Fahrradwerbung: Innovative Beispiele und Strategien

In der heutigen Zeit, in der Umweltbewusstsein und Gesundheit immer wichtiger werden, gewinnt die Fahrradwerbung zunehmend an Bedeutung. Großstädte liefern interessante Potenziale für Guerilla-Marketing-Aktionen, vor allem dann, wenn man seine Zielgruppe in Städten wie Hamburg, Berlin oder München und dort in den frequenzstarken zentralen Stadtlagen vermuten kann.

Innovative Werbemethoden mit Fahrrädern

Ein Beispiel für innovative Fahrradwerbung ist das Startup bikuh, das in der Höhle der Löwen sein ungewöhnliches Geschäftsmodell vorstellte. Das Unternehmen vermittelt Firmen Werbeflächen auf privaten Fahrrädern und ermöglicht Fahrradfahrern auf diese Art, Geld zu verdienen. Wer regelmäßig mit dem Rad unterwegs ist, kann eine von bikuh vermittelte Platte mit Werbung in seinem Vorderrad anbringen.

Die zugehörige App ermittelt Standortdaten und kann die zurückgelegte Strecke tracken, um so die Vergütung zu berechnen. Die Fahrradwerbung ist klimafreundlicher als Autowerbung, mobiler als Plakatwerbung, ausgefallener als Litfaßsäulen und persönlicher als Sign Spinning. Je mehr die Werbebotschafter per Fahrrad unterwegs sind, desto mehr erhöhen sich ihre Einnahmen.

Für Unternehmen ist es auch möglich, die gefahrenen Kilometer in Spenden für gemeinnützige Projekte umzuwandeln. Auch der Gesundheit der Mitarbeiter kommt die Bewegung auf dem Rad selbstverständlich zugute und der Status der Werbekampagne ist jederzeit für Werbetreibenden und Fahrradkurier dynamisch einsehbar und flexibel anpassbar.

Patrick Klug und Angela Gonzales aus Frankfurt am Main sind in der Höhle der Löwen auf der Suche nach Wachstumskapital in Höhe von insgesamt 200.000 Euro für bikuh, welches für Expansion in weitere Städte und Weiterentwicklung des Business eingesetzt werden kann. Die Löwen bekommen im Gegenzug 20 Prozent der Firmenanteile geboten.

Weitere Beispiele für Fahrradwerbung

Neben bikuh gibt es auch andere kreative Ansätze für Fahrradwerbung:

  • BikeCards: Diese praktischen kleinen Karten werden von Verteiler- und Promotion-Teams einfach an den Lenker des Fahrrads gehängt. Sie fallen immer dann sofort ins Auge, wenn man ihnen ein auffälliges Design verpasst. Da die BikeCards vom Fahrradfahrer mindestens einmal in die Hand genommen werden, stellen sie garantiert einen direkten Kontakt zur Zielgruppe her. Spannend ist es, die BikeCards mit der Vergabe von Gutscheinen oder anderen zielgruppenrelevanten Aktionen zu verknüpfen.
  • BikeCaps: Zu dieser Kategorie zählen die farbenfrohen BikeCaps. BikeCaps sind Fahrradsattel-Schoner, die vor Nässe und Verunreinigungen schützen. Als Werbemittel, vollflächig bedruckt, werden sie zum Teil über Jahre hinweg von der Zielgruppe tagtäglich genutzt und wahrgenommen. Die hohe Akzeptanz der BikeCaps rührt aus dem praktischen Wert für die Radfahrer - und kaum ein Radler kauft sich einen Sattelschoner; als Werbegeschenk hingegen ist er hoch willkommen. Auch hier gibt es bei großflächiger Verteilung den Effekt auf vorbeigehendes Publikum.
  • Ad-Wheels: Von A nach B, kreuz und quer oder einfach die ganze Zeit im Kreis: unsere Ad-Wheels sind sehr wendig und kommen fast überall hin! Ihre Werbung kommt ganz schön rum: Unsere Ad-Wheels sind wahre Eyecatcher und fallen selbst im größten Trubel der Stadt auf. Ob mit Muskelkraft oder Ökostrom: Unsere Ad-Wheels sind eine saubere Sache. Unser Ad-Wheel mit dem CLP-Anhänger bietet Ihnen eine große Werbefläche bei einem immer noch kleinen Wendekreis. Mit unserem Ad-Wheel mit dem XXL-Anhänger im Format Doppel CLP ist Ihnen die Aufmerksamkeit in der Stadt sicher.

Die Rolle des Fahrrads in der modernen Werbung

Das Fahrrad erobert die Stadt! Ob klassisch auf zwei Rädern oder als Lastenrad für den Transport der Einkäufe läuft das Fahrrad dem Auto im modernen Stadtbild locker den Rang ab. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die quirligen Vehikel ermöglichen eine flexible Routenplanung, stehen praktisch nie im Stau, können speziell für sie angelegte Radwege und Fahrradstraßen nutzen und gelten zudem als ausgesprochen umweltfreundlich.

An Standorten wie Fahrrad-Parkplätzen vor Universitäten oder Bahnhöfen können Werbetreibende mit Fahrrad-Werbung extrem zielgenau auf die Zielgruppe Fahrradfahrer zugehen. Auch die Umgebung von beliebten Freizeiteinrichtungen, Geschäftsstraßen, beliebten Ausgeh- und Flaniermeilen eignen sich hervorragend, um mit dieser Art von Werbung ein hohes Maß an Aufmerksamkeit auf sein Unternehmen und dessen Produkte zu lenken. Die Promoter verteilen die Fahrrad-Werbemittel auf Wunsch auch in der ganzen Stadt oder gleich in mehreren Städten - das spricht die die Zielgruppe Radfahrer in hoher Dichte und großer Zahl.

Fahrradwerbung als Teil einer umfassenden Marketingstrategie

Viele Unternehmen setzen heute auf eine Kombination aus verschiedenen Werbeformen, um ihre Zielgruppe optimal zu erreichen. So wird Social Media genutzt, um kurze Image-Filme und Erklärvideos zu präsentieren. Mehr Kundenvertrauen sieht er dagegen in Influencer, die er mit Lifestyle-Produkten ausstattet. »Geld fließt dafür bei uns nicht«, so Leffler.

»Bei den E-Bike-Accessoires zählt dagegen weniger der Lifestyle-Faktor des Produkts, sondern dass wir als Erster ein solches Produktsegment auf den Markt gebracht haben. Wie Fahrer Berlin setzen viele Hersteller ihren Fokus auf Social Media. Fahrradhersteller Storck hat mit hochpreisigen Rädern in der Vergangenheit stark auf den Image- und Design-Faktor gesetzt. Durch einen Wechsel in der Preis- und Verkaufspolitik 2017 hat man sich auch für den gehobenen Einsteigermarkt geöffnet, und gerade wird das Portfolio im Alltagsbereich erweitert.

»Klar, das haptische Erlebnis ist derzeit limitiert, wir nutzen Online vielfältig, um mit den Kunden in Kontakt zu treten«, sagt der neue Storck-Geschäftsführer Dr. Todor Lohwasser. »Das direkte Feedback ist enorm wichtig.« Bei Storck wurde das Marketingteam vergrößert, sowohl für die Pressearbeit als auch für Social Media. »Klassische Bereiche sind immer noch stark, aber mit Social Media funktioniert das jetzt ganz anders. Jetzt macht der Kunde mit seinen Bildern für uns Werbung, der Fan als Content-Creator. Das ist natürlich charmant für uns, da es uns kaum Aufwand kostet. Doch die klassische Anzeige in Fachzeitschriften ist für uns dennoch extrem wichtig«, so Lohwasser.

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit und Authentizität

Beim Outdoor-Spezialisten Vaude dominiert die Kommunikation von Nachhaltigkeit. Zusammen mit der Authentizität des Unternehmens sind beide Aspekte heute ganz große Werbefaktoren. »Das ist für uns ganz wichtig«, erklärt Manfred Meindl, Leiter Internationales Marketing und Digital Services. »Social Media ist der Kanal für uns. Der Einkäufer eines Sportladens ist eben in der Freizeit ein Sportfan.«

Klassische Anzeigen in Zeitschriften? »Das machen wir nur noch in Ausnahmesituationen, es geht immer mehr um Effizienz, das kann dieses Medium nicht bringen. Wenn wir Werbung buchen, passiert das nicht in einer Plattform wie etwa dem Spiegel, sondern dort, wo wir die Zielgruppe genau definieren und ansprechen können. Das klappt nur online.« Und wie sieht es hier mit Testimonials aus? »Bei uns fragen Promis an, doch wir lehnen meist ab, wenn sie uns nicht authentisch genug erscheinen.« Auch mit Influencern arbeitet man deshalb selten zusammen.

Lastenräder als Werbefläche

Immer mehr Unternehmen nutzen Lastenräder im innerstädtischen Verkehr. Einer der Pioniere in Magdeburg ist die Werbeagentur Kontrast.Mittel von Dennis Ehrecke. Bereits seit Anfang 2016 ist er für sein Unternehmen mit dem großen schwarz-blauen Lastenrad unterwegs zu seinen Kunden. Für das Lastenrad hat er sich aus ganz pragmatischen Gründen entscheiden: „Mich hat es immer gestört mit dem Auto sämtliche Wege machen zu müssen. Wenn man nur etwas Kleines transportieren muss, geht das mit dem normalen Rad nicht.

Besonders für ihn als Selbstständigen erweist sich das Rad als Kostenersparnis. „Ein Vorteil ist natürlich, keine Parkgebühren. „Ich kann direkt vor den Laden des Kunden fahren und da sofort beginnen. Ich muss nichts mehr ausräumen und habe direkt eine Fläche, die ich nutzen kann. Mit dem Lastenrad fällt man sehr gut auf, kann Werbung fahren und kommt immer ins Gespräch. Ich bekomme dadurch sogar Aufträge.

Doch trotz aller Vorteile leidet besonders er als Unternehmer unter der mangelhaften Radinfrastruktur Magdeburgs. „Nachteile sind vor allem Fahrradwege. Sehr oft muss ich einfach auf der Fahrbahn fahren, weil entweder keine Radwege da sind oder die einfach schlecht sind. Mit dem Rad spürt man das natürlich noch mehr, als mit einem normalen Fahrrad.“ Daher wünscht er sich von der Stadt einen Ausbau der Radwege und die Umsetzung eines Radschnellweges, um auch mit dem breiten Lastenrad schnell durch die Stadt zu kommen.

Fahrrad XXL: Ein Beispiel für großflächige Fahrradwerbung

Fahrrad XXL bewirbt eine große Auswahl an Fahrrädern und E-Bikes, darunter Modelle von über 300 Marken. Es gibt attraktive Ratenzahlungen und Leasing-Angebote. Online und in 16 Filialen erhältlich, können Kunden bis zu 30% sparen, insbesondere auf ausgewählte Cube E-Bikes.

Der TV-Spot von Fahrrad XXL zielt darauf ab, den Zuschauer direkt in die sichere Komfortzone der Konsumenten zu entführen. Die Ansprache ist direkt und überlässt wenig Raum für Missverständnisse. Obwohl diese Herangehensweise die Botschaft schnell und effektiv transportiert, bin ich der Meinung, dass der Spot an kreativen und anspruchsvollen Wendungen fehlt.

Was die visuelle Gestaltung betrifft, denke ich, dass der Spot durch seine eindrucksvollen Sequenzen innerhalb eines großen Fahrradgeschäfts durchaus punkten kann. Die langgezogenen Gänge voll mit Fahrrädern und die moderne Beleuchtung schaffen eine gewisse Anziehungskraft. Ich denke, dieser Aspekt könnte den Zuschauern das Gefühl vermitteln, in die endlosen Weiten einer Fahrradlandschaft einzutauchen, was durchaus eine gelungene Visualisierung von Auswahl darstellt.

Die kreative Originalität des Spots könnte allerdings ausbaufähig sein. Obwohl die Information der Preisermäßigung von bis zu 30% den finanziellen Anreiz durchaus klar positioniert, ist die Botschaft selbst wenig überraschend. Gutscheine, Rabatte und Käufe schnell noch zu tätigen, bevor ein Sale endet, sind typische Werbestrategien. Ich denke, dass der Spot in dieser Hinsicht wenig Innovation bietet.

Es ist erwähnenswert, dass die Markenbotschaft konsistent ist, mit einem klaren Fokus auf Auswahl, Sonderangeboten und der Vielfalt der Vertriebswege. Diese Art von Klarheit schafft Vertrauen und Zuverlässigkeit, was für eine Kaufentscheidung nützlich ist. Eine mögliche Schwachstelle des Spots ergibt sich aus der zu stark fokussierten Verkaufsbotschaft ohne intellektuelle Herausforderung oder anspruchsvolle visuelle Überraschungen.

Aus meiner Sicht hätten humorvolle oder stilistisch anspruchsvolle Elemente den Spot auf ein höheres Niveau heben können.

Vergleich verschiedener Werbeformen

Die folgende Tabelle vergleicht verschiedene Werbeformen im Bezug auf ihre Eigenschaften:

Werbeform Vorteile Nachteile
Fahrradwerbung (Bikuh) Klimafreundlich, mobil, ausgefallen, persönlich Kontrollmechanismen erforderlich
BikeCards Direkter Kontakt zur Zielgruppe, Gutscheinaktionen möglich -
BikeCaps Praktischer Nutzen, hohe Akzeptanz -
Lastenradwerbung Hohe Aufmerksamkeit, Möglichkeit zur direkten Kundenansprache Abhängigkeit von Radinfrastruktur
TV-Spot (Fahrrad XXL) Große Reichweite Weniger kreativ, hohe Kosten

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