Wie muss ein Fahrradhelm richtig sitzen?

Ein Fahrradhelm kann nur schützen, wenn er richtig sitzt. Dabei muss die Größe stimmen und er darf weder drücken noch scheuern! Nur ein richtig eingestellter Helm bleibt auch bei einem Sturz richtig auf dem Kopf und kann Dich so zuverlässig vor Verletzungen schützen.

Die richtige Größe und Form finden

Vor dem Kauf solltest Du Dir über die richtige Größe Gedanken machen. Helmgrößen richten sich nach dem Kopfumfang. Obwohl eigentlich alle neuen Fahrradhelme eine Kopfumfangsverstellung haben, gibt es unterschiedliche Helmgrößen.

Also heißt es vor dem Helmkauf, Kopfumfang messen! Dazu nimmst Du Dir ein Maßband und legst es ca. 2 cm über Deinen Augenbrauen an und führst es einmal um Deinen Kopf. Dabei sollte das Maßband ein bisschen nach hinten abfallen. Ist das Maßband richtig angesetzt, kannst Du es stramm ziehen und Deinen Kopfumfang ablesen.

Ebenfalls gilt zu beachten, dass Hersteller unterschiedliche Musterköpfe verwenden. Daher ist nicht gesagt, dass jeder ausreichend große Helm jedem Träger oder jeder Trägerin gleich gut passen wird. Am besten ist, Du findest „Deinen“ Hersteller durch sorgsames Ausprobieren, damit es beim Radfahren keine unangenehmen Druckstellen gibt, die Dir den Spaß vermiesen.

Ein Helm sollte keine einzelnen Druckpunkte am Kopf haben, sondern möglichst großflächig aufliegen. Bei der Einstellung geht man dann Schritt für Schritt vor.

Die richtige Einstellung des Helms

Der Fahrradhelm muss waagerecht auf dem Kopf sitzen - nicht tief in den Nacken oder in die Stirn ziehen! Der Helm sitzt optimal, wenn er knapp über den Augenbrauen und dabei gerade auf dem Kopf liegt. Ist er nach vorne geneigt, wird das Sichtfeld eingeschränkt und der Hinterkopf nicht geschützt. Ein zu tief nach hinten gezogener Helm gibt umgekehrt zu viel Stirn frei, was bei einem Sturz zu Gesichtsverletzungen führen kann. Zudem funktioniert bei einer Falscheinstellung das Belüftungssystem des Helmes nicht mehr ideal.

Nahezu jeder Helm hat einen Kopfring, der in der Größe variabel eingestellt werden kann. Meist geschieht dies durch Drehen an einem Verstellrädchen hinten am Helm. Der Helm sollte am Ende so fest sitzen, dass er beim Kopfschütteln nicht verrutscht - aber nicht so fest, dass er drückt.

In der richtigen Position wird der Kopfring festgezogen, bis der Helm fest ist.

Anpassung der Helmweite

Meist per Drehrad am Hinterkopf. Der innenliegende Kopfring wird damit millimetergenau um den Kopf gespannt.

Es gibt auch einige Helmmodelle, bei denen das Einstellsystem in der Höhe verstellt werden kann, was je nach Kopfform oder zum Beispiel bei Frauen mit Zopf praktisch sein kann. Radfahrende mit langen Haaren haben die Option, einen Helm mit spezieller Pferdeschwanzöffnung zu wählen. Um den Helm auszuziehen, musst Du die Einstellung dann erst wieder lösen.

Wackelt der Helm trotz sorgfältiger Einstellung noch auf dem Kopf, kann es eigentlich nur daran liegen, dass der Helm zu groß ist die Helmpolster zu dünn sind. Bei den meisten Helmen liegen Helmpolster in 2 Dicken bei oder sie sind nachträglich als Ersatzteil zu kaufen

Der Kinnriemen

Danach wird der Kinnriemen geschlossen. Zwischen Riemen und Kinn sollten circa 1,5 cm Platz sein. Der Verschluss sollte nicht direkt unterm Kinn, sondern etwas seitlich sitzen. Zu lange Gurtenden können abgeschnitten werden.

Die Qualität eines Fahrradhelmes zeigt sich auch am Gurtsystem. Je fummeliger desto lästiger im Alltag. Zwischen Kinn und Riemen sollten ca. ein bis zwei Fingerbreit Abstand sein. So bleibt der Helm bei einem Sturz an Ort und Stelle, ohne die Luft abzuschnüren. Gleichzeitig kann der Riemen nicht über das Kinn rutschen.

Ist der Kinnriemen auf die richtige Länge gebracht, wird die Überlänge mit einem Gummiring fixiert. So flattert das Band nicht herum oder schlägt während der Fahrt ins Gesicht.

Einstellung der Gurtlänge

Schließen Sie die Gurte und passen Sie die Länge an: Nicht zu fest, nicht zu locker, es haben sich 2 Fingerbreit Platz unter dem Kinn bewährt. Überhängendes Gurtband kann per Gummiband fixiert werden oder abgeschnitten und mit einem Feuerzeug kurz abgeflammt werden, damit es nicht franst.

Durch einen Clip oder eine Lasche unter dem Ohr lassen sich bei den meisten Helmen die Längen der Y‑förmigen Riemen verstellen. Der Clip sollte unterhalb und vor dem Ohr sitzen und die Bänder nicht am Ohr reiben.

Das Gurtdreieck

Das Gurtdreieck sollte direkt unter dem Ohrläppchen sitzen. Die Gurte, die das Dreieck bilden, sollten auch fest am Kopf anliegen und dem Helm wenig Spiel zur Bewegung bieten. Bei der Einstellung der Gurte solltest Du sehr sorgfältig vorgehen.

Testen des richtigen Sitzes

Der richtige Sitz kann durch Rütteln und Anheben des Helmes getestet werden. Bewegt sich der Fahrradhelm nach rechts oder links, sollte sich maximal die Kopfhaut mit bewegen. Der Fahrradhelm sollte nun ca. 1-2 cm über den Augenbrauen und über den Ohren sitzen. Das Drehrad zur Weiteneinstellung sollte sich am Übergang zum Nacken befinden.

Weitere Aspekte beim Helmkauf

Beim Helmkauf auch darauf achten, dass der Verschluss leicht zu bedienen ist. Immer beliebter werden zudem Helme mit Visier - gerade bei E‑Biker:innen. Das Visier schützt zusätzlich vor Fahrtwind und so vor tränenden Augen. Besonders Brillenträger schätzen das Visier, weil es die penibel geputzte Sehhilfe länger sauber hält. Passt das Visier problemlos über die Brille?

Um eine möglichst gute Sichtbarkeit zu gewährleisten, sollte der Helm mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet sein. Zudem ist es vorteilhaft, wenn der Helm auch über eine passive Sicherheitsausstattung in Form von reflektierenden Elementen an der gesamten Helmschale sowie am Kinnriemen verfügt.

Moderne, hochwertige Helme verfügen deshalb über sichtbare Belüftungsöffnungen und ausgeklügelte Luftkanäle im Inneren. Diese Kanäle führen die einströmende Luft gezielt über die Kopfoberfläche und leiten warme Luft nach hinten ab. So entsteht ein stetiger Luftstrom, der für eine angenehme Kühlung sorgt und das Schwitzen spürbar reduziert. Im Vergleich zu einfacheren Modellen, die oft nur wenige oder schlecht positionierte Öffnungen haben, bieten solche gut durchdachten Belüftungssysteme einen erheblichen Komfortgewinn.

Wichtige Hinweise zur Lebensdauer und Lagerung

Den Helm sollte man nicht direkt in der Sonne lagern. Schnee, Regen, aber auch Schweiß und Sonnencreme können das Material in Mitleidenschaft ziehen.

Ein Fahrradhelm sollte nach ca. fünf Jahren ausgetauscht werden - das Produktionsdatum lässt sich meist innen auf einem kleinen Aufkleber ablesen. Apropos Austausch: Wie bei einem ausgelösten Airbag ist auch nach einem Fahrradsturz mit Bodenkontakt ein neuer Helm fällig.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

  • Kopfumfang messen: Ca. 2 cm über den Augenbrauen.
  • Helm waagerecht aufsetzen: Knapp über den Augenbrauen.
  • Kopfring festziehen: Bis der Helm fest sitzt, aber nicht drückt.
  • Kinnriemen schließen: Ca. 1,5 cm Platz zwischen Riemen und Kinn.
  • Sitz testen: Durch Rütteln und Anheben des Helmes.
  • Regelmäßiger Austausch: Nach ca. 5 Jahren oder nach einem Sturz.

Wir hoffen diese Anleitung hilft euch den passenden Helm zu finden. Die richtige Einstellung des Fahrradhelms garantiert einen guten, angenehmen Sitz und optimalen Schutz im Ernstfall.

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