Der Brocken ist mit 1.141 Metern der höchste Harzgipfel und somit ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen und Einheimische. Er liegt im Bundesland Sachsen-Anhalt, genauer gesagt im Oberharz im Ortsteil Schierke der Stadt Wernigerode. Circa zwei Kilometer vom Gipfel aus verläuft die Grenze zum Bundesland Niedersachsen. Von oben aus bietet sich eine herrliche Rundumsicht. Eine Brockentour gehört somit zu den Höhepunkten einer jeden Harzreise.
Auch bekannte Reisende wie Goethe und Heine zog der Gipfel seinerzeit schon magisch an. Goethe verarbeitete seine Eindrücke vom "Blocksberg" in der Walpurgisnacht im Faust und Heine dichtete in seiner "Harzreise": "Auf die Berge will ich steigen, wo die dunkeln Tannen ragen, Bächerauschen, Vögel singen, und die stolzen Wolken jagen..."
Der "Berg der Deutschen", wie der Gipfel auch genannt wird, hat einige Besonderheiten aufzuweisen: Geografisch liegt er an der ehemaligen innerdeutschen Grenze und war von 1961 bis 1989 Sperrgebiet. Klimatisch sorgt seine vorgehobene Position im Norden Deutschlands für raue Winde und kalte Temperaturen, vergleichbar mit den Bergen Islands. Naturschutzbezogen gehört der magische Berggipfel zum Nationalpark Harz und liegt mitten in der Kernzone des Parkes.
Zahlen, Daten, Fakten zum Brocken
Hier sind einige interessante Fakten über den Brocken:
- Höhe: 1141 m über NN
- Nebeltage pro Jahr: ca. 300
- ⌀ Tageshöchsttemperatur im Juli: 10,3 Grad Celsius
- Tage mit Schneedecke auf dem Gipfel: 178
- Besucher pro Jahr: ca. 2 Millionen
- Höchste gemessene Windgeschwindigkeit: 263 km/h
Klima und Wetterbedingungen
Aufgrund der hohen Lage (1.141 m) des Brockengipfels oberhalb der natürlichen Waldgrenze solltest Du Dich bei einem Besuch auf sehr plötzliche Wetterumschwünge und zum Teil extreme Wetterbedingungen gefasst machen. Hohe Niederschlagsmengen, tiefe Temperaturen und starke Windböen unterscheiden die klimatischen Bedingungen deutlich vom umliegenden Oberharz. Auch bei Sonnenschein können Dich oben angelangt starke Temperaturschwankungen erwarten, weshalb warme und wetterfeste Kleidung beim Aufstieg in jedem Fall empfehlenswert ist.
Neben häufig auftretenden Stürmen auf dem Gipfelplateau verleihen die Nebelschwaden (ca. 300 Nebeltage pro Jahr) dem Brocken seinen mystischen Glanz. Das Subalpine Klima, welches hier herrscht, lässt sich am ehesten mit isländischen klimatischen Bedingungen vergleichen, wobei die Temperaturen auch im Hochsommer meist nur sehr schwerfällig in den zweistelligen Bereich klettern und der Gipfel im Winter nahezu permanent von einer dicken Schneedecke bedeckt ist.
Abseits der stark schwankenden Temperaturen solltest Du Dich zudem auf starke Böen gefasst machen, denn an 100 Tagen im Jahr herrschen auf dem Brocken Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 Km/h. Abseits der recht harschen Wetterbedingungen herrschen an ca. sechs bis sieben Tagen pro Jahr angenehme Temperaturen voller Sonnenschein auf dem Brocken, was einen atemberaubenden und über 200 Kilometer weiten Rundum-Blick auf die umliegende Landschaft ermöglicht.
Zusätzlich gilt der Brocken als einer der windigsten Orte in ganz Europa. An rund 100 Tagen im Jahr herrschen hier sogar Orkanstärken mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 Stundenkilometern. Das Klima auf dem Gipfel ist rau und subalpin und wird vorzugsweise mit isländischen Verhältnissen verglichen. Selbst an warmen Sommertagen klettern die Temperaturen nur schwermütig in den zweistelligen Bereich.
Dennoch gibt es rund sechs bis sieben Tage pro Jahr, an denen auf dem Brocken schönstes Sommerwetter herrscht und die Aussicht auf die umliegende Landschaft atemberaubend ist.
Flora und Fauna
Die Flora und Fauna des Brockens sind ähnlich wie auch das Wetter, vergleichbar mit denen der Alpenhochlagen oder Nordskandinaviens. Hinsichtlich der Fauna sind hier aufgrund der hohen Lage oberhalb der natürlichen Waldgrenze allenfalls kleine Fichten zu finden sind. Dominiert wird der hoch oben gelegene Naturraum von über 1.000 Hochgebirgspflanzen, darunter die Zwergstrauchheide.
Typische Pflanzen, die auf dem Brocken zu finden sind, sind außerdem die kleine Alpen-Kuhschelle, Frauenmantel, Blutwurz, und der Alpen-Flachbärlapp. Auf den Hochmoorflächen gedeihen zudem Wollgras, Sonnentau und Zwerg-Birke. Um weiter Einblicke in die Fauna des Brockens zu erhalten, ist ein Besuch im 1890 gegründeten Brockengarten absolut empfehlenswert. Hier kümmern sich Nationalpark-Mitarbeitern um den Erhalt der vielfältigen Fauna und bieten regelmäßig stattfindende, informative Führungen an.
Neben typischen Pflanzen des Brockens werden hier auch Gewächs aus anderen Ländern und Regionen zur Schau gestellt. Nicht nur die zahlreichen Pflanzenarten, auch einige Tierarten haben sich an die recht außergewöhnlichen Lebensbedingungen in dieser Höhenlage angepasst. So sind hier Vögel wie der Wiesenpieper und die Ringdrossel, Waldeidechsen, Frösche, Käfer, Schmetterlinge und Fledermäuse vorzufinden.
Die raue Natur auf der Bergspitze erinnert weitaus mehr an skandinavische Landschaften als an das mittlere Deutschland. Der Brocken wurde durch seine Höhe gleichzeitig zur Heimat von über 1.000 Hochgebirgspflanzen. Das macht einen Besuch im Brockengarten unabkömmlich.
Geschichte des Brockens
Aufzeichnungen zufolge wurde im Jahr 1736 das erste Haus auf dem Brocken durch den damaligen Besitzer Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode errichtet. Bis heute dient das sogenannte Wolkenhäuschen aus Stein dem Schutz von Wanderern. Im Sommer des Jahres 1880 wurde schließlich das erste Gasthaus auf dem Brocken eröffnet, welches jedoch im Laufe des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde.
1899 wurde die Brockenbahn erstmals für die Fahrt bis zum Gipfel in Betrieb genommen, nachdem 1898 der letzte Bauabschnitt zwischen Schierke und dem Brocken abgenommen wurde. Während der Teilung Deutschlands galt der Brocken aufgrund seiner Lage im Grenzgebiet der DDR und war somit als militärische Sperrzone bis zum Jahr 1989 nicht für Zivilisten zugänglich. Auch die Brockenbahn stellte zu dieser Zeit ihren Betrieb vollständig ein.
Erst nach der Wiedervereinigung und dem Mauerfall gelang es Menschen am 3. Dezember 1989 mit der Öffnung des Tors zum Plateau wieder den Brocken zu besteigen, woraufhin auch die Brockenbahn 1991 wieder in Betrieb genommen wurde. In der darauffolgenden Zeit wurde das Brocken-Plateau ausgiebig restauriert. So wurden in dem Zuge der Brockengarten wiedereröffnet und das Brockenhaus neugestaltet.
Sagen und Mythen rund um den Brocken
Der Brocken zieht Menschen seit Jahrhunderten durch seine magische Ausstrahlung in den Bann. Wenig verwunderlich ist es daher, dass sich rund um den höchsten Berg Norddeutschlands zahlreiche Mythen und Sagen ranken. So sollen auf dem Gipfel zahlreiche Gespenster, Hexen und Teufel ihr Unwesen treiben. Vor allem das sogenannte „Brockengespenst“ sorgte in früheren Zeiten für Angst und Schrecken. Heute hingegen lässt sich das Mysterium durch simple Physik leicht erklären. Denn genauer gesagt handelt es sich dabei um eine optische Täuschung, die aufgrund des dichten Nebels in der luftigen Höhe des Brockens auftritt.
Wanderer können hier oftmals Ihren eigenen Schatten in den dichten Nebenschwaden umgeben von einem farbigen Lichterglanz sehen. Da jeder einzelne Dunstwassertropfen den Schatten reflektiert wirkt er weitaus größer als ein herkömmlicher Schatten. Besonders gruselig daran ist, dass der Schatten zu schweben scheint und er sich selbst bewegen zu scheint, wenn man stillsteht.
Ebenfalls für den Brocken sowie den gesamten Harz bekannt ist die Symbolfigur der Hexen. Jedes Jahr in der Walpurgisnacht vom 30. April versammeln sich der Sage nach die Hexen am Hexentanzplatz bei Thale, um von dort aus gemeinsam zum Brocken aufzubrechen und sich dort mit dem Teufel zu vermählen. Jedes Jahr wird lockt die mystische Walpurgisnacht zahlreiche verkleidete Besucher in Scharen auf den Brocken, um dort die alte Tradition auf erleben zu lassen.
Die Mystik des Brockens hat seit jeher viele Dichter und Denker beschäftigt. So verfasste Heinrich Heine beispielsweise ein Gedicht mit dem Titel „Harzreise“. Ausführliche Informationen zur Geschichte des Brockens erhalten Sie im Brockenmuseum (im Brockenhaus).
Wege auf den Brocken
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Brocken zu erreichen. Einige davon sind:
- Wandern: Es gibt zahlreiche Wanderwege zum Brocken, die sich in Länge und Schwierigkeitsgrad unterscheiden.
- Brockenbahn: Die Brockenbahn ist eine historische Schmalspurbahn, die von Wernigerode über Drei Annen Hohne und Schierke zum Brocken fährt.
- Fahrrad: Für geübte Mountainbike-Fahrer gibt es viele ausgewiesene Strecken, um ganz nach oben zu kommen. Sollten Sie nicht so geübt und in Form sein, empfehlen wir Ihnen eine Tour mit einem E-Bike. E-Bikes können Sie gegen eine kleine Gebühr unter anderem in Schierke ausleihen.
Eine Fahrt auf den Brocken mit dem Auto ist nicht gestattet. Dies gilt für alle Fahrzeuge ohne Sondergenehmigung.
Wandern zum Brocken
Wer auf die frische Waldluft und die einzigartige Natur im Harz nicht verzichten möchte, hat verschiedene Möglichkeiten, die Bergspitze zu erklimmen. Die Aufstiege starten in vielen Harzer Ortschaften und bieten zahlreiche Wanderwege mit unterschiedlichen Höhenmetern und Längen. Hier sind einige der beliebtesten Wanderwege:
Goetheweg
Der Goetheweg ist einer der beliebtesten Wanderwege im Harz. Benannt wurde er nach dem deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe. Der Weg folgt seinem ungefähren Aufstieg von Torfhaus hinauf auf den Brocken am 10. Dezember 1777. Startpunkt des Weges ist beim Nationalpark-Besucherzentrum in Torfhaus.
1. Länge & Dauer (eine Strecke): ca. Schwierigkeitsgrad: Mittel (ca.
Heinrich-Heine-Weg
Einer der schönsten Aufstiege zum Brocken wurde nach Heinrich-Heine benannt, welcher 1824 den Harz besuchte. Er soll auf diesem Weg zum Brocken gewandert sein. Anfangs wandern Sie entspannt entlang des Gebirgsbachs Ilse. Auf verschlungenen Wegen geht es durch das Ilsetal vorbei am Ilsestein zu den Ilsefällen.
2. Länge & Dauer (eine Strecke): ca. Schwierigkeitsgrad: Schwer (ca.
Eckerlochstieg
Von Schierke aus können Sie den kürzesten, aber auch steilsten und unwegsamsten Weg einschlagen. Dieser Weg ist der einzige, der über Stock und Stein zum Brocken hinauf führt. Der Weg verläuft von Schierke über das Eckerloch und die Brockenstraße hinauf zum Brocken.
3. Länge & Dauer (eine Strecke): ca. Schwierigkeitsgrad: Mittel (ca.
Mit der Brockenbahn zum Gipfel
Eine Fahrt mit der Brockenbahn der Harzer Schmalspurbahn ist der wohl bequemste Weg hinauf zum Gipfel des Brockens. Die Züge fahren mehrmals täglich und die Fahrt geht überraschend schnell. Die Touren starten gegen 10 Uhr und finden im Sommer täglich statt. Im Winter teils nur an Wochenenden und Feiertagen. Bitte informieren Sie sich vor Anreise über die Termine. Die Auffahrt dauert ca. 2 bis 2,5 Stunden.
Zur Besichtigung des Brockens stehen 1,5 Stunden zur Verfügung. Die Abfahrt dauert ungefähr 1,5 Stunden. Kosten: Erwachsene 33,00 € (49,00 € Hin- & Zurück), Kinder (6-14) 20,00 € (29,50 € Hin- & Zurück). Schwerbehinderte mit Ausweis kostenfrei.
Mit dem Fahrrad auf den Brocken
Auch für geübte Mountainbike-Fahrer gibt es viele ausgewiesene Strecken, um ganz nach oben zu kommen. Sollten Sie nicht so geübt und in Form sein, empfehlen wir Ihnen eine Tour mit einem E-Bike. E-Bikes können Sie gegen eine kleine Gebühr unter anderem in Schierke ausleihen. Voraussetzung zur Teilnahme an einer Segway-Tour ist ein Führerschein, der mindestens zum Führen eines Mofas berechtigt. Die Touren starten in Schierke und beginnen in der Regel gegen 10 Uhr. Jeder Teilnehmer erhält eine ca. 30-minütige Sicherheitseinweisung.
Auf dem Brocken-Gipfel angelangt
Wer es bis auf das Plateau geschafft hat, wird mit einer phänomenalen Aussicht für all die Anstrengung belohnt. Unverzichtbar ist hier natürlich das Erinnerungsfoto am obersten Brockenstein. Oben angekommen, lassen die meisten Besucher zuerst Ihren Blick über die Harzer Landschaft schweifen. Der Ausblick lässt den teils anstrengenden Aufstieg für einige Zeit in Vergessenheit geraten. Um den Gipfel führt ein ca. 1,5 km langer Panorama-Wanderweg. Dieser Weg folgt dem einstigen Verlauf der Brockenmauer.
Wenn Sie nicht auf eigene Faust unterwegs sein möchten, können Sie an einer geführten Wanderung teilnehmen. Im Bahnhofsgebäude ist eine Gaststätte (im Sommer auch mit Außenbereich), ein Fahrkartenverkauf und ein Souvenirgeschäft untergebracht. Der botanische Garten auf der Kuppe des Brockens besteht seit 1890 und beherbergt ca. ca. 1.500 Pflanzenarten aus aller Welt. Von Mitte Mai bis Mitte Oktober können Sie den Brockengarten wochentags (jeweils 11:30 und 14:00 Uhr) mit dem Brockengärtner erkunden.
Das Brockenhotel ist das höchstgelegene Hotel in Norddeutschland. Neben dem Hotelbetrieb, finden Sie hier auch eine wettergeschützte Aussichtsplattform, Andenkenläden und verschiedene gastronomische Einrichtungen. Im Brockenhaus finden Sie eine Ausstellung rund um den Brocken und den Nationalpark Harz. Die Exponate verteilen sich auf drei Etagen.
Der Brockenstein ist die höchste natürliche Erhebung auf dem Brocken. Das Wolkenhäuschen ist die erste bekannte Bebauung des Brockens und bis heute erhalten. Goethe betrat im Jahre 1777 nach seiner ersten Brockenbesteigung das Wolkenhäuschen. Die Teufelskanzel ist eine Felsformation auf der Kuppe des Brockens. Unmittelbar neben der Teufelskanzel befindet sich der Hexenaltar, eine ähnliche Felsformation. Im Bereich der Granitblöcke verbrachte Goethes Dr. Faust die Walpurgisnacht.
Die Wetterstation Brocken ist mit etwa 1.000 Besuchern im Jahr die meistbesuchte Station in Deutschland. Seit Anfang 2020 wurde die Arbeit der menschlichen Wetterbeobachter durch automatische Messtechnik ersetzt. Damit Sie den tollen Ausblick vollends genießen können, darf der Hunger nicht die Laune verderben. Für Ihr leibliches Wohl gibt es verschiedene Möglichkeiten auf dem Brocken zu speisen. Holen Sie sich entweder eine Kleinigkeit auf die Hand oder nehmen Sie Platz im Restaurant.
Hier ein Überblick, was Dich auf dem Plateau des Brockens erwartet:
- Gipfelrundweg
- Brockenbahnhof
- Brockengarten
- Brockenhotel mit Aussichtsplattform
- Brockenhaus/-museum (Nationalpark-Besucherzentrum)
- Brockenuhr & Brockenstein
- Wolkenhäuschen
- Teufelskanzel & Hexenaltar
- Wetterstation
Hinweise zum Nationalpark Harz
Der Nationalpark Harz, zu dem der Brocken gehört, beansprucht etwa 10 Prozent des gesamten Mittelgebirges. Im Gegensatz zu manch anderen Schutzgebieten ist er für Besucher und Wanderer frei zugänglich. Das funktioniert jedoch nur, wenn sich alle an die Regeln halten. Dazu gehört beispielsweise, dass Sie keinen Müll liegen lassen, auf den markierten Wanderwegen bleiben, Ihren Hund anleinen, kein Feuer entzünden und weder Pflanzen noch Tiere stören oder mitnehmen. Campen ist im Nationalpark ebenfalls nicht erlaubt.
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