Angst vorm Umkippen beim Motorradfahren: Tipps und Lösungen

Viele, die davon träumen, Motorrad zu fahren, erleben Unsicherheiten. Nachdem man 20 Jahre davon geträumt hat, endlich den Führerschein zu machen, ist die Theorie kein Problem. Die ersten Praxisstunden sind auch ok, aber in letzter Zeit wächst die Unsicherheit.

Ursachen der Angst

Einige Fahranfänger fallen schon ein paar Mal hin, was die Unsicherheit verstärken kann. Einmal im Stand, als man eigentlich schon runter war, und das zweite Mal beim Rausfahren aus einem Kreisverkehr an den Bordstein gekommen. Beide Male ist nichts passiert, aber man merkt immer mehr, dass das alles noch sehr tief hängt.

Jedes Mal beim Absteigen hat man Angst, dass die Kiste wieder kippt und man sie nicht halten kann, und als man in der letzten Fahrstunde auf der Straße wenden sollte, wobei man den angrenzenden Parkstreifen noch mitbenutzen sollte/mußte, war auch die Bordstein-Story wieder voll da. Am Parkstreifen ist ja zwar nur ein niedriger Grenzstein, aber für einen Grund genug, dass man fast schon Panik hat, dass man dadran kommt und wieder fällt. Das führte dann auch so weit, dass man total vergessen hat dahin zu gucken, wo man hin musste.

Tipps zur Überwindung der Angst

Üben auf geeignetem Gelände

Eine Möglichkeit, die Angst zu überwinden, ist das Üben auf einem geeigneten Gelände. Hast Du in Deinem Bekanntenkreis irgendeinen mit einer geländeerprobten oder eher ungepflegten Enduro? Also einer, der es nicht schadet, wenn sie im Sand landet? Das darf sogar ein Straßenmoped sein, wenn es schäbig genug ist oder geeignete Sturzbügel hat. Und dann ab in eine Kieskuhle oder irgendwo hin, wo viel loser Boden ist. Da ist die Balance ein echtes Problem und genau dort machst Du die Grundfahrübungen, also Anfahren, Schrittempo, Achten usw.

Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Du packst das ohne Sturz, dann hast Du so viel Sicherheit, daß das Fahren in der Fahrschule und der Prüfung seinen Schrecken verliert. Oder Du fällst auf die Nase. Was im weichen Sand bei geringem Tempo weder dem Moped noch der Fahrerin schadet. Das Fallen nimmt Dir aber auch die Panik vor dem Sturz. Und ganz schnell geht es eben auch im Sand mit den Füßen auf den Rasten - was so ungefähr der schwierigste Untergrund für diese Grundübungen ist. Dein Problem ist der Kopf, nicht Dein Fahrvermögen.

P.S.: Meine Töchter haben das gestern gemacht. Die jüngere hat den Führerschein letztes Jahr begonnen, aber noch nicht beendet und war nach den Monaten Pause unsicher. Also sind sie in der Nähe zu einem Erdlager gefahren, wo die jüngere ein bißchen Anfahren und die Grundübungen üben konnte. Erstens gibt das Sicherheit und zweitens vermeidet es Probleme mit den Behörden: Das passiert auf Privatgrund und da darf man auch ohne Führerschein fahren bzw. üben.

Mentale Strategien

Vielleicht denkst du einfach zu viel nach und das auch noch zu pessimistisch?!? Sei Optimist und sag dir, "Scheiß drauf! Wenn du angehalten hast (Leerlauf rein), Seitenständer raus, dann das Motorrad auf den Seitenständer stellen oder kippen lassen, je nach dem wie gut du mit den Füßen auf den Boden kommst.

Blickführung

Wenn Du einen Bordstein erwischst, liegt das meist an der Blickführung. Das nächste mal stell dir vor, Du wärst ein richtig erfahrener Pilot, Du kannst dich in die Kurve legen, und Du fährst genau dahin, wo Du hinwillst - und genau guckst Du auch hin.

Technische Aspekte

Ist es evtl. zu groß, zu schwer? Besteht die Möglichkeit was anderes auszuprobieren?

Immer drauf achten dass der komplett ausgeklappt ist, dann erst belasten.

Als leichte Abwandlung, nachdem du die ZR auf den Seitenständer gestellt hast, auch auf der linken Fußraste stehend absteigen, quasi wie vom Pferd. Auch hier solltest du nicht vergessen vorne auch die Bremse zu ziehen. Dann kann das Teil eigentlich nicht umkippen, gerade ne ZR-7 nicht, hab ja selber eine.

Umgang mit Kurvenangst

Vertrauen und Konzentration

Das spielt sich ja alles nur im Kopf ab. Das wichtigste: Vertrauen in das eigene Handeln. Dann, so blöd es sich anhört, beim Fahren diese Gedanken beiseite schieben. Nur aufs Fahren konzentrieren. Keinen Druck machen, z.B. auf die Fahrschule bezogen.

Fahrradfahren als Vorbereitung

Ich mein mit Fahrradfahren hast eja auch keine Probleme oder? da musste dich auch reinlegen, versuch ma bevor du motorrad fährst ne runde mit dem Fahhrad zu fahren und dann Motorrad. versuche den Blick immer dahin zu richten, wohin du auch fahren willst. Versuche beim Kurvenfahren auch nicht daran zu denken, dass du plötzlich wegrutscht, das passiert nur in wirklich extremen Schräglagen bzw.

Körperhaltung und Blicktechnik

Wenn Du in die Kurve fährst achte darauf, daß Du das Motorrad legst, Dein Körper neigt sich dabei mit in die Kurve. ABER Dein Kopf sollte gerade sein - Augen parallel zum Horizont - ansonsten verars**t Du Deinen Gleichgewichtssinn! UND was ganz wichtig locker bleiben!

Dabei bleiben deine Augen waehrend, vor und nach der Kurve immer parallel zum Horizont, also den Kopf gerade halten!

Kurventechnik

Die Vorbereitung beginnt im Kopf, du waehlst deine Linie und bestimmst den Einlenkpunkt. Jetzt bremst du in dieser Position bis kurz vor den Einlenkpunkt, und schaltest dabei die Gaenge durch, jeden einzeln incl. Einkuppeln. Dabei schaust du (schon) in die Kurve, nicht vor das Vorderrad auf den Einlenkpunkt starren!

Dein Oberkoerper leitet die Kurve ein, du drehst ihn leicht in die Kurve, und uebst mit der kurveninneren Hand Druck auf den Lenker aus (drehst also den Lenker mit der kurveninneren Hand leicht nach aussen! Das Gas braucht man in der Kurve, um das Motorrad damit zu stuetzen, das ist auch sehr wichtig.

Ab dem Scheitelpunkt der Kurve gehst du beherzter ans Gas, und richtest das Motorrad mit dem Gas auf. Du darfst natuertlich auch nicht ploetzlich wie ein Berserker aufdrehen, sondern musst die richtige Balance zwischen korrekter Beschleunigung und ausbrechendem Hinterrad finden.

Du faehrst Kurven immer von aussen nach innen! Das heisst, vor einer Rechtskurve faehrst du soweit links wie moeglich, und ziehst in der Kurve in Schraeglage zum rechten Fahrbahnrand.

Zusätzliche Tipps für Fahranfänger

Schutzkleidung

Egal, wie kurz die Routine ist oder wie sehr die Sonne euch zum Schwitzen bringt: tragt feste Motorradschuhe oder Motorradstiefel sowie passende Motorradkleidung. Zu empfehlen ist entweder eine Kombi oder eine Motorradjacke in Kombination mit einer langen Motorradhose. Selbstverständlich gehört zu jeder Ausfahrt ein Motorradhelm, egal ob einem Jethelm, Klapphelm oder Motocrosshelm auf den Kopf, der vor Stürzen schützt. Denkt immer daran: Motorrad Sicherheit geht vor!

Erfahrung sammeln

Auch wenn die Fahrstunden gut liefen und die Prüfung bestanden ist, solltet ihr nun zunächst Erfahrungen in der Fahrpraxis sammeln, bevor ihr lange Touren auf eurem Motorrad plant.

Fahrsicherheitstraining

Absolviert regelmäßig ein Motorrad-Fahrsicherheitsstraining.

Übungsplatz

Am besten (leichter gesagt als getan) nicht zu starr am Anfang draufsitzen. An einer Ampel oder Kreuzung wenn du anhalten musst am besten mit beiden Füßen runter. Und lass dich nicht von den Leuten die hinter dir fahren ablenken, fahr so wie du denkst, und alles in Ruhe!!!

Begleitung

Fahre am besten nicht allein, sondern zu zweit, dann hast du Unterstützung, wenn du dich mal "festgefahren" hast. Fahre in Begleitung erstmal leichte Strecken, die du gut kennst, übe in einer Seitenstraße oder auf einem Platz das Langsamfahren. Erstmal in Begleitung fahren/üben, um wieder mehr Sicherheit im Umgang mit der Maschine zu bekommen.

Hinweise für erfahrene Fahrer

Solange anfahren, schalten usw. noch klappt brauchst die Kurven doch nicht auf dem Platz zu üben!? Ich finde es viel einfacher eine "richtige" Kurve zu fahren als nur eine imaginäre auf dem Platz, mir fehlt da die Orientierung. also, genaugenommen bist du wieder absoluter Fahranfänger. Denn du hattest nach Erwerben der Lizenz kaum Zeit, fahren zu lernen. Aber vielleicht tröstet es dich, dass es zzt. vielen Motorradfahrern (inklusive mir) so geht. Nach dem Winter muss man sich einfach erst wieder an die Materie herantasten. Und noch was: Wenn du mit Kurvenfahren auf dem Parkplatz die Kringel um einen Punkt (z.B. eine Pylone) meinst, das kann ich heute (nach 3 Jahren Fahrpraxis) noch nicht. Im wahren Leben kein Problem, da wende ich die Karre auf der kleinsten Stelle (notfalls auch Zuhilfenahme der Füße), aber auf dem Platz beim alljährlichen Sicherheitstraining fahre ich bestenfalls riesige Ovale. Also, raus auf die Straße mit einem Menschen, dem du vertraust, die von meinem Vorschreibern genannten Hinweise beherzigen und sich langsam wieder an den Fahrspaß rantasten.

Spezifische Ängste und Angststörungen

Psychologische Aspekte

Grob gesagt ist es halt eben so das der Körper Angst verspürt wo es nicht nötig wäre. Trotzdem wird halt körperlich so reagiert. Das mit dem Umkippen / umfallen ist ja auch logisch betrachtet nicht möglich. Je schnell umso mehr Kreiselkräfte oder so war das doch oder?

Es ist nicht wirklich leicht. Sowas nennt man Vermeidungsstrategie. Alles was Angst macht wird vermieden aber Lösung dafür ist die Konfrontation. Also lt. Therapeut sollte ich eigentlich ausprobieren das auch über 110km/h nichts passiert und die Angst würde sich einstellen....Theoretisch....Langsam fahren, bremsen, abbiegen - alles pillepalle und kein Problem.

Therapeutische Unterstützung

Einen brauchbaren Rat kann Dir meiner Meinung letztlich nur jemand geben, der Dich kennt und über die entsprechenden medizinischen Fachkenntnisse hat.

Wer beim Fahren Angst hat, fährt schlecht und das ist gefährlich.

Positive Aspekte von Angst

Hiho und guten Morgen,ja vom logischen her weiss ich ja auch das man eigentlich nicht umfallen kann.Wenn es bei 100 oder mehr vom Eindruck wieder in Richtung Seitendrall geht dann nehme ich auch schohn mal die Hände vom Lenker und sobald ich Freihändig fahre (nee, nee - ohne Klatschen *g*) dann ist sofort das Gefühl des Umkippens/Seitendrall weg.

Ich find gut was Thilo gesagt hat, Angst ist dazu da, vor Gefahren zu schützen.

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