Lieber dezent schmal oder doch eher auffällig breit? Viele Fahrzeugbesitzer entscheiden sich für breite Reifen mit großen Felgen, damit ihr Auto schicker und besser proportioniert wirkt.
Breitere Reifen im Vergleich
Breite Reifen: Bessere Haftung
Auf trockener Fahrbahn trifft die Formel "Je breiter, desto mehr Grip" uneingeschränkt zu. Mit wachsender Breite, also mehr Gummi auf der Straße, und einem steiferen Aufbau der Karkasse bremsen breitere Reifen auf trockener Straße zudem schneller und besser.
Breitreifen anfälliger für Aquaplaning
Auch auf Nässe dominieren die breiteren Reifen - solange die Mikroverzahnung des Reifengummis mit der Straße greift. Da mit jedem Zentimeter mehr Breite aber auch mehr Wasser verdrängt werden muss, schwimmen die Breitreifen bei gefährlichem Aquaplaning früher auf.
Mit den schmalen Reifen kann man auf gerader Strecke über 10 km/h schneller fahren, bevor der Wagen aufschwimmt.
Schmale Reifen: Bessere Federung
Weil die Flankenhöhe der breiten Reifen geringer ist (der Abrollumfang darf sich ja nicht verändern), steht weniger Luft zum Federn zur Verfügung, und die Seitenwand ist steifer. Breite Modelle fahren sich spürbar unkomfortabler als dünne. Schmale Reifen haben dank ihrer höheren Seitenwand wesentlich mehr Federungspotenzial als die breiten und flacheren Reifen mit den niedrigen Querschnitten.
Breit: Weniger Verschleiß, mehr Verbrauch
Positiv wirkt sich die stabilere Seitenwand dagegen auf den Verschleiß aus: Der breitere Reifen muss mit besser verteiltem Bodenkontakt auch weniger Walkarbeit als der schmalere leisten, hält also länger. Doch besonders wirtschaftlich sind breitere Reifen trotzdem nicht. Denn zum höheren Kaufpreis kommt der Mehrverbrauch: Pro Rad wiegen 18-Zöller rund fünf Kilo mehr als die 15-Zöller - und das Gewicht muss bei jedem Anfahren immer wieder aufs Neue beschleunigt werden.
Winterreifen: Gleiches Prinzip
Prinzipiell gilt für Winterreifen das Gleiche wie für Sommerreifen. Doch auf Schnee und Schneematsch fährt die schmalste Dimension 195/65 R15 ein gutes Stück sicherer als die breiteren Kollegen: Vor allem das Anfahren, aber ebenso die Seitenführung in der Kurve sind besser. Auch die Aquaplaning-Gefahr bei Schneematsch fällt geringer aus.
Wer sich für Breitreifen entscheidet, sollte außerdem prüfen, ob damit auf dem Auto noch Schneeketten montiert werden dürfen. Denn breitere Felgen sind dafür oft nicht geeignet. Und man sollte nachrechnen: Schmale Reifen sind günstiger.
Welche Reifenbreiten sind auf meinem Fahrrad möglich?
Welche Reifenbreite hat mein Fahrrad?
Um die Reifenbreite am Fahrrad zu bestimmen, kannst du diese selbst messen. Alternativ kannst du die Reifenbreite auch anhand der Mantelbeschriftung bestimmen.
Reifenbreite am Rennrad
Früher war am Rennrad die Reifenbreite 23 mm üblich. Mittlerweile sind Reifenbreiten von 28 oder sogar 32 häufig zu sehen.
Reifenbreite beim Cityrad und Trekkingbike
Hier kommen typischerweise Reifenbreiten von 37 bis 52 mm zum Einsatz.
Reifenbreite am Mountainbike (MTB)
An Mountainbikes sind die breitesten Reifen zu finden. Diese haben normalerweise Breiten von 50 bis 64 mm.
Reifenbreiten am E-Bike bzw. Pedelec
Für Fahrräder mit Elektromotor richten sich die Reifenbreiten grundsätzlich nach dem jeweiligen Fahrradtyp. Da E-Bikes schneller unterwegs sind und durch die zusätzliche Technik mehr Gewicht mitbringen, ist zusätzlich auf eine entsprechende Freigabe durch den Hersteller zu achten. Beispielsweise sind beim Reifenhersteller Schwalbe geeignete Reifen mit E-25 und E-50 gekennzeichnet.
Kann ich auf meinem Fahrrad dickere Reifen aufziehen?
Auf dem Mountainbike (MTB) dürfen es gerne dicke Reifen sein, also Reifen mit größerer Breite. Neben dem optischen Aspekt hat ein Fahrrad mit dicken Reifen Vorteile im Gelände und auf unbefestigten Wegen.
Meist ist es möglich, auch breitere Reifen auf der gleichen Felge des Fahrrads zu montieren. Wichtigster Ausgangspunkt ist der Reifeninnendurchmesser, den die Fahrradfelge am Laufrad vorgibt. Dieser ist identisch zum Felgen-Nenndurchmesser bzw. Außendurchmesser der Felgenschulter, an dem der Reifenwulst auf der Felge aufliegt. Will man einen breiteren Reifen aufziehen, muss dieser also denselben Reifeninnendurchmesser wie der bisherige Reifen haben.
Der zweite wichtige Punkt ist die Maulweite der Felge. Die Reifenbreite soll in etwa zwischen dem 1,5- und 2,5-fachen der Maulweite liegen. Eine genauere Orientierung gibt die Maulweiten-Tabelle unten.
Welche maximale Reifenbreite kann ich verwenden?
Die maximal verwendbare Reifenbreite wird durch mehrere Faktoren begrenzt:
- Die Fahrradgabel hat eine bestimmte Weite und gibt damit eine erste technische Limitierung der Reifenbreite vor. Breitere Fahrradreifen sind zudem höher, daher kann auch der Abstand zur Gabelbrücke zu klein werden.
- Wenn eine Felgenbremse montiert ist, schränken die Bremshebel die möglichen Reifenbreiten ein. Am besten bei angezogener Bremse den verfügbaren Platz messen und etwas Luft lassen, da sich die Bremsklötze noch abnutzen.
- Kommen Schutzbleche zum Einsatz, decken diese nur eine gewisse Reifenbreite ab. Auch die Befestigungsstreben der Schutzbleche können die maximale Breite des Reifens begrenzen.
- Ist die Reifenbreite im Verhältnis zur Maulweite der Felge zu groß, wird die Reifenwand zu sehr beansprucht, es kann zu einem Flankenbruch kommen und der Reifen platzt auf. Für sinnvolle Reifenbreiten siehe die Maulweiten-Tabelle unten.
Kann ich auch einen dünneren Reifen verwenden?
Normalerweise ja. Im ersten Schritt würde ich anhand der Reifenbeschriftung den Reifeninnendurchmesser bestimmen und mir einen Überblick über verfügbare schmälere Reifen machen.
Die oben genannten technischen Begrenzungen durch andere Fahrradteile machen bei schmaleren Reifen natürlich keine Probleme. Allerdings ist auch hier das Verhältnis zur Maulweite der Felge zu beachten, um Quetschlöcher zu vermeiden. Nachfolgender Abschnitt listet empfohlene Reifenbreiten in Abhängigkeit von der Maulweite auf.
Welche Reifenbreite darf ich auf meiner vorhandenen Felge verwenden?
Der ETRTO-Standard empfiehlt Reifenbreiten in Abhängigkeit von der Maulweite der Laufradfelge. Doch was ist die Maulweite einer Felge?
Die Maulweite (auch Felgeninnenweite genannt) bezeichnet den Abstand zwischen den beiden Innenseiten einer Felge.
Nachfolgende Tabelle zeigt die empfohlenen Reifenbreiten gemäß ETRTO. Die Angaben beziehen sich nur auf Hakenfelgen (oft mit C angegeben, C = Crotchet = engl. Haken), da diese heute am gängisten sind.
| Maulweite der Felge in mm | Empfohlene Reifenbreiten in mm |
|---|---|
| 13 | 18 - 25 |
| 15 | 23 - 32 |
| 17 | 25 - 50 |
| 19 | 28 - 57 |
| 21 | 35 - 62 |
| 23 | 37 - 64 |
| 25 | 44 - 64 |
| 27 | 47 - 64 |
| 29 | 54 - 64 |
Solange man die empfohlenen Reifenbreiten verwendet, sollte man auf der sicheren Seite sein. Abhängig von der Stabilität des Reifenmantels erlauben manche Reifenhersteller durchaus noch größere Reifenbreiten. Hier bitte im Einzelfall die Herstellerangaben überprüfen.
Warum haben breitere Fahrradreifen manchmal eine andere Zoll-Größe?
Beispiel: Sowohl 28-Zoll-Reifen als auch 29-Zoll-Reifen werden üblicherweise auf einem Laufrad mit 622 mm Felgen-Nenndurchmesser aufgezogen.
Die Zoll-Größe des Fahrradreifens bezieht sich auf den Außendurchmesser, während für die Felge der Innendurchmesser des Reifens relevant ist. Beim Messen des Außendurchmessers wird an beiden Seiten die Reifenhöhe mitgemessen, beim Innendurchmesser ist die Reifenhöhe hingegen nicht enthalten.
Zudem entspricht die Reifenhöhe in etwa der Reifenbreite, da der Reifen fast kreisrund ist. Wählt man also bei gleichbleibender Felgengröße einen breiteren Fahrradreifen, vergrößert sich damit der Außendurchmesser des Reifens.
Vor- und Nachteile breiter Fahrradreifen
Vorteile breiter Reifen: Aufgrund ihrer größeren Kontaktfläche mit dem Boden haben breite Reifen eine bessere Bodenhaftung und fahren über kleinere Bodenunebenheiten einfacher hinweg, was oft als höheren Fahrkomfort empfunden wird. Dadurch eignen sie sich besser für Offroad-Fahrten und auf unbefestigten Wegen.
Nachteile breiter Reifen: Schmale Reifen sind leichter und bilden weniger rotierende Masse. Sie lassen sich daher besser beschleunigen, sind also agiler.
Welchen Reifendruck braucht mein Fahrrad?
Der optimale Reifendruck hängt von mehreren Faktoren ab.
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