Wilier ist bekannt für seine hochwertigen Fahrräder, die sowohl durch Design als auch durch Leistung überzeugen. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf verschiedene Mountainbike-Modelle von Wilier, die in aktuellen Tests untersucht wurden.
Wilier Verticale SLR: Der Kletterspezialist im Test
Mit dem Verticale SLR schreibt sich Wilier Leichtbau und schickes Design auf die Fahne. Dabei möchte das Bike klassische Eleganz mit innovativer Technik vereinen und setzt sich ein Ziel: das Bezwingen der härtesten Anstiege. Das Verticale SLR ist das neueste Climbing-Bike von Wilier und möchte mit seinem auffälligen Hulk-Green-Lack und dem gleichfarbigen Cockpit nicht nur am Berg, sondern auch optisch neue Maßstäbe setzen. Der Name ist Programm: Das Verticale strebt nach Höchstleistungen und ist laut Wilier auch dementsprechend optimiert. Unter dem Motto „Lighter than Light“ soll das Verticale im Vergleich zum 0 SLR etwa 10 % an Gewicht verloren haben, eine verbesserte Ergonomie des Rahmens aufweisen und ist obendrein noch teurer geworden. Ein integriertes Rücklicht soll das Gesamtpaket abrunden.
Technische Innovationen und Design
Neu ist am Verticale vor allem der Rahmen. Neue Technologien und Materialien sollen für eine verbesserte Steifigkeit bei gleichzeitiger Gewichtsreduzierung von knapp 10 % im Vergleich zum 0 SLR sorgen. Das ACTIVE-MOULDING-System von Wilier verwendet geschäumte Polymer-Negativformen, die den Carbon-Rahmen widerstandsfähiger machen und für eine gleichmäßigere Verteilung und Ausrichtung der Fasern sorgen sollen. Dadurch konnte das Gewicht weiter reduziert werden. Neu ist zudem der Carbon-Mix von Toray, dem Marktführer im Bereich der Kohlenstofffasern aus Japan.
Dass das Einsatzgebiet des Verticale absolut klar ist, sollte bis hierhin deutlich geworden sein. Doch wer sich nicht wie Marco Pantani mit einer Übersetzung von 39-23 durch die Alpen kämpfen möchte, hat eine neue Umwerferbefestigung am Verticale. Diese ermöglicht nun ab Werk zwei Konfigurationen und somit sind kleine, große sowie Profi-Kettenblätter mit bis zu 55 Zähnen auch kein Problem mehr.
Pünktlich zum Tourstart stellt Wilier mit dem Verticale zudem nicht nur das neue Bike von Teams wie Astana und Groupama FDJ vor, sondern auch die neue Lackierung der Bikes von Astana Qazaqstan namens Hulk-Green! Aber ob die Farbe allein ausreicht, um Mark Cavendish über die Bergetappen zu bringen? The Italian dream?
Gewicht und Ausstattung
Das Verticale wurde vor Ort in Größe L gewogen und hat 6,82 kg auf die Waage gebracht. Damit ist es das bisher leichteste Wilier. Und durch das fast 10 % leichtere Rahmenkit (im Vergleich zum 0 SLR) erreicht es knapp die UCI-Gewichtsregularien von 6,8 kg. Das neue Cockpit soll jetzt mit 310 g etwa 50 g weniger als zuvor wiegen und dank der neuen, vollständig im Lenker integrierten Computerhalterung auch optisch überzeugen. In unserem Office haben wir die 12.200 € teure Version des Verticale SLR unter die Lupe genommen, die mit einer Shimano DURA-ACE-Schaltgruppe und den 1.410 g schweren Miche Kleos RD 36, Wiliers hauseigene Laufräder, ausgestattet ist. Die teuerste Version des Verticale mit Campagnolo Super Record kostet 13.400 €. Standardmäßig kommt das Verticale mit der Tubeless-Variante der Vittoria Corsa Pro-Reifen mit cremefarbener Seitenwand.
Geometrie und Fahrgefühl
Das Verticale SLR kommt mit einer neuen Geometrie im Vergleich zum bisherigen 0 SLR. Obwohl der Stack fast unverändert geblieben ist, soll das neue Wilier in Sachen Reach insbesondere zu Gunsten der Kletterfähigkeit und Sportlichkeit optimiert worden sein. So wurde der Reach für kleinere und größere Rahmenhöhen entsprechend angepasst. Viel Wert legt Wilier zudem auf ihren eigenen Messstandard, den sogenannten ACCU-FIT. Unter anderem aufgrund der erhöhten Komplexität moderner Rahmengeometrien, die wiederum von dem Monocoque-Lenker hervorgerufen wird, ist es schwieriger geworden, Rennradgeometrien entsprechend der Rennfahrer zu optimieren.
Auch wenn der Freilaufsound der Miche-Laufräder keineswegs dazu führt, dass das Bike durch seinen Nabensound auffällt, so tut es doch die neue Lackierung! Wilier nennt es Hulk-Green. Passend zum Namen haut einen die extrem knallige Lackierung beim ersten Auspacken erstmal um und gleichfarbige Cockpit tritt nochmal nach. Mit der Zeit haben uns der sehr hochwertige, schimmernde Lack und das passend lackierte Cockpit jedoch immer besser gefallen. Das Verticale SLR ist in jedem Fall ein Bike, das Performance ausstrahlt und interessierte Blicke sowie Bike-Talk an der Eisdiele anzieht.
Ansonsten fällt das Wilier Verticale SLR durch ein beeindruckendes Gewicht und eine saubere, wenn auch für den Preis erwartbare Verarbeitung auf. Bereits beim ersten Anheben macht es klar, worauf sein Fokus liegt und zaubert nicht nur Weight Weenies direkt ein Grinsen ins Gesicht. Das mit 1663 g sehr leichte Rahmenset wirkt trotz seiner Leichtigkeit nicht zerbrechlich. Die sehr hohe Verarbeitungsqualität und der hochwertige Lack tragen genauso zum soliden Eindruck bei wie die nicht vorhandenen Knackgeräusche und die gut gelungene Verwindungssteifigkeit. Sobald man im Sattel sitzt, werden diese Vorzüge noch deutlicher. Der Rahmen gibt an den richtigen Stellen nach, um für Komfort zu sorgen, ist sonst aber steif genug, um einen immensen Vorwärtsdrang zu erzeugen. Egal ob am Berg, aus dem Stand oder aus der Kurve, das Verticale SLR beschleunigt leichtfüßig und versprüht mit seinem agilen Charakter Kletterfreude. Sobald es steil wird, zeigt das Verticale SLR, woher es seinen Namen hat. Die zentrale Sitzposition, die direkte Kraftübertragung und das agile Handling machen Alpenpässe und KOM Hunts zur Komfortzone des Verticale SLR.
Fahreigenschaften bergab und im Flachen
Gipfel erreicht? KOM geholt? Abfahrt! Wo andere Climbing-Bikes auf schnellen Abfahrten nur schwer zu handeln sind, gibt sich das Verticale SLR kontrolliert und präzise. Wendig genug, um auch enge Kurven nehmen zu können und so laufruhig, dass man selbstbewusst den Finger von der Bremse lässt. Mit einem reach to stack Verhältnis von 1,42 ist die Geometrie des Verticale SLR sportlich, aber nicht extrem. Auf schnellen Ebenen und Rolling Hills ist das Bike kein Effizienzwunder, schlägt sich aber für einen Kletterspezialisten erstaunlich gut. Das ausgeglichene Handling und der für ein kompromissloses Race-Bike überraschend hohe Komfort spielen ihm hier in die Karten.
Zielgruppe
Alpe d’Huez, Mont Ventoux und der Col du Galibier stehen auf deiner Bucket List? Dann ist das Verticale SLR das richtige Bike für dich. Aber auch abseits epischer Anstiege überzeugt das Wilier mit Laufruhe, einem starken Vorwärtsdrang und einem guten Maß an Komfort - für ein Race Bike. Denn das sollte klar sein: Das Verticale SLR ist nichts für gemütliche Bummeltouren, sondern ein waschechter Italo-Racer mit Ambitionen auf die Bergwertung. Mit dem Verticale SLR kombiniert Wilier hochwertige Handwerkskunst mit innovativen Features und richtet sich dabei nicht nur an Kletterspezialisten. Durch das ausgewogene Handling, den leichtfüßigen Antritt und den guten Komfort spricht das Verticale SLR alle an, die ein leichtes, performantes Race Bike suchen, das absolut kein Problem mit Höhenmetern hat. Das hochwertige Finish, die Premium-Ausstattung und der kompromisslos auffällige Lack beeindrucken und entsprechen den hohen Erwartungen, die man bei einem Preis von über 12.000 € haben darf.
Wilier Urta SLR: Racefully im Test
Das Urta konnte 2021 sein Können erstmals im Einzeltest unter Beweis stellen. Leicht, sportlich und modern - so blieb uns der Italiener in Erinnerung. Kritikpunkte wie die fehlende Vario-Stütze haben die Produkt-Manager für das Modelljahr 2022 ausgebessert. Seine größte Schwäche kann das Urta SLR aber auch dieses Jahr nicht verbergen: Der Rahmen liefert in unserem Testlabor erneut Steifigkeitswerte, die weit unter dem Durchschnitt liegen. Die Testeindrücke auf der Rennstrecke bestätigen das. Auf verblockten Trails und bei rasanten Kurvenfahrten verwindet sich besonders der Tretlagerbereich spürbar. Präzise Lenkbewegungen verwandelt das Urta nur widerwillig in zackige Richtungswechsel. Dafür punktet das Wilier im Antritt.
Fazit zum Wilier Urta SLR: Mit dem Urta startet Wilier einen erfolgreichen Angriff auf die angestammte Racefully-Prominenz. Für 2022 haben die Italiener eine Vario-Stütze nachgebessert, wodurch das Leichtgewicht nun auch mit den technischsten Rennstrecken fertig wird.
Technische Daten Wilier Urta SLR
Hier eine Übersicht der technischen Daten des Wilier Urta SLR:
| Allgemeine Infos | Daten |
|---|---|
| Preis | 8900 Euro |
| Info | wilier.com |
| Gewicht | 10,3 kg |
| Rahmenmaterial | Carbon |
| Rahmengröße | M / L (getestet in L, 48 cm) |
| Ausstattung | Daten |
| Gabel | Fox 32 Float Factory SC Fit4 |
| Dämpfer | Fox Float Factory |
| Kurbel | Sram XX1 Eagle |
| Schaltung | Sram XX1 Eagle 1 x 12 |
| Übersetzung / Bandbreite | 32; 10-50 / 500 % |
| Bremsanlage / Disc (vorne / hinten) | Shimano XT BR-M 8100 / 180 mm / 160 mm |
| Teleskopstütze / Hub / Ø | Kind Shock E30i / 100 mm / 27,2 mm |
| Laufräder | Michelin Carbon |
| Reifen | Vittoria Barzo Graphene XC-Race 29 x 2,25 |
| Wartungsfreundlichkeit | schwach |
Die relativ steile Kennlinie ergibt in Kombination mit dem kurzen Federweg ein sportliches und harmonisches Fahrwerk.
Wilier Urta Hybrid: Das Light-E-MTB im Test
Dropbar meets E-Mountainbike: Mit dem Urta Hybrid schickt die Dropbar-orientierte Brand Wilier ihr erstes Light-E-MTB ins Rennen. Es kommt mit FAZUA Ride 60-Motorsystem und 120 mm Federweg an Front und Heck. Wilier hat auch 2021 im MTB-Segment mit ihrem CC-Bike Urta SLR Fuß gefasst, das im Cross Country World Cup schon Erfolge sammeln konnte. Nun ist das Urta auch in einer elektrifizierten Variante mit FAZUA Ride 60-Motorsystem erhältlich und rollt auf 29”-Laufrädern sowie 120 mm Federweg vorne und hinten daher. Es spricht besonders Puristen und Gewichtsfetischisten mit CC-Hintergrund an, die einen hohen Wert auf einen effizienten Antrieb und ein geringes Gewicht legen, denn im Cross Country tickt die Uhr bergauf genauso wie bergab. Die Top-Variante wiegt 16,36 kg in Größe L, kostet 12.500 € und muss sich in Sachen Gewicht nicht vor dem vergleichbaren und 16,1 kg leichten Thömus Lightrider E Ultimate verstecken.
Design und Motorisierung
Optisch erinnert das Wilier Urta Hybrid ganz klar an den analogen Bruder, soll aber laut Hersteller im Detail weiterentwickelt und verbessert worden sein. Mit viel Selbstbewusstsein lässt das Wilier Urta Hybrid zumindest optisch die Muskeln spielen und erinnert mit seinen vielen geraden Kanten etwas an italienische Sportwagen. Wie beim analogen Pendant bildet der Dämpfer mit den Sitzstreben eine Linie und ist vorne am Oberrohr befestigt. Das Unterrohr kommt in der bekannten Hockeyschläger-Optik, die dem liegenden FAZUA Ride 60-Motor geschuldet ist. Er ist das Herzstück des Wilier Urta Hybrid, liefert 60 Nm und unterstützt im normalen Fahrbetrieb bis zu 350 Watt und im Boost-Modus für kurze Zeit auch bis 450 Watt. Gespeist wird er von einem fest verbauten 430-Wh-Akku, der mit einem 210 Wh großen Range Extender ergänzt werden kann, der aktuell zwar noch nicht verfügbar ist, aber laut Hersteller in Zukunft erhältlich sein soll. Dank viel Platz im Rahmendreieck kann der Range Extender und eine Flasche transportiert werden. Geladen wird das Bike über den Ladeport, der unterhalb des Flaschenhalters am Unterrohr sitzt. Ist man unterwegs, bietet die ins Oberrohr integrierte FAZUA LED Hub anhand verschiedenfarbiger LEDs einen Überblick über den gewählten Fahrmodus oder den Akkustand. Gesteuert wird das Motorsystem über die FAZUA Ring-Remote, die aber mit ihrer schlechten Haptik und dem billigen Erscheinungsbild nicht gerade überzeugt.
Ausstattung und Komponenten
Wir haben das Wilier Urta Hybrid in der Top-Variante für krasse 12.500 € getestet. Dafür bekommt man ein auf Leichtbau und Performance getrimmtes Paket. So wurde auch das RockShox-Fahrwerk passend zum gedachten Einsatzzweck ausgesucht, wobei der Fokus eher auf Leichtbau als auf maximale Trail-Performance gelegt wurde. Vorne kommt eine RockShox SID Ultimate-Federgabel mit 120 mm Federweg zum Einsatz, hinten werkelt ein RockShox Deluxe Ultimate-Luftdämpfer. Wie von RockShox gewohnt, lässt das Fahrwerk in der Einstellbarkeit und der Performance keine Wünsche offen, aber leider lässt sich nur die Gabel über die Remote am Lenker locken, beim Dämpfer ist ein Griff zum Climb Switch nötig. Gute Performance beim Schalten bietet die elektronische SRAM XX1 Eagle-Schaltgruppe und gebremst wird mit Shimano XT-Zweikolbenbremsen, die mit einer 180-mm-Bremsscheibe vorne und einer kleinen 160-mm-Bremsscheibe hinten kombiniert sind. Gerade die kleine Scheibe am Heck kommt schnell ans Limit und ist selbst für ein Cross-Country-Bike zu wenig. Die KS RAGE-i-Sattelstütze mit ihren 80 mm Hub sorgt zwar für eine kleine Gewichtsersparnis, aber gerade große Fahrer müssen sie weit aus dem Rahmen ziehen und werden dann stark in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Zudem bietet die dazugehörige Remote eine miserable Ergonomie und ist auf dem Trail nur umständlich zu bedienen.
Neben dem von uns getesteten Topmodell gibt es noch drei weitere Ausstattungsvarianten, die sich preislich zwischen 7.000 € und 8.200 € bewegen. Unser Topmodell kostet dann nochmal schlappe 4.300 € mehr. Die hauptsächlichen Unterschiede liegen im Fahrwerk und in der Schaltgruppe. So setzt das Einstiegsmodell für 7.000 € auf eine RockShox SID Base-Federgabel und einen RockShox Deluxe Select-Luftdämpfer. Geschaltet wird mechanisch aus einem Mix aus Shimano XT-Schaltwerk und SLX-Shifter, der nicht über die Multi-Release-Funktion verfügt, mit der man mehrere Gänge auf einmal schalten kann. Kontakt zum Boden stellen Miche 966-Alu-Laufräder her, auf denen die Pirelli Scorpion XC-Reifen aufgezogen sind. Für 7.900 € bekommt man dann neben dem gleichen RockShox-Fahrwerk die elektronische SRAM GX Eagle-Schaltgruppe. Investiert man weitere 300 €, bekommt man für 8.200 € noch das zweiteilige Ritchey-Alu-Cockpit durch das hauseigene Wilier Urta-One-Piece-Cockpit ersetzt.
Geometrie und Fahrgefühl
Das Wilier Urta Hybrid ist in vier Größen von S bis XL verfügbar. Dabei setzt das Team von Wilier auf bewährte Geo-Daten aus dem Cross-Country-Bereich und greift unter anderem auf die Daten des analogen Wilier Urta zurück, die bei der Entwicklung speziell auf die neuen Anforderungen eines Light-E-MTBs angepasst worden sein sollen. So wurde der Reach um 5 mm verlängert, fällt aber mit 458 mm CC-typisch und im Vergleich zu Trailbikes kurz aus. Der Lenkwinkel mit 66,7° ist steil, das Sattelrohr ist mit 480 mm lang, was in Kombination mit der kurzen Sattelstütze die Bewegungsfreiheit stark einschränkt. Die Kettenstreben sind 448 mm lang und wachsen über die Rahmengrößen nicht mit.
Dass Wilier mit dem Urta Hybrid Ernst macht, wird einem spätestens beim ersten Aufsatteln klar. In einer gestreckten und sportlichen Sitzposition geht es schnell vorwärts, dabei ist der Oberkörper weit nach unten gebeugt und man wird durch den tiefen Lenker in eine aerodynamische Position gezwängt. Dadurch lastet in der Ebene viel Druck auf den Händen, in steilen Uphills bleibt das Vorderrad wie durch einen Magneten am Boden und Lenkbefehle werden präzise umgesetzt. Dabei schiebt der FAZUA Ride 60-Motor mit seinen 60 Nm und maximaler Dauerleistung ordentlich an. Mit etwas Körpereinsatz kommt man so auch steile Anstiege hoch, für kurze technische Climbs oder für das Überholmanöver beim Battle mit den Kumpels kann man für eine kurze Zeit den Boost-Modus zünden, der dann bis zu 450 Watt unterstützt. Der Hinterbau generiert auf unebenen Pisten zwar gute Traktion, wippt für ein Short-Travel-Bike wie das Wilier Urta Hybrid aber merklich.
Fahreigenschaften auf dem Trail
Neigt sich der Trail Richtung Tal, findet man sich in einer aggressiven Position auf dem Bike wieder. Durch die niedrige Front wandert das Gewicht beim Fahren weit nach vorne und erleichtert es, Druck auf das Vorderrad zu bekommen. Dadurch wird es allerdings auch schwerer, das Bike spontan aufs Hinterrad zu ziehen oder mal eben das Vorderrad anzuheben. Solange der Trail flowig und flach bleibt, animiert das Wilier Urta Hybrid es ordentlich laufen zu lassen und zaubert einem dabei ein Grinsen ins Gesicht. Vor allem auf flowigen Trails profitiert man vom leichten Gewicht und dem spritzigen Handling und springt von links nach rechts und wieder zurück. Es beschleunigt schnell und durch Pushen generiert man viel Speed über Roller und Anlieger. Wird der Trail technischer und steiler, heißt es, gut festhalten, denn das Handling verändert sich von agil und spritzig zu nervös. Hier erfordert es viel Konzentration und eine Menge Arbeit, das Bike auf der Linie zu halten, sonst umarmt man schnell den nächsten Baum. Gerade in steilen Sektionen machen sich die Kehrseite der tiefen Front und die kurze Sattelstütze stark bemerkbar und es kommen leichte Überschlagsgefühle auf, hier braucht es einen erfahrenen Piloten, um das Wilier Urta Hybrid sicher ins Tal zu steuern. Das Potenzial des starken Fahrwerks kann durch die schwach profilierten Reifen nicht ausgespielt werden, die bei nassen Bedingungen schnell ans Limit kommen.
Zielgruppe
Das Wilier Urta Hybrid ist für alle Noch- oder Ex-Gravel-Biker oder Cross-Country-Piloten, die am liebsten sportlich auf schnellen Forstautobahnen oder leichten flowigen Trails unterwegs sind, aber an fiesen Anstiegen nicht auf Unterstützung verzichten wollen. Durch das leichte Gewicht und spritzige Handling lässt es sich auch jenseits der 25-km/h-Grenze ordentlich Kilometer schrubben.
Wilier feiert mit dem Urta Hybrid sein Debüt im Light-E-MTB-Segment. Dabei protzt es mit einem cleanen Designansatz, was dann aber vom chaotischen Cockpit zunichte gemacht wird. Bergauf überzeugt das Bike mit sportlicher Sitzposition und spritzigem Fahrgefühl, verschenkt aber Potenzial in der Effizienz. Auf flowigen und flachen Trails kommen die Cross-Country-Gene durch und sorgen für ordentlich Fahrspaß.
Wilier Urta Max SLR: Für Rennen und anspruchsvolle Strecken
Das neue Urta Max SLR von Wilier Triestina wurde mit zweierlei Fokus konzipiert - dem Einsatz im Mountainbike-Rennen und dem Fun auf anspruchsvollen Strecken. Beim neuen Urta Max SLR kommt jetzt mehr Federweg in den Rahmen, und ein dreifach regulierbares Federungssystem am Heck.Foto: Wilier Triestina. Das neue Wilier Urta Max SLR ist ab 6200 bis 11.200 Euro zuhaben.
Rahmen und Design
Der Rahmen des Urta Max wurde aus einer Hochmodul-Carbonfaser hergestellt, die nach Angaben von Wilier Triestina dafür sorgen soll, maximale Steifigkeit nur bei Bedarf zu haben. Dasselbe Material wird bei allen High-End-Produkten des Herstellers verwendet. Eine weitere Eigenschaft des HUS-MOD Carbons ist es, dass es Mikrovibrationen durch die Unebenheiten der Strecke gut auffangen kann. Zwei Dreiecke sind die Bestandteile des Rahmens, wobei im vorderen die Züge komplett im Rahmen integriert sind, was die Steifigkeit, vor allem im Lenkbereich begünstigen soll. Das zweite Dreieck des Urta Max im Hinterbau ist als Single-Pivot-Lösung entwickelt worden - eine Schwinge, die zwischen Unterrohr und Hinterachse verbaut ist. Da passt dann prima der neue und größere Federweg von 120 mm rein. Apropos Steifigkeit, für die Torsionssteifigkeit wurde zwischen den beiden Kettenstreben ein sogenannter Jumper eingesetzt. Der stark geneigte Vorbau mit -27 Grad soll für eine gute Kraftübertragung am Berg sorgen, da er eine stark sportliche Haltung des fahrenden Menschen ermöglicht.
Dämpfersystem
Das Druckstufenverhältnis hat Wilier Triestina so optimiert, dass es auf allen Geländearten gut funktioniert. Serienmäßig wurden Hinterraddämpfer von Rockshox und Fox verbaut, die über einen Federweg von 45 mm verfügen. Das Interessante am Federungssystem ist die dreifache Nutzungsmöglichkeit - je nach Bedarf. Im voll geöffneten Zustand kann der gesamte Federweg ausgenutzt werden. Vor allem interessant für Abfahrten, die technisch anspruchsvoll sind. Die mittlere Stufe sorgt beim Wilier Urta SLR Max für maximale Traktion, die gut bei anspruchsvolleren Steigungen oder mäßig unebenen Untergrund verwendet werden kann. Die letzte Stufe blockiert das Federungssystems komplett und lässt das Bike extrem steif werden. So wird laut Hersteller ein ähnliches Fahrverhalten, wie bei einem Hardtail-Mountainbike erreicht. Ein ähnliches System, wie es Scott mit seinem Twinloc-Hebel anbietet - allerdings steuert dieser Gabel und Dämpfer gleichzeitig. Foto: Wilier Triestina. Der Dämpfer hat drei Modi: offen, traktionsbetont und geschlossen.
Geometrie
Der Gedanke bei der Geometrie am Urta Max war es, beim Fahren für eine rennmäßig gedrungene Position zu sorgen und dabei auch noch eine Gabel mit 120 mm Federweg einbauen zu können. Dafür sorgt der reduzierte Stack und der verlängerte Reach. Zudem sind auch die Tretlager tiefer gelegt. So soll die Sitzposition verbessert werden. In Zahlen: Bei Größe M wäre der Stack 598 mm und der Reach 443 mm. Der Steuersatzwinkel beträgt 67,5 Grad, das Sitzrohr steckt mit 75 Grad im Rahmen.
Ausstattung
Mit einem doppelten Flaschenhalter und einer serienmäßigen Variosattelstütze hat das Wilier Urta SLR Max Extras an Bord, die auch im Rennen sinnvoll sind. Die Teleskopstütze ist je nach Größe mit einem unterschiedlichen Federweg erhältlich. Von 100 mm Hub für Größe S und M bis hin zu 125 mm bei L und XL.Foto: Wilier Triestina. Das neue Urta Max kommt serienmäßig mit Variostütze.
Das Urta SLR Max wurde inspiriert durch den Einsatz auf der Rennstrecke und laut Wilier Triestina mit dem Ziel entwickelt vielseitig einsetzbar zu sein. Das spiegelt sich auch im Antrieb wider. Vorne kann ein Kettenblatt mit maximal 38 Zähnen montiert werden. Das Standard-UDH-Schaltauge ist somit mit den Sram-Eagle-Schaltgruppen kompatibel. Für den Schutz des Hinterbaus und der Lager hat das Urta SLR Max noch eine spezielle Abdeckung spendiert bekommen. Viel Luft für dicke Reifen und Schlamm bietet die Clearance im Hinterbau von 70 mm. Preislich rangiert das neue Race-MTB von 6200 Euro mit Shimano XT-Ausstattung bis 11.200 Euro mit Sram XX SL.
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