Welche Mountainbike Reifen Arten Gibt Es?

Der Fahrradreifen ist eines der wichtigsten Fahrradteile. Ohne ihn lässt sich ein Rad nicht fortbewegen. Reifen für das Fahrrad gibt es in vielen verschiedenen Varianten.

Die Fahrradreifen unterscheiden sich beim Aufbau, Reifenprofil und Material. Der Fahrradreifen ist neben der Felge und dem Schlauch ein Bestandteil eines Laufrades. Oft wird für den Reifen auch der Begriff des Fahrradmantels angewendet.

Die schwarze Farbe eines Fahrradmantels entsteht durch Ruß, der bei der Vulkanisierung zugemischt wird, um die Performance der Reifen zu verbessern und lästige Plattfüße zu vermeiden.

Bestandteile eines Fahrradreifens

Ein Fahrradreifen besteht aus mehreren Komponenten. Die meisten Bestandteile sind dabei nicht direkt zu sehen, weil sie sich im Innern eines Fahrradreifens befinden.

  • Reifenlauffläche: Das, was von außen auf dem Reifen sichtbar ist.
  • Reifenprofil: Im Alltag bekannt und hat Kontakt zum Fahrbelag. Das Profil gestaltet sich abhängig vom Reifentyp und der speziellen Verwendung variabel.
  • Pannenschutz: Liegt direkt unter dem Profil. Nicht alle Reifen haben einen solchen Schutz integriert.
  • Reifenwulstkern: Die Reifenkante, die in der Felge sitzt.
  • Reifenkarkasse: Sie ist der Unterbau, auf dem die Reifenlauffläche liegt. Die Qualität der Karkasse eines Reifens wird in Fäden pro Zoll oder Threads per Inch (TPI) angegeben.

Reifengröße und Breite

Die Größe eines Fahrradreifens bestimmt sich über den Durchmesser der Felge und wird in Zoll angegeben. Bei einem Fahrrad für Erwachsene beträgt die Größe meistens 28 Zoll.

Der in Europa am weitesten verbreitete Standard zur Bestimmung der Reifengröße ist die sogenannte Europäische Reifen- und Felgennorm (ETRTO). Die Angaben zur Größe des Fahrradreifens befinden sich an der Seite des Mantels. Beispielsweise sagen die Zahlen 40-622 aus, dass der Reifen eine Breite von 40 Millimeter und einen Innendurchmesser von 622 Millimeter aufweist.

Alternativ ist auch die Größe in Zoll angegeben. Mit Hilfe dieser Angaben können Fahrradbesitzer herausfinden, welche Größe ihre aktuelle Bereifung hat. Nachdem die richtige Reifengröße in Zoll ermittelt wurde, folgt die Reifenbreite als nächstes Kriterium für die richtige Kaufentscheidung. Die Reifenbreite ist das Merkmal mit dem größten Einfluss auf die Performance und das Fahrverhalten auf dem Fahrrad.

Unter der Maßgabe, dass Reifen den gleichen Luftdruck haben, laufen breite Reifen besser als schmale Reifen. Das heißt also, je höher der Luftdruck im Reifen ist, desto weniger verformt er sich und desto geringer ist die Aufstandsfläche.

Für gewöhnlich verfügen schmale Fahrradreifen aber über einen höheren Luftdruck. Trekkingräder oder Mountainbikes haben standardmäßig sehr häufig einen Reifen mit einer Breite von 37 Millimetern. Sie bieten im Gegensatz zu schmalen Reifen wesentlich mehr Fläche und damit Grip, der sich vor allem im Gelände oder Off-Road-Bereich bezahlbar macht.

Wer mit dem Rennrad oder City-Bike eher auf asphaltierten Wegen fährt, setzt lieber auf schmale Reifen.

Reifenprofil und Fahrverhalten

Das Reifenprofil ist ein weiteres Attribut mit einem relevanten Einfluss auf das Fahrverhalten. Grundsätzlich wirken sich die Breite und das Profil auf den Grip aus. Je mehr davon vorhanden ist, desto größer ist die Griffigkeit der Bereifung. Allerdings erhöht sich dadurch die Reibung und der Rollwiderstand. Ein Rennrad-Reifen ist schmal und besitzt meistens eine sehr glatte Außenfläche. Die profillosen Reifen werden auch Slicks gekannt.

Reifentypen für verschiedene Untergründe

Welcher Fahrradreifen sich für welchen Bodengrund eignet, hängt von der Fahrstrecke ab, die überwiegend mit dem Fahrrad zurückgelegt wird. Rennrad-Reifen gelten als schmalster Reifentyp. Durch die minimale Auflagefläche entsteht kaum Reibung, so dass damit ein sehr geringer Rollwiderstand auf dem Asphalt entsteht. Dagegen haben Mountainbike-Reifen eine breite Auflagefläche und häufig auch Stollen.

Passend für den Alltag sind eher Crossbike-Reifen oder Trekkingbike-Reifen. Sie sind schmal, haben ein glattes Profil und rollen dadurch auf einem ebenen Untergrund besonders komfortabel. Stollen an den Seiten oder ein etwas gröberes Reifenprofil bieten in Kurven oder auf Schotterwegen die nötige Stabilität. Wer nur auf befestigten und ebenen Wegen unterwegs ist, fährt mit Citybike-Reifen bestens.

Besonders im Winter sind manche Radler abseits der Straßen und Wege mit Spike-Reifen unterwegs. Diese Reifen haben in ihre groben Stollen kleine Metallnadeln integriert, mit denen das Fahrradfahren auch bei Eis und Schnee möglich ist, ohne dabei sofort ins Rutschen zu kommen.

Klassifizierung nach Architektur und Beschaffenheit

Fahrradreifen lassen sich nicht nur über Typen klassifizieren, die in bestimmten Anwendungsbereiche ihre Vorteile ausspielen. Eine weitere Möglichkeit, Fahrradreifen zu unterscheiden, besteht darin, sie nach der Art ihrer Architektur und Beschaffenheit einzuordnen. Ob MTB oder City-Fahrrad: Der Drahtreifen ist die meistverbaute Variante unter den Fahrradreifen.

Der Name beruht darauf, dass am unteren Ende des Reifens ein steifer Draht zu finden ist. Beim Faltreifen handelt es sich um eine spezielle Variante des Drahtreifens. Statt des Drahtes halten Fasern aus Kunststoff den Reifen stabil. Die Fasern bestehen meist aus Aramid oder Kevlar und sorgen dafür, dass Faltreifen ein geringeres Gewicht aufweisen.

Eine weitere Reifenart ist der Schlauchreifen, bei dem der Fahrradschlauch direkt an den Reifenmantel festgenäht und komplett auf die passende Felge geklebt wird. Weltweit sind Schlauchreifen als Tubular-Reifen bekannt.

Tubeless-Reifen sind das Gegenteil der Schlauchreifen. Sie kommen gänzlich ohne Schlauch aus.

Drahtreifen vs. Faltreifen

Wer Fahrradreifen kaufen möchte, hat die Wahl zwischen Falt- oder Drahtreifen. Grundsätzlich handelt es sich bei diesen Reifenvarianten jeweils um Drahtreifen. Beide Reifenarten werden durch Drähte im Fahrradmantel stabil zusammengehalten. Die Drähte geben den Reifen erst ihre runde Form. Faltreifen verfügen hingegen über leichte und flexible Gewebefäden. Durch das geringere Gewicht können sie gefaltet und beispielsweise im Rucksack verstaut werden. Dafür sind herkömmliche Drahtreifen wesentlich günstiger im Preis.

Spezielle Reifentypen

  • Rennradreifen: Hier kommt es darauf an, ein gutes Mittelmaß zwischen geringem Rollwiderstand, Handling, Grip und Preis zu finden. Wichtig ist, dass die Reifen immer mit den Felgen harmonieren. Bei dünnen Reifen für das Rennrad ist eine dünne Felge nötig.
  • Mountainbikereifen: Hier bestehen große Unterschiede bei der Reifenbreite und der Reifengröße. Sie reicht von 26 Zoll über 27,5 Zoll bis hin zu 29 Zoll.
  • E-Bike-Reifen: Pedelecs oder E-Bikes mit einem Kennzeichen benötigen Fahrradreifen, die eine bestimmte Norm erfüllen und für eine Geschwindigkeit bis zu 50 km/h zugelassen sind. Sie haben eine spezielle Gummimischung, die für einen besseren Halt in der Kurve, vor allem bei hohen Geschwindigkeiten, und eine längere Haltbarkeit sorgt. Diese Art der Fahrradbereifung ist jedoch auch für normale Fahrräder verwendbar.
  • Tubeless-Reifen: Sie entwickeln sich zunehmend als Alternative zu Schlauchreifen. Der Name sagt schon aus, dass diese Reifen ohne Schlauch auskommen. Die Nutzer dieser Variante fahren vor allem ein MTB oder üben Radsport aus. Vorteile ergeben sich aber auch für Fahrer eines City-Bikes oder beim Trekking. Das Flicken eines Schlauches nach einem Defekt gehört damit der Vergangenheit an.

Tubeless-Systeme

Reifen und Felge sollten dieselbe Größe in Zoll vorweisen. Außerdem müssen die Felgen das Prädikat Tubeless-Ready (TL-Ready) erfüllen. Das passende Felgenband ist ebenfalls notwendig, falls die Felgen nicht luftdicht sind.

Wie bei vielen anderen Produkten für das Fahrrad haben Radfahrer auch bei Fahrradreifen die Qual der Wahl, was das Angebot und Sortiment betrifft. Wer sich für eine bestimmte Reifenart entschieden hat, kann sich seine Fahrradreifen bei einem der vielen renommierten Hersteller aussuchen.

Reifenpannen und Wartung

Fahrradreifen sind nicht nur eine der wichtigsten Komponenten an deinem Fahrrad, sondern werden häufig auch in Mitleidenschaft gezogen. Jeder Fahrradfahrer hatte sicher schon einmal das unschöne Erlebnis einer Panne und musste anschließend den Fahrradreifen wechseln.

Für ein komfortables und die Reifen schonendes Fahrgefühl ist ein optimaler Reifendruck essenziell. Nicht selten passiert es, dass plötzlich eine Scherbe aus Glas, ein Nagel oder andere Fremdkörper im Reifen stecken. Dann ist bestenfalls nur der Reifenmantel, oft aber auch der Fahrradschlauch defekt.

Bevor Radfahrer jedoch den kompletten Wechsel des Fahrradreifens in Angriff nehmen oder den Fahrradschlauch wechseln müssen, besteht die Chance, dass sich mit einer kleinen Reparatur der Schaden beheben lässt. Häufige Schäden wie ein platter Reifen können selbst repariert werden, ohne eine Werkstatt aufzusuchen. Wer sich für fähig hält, im Fall einer Panne den Schaden selbst zu beheben, sollte immer passendes Werkzeug und Ersatzteile mitführen.

Ein Reifen ist permanent äußeren Einflüssen ausgesetzt. Dazu zählen unter anderem die Belastung durch das Fahren auf nicht asphaltierten oder unebenen Strecken, die Wetterbedingungen und die Bedingungen beim Lagern des Bikes.

Beim Fahren besteht immer die Gefahr, dass ein Fremdkörper in den Mantel eindringt und er dadurch aufreißt oder brüchig wird. Im Normalfall sind kleinere Risse am Mantel leicht zu beheben, doch wenn das zu oft nötig ist, verliert der Reifen den Grip und bietet keinen ausreichenden Schutz mehr für den darunter liegenden Schlauch. Dann ist es empfehlenswert, den Fahrradreifen zu tauschen. Alte Reifen können auf dem Wertstoffhof oder bei einem Fahrradhändler zurückgegeben werden.

Überblick über Reifentypen

Wie Sie in unserem Fahrradteile Online Shop in der Rubrik "Reifen" sehen, gibt es nicht nur eine Reifenart, sondern unterschiedliche: Drahtreifen, Faltreifen, Schlauchreifen und Tubeless Reifen.

  • Drahtreifen: Bei Drahtreifen handelt es sich um einen Klassiker unter den Reifen; er wird auf den meisten Felgen verbaut. Am unteren Ende des Fahrradreifens befindet sich der steife Draht, welcher dem Drahtreifen seinen Namen gibt. Aufgrund des Luftdrucks im Fahrradschlauch wird dieser Draht in das Felgenbett direkt unter die Hakenflanke gedrückt, um so den Fahrradreifen in der Felge zu halten. Der Drahtreifen kann für jedes beliebe Fahrradmodell genutzt werden; ob E-Bike, City- oder Trekkingbike, Rennrad oder MTB. Der Trekking-Reifen und MTB-Reifen erhält das typische Stollenprofil, welches nötig ist, um auch auf Waldböden bzw. in unebenem Gelände immer genug Grip zu haben. Im Gegensatz dazu verfügt der Rennradreifen eher über wenig Profil, damit ein geringer Rollwiderstand ermöglicht wird. Sie können Drahtreifen sowohl mit als auch ohne Pannenschutz kaufen. Der zusätzliche Pannenschutz bei diesem Fahrradreifen macht den Reifen ein wenig schwerer; noch dazu wird der Rollwiderstand etwas vergrößert. Jedoch erhält man dafür eben eine höhere Pannensicherheit. So muss jeder Biker für sich selber abwägen, was ihm wichtiger ist….
  • Faltreifen: Beim sogenannten Faltreifen handelt es sich um eine weitere Art des Drahtreifens. Beim Faltreifen wurden Kevlar- oder Aramidfasern (Fasern aus Kunststoff) zur Reifenstabilisation verwendet, anstelle dem Draht. Dank der flexiblen Kunststofffasern ist der Reifen leichter faltbar und hat daher seinen Namen erhalten. Aufgrund der leichteren Materialien spart man je Reifen - entsprechend der Größe - 50 bis 100 g Gewicht ein.
  • Schlauchreifen: Ein Schlauchreifen entsteht in anderer Bauweise: Der Schlauch wird dabei direkt an dem Mantel genäht, um anschließend komplett auf die spezielle Felge geklebt zu werden. Ein guter Pluspunkt bei Schlauchreifen ist, dass keine stabilen Hakenflanken benötigt werden; denn sie werden direkt mit der Felge verbunden. So können diese Laufräder einfach konstruiert werden und noch dazu wird am Laufrad an Gewicht gespart. Ebenso von Vorteil ist es, dass sie aufgrund ihrer Beschaffenheit bei einem Platten nicht von der Felge rutschen und Sie quasi auf dem Reifenmantel weiterrollen müssen. Im Rennrad-Sport wird schon seit längerem auf Schlauchreifen gesetzt. Ein großer Nachteil ist, dass Sie für die Schlauchreifen-Montage auf die Laufräder und auch beim Reifenwechsel im Falle einer Panne einiges an Erfahrung und Geduld mitbringen müssen. Der Schlauch wird mit einem Schlauchreifenkleber für Carbon- oder Aluminium-Laufräder auf die Fahrradfelge geklebt. Hierfür müssen Sie den Schlauchreifen vorab 24 Stunden auf einer Felge vordehnen. Nachdem der Schlauchreifen auf die Felge geklebt wurde, muss der Reifen für weitere 24 Stunden aushärten, bevor Sie zur ersten Fahrradtour starten können.
  • Tubeless-Reifen: Bei Tubeless-Reifen sind keine Schläuche nötig, da die Reifen fest und luftdicht auf der Fahrradfelge sitzen. Der wohl größte Vorteil eines Tubeless-Reifen ist sicherlich die Pannensicherheit: Wie der Name ja bereits sagt, gibt es hier keine Schläuche - somit kann auch kein Schlauch platzen. Lediglich ein wirklich großer Riss im Mantel könnte einen Platten verursachen. Damit dies nicht einfach passiert, wird im Tubeless-Reifen eine Pannenschutzflüssigkeit eingefüllt. Ein weiterer Vorteil ist, dass zwischen Fahrradreifen und -schlauch keine Reibung entstehen kann (da ja kein Schlauch vorhanden ist) und der Rollwiderstand verringert werden könnte. Wenn Sie Ihr neues Fahrrad nicht mit einem Tubeless-Reifen, sondern nur mit einem Tubeless-Ready geliefert wird, können Sie den Schlauch entfernen und den Fahrradreifen auch ohne diesen fahren. Hierfür benötigen Sie aber ebenso die o.g. Hochwertige Mountainbikes haben heute standardmäßig Tubeless-Reifen montiert.

Pannenschutz

Wie beim Drahtreifen, kann es sein, dass der Faltreifen einen extra Pannenschutz integriert hat. Der „normale“ Reifen-Pannenschutz besteht aus mehreren dünnen Kunststofffaser-Schichten. Auch hier greift man meist auf Kevlar / Aramid zurück. Der Vorteil dieser Kunststoffschicht zwischen Schlauch und Reifenprofil ist, dass diese Schicht schnitt- und auch reißfester ist. Als größter Nachteil ist jedoch das etwas höhere Gewicht aufzuzeigen und der damit einhergehende höhere Rollwiderstand.

Die Reifenhersteller Schwalbe und Continental bieten eine weitere „sichere“ Möglichkeit des Pannenschutzes mit einer weiteren Schicht zwischen Karkasse und Lauffläche. Anstelle reiner Kunststofffasern gibt es hier eine 5 mm dicke Schicht von elastischem Kautschuk.

Pannenschutz-Klassen von Schwalbe

Schwalbe bietet für eine bessere Übersicht eine Einteilung der Fahrradreifen in unterschiedlichen Pannenschutz-Klassen an. Die Reifen sind mit Zahlen von 2 bis 7 betitelt (7 bedeutet höchster Pannenschutz-Faktor). Die Schwalbe Reifen Marathon Plus, Marathon Plus Tour und Marathon Plus MTB fallen in diese Kategorie. Dank ihrer dicken 5 mm Kautschukschicht gelten sie im Prinzip als „unplattbar“.

Pannenflüssigkeit

Als 3. Variante des Pannenschutzes erwähnen wir hier die Pannenflüssigkeit (umgangssprachlich „Dichtmilch“ genannt). Diese Pannenflüssigkeit wird nur bei Schlauch- und Tubeless-System empfohlen. Nutzen Sie die Dichtmilch nicht bei Draht- oder Faltreifen, dafür sind diese Reifen nicht geeignet.

Reparatur von Schlauchreifen und Tubeless-Reifen

Der Austausch bzw. die Reparatur von Schlauchreifen ist sehr aufwendig. Wenn Sie nun einen Schlauchreifen oder einen Tubeless-Reifen besitzen, wird die Pannenflüssigkeit bei einem Reifen-Unfall direkt in den Fahrradreifen eingelassen. So wird das Loch im Pannenfall während der Fahrt abgedichtet. Da die Dichtmilch auf Latex basiert, härtet diese nach einer gewissen Zeit im Schlauch aus. So muss der Schlauch erst spätestens nach ca. 7 Monaten ausgetauscht werden (je nach Hersteller ggf. Beachten Sie, dass kleine Löcher so problemlos abgedichtet werden können. Größere Schnitte oder Risse im Mantel, die z.B. Faltreifen gehören zur Familie der Drahtreifen, der Rollwiderstand ist daher ähnlich der Drahtreifen. Schlauchreifen findet man größtenteils auf Rennrädern.

Vor- und Nachteile verschiedener Reifentypen

Reifentyp Vorteile Nachteile
Drahtreifen Standard, günstig, vielseitig Höheres Gewicht, etwas höherer Rollwiderstand
Faltreifen Leichter, faltbar Teurer als Drahtreifen
Schlauchreifen Geringes Gewicht am Laufrad, sicher bei Platten Aufwendige Montage, spezielle Felgen erforderlich
Tubeless-Reifen Pannensicher, geringer Rollwiderstand, niedrigerer Luftdruck möglich Tubeless-Ready Felgen erforderlich, Pannenschutzflüssigkeit notwendig

Empfehlungen für verschiedene MTB-Disziplinen

Es ist schwer, für jede Disziplin eine konkrete Empfehlung auszusprechen, da zu viele individuelle Faktoren des Fahrers die tatsächliche Reifenwahl beeinflussen sollten. Dennoch haben wir für dich grobe Richtlinien für die gängigsten Bike-Typen zusammengestellt, um die Orientierung etwas zu erleichtern.

Welche Reifen für XC-Fully und Hardtail MTBs?

Cross-Country-Fahrern geht es um Bestzeiten. Minimales Gewicht und geringer Rollwiderstand sind also oberste Priorität. Leicht profilierte Faltreifen mit rennspezifischer Gummimischung (z.B. Continental Race King) bewähren sich daher bereits seit vielen Jahren im World Cup.

  • Reifenbreite: zwischen 2 und 2,2 Zoll
  • Luftdruck: ca. 2,4 Bar (Schlauch), 2,2 Bar (Tubeless)
  • Empfehlung: Tubeless-Reifen wegen geringerem Gewicht und besserem Pannenschutz
  • Karkasse: Einlagig um die 120 TPI

Welche Reifen für Touren Fully MTBs?

Da unterschiedlichstes Gelände auf solchen Routen wartet, muss ein Reifen an einem Touren Fully vor allem Allround-Qualitäten bieten. Das Profil darf hier daher ruhig etwas gröber sein als bei XC-Bikes, wobei ein Kompromiss zwischen Traktion und Rollwiderstand gefunden werden muss. Ein Klassiker unter den Touren-Reifen ist z.B. der Schwalbe Nobby Nic.

  • Reifenbreite: 2,2-2,4 Zoll
  • Luftdruck: ca. 2,3 Bar (Schlauch), 2,1 Bar (Tubeless)
  • Empfehlung: Tubeless-Systeme wegen besserer Rolleigenschaften, höherem Grip und niedrigerem Gewicht
  • Karkasse: Einlagig, stabil mit einem Wert um die 60 TPI

Welche Reifen für Enduro MTBs?

Hier liegt der Fokus auf der Abfahrt, wobei noch selbst hochgetreten wird. Der Rollwiderstand spielt also definitiv eine Rolle, wobei er nicht ganz so wichtig ist, da keine Uphill-Rekorde aufgestellt werden sollen. Stattdessen will man es bergab richtig krachen lassen: Enduro-Reifen sind also Allrounder mit einem Hang zum Downhill. Mächtig Grip und Bremstraktion stehen daher recht weit oben bei den Prioritäten.

  • Reifenbreite: ca. 2,4 Zoll (bis 3 Zoll für Plus-Reifen)
  • Luftdruck: 2,0 Bar (Schlauch), 1,8 Bar (Tubeless) bei 2,4 Zoll Breite; niedrigere Drücke bei Plus-Reifen möglich
  • Karkasse: Zweilagig mit jeweils ca. 60 TPI am Hinterrad für besseren Pannenschutz

Welche Reifen für Downhill und Freeride MTBs?

Beim Downhill geht es vollkommen um die Abfahrt. Dämpfung, Pannenschutz und Traktion sind daher entscheidend. Der Rollwiderstand tritt in den Hintergrund, vor allem für Freizeitsportler. Man setzt auf sehr grobstollige, aggressive Profile mit weichen Gummimischungen.

  • Reifenbreite: ca. 2,5 Zoll
  • Luftdruck: ca. 2,0 Bar (Schlauch), ca. 1,8 Bar (Tubeless)
  • Empfehlung: Faltreifen (sparen Gewicht), Drahtreifen für schmalen Geldbeutel möglich
  • Karkasse: Mehrlagig (um die 60 TPI) für Dämpfung und Pannenschutz
  • Zusätzliche Pannenschutzsysteme: Procore oder Huck Norris sind sinnvoll

Aufbau eines Reifens

Egal für welchen Reifen man sich entscheidet - der grundlegende Aufbau ist bei allen Reifen in etwa gleich. Das Grundgerüst bildet die Karkasse, die dem Reifen die nötige Stabilität verleiht. Da es sich dabei um ein textiles Gewebe handelt, kann durch ein dichteres Gewebe eine höhere Stabilität erreicht werden. Diese Dichte wird in TPI (Theads per Inch - „Fäden pro Zoll“) gemessen, wobei eine höhere TPI Zahl für eine größere Dichte steht. Mehr Fäden bedeutet mehr Pannensicherheit, da sich das engmaschige Gewebe schlechter durchstechen lässt. Außerdem sinkt der Rollwiderstand durch eine fein gewobene Karkasse.

Wird die Karkasse zu fein, da sie aus sehr vielen, sehr dünnen Fäden besteht, sinkt die Pannensicherheit hingegen. 60 TPI sind daher in der Regel ein guter Kompromiss für einen Mountainbike-Reifen. Nur sehr leicht rollende Wettkampfreifen bieten noch mehr (z.B. 120 TPI). Abfahrtsorientierte Reifen werden außerdem häufig aus zwei oder drei Lagen des Karkassen-Materials gefertigt, um die Dämpfung und den Pannenschutz zu verbessern.

Pannenschutz

Auf der Karkasse sitzt meistens eine weitere Schicht, die speziell die Pannensicherheit erhöhen soll. Häufig kommt hier einfach eine zusätzliche Karkassen-Schicht zum Einsatz, andere z.B. nehmen eine Kevlar-Einlage dafür. In Stadtreifen findet man hingegen öfters dicke Kautschukbänder, die schwer zu durchstoßen sind.

Lauffläche

Auf diese Schicht folgt dann die Lauffläche, deren Gummimischung und Profil maßgeblich für die Traktion und Rolleigenschaften verantwortlich sind. Durch eine Mixtur von Natur- und Synthetik-Kautschuk, Füllstoffen, Weichmacher, Vulkanisationsmitteln und Farbstoffen entstehen Laufflächen mit verschiedenen Eigenschaften für die jeweiligen Einsatzbereiche. Weichere Gummimischungen erzeugen dabei mehr Grip, härtere rollen leichter.

Besonders hochwertige Reifen bieten außerdem an verschiedenen Stellen des Profils unterschiedliche Gummimischungen. So können die Seitenstollen beispielsweise besonders griffig gemacht werden, während die Mittelstollen, auf denen man größtenteils rollt, etwas härter ausfallen. Das reduziert den Rollwiderstand.

Wulstkern

Damit der Reifen gut in der Felge sitzt, wird jeder Reifen von einem Wulstkern komplettiert. Dieser sitzt an beiden inneren Rändern und ist je nach Reifentyp unterschiedlich ausgeführt. Bei Drahtreifen wird, wie der Name vermuten lässt, ein Drahtbündel im Wulstkern verwendet. Das gewährleistet einen strammen Sitz, wobei das Aufziehen meist etwas mühsamer ist. Bei Faltreifen kommt hingegen meist eine Aramidfaser (z.B. Kevlar) zum Einsatz.

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