MotoGP: Wie viel PS stecken in den Rennmaschinen?

Die MotoGP stellt die Speerspitze des Motorradrennsports dar. In der höchsten Rennklasse innerhalb der FIM-Motorrad-Weltmeisterschaft treten in der MotoGP-Klasse die leistungsstärksten Motorräder gegeneinander an. MotoGP-Motorräder sind Prototypen mit der aktuell besten Technik.

Leistung und Geschwindigkeit

Die Leistung dieser Maschinen liegt bei rund 300 PS, was Geschwindigkeiten von mehr als 360 km/h ermöglicht. Geschätzt wird, dass ein aktuelles Motorrad in der MotoGP zwischen 260 und 300 PS leistet. Damit sind Geschwindigkeiten von über 360 km/h möglich. Den aktuellen Rekord stellte der Ducati-Pilot Jorge Martín im Jahr 2022 im italienischen Mugello auf. 363,6 km/h schnell war der Spanier.

Das Mindestgewicht der Motorräder beträgt 157 Kilogramm. Das Mindestgewicht eines Motorrads wird von 157 auf 153 Kilogramm reduziert. Dadurch sollten die Motorräder agiler werden, vor allem bei Richtungswechseln. Die Tankkapazität ist auf 22 Liter begrenzt, und es sind keine Boxenstopps zum Nachtanken erlaubt.

Technische Spezifikationen

Die Motorräder sind mit Viertakt-Saugmotoren ausgestattet, die maximal vier Zylinder und einen Hubraum von bis zu 1.000 ccm aufweisen. Die MotoGP-Motorräder sind mit einem Sechsgang-Getriebe ausgestattet, wobei vollautomatische Getriebe verboten sind. Stattdessen kommen sogenannte Seamless-Getriebe zum Einsatz, die Gangwechsel nahezu ohne Zugkraftunterbrechung ermöglichen und so für maximale Beschleunigung und Stabilität sorgen.

  • Motor: Viertakt-Saugmotoren, max. 4 Zylinder, bis zu 1.000 ccm
  • Leistung: ca. 300 PS
  • Geschwindigkeit: mehr als 360 km/h
  • Getriebe: Sechsgang-Getriebe (Seamless)
  • Tankkapazität: 22 Liter

Chassis und Aerodynamik

Die hochentwickelten Chassis bestehen hauptsächlich aus Aluminiumlegierungen. Nur KTM setzt auf ein Chassis aus Carbon. Auch bei den Schwingen experimentieren einige Marken mit Carbon. Mit einer Ausnahme fahren alle Hersteller mit Dämpferelementen von Öhlins. Nur KTM setzt auf die eigene Hausmarke WP. Alle Teams fahren mit Bremsanlagen von Brembo. Zudem kommt in allen MotoGP-Maschinen eine standardisierte Einheitselektronik zum Einsatz, die von Magneti Marelli geliefert wird.

Seit einigen Jahren hat die Aerodynamik-Entwicklung an großer Bedeutung gewonnen. Außerdem gibt es mechanische Ride-Height-Systeme, die es erlauben, die Fahrzeughöhe während der Fahrt abzusenken.

Kraftstoff

Derzeit muss der Kraftstoff zu 40 Prozent aus fossilfreien Bestandteilen bestehen. Jeder Hersteller arbeitet mit einem eigenen Spritpartner zusammen. Seit 2016 fährt die MotoGP mit Reifen von Michelin.

Die Klassen Moto3 und Moto2

Neben der MotoGP gibt es noch die Klassen Moto2 und Moto3.

Moto3

Die Moto3-Klasse dient als Einstieg in die Weltmeisterschaft und ist für junge Talente konzipiert. Die Motorräder sind mit Einzylinder-Viertaktmotoren ausgestattet, die einen Hubraum von maximal 250 ccm aufweisen. Die maximale Drehzahl der Motoren ist auf 14.000 U/min begrenzt. Das Mindestgewicht für Motorrad und Fahrer beträgt zusammen 148 Kilogramm. Die Chassis sind Prototypen. Für das Motorenpaket mit sechs Triebwerken pro Saison dürfen maximal 60.000 Euro verlangt werden. Die Motorräder verfügen über ein Sechsgang-Getriebe mit Quickshifter und Blipper, und der Tankinhalt ist auf elf Liter begrenzt.

Moto2

In der Moto2-Kategorie kommen leistungsstärkere Maschinen zum Einsatz. Seit 2019 werden 765 ccm Dreizylinder-Viertaktmotoren von Triumph verwendet, die rund 145 PS leisten. Das Mindestgewicht inklusive Fahrer beträgt 215 Kilogramm. Die Chassis sind, ähnlich wie in der Moto3, Prototypen. Mit Kalex, Boscoscuro und Forward gibt es drei Chassis-Anbieter. Beide Klassen verwenden eine Einheitselektronik von Magneti Marelli, aber mit begrenzteren Einstellmöglichkeiten als in der MotoGP. Der Kraftstoff für beide Klassen stammt von Petronas.

MotoGP vs. Formel 1

Ein MotoGP-Motorrad hat in etwa ein Viertel der Leistung eines F1-Autos, ist dafür viel leichter. Die Formel 1 ist 20 Sekunden schneller. Und das, obwohl der Red Bull Ring nur 4.318 Meter lang ist und nur zehn Kurven hat. In jeder ist die Formel 1 schneller. Der Geschwindigkeitsunterschied reicht von 7,5 bis zu 130,7 km/h. In den Kurven spielt die Formel 1 ihre Vorteile gnadenlos aus: mechanischer Grip und Aerodynamik. In Schräglage schrumpft die Kontaktfläche des Reifens einer Rennmaschine auf fünf bis zehn Zentimeter.

In der MotoGP entscheidet Kurve 4 darüber, wie fix ein Fahrer den Abschnitt bis Kurve 8 bewältigt. Motorräder balancieren durch Kurven, F1-Autos fegen wie auf Schienen hindurch. Frontflügel, Unterboden, Diffusor und Heckflügel drücken sie auf den Boden.

Leistungsgewicht: In der MotoGP sind es 0,54 kg/PS, wenn man von 290 PS ausgeht. Das Mindestgewicht eines F1-Autos beträgt 743 Kilogramm (2019) - inklusive Fahrer, der mit 80 Kilo eingeht. Rechnet man ihn heraus und legt ein Gewicht von 673 Kilo zugrunde, ergibt sich ein Leistungsgewicht von 0,67 kg/PS.

Neues Reglement ab 2027

Beim neuen MotoGP-Reglement ab 2027 haben sich die Hersteller auf eine Reduzierung des Hubraums geeinigt. Von 1.000 Kubikzentimeter wird auf 850 verkleinert. Festgelegt ist außerdem, dass es Viertakter sein müssen. Die maximale Anzahl der Zylinder bleibt bei vier. Ein wichtiger Parameter ist die Bohrung, die von derzeit 81 Millimeter auf 75 verkleinert wird. Statt wie bisher 22 Liter darf der Tank nur noch 20 Liter umfassen. Für den Sprint gelten ab 2027 elf Liter statt derzeit zwölf. Das Mindestgewicht eines Motorrads wird von 157 auf 153 Kilogramm reduziert.

Um den Topspeed auf Strecken wie zum Beispiel Mugello zu reduzieren, ist die Verkleinerung des Hubraums aber nicht alleine ausschlaggebend. Denn das Ride-Height-System wird komplett verboten. Bei der Beschleunigung am Kurvenausgang kann das Heck nicht mehr abgesenkt werden.

Ab 2027 wird mit Kraftstoffen gefahren, die zu 100 Prozent aus fossilfreien Bestandteilen hergestellt sein müssen. Prinzipielle Leistungseinbußen sind nicht zu erwarten.

Saison 2025

In der Saison 2025 treten fünf Hersteller an: Honda, Ducati, Yamaha, KTM und Aprilia. Der Rennkalender umfasst 22 Rennen, beginnend mit dem Grand Prix von Thailand vom 28. Februar bis 2. März und endend in Valencia im November.

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