Seit 1988 fertigen die Leichtgewichtsspezialisten von Zipp hochwertige Carbon-Komponenten. Der Fokus der Firma liegt auf dem Rennrad: Zipp ist eine feste Größe im internationalen Radsport und stattet zahlreiche Teams und Fahrer aus.
Ursprünglich aus Speedway, Indiana, ist das Hauptquartier heute in Indianapolis, ebenfalls im Bundesstaat Indiana. Am Anfang stand bei Zipp das Carbon-Laufrad, mittlerweile fertigen sie auch weitere Komponenten aus dem Lieblingsstoff der schnellen Fahrer. Zipps Ursprünge liegen also in der Geschwindigkeit - und die Firma ist bis heute dort verortet, auch wenn sie nicht mehr in Speedway sitzt :-).
Und einen passenden Firmen-Slogan hat man auch: Zipp Speed Weaponry! Wir wollten uns mal genauer anschauen, was die Carbon-Komponenten wirklich können, oder ihnen der gute Ruf nur vorauseilt.
Wer sich Laufräder von Zipp anschafft, legt in aller Regel besonderen Wert auf Aerodynamik. Mit dem Firecrest Profil haben die Amerikaner so seit geraumer Zeit eines der aerodynamischsten Felgenprofile auf dem Markt.
Zipp 60 Clincher: Ein Rückschritt?
Man könnte nun meinen die Zipp 60 Clincher wären deswegen ein technologischer Rückschritt. In der Praxis machen die Zipp 60 Laufräder einen guten Eindruck und erinnern sehr stark an die alten Zipp 404 mit Alubremsflanke.
Mit nur 300 Gramm Mehrgewicht gegenüber den Zipp 404 Firecrest Clincher Laufräder sind die Laufräder zwar ein gutes Stück schwerer, allerdings machen hier die verwendeten Naben schon 100 Gramm Mehrgewicht aus. Letztlich sind die Felgen scheinbar nur knapp 100 Gramm schwerer als die Vollcarbonfelgen.
Technische Werte
Labormessungen von Road Bike (Ausgabe 08/2013) ergaben am Vorderrad eine Seitensteifigkeit von 111 Nm/° und am Hinterrad von 85 Nm/°. Diese Werte bestätigt auch unser Test. Die Laufräder fühlen sich sehr steif an.
300 Gramm Mehrgewicht, eine etwas geringere Aerodynamik aber 1000 € billiger. Das sind die Hauptargumente diese Zipp Modells.
Zipp 303 Firecrest: Ein Allrounder im Test
Viele Hersteller fokussieren ihre Innovationsarbeit nur noch auf Disc-Laufräder. Nicht aber Zipp, denn für 2018 wurde die komplette Palette der Carbon-Laufradsätze für Felgenbremsen geupdated und neben den Topmodellen der NSW-Serie wurden auch die Firecrest-Modelle komplett überarbeitet.
Ich habe den Zipp 303 Firecrest nun einige Wochen auf den unterschiedlichsten Terrains getestet und kann bereits jetzt sagen, dass sie meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen haben.
Technologie und Design
Für die neue Serie der Firecrest-Laufräder werden nun die 2017er NSW-Felgen verwendet. Zipp spendiert der Firecrest-Range hier also ein Update und hebt die ohnehin schon in der Topliga spielenden Firecrest auf ein neues Level, während die 2018er NSW sogar nochmals kleinste Verbesserungen im Bereich der im Radrennsport so beliebten „marginal gains“ erhalten.
Im Zentrum der neuen Firecrest 303 drehen sich die Zipp 77/177 Naben, welche seidenweich laufen und durch jahrelange Erfahrungen im Einsatz bei den Frühjahrsklassikern auch extrem haltbar sind. Die Verbindung zu den in Indianopolis handgefertigten Felgen wird mit Sapim CX-Ray Speichen hergestellt.
Die 45mm hohen Felgen haben eine Innenweite von 17mm und sind vollgepackt mit den besten Technologien von Zipp: AeroBalance Felgenprofil, ABLC SawTooth Dimples und Showstopper Bremsfläche.
Das Gesamtgewicht beträgt übrigens selbst gewogene 1518 Gramm, was für einen 45mm hohen Clincher-Laufradsatz durchaus konkurrenzfähig ist wie ich finde - zumal Zipp hier den Anspruch hat, einen alltagstauglichen Allrounder anzubieten.
Die Felgen haben eine Höhe von 45mm und einen edlen UD-Carbon Look.
Aerodynamik und Fahrverhalten
Das „AeroBalance“ - Felgenprofil soll laut Zipp zu einem sehr stabilen, schnellen Fahrverhalten ohne Windanfälligkeit führen und das kann ich bestätigen. Die Seitenwindanfälligkeit ist gleich Null und die Beschleunigung ist nahezu explosiv- man hat das Gefühl, dass die Felgen jedes Watt direkt auf die Straße übertragen.
Dazu trägt auch die „ABLC SawTooth-Technologie“ bei - der Name für die „Dimples“, der Golfball-ähnlichen Oberfläche auf den Felgen. Diese wurden nochmals optimiert und helfen dabei, bereits bei niedrigen Geschwindigkeiten den Luftstrom gekonnt um die Felge zu führen und Luftverwirbelungen auf ein Minimum zu reduzieren.
Hohe Geschwindigkeiten in der Ebene hält man viel leichter aufrecht als mit klassischen Laufradsätzen und auf schnellen Abfahrten konnte ich plötzlich viel schwerere Fahrer locker überholen ohne mitzutreten. Aerodynamisch sind die Zipp 303 definitiv führend!
Bremsleistung
Die Bremsfläche ist hier nicht aus gewöhnlichen Carbonfasern, sondern aus Silikon Carbid und erlaubt eine hervorragende, vorhersehbare Modulation der Bremse. Charakteristisch sind dabei die 317 Querrillen in Rotationsrichtung auf der Bremsflanke, die Nässe schnell abtransportieren und speziell auf die Interaktion mit den Zipp Tangente Platinum Pro EVO Bremsbelägen hin entwickelt wurden.
Im Nassen überzeugt die Bremsleistung besonders. Hier kommt man nicht nur sehr schnell zum Stehen, sondern hat eine für Nässe unerreicht gute Dosierbarkeit zur Verfügung - das kannte ich von Carbonfelgen so noch nicht!
Härtetest und Alltagstauglichkeit
Während der vier Wochen, die ich zum Testen zur Verfügung hatte, bin ich vom Granfondo in den Vogesen über lange Passabfahrten in Österreich bis hin zu Klassikerstrecken in Belgien und Luxemburg alle erdenklichen Terrains mit dem Test-Laufradsatz gefahren. Schwächen konnte ich hier tatsächlich keine ausfindig machen - Stärken jedoch en Masse.
Auf allen Terrains haben sie mich voll und ganz überzeugt: Die Kombination aus hervorragender Bremsleistung, vorhersehbarem Handling, immenser Reaktionsfreudigkeit im Antritt und mehr als ausreichender Steifigkeit machen die Laufräder für mich zur Allzweckwaffe!
Die sowohl im trockenen als auch im nassen ausgezeichnete Bremsleistung macht ihn für alle Einsatzbereiche alltagstauglich, das Gewicht ist konkurrenzfähig und technisch ist der Laufradsatz auf allerhöchstem Niveau!
Zipp 302: Der erschwingliche Einstieg in die Carbon-Welt
Der Name Zipp steht bei Radfahrern in erster Linie für hochinnovative Rennradlaufräder. Viele träumen davon, ihr Rad mit einer solchen technischen Wunderwaffe aufzurüsten und bisher blieb das leider meist ein Traum, denn die technische Vorreiterschaft der „Speed Weaponry“ aus Indianapolis hat nun mal ihren Preis.
Ich hatte die Ehre und durfte den 302 in der Variante für Felgenbremsen auf die Probe stellen. Der 302 ist ein Vollcarbon Clincher, der sowohl in einer Version für Scheibenbremsen als auch für klassische Felgenbremsen und natürlich mit Freilaufversionen für Shimano, Sram als auch Campagnolo erhältlich ist.
Die wie bei den „großen Brüdern“ in Indianapolis handgefertigte Vollcarbonfelge, hat die selbe, bauchige Form, wie man sie aus der „Firecrest“-Serie kennt und ist 45 mm hoch.
Design und Verarbeitung
An der Bremsflanke messe ich eine Breite von stattlichen 24,2 mm, die breiteste Stelle der Felge ist sogar 26,4 mm breit. Dadurch, dass die Felge zum Reifen hin wieder schmaler wird, wird der Reifen selbst in die aerodynamische Form der Felge integriert, was natürlich die Gesamtaerodynamik des Laufrades verbessert. Diese Maße sind praktisch identisch zum 303 und auch das Gesamtgewicht von 1663 g lt. meiner Waage inkl.
Zuerst fällt die Oberfläche der Felge auf. Diese ist beim 302 glatt und weist keine „Golfball-Dellen“ aka Dimple auf. Das sieht zwar nicht so „freakig“ aus, gefällt mir persönlich aber optisch besser, denn sie schimmert toll im Sonnenlicht.
Auch bei den Naben wird ein Unterschied gemacht. Das auf die Namen 76/176 (Vorder- und Hinterradnabe) hörende Set ist im Gegensatz zu den „großen“ 77/177 auf klassische J-Bend-Speichen statt Straightpull ausgelegt und an der Vorderradnabe hat man beim 302 ein Speichenpaar mehr (20 statt 18) im Gebrauch. Hinten kommen 24 Speichen zum Einsatz. Bis auf den Kopf sind die Speichen allerdings wieder gleich.
Es werden stabile CX-Sprint-Messerspeichen der belgischen Marke Sapim verwendet. Diese sind bei den Felgenbremsrädern vorn radial und hinten 2-fach gekreuzt verbaut, bei den Disc-Rädern vorn und hinten 2-fach gekreuzt.
Im Gegensatz zum 303 ist die Felge des 302 leider nicht tubeless-fähig. Überhaupt macht die Verarbeitung einen äußerst hochwertigen Eindruck. Der werkzeugfrei zu wartende Freilauf mit drei Klinken und die sichtbaren, unterschiedlichen Carbonlagen an der Felgenwand und im Bereich der Speichennippel zeigen schon, dass hier Know-How drin steckt.
Besonders die merklich rauhere und sich auch farblich abhebende, graue Bremsflanke beim Felgenbremssatz, den ich testen durfte vermittelt schon allein durch ihre Äußerlichkeit mehr vertrauen, als eine glatte Fläche.
Fahreigenschaften und Stabilität
Etwa 500 km habe ich nun auf Touren und RTFs mit dem Zipp 302 abgespult. Ein Rennen kam so spät im Jahr leider nicht mehr ins Programm, aber im Rennen achtet man auch auf andere Dinge, als sein Material. Was soll ich sagen - wir waren sofort Freunde!
Der Rundlauf ist über jeden Zweifel erhaben, der Freilauf schnurrt deutlich hörbar, aber nicht aufdringlich und die Fahreigenschaften sind in jeder Hinsicht super!
Zwar bekomme ich die Laufräder im Wiegetritt an Steilstücken wie dem Ruppertshainer Berg ganz leicht zum Schleifen an der vorderen Bremse, aber die Steifigkeit ist mehr als ausreichend.
Besonders auf winkligen Abfahrten mit vielen Richtungswechseln vermittelt der Satz eine hohe Sicherheit und ich traue mir deutlich mehr Schräglage zu, als mit jedem anderen Laufrad, dass ich bisher im Rennradbereich gefahren bin.
Bremsleistung
Auch auf der Bremse ist der Zipp eine Macht. Ein besser bremsendes Carbon-Rad bin ich noch nicht gefahren und subjektiv kommt er da ganz, ganz nah an meine Alu-Räder ran. Das gilt sowohl für die reine Bremskraft, als auch für die Dosierbarkeit.
Eine richtige Regenfahrt blieb mir zum Glück erspart, aber eine Runde auf nassen Straßen in der Gruppe mit viel Spray auf den Bremsflanken zeigte auch hier ein tadelloses Bremsverhalten. Hier ist der Unterschied zum Alurad zwar deutlicher spürbar, aber noch weit von der kritischen Grenze entfernt, bei der man sich unsicher fühlen würde.
Aerodynamik und Komfort
Was sich aber objektiv angenehm bemerkbar machte, war die geringe Seitenwindanfälligkeit. Zwar spürt man etwas Druck im Lenker bei Seitenwind, aber selbst bei böigen Herbst-Verhältnissen und hohen Geschwindikeiten mit wechselnd hohem Bewuchs neben der Straße, kommt man nicht ins Flattern oder hat irgendwelche Handlingprobleme.
Der Zipp 302 ist ein klassicher Allrounder für praktisch alle Einsatzzwecke. Vom windigen Flachland (wo Fahrbarkeit bei Seitenwind mehr als theoretische Aerodynamik zählt), über hügeliges und rauhes Klassikergelände wie natürlich auch dem in Deutschland weit verbreiteten Mittelgebirge, hat er seine Stärken. Aber auch im Hochgebirge traue ich dem 302 einiges zu.
Zipp 3ZERO MOTO: Revolution im Laufrad-Segment für Enduro?
Carbon-Laufräder haben im Enduro-Segment kein gutes Image. Vielen sind sie zu steif und wenn man es richtig krachen lässt, überleben sie den Rockgarden oftmals nicht. Eine echte Ausnahme sind die Zipp 3ZERO MOTO-Laufräder. Sind die Zipp 3ZERO MOTO die große Revolution im Laufrad-Segment?
Seit Ewigkeiten hat sich am Grundkonzept einer Felge wenig verändert. Um Steifigkeit in den Felgenring zu bekommen, setzen fast alle Hersteller auf ein Hohlkammer-Design. Die bewährte Bauweise hält das Gewicht niedrig und sorgt dennoch für hohe Stabilität und Steifigkeit.
Zipp setzt bei den 3ZERO MOTO Laufrädern auf eine gänzlich andere Bauweise der Felge. Auf den ersten Blick anders! Bei den 3ZERO MOTO setzt Zipp auf ein Felgenprofil ohne Hohlkammer, dafür aber einem kräftigen Steg in der Mitte, der die Nippel aufnimmt. Die extra stabilen Felgenhörner außen können dank der flachen Verbindung zur Mitte flexen.
Flex und Stabilität
Durch den kontrollierten Flex sollen die Zipp-Felgen nicht nur stabiler gegen Durchschläge sein, sondern auch die Gefahr von Platten reduzieren und dazu mehr Komfort und Traktion bieten. Der „Moto“-Zusatz im Produktnamen kommt übrigens nicht von ungefähr. Zipp ist von der Stabilität der 3ZERO MOTO-Laufräder so überzeugt, dass die Amerikaner eine lebenslange Garantie auf den Laufradsatz geben.
Wie für eine moderene Felge üblich, verfügt die Zipp über eine Innenweite von 30 mm, baut aufgrund ihres Designs mit rund 37,5 mm aber sehr breit. Gegen den Trend geht Zipp bei der Speichenzahl. Während immer mehr Carbon-Laufräder nur noch über 28 oder sogar weniger Speichen verfügen, kommen bei den 3ZERO MOTO 32 Speichen am Vorder- und Hinterrad zum Einsatz.
Am Hinterrad ist die Felge auf eine Zipp-Nabe gespeicht. Ihr Freilauf bietet 52 Einrastpunkte, welche wiederum für einen feinen Einrastwinkel von 6,9° sorgen. Die Einbaubreite am Heck beträgt 148 mm.
Montage und Fahrgefühl
Die Montage von Reifen auf den Laufrädern ist ebenso einfach und simpel wie die Montage der Räder im Rad. Dank vorinstallierten Tubeless-Tape und bereits installierten Ventilen muss man den Reifen nur aufziehen, mit Milch befüllen und aufpumpen. Wir konnten die Reifen ohne speziellen Kompressor mit einer hochwertigen Standpumpe montieren - top.
Die wirklich größte Besonderheit ist das spürbare Plus an Traktion und Komfort, welches sich mit den Zipp 3ZERO MOTO erreichen lässt. So verspringt das Laufrad weniger und kann eine direkte Linie über schräg liegende Wurzeln und Steine besser halten. Als Fahrer glaubt man fast, mit einem extra Zentimeter an Federweg unterwegs zu sein, der kleine Vibrationen und Schläge effektiver weg filtert.
Was beim direkten Vergleich aber auch deutlich spürbar war, ist die schlechtere Beschleunigung durch das höhere Gewicht und die geringere Präzision beim Anpeilen einer Linie.
Haltbarkeit und Defekte
Über den gesamten Testzeitraum hatten wir keine Probleme mit Burping und trotz einiger Durchschläge zeigten sich die Laufräder am Ende komplett unbeeindruckt. Lediglich einen Pinch-Flat haben wir bei einer Test-Session in Latsch gefahren. Allerdings muss erwähnt werden, dass wir dabei den Luftdruck bewusst auf rund 1,6 bar am Hinterrad reduziert hatten. Kein 100%iger Schutz - auch mit den Zipp-Rädern kann man Platten fahren.
Fazit
Checkt man lediglich die Hard-Facts der Zipp-Laufräder, bekommt man schnell den Eindruck, sie seien zu schwer für ihren Preis oder eventuell nicht steif genug. Dennoch gibt es einige Gründe, die für die Zipp 3ZERO MOTO sprechen. Zum einen hatten wir in unserem Test keinerlei Stress mit verbeulten Felgen und die Laufräder verhielten sich über den gesamten Testzeitraum unauffällig.
Sollte doch einmal etwas passieren, besitzen die Laufräder eine lebenslange Garantie. Zum anderen war im Test die Quote an Reifen-Defekten, verglichen zu anderen Felgen, deutlich geringer.
Vielmehr richten sich die Laufräder an Fahrer, die ein Plus an Komfort, Traktion und Sicherheit suchen. Auf langen Abfahrten ermüden die Hände deutlich weniger und Reifendefekte werden insgesamt reduziert.
Vergleich verschiedener Laufradsätze im Test
Im Laufrad-Test sind alle großen und wichtigen Hersteller vertreten. Von Carbon-Pionieren wie Lightweight, absoluten Klassikern wie Mavic und DT Swiss über etablierte Hausmarken der großen Bike-Hersteller zu den neuesten Playern in der Laufradwelt.
Treu dem GRAN FONDO Motto haben wir die begehrtesten und vielversprechendsten sowie Mythen-umrankte Laufräder am Start. Bei uns messen sich Weightweenie-Träume mit Performance-Monstern, 60-mm-Aero-Felgen mit Allround-Endurance-Laufrädern und Allrounder mit Spezialisten.
Wir testen Laufräder im „Allround”-Segment, heißt: Räder mit Aero-Anspruch, aber ohne das Gewicht zu vernachlässigen. In diesen Bereich fallen Laufräder, die sowohl auf schnellen, flachen Strecken als auch in den Bergen die richtige Wahl sind. Also keine 80-mm-Carbon-Bomber oder extreme Kletter-Spezialisten.
Ebenfalls zur Felge gesellt sich das aktuell heiß diskutierte Hookless-Thema. In unserem Testfeld sind hakenlose sowie klassisch behakte Modelle vertreten. Und - Achtung Spoiler - einige der Hookless-Modelle sind ganz vorn mit dabei.
Um die Unterschiede im Handling und Fahrgefühl bestimmen zu können, haben wir unter einer Vielzahl an Bedingungen getestet, waren in Südschweden auf der Suche nach den windigsten Crosswind-Passagen, haben in der Provence den Mont Ventoux erklommen und um unser Office herum den heimischen Schwarzwald unsicher gemacht. Im Back-to-back-Testing haben wir innerhalb kurzer Zeit alle Laufräder mit gleicher Bereifung, auf gleicher Strecke und mit vergleichbaren Wetterbedingungen getestet.
Auch Carbonspeichen, wie sie an den Rädern der 50-mm-Gang HUNT und CADEX verbaut sind, ergeben ein einzigartiges Fahrgefühl. Durch die hohe Zugfestigkeit der Speichen lässt sich ein steifes Laufrad bauen.
Windkanal-Ergebnisse
Alle Laufräder im Test funktionieren hinsichtlich der Aerodynamik. Zum Vergleich hatten wir ein Einsteiger-Alu-Laufrad im Windkanal, und im Schnitt lagen die Performance-Laufräder über 12 Watt weiter vorn. Doch auch unter den Laufrädern gibt es klare Unterschiede.
Räder mit geringer Felgentiefe wie Mavic und Lightweight schneiden tendenziell am schlechtesten ab. Laufräder mit gemischten Tiefen liegen knapp darüber. Roval und Reserve setzen an Front und Heck auf verschieden profilierte Felgen mit unterschiedlicher Tiefe.
Eine weitere Überraschung ist die sehr gute Performance der Bontrager Aeolus RSL 51 TLR. Denn trotz etwas veraltet wirkender Felgengeometrie funktioniert die Aerodynamik weit besser als bei der Konkurrenz mit gleicher Felgenhöhe.
Testsieger
Der Laufrad-Testsieger Syncros Capital SL Aero kann auf ganzer Linie überzeugen. Als modernstes Laufrad mit One-Piece-Konstruktion, innovativen Aero-Reifen und 60 mm Felgen erfüllt es sämtliche Punkte auf unserer Wunschliste mit Bravour. Dazu kommen das geringe Gewicht und ein perfekt ausbalanciertes Fahrgefühl.
Die Reserve 52|63-Laufräder sind die unangefochtenen Sieger der Herzen. Mit klassischer behakter Felgenkonstruktion, überraschend starker Aero-Performance und einem vielseitigen Fahrgefühl bestechen die Räder durch verlässliche und ausgewogene Leistung in fast jeder Situation. Auch das Gewicht von 1.455 g, zwar etwas schwerer als der Schnitt im Laufrad-Vergleichstest, ist für Räder mit solch hohen Felgentiefen auf einem sehr guten Niveau.
Erkenntnisse aus dem Test
Carbonspeichen machen ein steifes Laufrad, was wiederum ein reaktives und agiles Rad bedeutet, meist geht das aber auf Kosten der Compliance. Für Racing und das letzte bisschen Performance zwar die richtige Wahl, doch für die entspannte Wochenendtour etwas zu hart.
Ein ungebohrtes Felgenbett, wie es Syncros, Lightweight und Mavic bieten, macht selbst den größten Tubeless-Skeptikern richtig Spaß. Ventil rein und schon ist die Felge ready, kein Tape und keine schleichenden Platten.
je tiefer die Felge und je mehr Fläche durch breite Speichen, desto mehr Angriffsfläche für den Wind.
breiter ist besser, und schneller! Breitere Reifen bieten dank geringerem Druck mehr Grip und Compliance, das schont auf der großen Fahrt und macht einfach mehr Spaß.
Im Laufrad-Test hatten wir allerdings keine Probleme, ganz im Gegenteil: Die hakenlosen Räder funktionieren problemlos und teils besser als die behakte Konkurrenz.
Praktisch alle Hersteller bieten eine Garantieverlängerung sowie ein Crash Replacement über die gesetzlichen Ansprüche hinaus. Doch Augen auf bei den Details. Einige Hersteller sind hier sehr konservativ.
Auch kleine Unterschiede in der Effizienz lassen sich im Back-to-back-Test herausfahren.
Tabelle: Vergleich ausgewählter Zipp Laufräder
| Modell | Felgenhöhe | Gewicht (ca.) | Technologien | Einsatzbereich |
|---|---|---|---|---|
| Zipp 60 Clincher | Variabel | Ca. 1700g | Alubremsflanke | Training, Allround |
| Zipp 303 Firecrest | 45mm | 1518g | AeroBalance, ABLC SawTooth, Showstopper | Rennen, Allround |
| Zipp 302 | 45mm | 1663g | Aero-Design | Allround, Training |
| Zipp 3ZERO MOTO | 30mm Innenweite | Variabel | Hohlkammerloses Design, Flex-Felgenhörner | Enduro, Gelände |
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