E-Bike Förderung durch Krankenkassen wie die AOK

Radfahren ist nicht nur gut für das Klima, sondern auch für die Gesundheit. Diese Erkenntnis gilt auch für E-Bikes, die eine effektive und maßgebliche Rolle in der Verkehrswende spielen. Gerade ältere Menschen oder Personen in hügeligen Regionen profitieren von der muskelbasierten Bewegung mit E-Fahrrädern. Auch Berufstätige nutzen sie zunehmend, um den Arbeitsweg als Fitnesstraining zu gestalten.

Fahrsicherheitstrainings für E-Bike-Fahrer

E-Radfahrende erreichen oft hohe Geschwindigkeiten und Reichweiten, unterschätzen jedoch ihre Kondition, Ausdauer sowie das veränderte Fahr- und Bremsverhalten aufgrund des höheren Gewichts. Ältere Neueinsteiger haben zudem oft wenig Fahrraderfahrung, was in Kombination mit altersbedingten Problemen mit Kraft und Gleichgewicht zu Unfällen führen kann, die häufig schwerwiegend oder sogar tödlich enden.

Um dem entgegenzuwirken, bietet der Fahrradclub ADFC flächendeckend Fahrsicherheitstrainings durch speziell geschulte Trainer an. Dieses Projekt wird durch das GKV-Bündnis für Gesundheit und die Unfallkasse unterstützt und mit Mitteln der Gesetzlichen Krankenkassen im Land sowie der Unfallkasse Rheinland-Pfalz finanziert.

„In der ersten Phase bilden wir landesweit 30 Trainer aus“, berichtet Robert Wöhler, Geschäftsführer des ADFC Rheinland-Pfalz. „Die Teilnehmenden werden in Theorie und Praxis geschult, um dann in Kommunen die Fahrsicherheitstrainings ab Sommer 2024 in kompakten Einheiten durchzuführen. Die Administration der Trainings übernimmt der ADFC; es wird ein Online-Buchungsportal eingerichtet.“

AOK Niedersachsen: Dienstradleasing als Mitarbeiterbenefit

Bei der AOK Niedersachsen gehört Dienstradleasing quasi zum guten Ton, da die Förderung der Gesundheit und Fitness der Mitarbeitenden fest in der DNA des Unternehmens verankert ist. Studien belegen, dass Radfahren die Motivation und Produktivität steigert und gleichzeitig Krankentage reduziert. Die AOK Niedersachsen bietet seit 2020 Dienstradleasing für ihre Mitarbeitenden an.

HR Leiter Stefan Altmann berichtet: "Die Mitarbeitenden hatten schon lange nach Fahrradleasing gefragt, das hatte schon viele Nachfragen gegeben, und im Grundsatz passt es gut zu uns - wir bieten schon lange das Thema ‘Mit dem Rad zur Arbeit' für unsere Versicherten an, insofern schließt sich der Kreis, wenn wir das Fahrradleasing auch für unsere Mitarbeiter anbieten können."

Die AOK Niedersachsen lobt insbesondere die unkomplizierte Abwicklung des E-Bike und Fahrrad Leasings über ein digitales Portal. Zudem hilft das Dienstradleasing mit Lease a Bike dabei, die Unternehmensziele im Bereich Nachhaltigkeit zu erfüllen.

Johanna, eine Nutzerin des Dienstradleasings bei der AOK Niedersachsen, sagt: "Durch das neue Fahrrad ist meine Motivation Fahrrad zu fahren nochmal ein bisschen größer geworden, wo ich mich sonst manchmal ein bisschen überwinden musste, fahre ich bestimmt noch einmal öfter, dadurch profitiert auch meine Fitness. Ich würde das Konzept Dienstradleasing auch anderen Personen empfehlen, wenn Sie vielleicht sowieso überlegen sich ein neues Fahrrad zu kaufen oder zum Beispiel auf ein E-Bike umzusteigen, wenn Sie einen längeren Weg zur Arbeit haben und dann damit auch eine längere Strecke zurück legen können."

Förderprogramme und Finanzierungsmöglichkeiten für E-Bikes

Anders als bei E-Autos gibt es für E-Bikes in Deutschland keine generelle Förderung vom Staat. Wenn Ihr Unternehmen jedoch Jobrad oder Dienstrad anbietet, haben Sie die Möglichkeit, Geld zu sparen, indem Sie ein E-Bike über Ihren Arbeitgeber leasen.

Die einzige staatliche Stelle, die E-Bikes bis Anfang 2024 förderte, war das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), jedoch nur für gewerblich genutzte E-Lastenfahrräder. Vereinzelt gibt es Finanzierungsmodelle in einzelnen Bundesländern und Kommunen, wie beispielsweise in Nordrhein-Westfalen gemäß der „Förderrichtlinie progres.nrw - Emissionsarme Mobilität„, die E-Lastenräder auch 2025 mit einem Zuschuss fördert.

Einige deutsche Krankenkassen bieten Gesundheitsprogramme an, bei denen Versicherte Bonuspunkte sammeln können. Bei der Techniker Krankenkasse könnten diese Bonuspunkte für einen E-Bike-Kauf genutzt werden, wobei der maximale Zuschuss bei 600 Euro liegt und nur dann gilt, wenn das E-Bike als medizinisches Hilfsmittel anerkannt ist.

Wenn keine staatlichen oder kommunalen Förderprogramme verfügbar sind, besteht die Möglichkeit, das E-Bike über Banken und Fahrradhändler zu finanzieren oder eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Es gibt auch die Möglichkeit eines E-Bike-Kredits, bei dem Gehaltsnachweise und eine Video-Identifizierung erforderlich sind. Viele Händler bieten auch unkomplizierte Ratenzahlungen an.

Jobrad-Leasing und Steuervorteile

Wer mit dem E-Bike zur Arbeit fährt, hat gute Chancen auf Förderung durch Leasingangebote über die Firma. Mittlerweile können Sie doppelt Steuern sparen. Bei einer Gehaltsumwandlung müssen 0,25 Prozent des Fahrradpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden. Darüber hinaus wird die Leasingrate vom Bruttogehalt abgezogen, was zu einem weiteren Steuervorteil führt.

Die einzigen Voraussetzungen für Jobrad-Leasing sind, dass sowohl der Arbeitgeber als auch der Händler mit einem der E-Bike-Leasinganbieter kooperieren. Leasingverträge werden in der Regel mit einer Laufzeit von 36 Monaten geschlossen. Danach hat der Leasingnehmer die Möglichkeit, das E-Bike für einen geringen Betrag zu übernehmen.

Krankenkassen fördern Gesundheit, aber nicht den E-Bike-Kauf

Krankenkassen fördern Fahrradfahren und somit auch E-Bikes, zahlen aber keinen Zuschuss für den E-Bike-Kauf. Die Förderungen zielen darauf ab, an der eigenen Fitness zu arbeiten und sich mehr zu bewegen. Wer beim E-Bike-Kauf 2022 auf eine staatliche Förderung hofft, sollte ein Lastenrad im Visier haben oder Unternehmer sein.

Regionale Förderprogramme und Zuschüsse

Die meisten Programme zur E-Bike-Förderung 2022 greifen aber trotzdem nur für Lastenräder - so bietet etwa Baden-Württemberg unter bestimmten Voraussetzungen eine E-Bike-Förderung von bis zu 4000 Euro an. Dieses Beispiel zeigt, wie schnell sich Förderprogramme ändern oder Fördertöpfe erschöpfts sein können. Es ist sinnvoll, die kommunalen und regionalen Förderprogramme zu erfragen und zu recherchieren.

Gesundheitliche Vorteile des Radfahrens

Wer regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit fährt, stärkt die eigene Gesundheit und spart CO2 ein - ein Gewinn auch für die Umwelt. Radeln fördert die Gesundheit, beugt Bewegungsmangel vor, sorgt für frische Luft und ist insgesamt enorm wertvoll für das Wohlbefinden. Wer täglich zwölf Kilometer radelt, statt mit dem Auto zu fahren, produziert rund ein Kilogramm CO2 weniger.

Vorteile des Radfahrens:

  • Körperlich aktiv zu sein, beugt Krankheiten und somit Fehlzeiten vor und kann sogar das Leben verlängern.
  • Radfahren schont Knie und Rücken, weil sich das Körpergewicht auf Sattel und Lenker verteilt.
  • Radeln tut nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele gut. Das Gehirn schüttet Glückshormone aus, die die Stimmung heben.
  • Wer auf das Auto verzichtet, schont die Umwelt vor Abgasen.
  • Wer Rad fährt, kann viel Geld sparen, da keine Kosten für Benzin oder Fahrkarten anfallen.
  • Wer das Rad nimmt, steht nicht im Stau.

Krankenkassen-Boni für Radfahrer

Für Radfahrer und E-Biker gibt es auch 2025 zahlreiche Möglichkeiten, von Krankenkassen-Boni zu profitieren. Die gesetzlichen Krankenkassen belohnen gesundheitsbewusstes Verhalten mit Zuschüssen für Vereinsmitgliedschaften, Sportveranstaltungen und digitalen Prämien. Ein genauer Blick auf die einzelnen Krankenkassen zeigt, welche Programme sich besonders lohnen.

Beispiele für Krankenkassen-Boni im Jahr 2025:

  • Bertelsmann BKK: Bis zu 50 Euro für eine Vereinsmitgliedschaft (z.B. Radsportvereine), 10 Euro für die Teilnahme an qualifizierten Sportveranstaltungen und 10 Euro für das Deutsche Sportabzeichen.
  • AOK Plus: 90-tägiger Zugang zu Komoot Premium mit detaillierten Offline-Karten für E-Bike- und Mountainbike-Routen.
  • BARMER: Bis zu 150 Euro im Jahr für Mitgliedschaften in Radsportvereinen, Teilnahme an Volksradtouren und regelmäßige Gesundheitschecks.
  • hkk Krankenkasse: Boni für sportliche Aktivitäten wie organisierte Radtouren oder Ausdauersportveranstaltungen, sowie für das Deutsche Wanderabzeichen.
  • mhplus Krankenkasse: Fitcash-Programm mit 10 Euro für sportliche Aktivitäten wie Radrennen oder geführte Touren, sowie für Mitgliedschaften in Sportvereinen oder Fitnessstudios.
  • Techniker Krankenkasse (TK): 10 Euro für die Mitgliedschaft in einem Sportverein und 20 Euro für Gesundheitskurse wie Fahrradsicherheitstrainings.
  • Novitas BKK: Bis zu 30 Euro Bonus für die Teilnahme an Sportveranstaltungen oder eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio.
  • DAK Gesundheit: Bonuspunkte, die bei Investitionen in Sportgeräte verdoppelt werden, sowie zusätzliche Punkte beim Kauf von Fahrradcomputern oder E-Bike-Zubehör.
  • Mobil Krankenkasse: Flexibles Gesundheitsbudget von bis zu 300 Euro im Jahr für Präventionskurse wie Fahrradsicherheitstrainings und Zuschüsse für Sportgeräte wie Fahrradanhänger.

E-Bikes für Senioren: Fit im Alter

Ein E-Bike oder Pedelec kann auch im Alter eine gute Möglichkeit sein, mobil und aktiv zu bleiben. Mit elektronischem Antrieb sind lange Touren kein Problem. Ein Pedelec unterstützt den Fahrer beim Treten mit einem elektrischen Antrieb bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h und gilt als normales Fahrrad im Sinne der Straßenverkehrsordnung.

Gerade für Ältere ist ein Rad mit E-Antrieb interessant, vor allem bei bergigen Strecken, längeren Touren und Ausflügen. Außerdem sei das Radfahren so auch bei körperlichen Einschränkungen möglich.

Vorteile von E-Bikes für Senioren:

  • Trainiert Herz und Lunge
  • Baut Muskeln auf
  • Senkt Übergewicht
  • Reduziert Ablagerungen in den Gefäßen
  • Sorgt für gute Laune durch die Ausschüttung von Glückshormonen

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Umgang mit E-Rädern gewöhnungsbedürftig ist und das Fahrverhalten anders ist als bei herkömmlichen Rädern. Daher ist es ratsam, den Umgang zunächst zu üben, umsichtig zu fahren und möglichst einen Helm zu tragen.

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