfluss und wirklich eiskalt. Die Wassertemperatur beträgt maximal zehn Grad, an manchen Stellen auch nur fünf Grad.
Ich war ja schon in Finnland im zugefrorenen See und in der Antarktis baden und weiß, was kaltes Wasser ist, und selbst ich konnte mich erst nach diversen Anläufen überwinden. Dann aber war es super erfrischend - vor allem bei krasser Hitze und nach einer Wanderung!
Die Großen Soča-Klammen sind ein beliebter Spot zum Baden und füllen sich ab dem Vormittag mit Badewilligen, die ganz Mutigen springen von den Klippen in die tiefen Pools.
Ein wirklich magischer, versteckter Ort im Wald ist der Šunik-Wasserhain (Šunikov vodni gaj). Es gibt einen winzigen Parkplatz, ihr könnt aber auch von den Großen Soča-Trögen vorbei am Campingplatz hinwandern (ca. 1-1,5h). Entweder man folgt nach dem Kamp Klin einfach der Straße, oder man überquert den Fluss Lepenjica auf einer prekären Hängebrücke und schlägt sich danach abenteuerlich durch den Wald. (Wir mussten irgendwann umkehren, da der Weg völlig zugewuchert war und sind zurück zur Straße - schade eigentlich!).
Angekommen beim Wasserhain führt ein kleiner Rundweg durch einen Märchenwald voller Wasserfälle und moosüberwachsener Steine.
Wandern im Soča-Tal
Da wir mit einer Hitzewelle zu kämpfen hatten, konnten wir nicht so viel wandern wie eigentlich geplant. Wir haben meist einzelne Sehenswürdigkeiten mit dem Auto angesteuert und sind von dort zu kürzeren Wanderungen aufgebrochen - aufgrund der Hitze meist entlang des Flusses (Badesachen immer einpacken!).
Im Soča-Tal gibt es zig Wandermöglichkeiten vom einfachen Weg am Fluss bis zu hochalpinen Touren - je nach Zeit, gewünschtem Schwierigkeitsgrad und Vorlieben. Die Wanderungen sind jedoch oft nicht so gut ausgeschildert.
Besorgt euch am besten einen Wanderführer bzw. Offline-Maps und nutzt GPS-Tracks. Beliebt ist der “Soča Trail”, ein 25km langer Weg entlang des Flusses, den man auch teilweise oder in zwei Etappen wandern kann, und der über mehrere Hängebrücken führt. Zum Startpunkt und wieder zurück kommt man in den Sommermonaten mit dem öffentlichen Bus zwischen Kranjska Gora und Bovec.
Der Soča-Weg ist übrigens auch eine Etappe der Fernwanderwegs Alpe-Adria-Trail (man munkelt, es sei eine der schönsten).
Wasserfälle rund um Bovec
Ganz in der Nähe von Bovec könnt ihr einen Wasserfall im Wald besuchen, in dessen natürlichem Pool man baden kann: Slap Virje. Der Wasserfall ist wirklich schön und ganz besonders, aber leider auch ziemlich voll. Oberhalb des Wasserfalls gibt es einen Parkplatz (5,- Euro Gebühr), erreichen könnt ihr ihn aber auch zu Fuß von weiter entfernten Wanderparkplätzen.
Über 144m stürzt der Boka Wasserfall eine senkrechte Felswand hinunter (106m davon im freien Fall), was nicht nur ein ziemlich beeindruckender Anblick ist, sondern ihn auch zum höchsten Wasserfall Sloweniens macht. Leider kann man ihn nur von einer Aussichtplattform aus der Ferne bewundern.
Wer mag und sich traut, steigt oberhalb der Plattform auf einem steilen, steinigen Pfad noch weiter hinauf bis zu zwei weiteren Aussichtspunkten, wo man zumindest ein bisschen näher dran ist (ich kam bis zum zweiten und kehrte dann um). Schon irgendwie beeindruckend, aber wenn ich eine Sehenswürdigkeit aufgrund Zeitmangels auslassen müsste, dann am ehesten diese.
Kobarid und Umgebung
Diese kleine Wanderung hat mir super gefallen! Sie führt vom Ort Kobarid an der Soča entlang und durch den Wald bis zu einer verwunschenen Schlucht, an deren Ende man in einer mystischen Höhle auf einen Wasserfall stößt. Der Weg ist hier definitiv das Ziel, denn der ist richtig schön - inkl. Hängebrücke, schöne Aussichten, Bademöglichkeit im Fluss, einem kleineren Wasserfall und idyllischen Bach im Wald (Tour bei Komoot).
Oben angekommen löhnt man kurz vor dem Wasserfall in der Höhle 5,- Eintritt, was sich meiner Meinung nach aber gelohnt hat (man unterstützt schließlich den Nationalpark damit). Kommt am besten früh oder abends, wenn weniger los ist. In Kobarid findet ihr übrigens auch die Napoleonbrücke (beliebtes Fotomotiv).
Wenn ihr euch für Geschichte interessiert, solltet ihr das Kobarid Museum nicht verpassen. Es erinnert an die Geschichte der Isonzo-Front im Ersten Weltkrieg, die durch dieses idyllische Tal verlief, häufig als größte Gebirgsschlacht der Geschichte beschrieben wird, der eine Million (!) Soldaten zum Opfer fielen.
Daran erinnert auch das Italienische Gebeinhaus, das weithin sichtbar über Kobarid auf einem Hügel thront und das ihr ebenfalls besuchen könnt. Auch der “Walk of Peace” startet hier. Generell gibt es im Soča-Tal noch viele Spuren aus dieser Zeit und Orte des Erinnerns.
Tolmin-Schlucht
Die Tolmin-Schlucht ist die vermutlich beliebteste Attraktion im Triglav Nationalpark und der südlichste und tiefste Punkt des Parks. Dementsprechend war es hier auch am touristischsten: Shuttlebus, Restaurant, Drehkreuze und 10,- Eintritt. Zum Glück waren bei uns im Sommer 2021 noch nicht so viele Touristen da, es wäre mir ansonsten wohl zu voll gewesen.
Die Klamm ist allerdings wirklich schön: Ein Rundwanderweg mit Brücken führt hindurch, es gibt eine Thermalquelle, die unter steil aufragenden Felsen sanft türkis hinausblubbert, eine Höhle und einen hängenden Stein.
Geheimtipp: Wandert vom oberen Ende der Klamm noch ca. 1/2h weiter den Berg hinauf zu einer Hütte namens Letni vrt Pr’ Jakcu (ausgeschildert vom oberen Ausgang). Der Hof liegt total idyllisch in den Bergen und serviert leckere hausgemachte Vesperbrettchen. Von der Frika, einer Art deftigem Kartoffelrösti mit Käse, träume ich immer noch!
Und noch ein Geheimtipp: Am Ufer der Soča in Tolmin kann man schön baden - gebt einfach bei Google Maps “Metaldays” ein und ihr gelangt zu dem bewaldeten Abschnitt am Flussufer mit mehreren kleinen Stränden.
Bohinj-See
Von Tolmin bzw. Most na Soči führte uns unser Roadtrip auf einer kurvigen und abenteuerlichen Strecke durch die Berge weiter zum Bohinj-See (Bohinjsko jezero). Der größte Gletschersee Sloweniens liegt eingebettet in einem Tal zwischen hohen Bergen. Es gibt nur zwei kleine Touristenorte am See (Ukanc ist ein Skiresort mit einer Gondelbahn), nur eine Straße und wenig Parkmöglichkeiten - der Rest ist Natur pur.
Was ich hier richtig schön fand sind die naturbelassenen Ufer, die steil aufragenden Berge und dass man überall baden, paddeln, SUPen und sich sein perfektes Plätzchen suchen kann. Gute Wandermöglichkeiten gibt es hier auch.
Meine Tipps: Parken beim Camp Bohinj und von dort entlang des Ufers ein schönes Badeplätzchen suchen, oder per Kajak-/SUP-Verleih los und vom Wasser aus eine schöne Badestelle suchen. Die Burger im Burgerrestaurant Foksner sind übrigens der Wahnsinn! (Früh kommen und ggf. Wartezeit einplanen).
Bled
Aus dem Soča-Tal und vom Lake Bohinj kommend muss ich sagen, dass mich Bled irgendwie nicht so umgehauen hat. Sicher: Die Landschaft bei Bled ist auch wunderschön und der Blick auf die kleine Insel im See mit der Kirche und den Bergen im Hintergrund ist wirklich malerisch.
Der berühmte Kurort an sich mit den vielen Touristen, diversen ‘Bausünden’ im Zentrum und gefühlt nur Touristenrestaurants hat mich ehrlich gesagt nicht so angesprochen, weshalb wir hier auch nicht länger verweilen wollten. Das Schönste für mich ist das Wasser des Bleder Sees (auch wieder ein Gletschersee): türkis in der Sonne schimmernd und unglaublich klar!
Gut finde ich auch, dass kommerzielle Schiffahrt verboten ist und nur die traditionellen Holz-Ruderboote sowie SUPs oder Kajaks zu finden sind. Es lohnt sich, einmal um den See zu wandern (Badesachen mitnehmen)!
Meine Tipps für Bled: Schön ist es auf der Seite des Camping Bled. Neben einem kleinen Badestrand, Café und Bootsverleih gibt es einen hölzernen Steg am Ufer entlang. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Insel und die Burg. In der Nähe beginnt auch der Trail zum Aussichtspunkt “Mala Osojnica”, von dem man den besten Blick von oben auf die Insel im See hat.
Unterkünfte
Übernachten: In Kranjska Gora haben wir im Hotel Vandot übernachtet, einem kleinen Boutique-Hotel mitten im Zentrum. Die Zimmer sind sehr modern und mit viel Holz eingerichtet, das Frühstück liebevoll zubereitet mit regionalen Produkten zum Probieren. Für die restliche Zeit haben wir uns über Airbnb ein Apartment bei Einheimischen in der Nähe von Tolmin gemietet und als Basis für Ausflüge genutzt.
Aktivitäten im Soča-Tal
Aktivitäten: Wandern, Bergsteigen, Kajaken, Mountainbiken… Das Soča-Tal ist ein Outdoor-Paradies mit Bovec als “Adventure Capital”. Ich empfehle einen Paddel-Kurs im Kajak - denn wo könnte es schöner sein als auf der Soča?
Anreise
Anreise: Einmal durch Österreich durch und bei Kärnten/Villach über den Wurzenpass nach Kranjska Gora. Die Vignette für die österreichische Autobahn kaufe ich immer vorab online über den Shop der Asfinag (Privatpersonen mind. 14 Tage vorher), auch die Streckenmaut für die A10 Tauern Autobahn habe ich online vorab gezahlt. Das Kennzeichen ist dann registriert und ihr könnt einfach durchfahren.
Kosten
Kosten: Das Preisniveau für Hotels und Apartments entspricht fast dem unseren. Deutlich günstiger als bei uns ist Essen gehen im Restaurant (Ausnahme: Bled), ebenso Getränke und Tan...
Mountainbiken im Soča Tal
Nur vier Autostunden von München entfernt befindet sich mit dem Soča Tal ein Mountainbike Spot, der in Deutschland noch ein Schattendasein führt. Zu Unrecht - Mountainbiken in Slowenien bietet Abwechslung pur.
Das Wetter & Klima im Soča Tal
Durch die Einflüsse des Mittelmeers ist der Nordwesten Sloweniens relativ reich an Niederschlägen. Diese erreichen im Frühling und Herbst ihren Höhepunkt und flachen im Sommer deutlich ab. Mit durchschnittlich 11 Niederschlagstagen im Mai liegt das Soča Tal jedoch noch immer unterhalb der 12 Regentage in München. Durch die gemäßigten Temperaturen bietet sich Slowenien besonders im Sommer zum Mountainbiken an.
Wissenswertes für einen MTB Urlaub im Soča Tal
Die Landschaft der Julischen Alpen ist trotz Skibetriebs deutlich naturbelassener als wir es aus Bayern oder Tirol kennen. Dies macht sich auch in der Infrastruktur bemerkbar. So ist es ratsam stets ausreichend Proviant bei sich zu haben, da die Dichte an Hütten recht gering ist.
Die Lebenshaltungskosten sind vergleichbar mit denen in Deutschland. Seit 2007 gehört Slowenien zur Eurozone, sodass eine Zahlung mit Euro problemlos möglich ist. Autofahrer sollten die ein paar slowenische Verkehrsregeln verinnerlichen (Licht auch am Tag an, beim Rückwärts fahren Warnblinker an) da die Bußgelder sehr empfindlich sein können.
| Währung | Euro |
|---|---|
| Maut | Vignette (7 Tage kosten 7,50) |
| Stromspannung | 220V (kein Adapter notwendig) |
| Notruf | 113 |
Unterkunft in Bovec
Uns hat es im Soca Tal nach Bovec verschlagen. Wo wir uns für drei Nächte im Apartment Tina* einquartiert haben. Bovec ist mit 3.186 Einwohnen ein überschaubares Städtchen. Man merkt, dass der Ort vom Tourismus lebt. So befinden sich zahlreiche Restaurants, Bars und Veranstalter von Outdoor-Touren im Ortskern.
Dennoch hat sich Bovec einen gewissen Charme bewahren können und ist weit davon entfernt ein typischer Touristenort zu sein. Auch die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Einwohner zeigen, dass der Tourismus-Bogen hier noch nicht überspannt wurde.Viele Bewohner sprechen übrigens deutsch und entlarvten uns auch gleich als solche. Das hat Bovec immerhin mit dem Gardasee gemein.
Gut essen in Bovec:
- Gostilna sovdat im Ortskern (unbedingt probieren: Gnocchi mit Steinpilzen)
- Gostilna in pizerija Letni vrt (Pizza wie im nahen Italien)
MTB Trails in Bovec und Umgebung
Auch ohne lange Touren kannst du in Bovec und Umgebung Trails surfen. Es gibt zahlreiche Anbieter die einen Shuttle Service anbieten, aber auch ohne hast du im Socal Tal einge Trail-Optionen. Ein paar möchte ich dir hier vorstellen. Längere Touren mit GPS-Daten findest du am Ende des Artikels.
Kanin Trail
Die größte Trail-Herausforderung in der Region Bovec dürfte der hochalpine Kanin Trail sein. Die Seilbahn bringt dich und dein MTB in 40 Minuten von Bovec auf 2.270 Meter. Dort startet der ca. 10 km lange Kanin Trail. Da ich den Trail selbst noch nicht gefahren bin, verweise ich für weitere Infos auf die Kollegen von Cyclotrail (auf Englisch).
Kleines “Trail Center” Ravelnik
Durch Zufall bin ich bei meinem letzten Besuch auf ein kleines aber feinen Trailnetz am Freilichtmuseum Ravelnik gestoßen.
Neben Gefechtsstellungen aus dem 1. Weltkrieg erwarten dich hier ein paar Kicker und Flow Lines im Wald. Ideal um sich mal ein paar Stunden auszutoben. Lift gibt’s und braucht’s keinen, dafür kostet es auch nichts.
Zwischen Bovec und Kobarid: der Stol und seine Trails
Der Stol ist zwar nur 1.673 m hoch, trotzdem ist die Auffahrt lange und schweißtreibend. Dafür erwartet dich oben ein langer, genialer Kammweg der irgendwann links in einen ziemlich anspruchsvollen und steilen Trail abzweigt. Der Trail mündet am Ende in eine Forststraße, die kurz vor Kobarid in die Bundesstraße 203 übergeht.
Flowiger Trail vom Kolovrat
Nicht ganz so spektakulär dafür mit viel Flow und Panorama geht es auf dem Trial hinunter vom Kolovrat (1.115 m) zu. Zunächst kannst du von Livek kommend auf wilden Wegen auf dem Bergrücken entlang fahren, bevor am Freilichtmuseum Kolovrat ein toller S1 Trail startet. Nach etwa 1,3 km endet der Trail an einer Straße, doch wenig später gehts schon wieder weiter über Stock und Stein bis nach Tolmin.
In Slowenien darf man meist überall Mountainbiken. An einigen Orten, wie beispielsweise im Kern des Triglav Nationalparks, ist es verboten. Am besten informiert man sich vor Ort und achtet auf ausgeschriebene Routen.
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