Wie in jeder Form des Motorsports bildet sich mit der Zeit eine Rennserie mit dem Anspruch, die Königsklasse der Disziplin zu sein. Für Zweiräder finden sich hier die Rennmotorräder und Straßenmaschinen ein. Vom Fahrer über die Technik bis zur Bekleidung wird hier das Beste verlangt.
Eines gleich vorweg: Die MotoGP-Prototypen gibt es nicht zu kaufen - aber geschätzt werden die Dienstfahrzeuge von Marc Márquez & Co auf einen Wert von 2 Millionen Dollar aufwärts. Pro Stück! Immerhin sind es unangefochten die mächtigsten einspurigen Boliden, die derzeit auf Rennstrecken unterwegs sind.
KTM-Boss Stefan Pierer hatte beim Einstieg in die MotoGP angedeutet, dass es auch irgendwann entsprechende Bikes für Normalsterbliche geben könnte. Jetzt kann dieser Traum zumindest für zwei Fans in Erfüllung gehen, denn KTM bietet zwei RC16-Werksrennmaschinen aus der Saison 2019 zum Verkauf an. Als Stückpreis werden 288.000 Euro plus Steuern aufgerufen. Im Packetpreis enthalten sind jeweils noch ein Rennkombi von Pol Espargaro und ein signierter Helm des Spaniers sowie VIP-Tickets für einen MotoGP-Event in der Saison 2021 nach Wahl.
Top-gepflegte Erst-Hand-Bikes Die Rennbikes stammen aus erster Hand, wurden immer top gepflegt und standen mehr oder weniger fast immer in der Garage. Als technische Eckdaten für die 1.000er-V4 nennt KTM über 265 PS und über 340 km/h Topspeed bei nur 157 Kilogramm Gewicht.
Wer ernsthaftes Interesse am Kauf eines Werksrenners hat, darf sich direkt bei KTM melden. Wer noch überlegen muss, findet hier im Download noch ein wenig Überzeugungsfutter. Bereits 2018 hatte KTM schon zwei RC16-Werksrenner für Privatpersonen offeriert.
Was macht eine MotoGP-Maschine so besonders?
Was macht eigentlich den Unterschied zu jenen Motorrädern aus, die du um ein Hundertstel dieses Preises kaufen kannst und fahren darfst? Ein Vergleich:
Motor
Die 1000 cm³ Hubraum der MotoGP und Vierzylinder-Bauweise sind auch bei den großen Straßen-Maschinen Standard, also wo kommt die Mehrleistung her? Zunächst rauben weder Katalysator, noch Schalldämpfer Kraft. Den Rest besorgen nutzbare Drehzahlen von bis zu 19.000 U/min, ermöglicht durch pneumatische Ventilsteuerung: Druckluft schließt die Motorventile schneller und verlässlicher, als es vergleichsweise träge Metallschraubenfedern könnten. Im Rennsport ist diese Technologie essentiell, für die Straße schlicht unbrauchbar.
Getriebe
Aus der Formel 1 stammt das sogenannte Seamless Getriebe. Diese elektromechanischen Wunderwerke vollziehen den Wechsel der Gangstufen quasi verschliffen, ohne Kupplungseinsatz und Zugkraftunterbrechung. Nur so funktioniert das Hochschalten in Schräglage.
Bremsen und Reifen
Die Lösung lautet Carbon-Keramik-Bremsscheiben für das Vorderrad. Bei Regen wird hingegen Stahl verwendet, denn Carbon käme nicht auf Arbeitstemperatur. Die Reifenmischungen unterscheiden sich je nach Strecke erheblich, am Sachsenring brachte Michelin erstmals einen asymmetrischen Aufbau zum Einsatz. Felgen werden aus ultraleichtem Magnesium angefertigt, ihr Durchmesser beträgt seit 2016 die handelsüblichen 17 Zoll (statt 16,5) - mit ein Grund für das schwierigere Handling der Bikes.
Winglets und Devices
Vor allem Ducati hat bei der Entwicklung der Bikes in den vergangenen drei Jahren Vollgas gegeben und sowohl die Winglets als auch Ride-Height-Devices erfunden. Die neuen Flügel machen die Motorräder zwar stabiler und schneller, sorgen in den Zweikämpfen aber für aerodynamische Turbulenzen und machen Überholmanöver extrem schwer. Die mögliche Absenkung des Fahrwerkes je nach Rennsituation (Ride Height) wiederum benötigt bis zu 12 Knöpfe am Lenker und setzt sogar die besten Fahrer der Welt unter Druck. Deshalb sind die Upside-down-Gabeln mit 48mm deutlich stärker als gewöhnlich. Federrate, Vorspannung und Dämpfung (Zug- und Druckstufe getrennt) ist wie beim Federbeinen im Heck einstellbar. Elektronische Dämpfungssteuerung ist verboten, für die MotoGP aber ohnehin zu langsam.
Karosserie & Packaging
Die Hüllen von MotoGP-Prototypen sind selbstverständlich aus federleichter Kohlefaser gefertigt - unvorstellbar in der Massenfertigung. Bei der Gewichtsverteilung und Aerodynamik kann ein Prototyp ebenfalls aggressivere Wege beschreiten. Ein straßenzugelassenes Bike schleppt eine voluminöse Abgasanlage, sowie Dinge wie Startermotor, Licht, Soziussitz und eine großen Batterie mit. Aktuell bringt ein MotoGP-Bike gerade einmal 158 kg auf die Waage.
Sensorik & Traktionskontrolle
40 bis 50 Sensoren trägt ein MotoGP Motorrad, vom Reifendruck über verschiedene Motorparameter, Chassisbalance, Schräglage, Position bis hin zu den Drehgeschwindigkeiten von Vorder- und Hinterrad. Einige füttern die Elektronik der Motorsteuerung, die 2016 stark vereinheitlicht und vereinfacht wurde und die Teams so vor Herausforderungen gestellt hat. Genauso wie käufliche Traktionskontrollen verhindert sie Wheelies und Highside-Crashes, ist in der Rennsportversion hinsichtlich Präzision und sanfter Arbeitsweise aber weit überlegen.
MotoGP-Technik für jedermann?
Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist und knapp 190.000 Euro im Sparschwein hat, für den haben wir gute Neuigkeiten: Technik, die der MotoGP sehr nahe kommt, ist doch auf dem Markt! Honda (RC213V-S) und KTM (RC16) bieten eine straßentaugliche Replika ihres WM-Motorrads an, so wie es einst Ducati mit der Desmosedici RR getan hat.
Honda sieht eine einfache Fahrbarkeit als Schlüssel zum Sieg. Ein Honda Prinzip besagt, dass die schnellste Maschine jene ist, die sich am einfachsten fahren lässt.
Die Entwicklung der RC213V-S war eine einzigartige Herausforderung. Daher hat die RC213V-S die wichtigsten Zutaten der RC213V geerbt: Sorgfältige Zentralisierung der Massen, geringste Reibungsverluste, Verwendung leichtester Materialien, präziseste Fertigung der einzelnen Komponenten und exklusives Experten-Knowhow.
Die einzigen technischen Unterschiede bestehen darin, dass die pneumatischen Ventile der RC213V durch Ventilfedern (bei gleich gebliebener Nockenwellensteuerung) und das Schnellschaltgetriebe durch ein konventionelles Schaltgetriebe für die Straße ersetzt wurden. Diese Bauteile sind für den Langzeitgebrauch ausgelegt und dem bereits verfügbaren Rennmotorrad RCV1000R entliehen.
Für die Straßenzulassung ist die RC213V-S unter anderem mit folgenden Bauteilen ausgerüstet: Frontscheinwerfer/Rücklicht, Rückspiegeln, Tachometer, Schalldämpfer mit Katalysator, Nummernschildträger und Hupe.
Für mehr Praxistauglichkeit ist die RC213V-S nicht nur mit neuen Reifen, Bremsscheiben und -belägen ausgestattet, sie besitzt auch einen größeren Lenkeinschlag. Mit der RC213V-S bieten wir das Handling der RC213V für öffentliche Straßen. Wir achten darauf, dass keine eiziges Bauteil massenproduziert ist, weder die Materialien noch die Oberflächenbehandlung oder die Herstellung; alles ist darauf abgestimmt, Steifigkeit und Festigkeit zu verbessern sowie das Gewicht zu reduzieren - genau wie bei der RC213V.
MotoGP Replikas
Wie oft hast du die Chance, eine echte MotoGP-Replika für die Straße zu besitzen? Die Antwort ist einfach: Du hast zwei Chancen. Die erste besteht darin, rund 200.000 Euro für die RC213V-S von Honda auszugeben. Die andere besteht darin, das Motorrad zu kaufen, welches das erste MotoGP-Bike mit Licht war - die glorreiche Ducati Desmosedici RR. Als die Desmo 2007 auf den Markt kam, kostete sie "nur" knapp über 60.000 EUro, was für ein MotoGP-Straßenbike in limitierter Auflage gar nicht so schlecht ist.
Heutzutage gehört die Desmo zu den "modernen Klassikern" und das bedeutet einen hohen Preis. Sie ist zwar alles andere als selten, da Ducati über 1.500 Desmos hergestellt hat, aber für ein gebrauchtes Exemplar musst du Minimum 75.000 Euro ausgeben.
Mit einer Leistung von 188 PS und einem Drehmoment von 112 Nm liegt die Desmo knapp unter der aktuellen Panigale V4. Obwohl die RR aufgrund ihrer "Twin-Pulse"-Zündfolge den gleichen Sound wie die Panigale hat, ist ihr Motor nicht ganz so charaktervoll und fühlt sich anders an.
Da Ducati viele exotische Materialien verbaut hat, dreht der V4 der RR etwas schneller als der V4 der Panigale, was bedeutet, dass er sich zwar immer noch V4-typisch anfühlt, aber nicht ganz so entspannt und gutmütig ist wie die Panigale mit dem größeren Hubraum.
Der Motor des Desmosedici RR ist ein Kunstwerk der MotoGP und verfügt über unglaubliche Technologie. Der Desmo hat nicht nur die gleiche Bohrung und den gleichen Hub wie die GP6-MotoGP-Maschine (und 989 ccm Hubraum), sondern auch die gleiche Doppelpuls-Zündfolge und ist sogar mit Titanventilen und zahnradgetriebenen Nockenwellen mit desmodromischer Steuerung ausgestattet.
Das Sechsgang-Getriebe ist ein Kassettengetriebe und sie hat sandgegossene Motorgehäuse, Titan-Pleuel und vieles, vieles mehr. Die Desmo muss alle 12 Monate gewartet werden, was nicht weiter schlimm ist, da es sich im Wesentlichen um Öl und Filter handelt, aber alle 12.000 Kilometer muss das Ventilspiel überprüft werden - und das ist ein Problem.
Das Problem ist, dass du das ganze Motorrad auseinandernehmen musst, um an den kompakten V4 zu kommen, so dass nur noch ein Motor mit einer Schwinge übrig ist. Das bedeutet, wenn du Glück hast, etwa 10 Stunden Werkstattarbeit und eine saftige Rechnung. Die gute Nachricht ist, dass es keine Nockenwellenriemen zu überprüfen gibt.
Bei 35.000 Kilometer wird es noch schlimmer, denn dann müssen die Zylinderköpfe abgenommen und die Ventile entkohlt werden, was deinen Geldbeutel nochmals entlastet. Vorausgesetzt, die Titanventile sind in Ordnung und am Motor muss nichts ausgetauscht werden.
2007 verkaufte Ducati ein Rennkit, das einen 102bD-Rennauspuff, eine spezielle CPU, eine Motorradabdeckung und einen Montageständer enthielt.
Die Desmo hat das gleiche Chassis wie die GP6-MotoGP-Maschine, d.h. ein Stahlrohr-Gitterrohr-Rahmen, wie es Ducati damals bei den GP-Maschinen einsetzte. Beeindruckend ist auch die gleiche Geometrie wie bei der GP-Maschine sowie der Carbon-Hilfsrahmen und sogar geschmiedete und gefräste Magnesiumräder von Marchesini - eine Premiere für ein Serienmotorrad.
Zusammen mit der Öhlins FG353-Gabel (ebenfalls eine Premiere) und dem Öhlins-Federbein kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Ducati an keiner Stelle gespart hat.
Allerdings gibt es ein paar Besonderheiten: Während das Vorderrad mit einem normalen 120/70 17-Zoll-Reifen ausgestattet ist, ist das Hinterrad mit einem 200/55 16-Zoll-Reifen bestückt, der mit speziellen Bridgestone BT-01R-Reifen gefahren wird.
Auf der Straße ist die Desmo wendig, aber nicht umwerfend wendig, wie es für Ducati typisch ist und erst wenn du sie auf der Rennstrecke richtig ausreizt, wird das von der GP abgeleitete Fahrwerk spürbar. In Wirklichkeit ist die Federung auf der Straße hart, die Bremsen superscharf und die Sitzposition unbequem. Aber wen interessiert das schon? Das ist ein GP-Motorrad mit Licht, es soll ein bisschen aggressiv sein!
MotoGP-Rennen dauern nur 45 Minuten und umfassen etwa 120 Kilometer und das ist auch alles, was dein Hintern auf der Desmo aushalten kann! Das Auspuff unter der Sitzbank ist heiß, der Motor ist heiß und die Sitzposition ist für jemanden von der Größe eines Loris Capirossi ausgelegt!
Was die Fahrerassistenz angeht, bekommst du einen Schaltblitz und das war's auch schon. Falls es dich tröstet: Das Armaturenbrett ist identisch mit dem der GP7-MotoGP-Maschinen von Ducati. Die 1098R, die ein Jahr später auf den Markt kam, führte die Welt der Sportmotorräder in die Traktionskontrolle ein. Auf der Desmo liegt die gesamte Kontrolle noch in deinem rechten Handgelenk.
Was das Zubehör angeht, so gibt es einiges auf dem Markt und Besitzer tauschen gerne das 16-Zoll-Hinterrad gegen ein 17-Zoll-Rad aus, um die Reifenauswahl zu vergrößern.
Und dann ist da noch die Auspuffanlage... 2007 verkaufte Ducati ein GP7-Auspuffpaket, das einen Titan-Auspuff, eine neue Karbon-Verkleidung, eine neue Karbon-Sitzeinheit, eine Renn-ECU und einen Luftfilter enthielt - was es ziemlich vernünftig erscheinen lässt. Es überrascht nicht, dass Ducati es ausverkauft hat und es nicht mehr erhältlich ist. Wenn du willst, dass deine Desmo wie der Donner knallt, musst du sie mit einer bereits montierten GP7-Auspuffanlage kaufen, denn sie sind und das spiegelt sich auch in den Preisen wider.
Im direkten Vergleich mit der neuen Panigale Superleggera, der V4 R oder sogar der V4 S ist die Desmosedici teuer, nicht so leistungsfähig und mit weniger Elektronik ausgestattet. Aber der Lauf der Zeit und die Technologie lassen ein älteres Motorrad immer veraltet erscheinen.
Eine Desmo zu besitzen, bedeutet weit mehr als nur die technischen Daten zu kennen. Es handelt sich um ein MotoGP-Motorrad mit Licht und (relativer) Exklusivität, was es zu einer ganz besonderen Maschine macht. Ist sie mehr als 75.000 Euro wert?
Auktionen von MotoGP-Maschinen
Während Ducati in der Saison 2024 die Königsklasse des Motorrad-Rennsports dominierte, ergaben sich im Hintergrund passende und ganz besondere Gelegenheiten: Echte MotoGP-Ducatis wurden versteigert: eine gepflegte Desmosedici GP3 und eine neu aufgebaute Desmosedici GP7, originale Veteranen aus der Werks-Rennabteilung Ducati Corse. Das war bereits im August, doch im Dezember kommt noch eine weitere Desmosedici unter den Hammer: die GP6.
Ducati Desmosedici GP6 LC2 von Loris Capirossi
Ab 3. Dezember 2024 versteigerte das renommierte Auktionshaus Sotheby's die Ducati Desmosedici GP6 LC2, mit der Loris Capirossi die MotoGP-Saison 2006 bestritt. Insbesondere beim Rennen im japanischen Motegi beherrschten Loris "Capirex" Capirossi und Ducati das Geschehen, von der Pole Position bis zum Sieg. Laut Sotheby's ist von Ducati dokumentiert und bestätigt, dass es sich hierbei um genau diese Desmosedici GP6 handelt.
Die Ducati Desmosedici GP6 ist - reglementbedingt - die letzte Version mit 990 Kubik großem V4-Motor und angeblich bis zu 250 PS Spitzenleistung sowie über 320 km/h Höchstgeschwindigkeit. Loris Capirossis LC2 befindet sich aktuell in einer privaten Sammlung in New York, und Sotheby's erwartet bei der bevorstehenden Auktion Gebote zwischen 400.000 und 800.000 US-Dollar.
Ducati Desmosedici GP3 LC1 von Loris Capirossi
Bei der bereits im August 2024 von Iconic Auctioneers versteigerten Ducati Desmosedici GP3 handelt es sich um die erste Werks-Rennmaschine von Ducati für die damals neu etablierte Viertakt-Klasse MotoGP. Zur Saison 2003 stieg Ducati damit ein. Werksfahrer Loris "Capirex" Capirossi gelang mit der Desmosedici GP3 der erste Sieg beim Grand Prix Barcelona-Catalunya, und die gesamte erste MotoGP-Saison 2003 schloss Capirossi auf dem respektablen 4. Rang ab.
Nachdem Ducati in der Superbike-WM sehr erfolgreich mit den markentypischen V2-Motoren unterwegs gewesen war, war das Desmosedici-Triebwerk erstmals ein V4 für den Renneinsatz. Immerhin ebenfalls mit 90 Grad Zylinderbankwinkel und desmodromischer Steuerung für die 16 Ventile. Dem damaligen MotoGP-Reglement entsprechend hatte der V4 nicht ganz 1.000, sondern 989 Kubik. Genaue Leistungsdaten verschwieg Ducati wie in der Rennszene üblich, doch kolportiert wurden 220 bis 230 PS bei schrillen 16.000/min. Dazu kommt, auch akustisch, die asymmetrische Zündfolge, von Ducati "Twin Pulse" genannt und auch als "Big Bang" bekannt.
Je nach Übersetzung erreichte die Ducati Desmosedici GP3 Höchstgeschwindigkeiten um 300 km/h. Und mit ihrem konsequent gewichtsoptimierten Prototypen-Chassis aus Stahl-Gitterrohr, Aluminium und Carbon wiegt sie weniger als 150 Kilogramm, womit sich extremes Beschleunigungspotenzial ergibt. Damalige Top-Komponenten, von Öhlins fürs Fahrwerk und von Brembo für die Bremsen, sind selbstverständlich vorhanden. Ebenso die imposante Abgasanlage von Termignoni sowie Racing-Digital-Display und Motorsteuerung von Magneti Marelli.
Genau diese Ducati Desmosedici GP3 mit der Startnummer 65, Loris Capirossis ehemaliges Arbeitsgerät, wurde von Iconic Auctioneers versteigert. Laut Iconic Auctioneers wurden 180.000 bis 200.000 Britische Pfund (circa 210.000 bis 230.000 Euro) als Höchstgebot erwartet.
Tatsächlich steigerte der Höchstbietende für die Ducati Desmosedici GP3 sogar darüber hinaus, auf 201.250 Britische Pfund (circa 237.500 Euro). Obendrauf kamen dann noch 18 Prozent an Gebühren und Steuern.
Angeblich ist die versteigerte Ducati Desmosedici GP3 fahrbereit. Mit kleinen, feinen Abweichungen vom picobello Originalzustand: Schlupfregelung wurde nachgerüstet, und die Carbon-Bremsscheiben vorn sind lediglich für Show-Zwecke montiert - laut Iconic Auctioneers von einem erfahrenen und entsprechend spezialisierten Mechaniker.
Dieses Stück Ducati-Historie und Motorsport-Geschichte kommt nicht nur als Wertanlage für Sammler sowie als Exponat für ein privates oder ein öffentliches Museum infrage. Die Desmosedici GP3 LC1 könnte auch für Aufsehen und Aufhören erregende Einsätze bei Rennsport- oder Klassik-Veranstaltungen genutzt werden. Öffentliche Straßen sind für die echte Rennmaschine tabu.
Ducati Desmosedici GP7 von Casey Stoner
Ebenfalls am Sonntag, 25. August 2024 ab mittags am Silverstone Circuit versteigerte Iconic Auctioneers eine Ducati Desmosedici GP7 aus dem Jahr 2007. Nachdem es bis 2020 in einer privaten Sammlung gestanden war, baute Ducati-Spezialist Dave Allenby es neu auf - mit originalen Ersatzteilen von Ducati Corse und Target Motorsport. Es ist nun wieder fahrbereit und kommt so ebenfalls für spektakuläre Auftritte im Rahmen motorsportlicher Veranstaltungen infrage.
Dem damaligen MotoGP-Reglement entsprechend hat der V4-Motor der Ducati Desmosedici GP7 "nur" 799 Kubik. Mit seinen 16 desmodromisch gesteuerten Titanventilen kommt er trotzdem hochdrehzahlfest auf über 220 PS. Bei angeblich nur 148 Kilogramm Gesamtgewicht beschleunigt die GP7 damit heftigst auf über 300 km/h.
Hier trägt der V4-Motor im Stahl-Gitterrohrrahmen mit, und die Top-Komponenten von Öhlins und Brembo sind auf dem höchsten technischen Stand von 2007. Carbon-Bremsscheiben sowie originale 16,5-Zoll-Räder sind vorhanden, ebenso Stahl-Bremsscheiben und die derzeit montierten Räder im Standard-Format 17 Zoll.
Für die Ducati Desmosedici GP7 erwartete Iconic Auctioneers Gebote zwischen 380.000 und 400.000 Britische Pfund, aktuell entsprechend circa 450.000 bis 470.000 Euro. Und hier lag das Höchstgebot ebenfalls knapp darüber: 402.500 Britische Pfund (circa 475.000 Euro). Hinzu kamen 18 Prozent Gebühren und Steuern, womit die halbe Million in Euro geknackt wurde.
| Modell | Auktion | Erwarteter Preis (ungefähr) | Tatsächlicher Preis (ungefähr) |
|---|---|---|---|
| Ducati Desmosedici GP3 LC1 (2003) | Iconic Auctioneers (August 2024) | 210.000 - 230.000 Euro | 237.500 Euro (+ Gebühren & Steuern) |
| Ducati Desmosedici GP7 (2007) | Iconic Auctioneers (August 2024) | 450.000 - 470.000 Euro | 475.000 Euro (+ Gebühren & Steuern) |
| Ducati Desmosedici GP6 LC2 (2006) | Sotheby's (Dezember 2024) | 400.000 - 800.000 US-Dollar | N/A (Erwartet) |
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