Wer bei Dämmerung oder in der Dunkelheit mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte stets auf eine gute und passende Beleuchtung achten. In einem Test von Fahrradbeleuchtungen haben wir verschiedene Sets zum Nachrüsten auf ihre Handhabung, lichttechnischen Eigenschaften, Sicht und auch Haltbarkeit untersucht.
Die Regel „je teuer umso besser“ hat in der Kategorie der Fahrradlichter nur bedingt Bestand. Gute Noten werden in allen Preislagen vergeben. Und ob dynamo- oder batteriebetrieben, beide trumpfen mit hohen Helligkeitswerten. Vorgeschrieben ist der Dynamo im Straßenverkehr heute übrigens nicht mehr.
Worauf kommt es bei Fahrradbeleuchtung an?
Ein hoher Lux-Wert allein macht noch kein gutes Licht. Eine hohe Lichtstärke allein - diese wird in der Regel in Lux angegeben - reicht aber nicht aus, um es aufs Treppchen zu schaffen. Auch das Lichtbild entscheidet über das finale Urteil: Zum einen kommt es auf eine möglichst breite, zum anderen auf eine gleichmäßige Ausleuchtung sowohl im Nah- als auch Fernbereich an.
Die Besten erzeugen im Nah- wie Fernbereich ein gleichmäßiges Lichtbild. Gleichzeitig kommt es auf eine gute seitliche Ausleuchtung an.
In der Praxis begeistern aber eher Beleuchtungen mit einer möglichst breiten Ausleuchtung speziell im Nahfeld und sorgen damit auch für ein hohes Sicherheitsgefühl. Eine im Nahfeld möglichst breite Ausleuchtung sorgt für ein hohes Sicherheitsgefühl.
Unser Tipp: Lassen Sie sich nicht von einer hohen Lux-Zahl „blenden“. Denn in der Praxis begeistern besonders Beleuchtungen mit einer möglichst breiten Ausleuchtung speziell im nahen Sichtfeld. Im Fachhandel lässt sich die Lichtverteilung am besten in einem dunklen Raum testen. Überlegen Sie auch, wo sie am häufigsten mit dem Fahrrad unterwegs sind und achten Sie auf ein komfortables Handling bei der Montage. Gut bewertete Lampen-Sets finden sich in unserem Test bereits ab 40 Euro.
Akkulaufzeit und Handhabung
Unter den Batterie-/Akku-Frontlichtern bringen es Testsieger schon mal auf eine Betriebsdauer um die 35 Stunden im Nonstop-Modus. Die besten Rückleuchten erzielen einen Ausdauer-Spitzenwert von 60 Stunden. Kleine Sets für den Helm halten sogar bis zu 100 Stunden durch. Hier ist in erster Linie ein hoher Ausleuchtungswinkel gefragt, um auch die seitliche Sichtbarkeit sicherzustellen. Bei der Ixxi von Busch & Müller beläuft sich dieser Winkel auf großzügige 320 Grad.
Vor allem die Stiftung Warentest wertet in diesem Prüfpunkt rege ab. Keine Frage, Batterie- bzw. Akku-Sets sind flexibler als Dynamoleuchten und bei Sporträdern sowieso erste Wahl. Trotz stromsparender LEDs geht eine hohe Leuchtkraft aber oft mit einer schwachen Ausdauer einher. Und umgekehrt: Hohe Laufzeiten bringen nichts, wenn die Lichtstärke zu gering ist. Unser Tipp: Laufzeiten sind im Stadtverkehr zweitrangig; lieber auf eine hohe Leuchtkraft achten. Für besonders empfehlenswert halten wir Modelle, die eine batterieschonende Eco-Stufe vorsehen.
Testsieger überzeugen aber auch in der Handhabungsdisziplin auf ganzer Linie und sind im Praxistest schnell am Rad montiert. Pluspunkte gibt es, wenn sich die Halterung ohne Werkzeug anbringen lässt.
Auch tagsüber kann eine eingeschaltete Fahrradbeleuchtung die Auffälligkeit des Fahrrades verbessern.
Regen- und Staubschutz
Doch auch für die besten Fahrradlichter gibt es von den Testern schon mal einen Rüffel, etwa für eine schlecht erkennbare Akku-Anzeige. Ein gutes Beleuchtungsset sollte mindestens Schutz vor Spritzwasser mitbringen. Günstigere sparen hier. Strenger wird der Ton, wenn der Wasserschutz fehlt.
Wie gut die Beleuchtung tatsächlich vor Nässe - und auch Staub - geschützt ist, verrät der zweistellige „IP“-Code. Wasserabweisend, regenfest, spritzwassergeschützt, wasserdicht - die Begriffe der Hersteller sind vielfältig und nicht immer eindeutig. Die erste Ziffer steht für den Schutz gegen Fremdkörper, die zweite für den Wasserschutz. Wird eine Ziffer nicht angegeben, tritt an deren Stelle ein X. Die wichtigsten Schutzklassen können Sie der nachfolgenden Tabelle entnehmen. Beispiel: Eine im Handel häufig anzutreffende Bezeichnung ist „IP54“. Das bedeutet, dass die Leuchte sowohl gegen Staub „in schadhafter Menge“ als auch gegen Spritzwasser geschützt ist. Dieses Schutzniveau reicht in der Regel völlig aus.
Die wichtigsten Schutzklassen:
| 1. Ziffer Schutz gegen Fremdkörper | 2. |
|---|
Qualitätsunterschiede und Testsieger
Trotz Einsatz der LED-Technik zeigten die getesteten Beleuchtungsanlagen deutliche Qualitätsunterschiede. Bei einigen Beleuchtungssets bemängeln die Tester eine geringe Akkulaufzeit - während der Akku der Frontleuchte des Herstellers BBB bereits nach rund drei Stunden Leuchtdauer aufgebraucht ist, haben die Scheinwerfer von Busch und Müller sowie von Spanninga mit rund 20 Stunden eine über sechsmal längere Leuchtdauer.
Meistgetesteter Hersteller ist Busch & Müller, der auch im Noten- und Preis-Leistungs-Vergleich weit vorne fährt. XLC ist Schlusslicht, kann in der Gesamtwertung immerhin noch das Gesamturteil "befriedigend" erzielen. Tophersteller bewegen sich preislich tendenziell auf den höheren Rängen. Gute Qualität ist aber auch schon für kleines Geld geboten.
Von Axa bis Knog: Welche Hersteller streichen die besten Testnoten ein?
Fazit: Moderne LED-Beleuchtungssets können für einen hohen Sicherheitsgewinn bei nächtlichen Fahrradfahrten sorgen. Der Grundsatz je heller, je besser gilt hier nicht. Allein eine hohe Lichtstärke sollte jedoch nicht als entscheidendes Kaufargument dienen. Im Gegenteil, sehr helle Scheinwerfer mit schlechter Befestigung sorgen für eine enorme Blendgefahr anderer Verkehrsteilnehmer und können somit sogar zum Sicherheitsrisiko werden.
Nachhaltigkeit
Beleuchtungssets mit eingebautem Akku und USB-Ladeanschluss scheinen nur auf den ersten Blick praktisch und nachhaltig. Denn austauschen lassen sich die Akkus in der Regel nicht, selbst bei den teuren Modellen ist das nicht selbstverständlich. Wir empfehlen daher Sets mit Batteriefach, die Sie auch mit handelsüblichen Akku-Zellen betreiben können. Auf das Laden per USB müssen Sie bei vielen Lichtern allerdings verzichten. Ausnahmen: die Frontleuchten Ixon Pure, Ixon IQ und Ixon IQ Premium von Busch & Müller.
Empfehlungen für die richtige Fahrradbeleuchtung
- Die Halterung für Nachrüstung-Sets muss stabil und einfach zu bedienen sein. Sie darf sich nicht während der Fahrt verstellen.
- Das richtige Einstellen der Beleuchtung ist das A und O. Dies muss in der Bedienungsanleitung eindeutig und verständlich beschrieben werden. Ein Hinweis über die zusätzlich notwendigen Bauteile zum Erreichen einer StVZO-Konformität (Rückstrahlern usw.) wäre wünschenswert.
- Die Mindestanforderungen der DIN EN 33958-2014 hinsichtlich der Leuchtdauer müssen zumindest in der niedrigsten Stufe erreicht und zudem eine Beleuchtungsstärke von 10 Lux überschritten werden.
- Indikatoren mit einer qualitativen Aussage zum aktuellen Akkustand sind entscheidend, um nicht unerwartet im Dunkeln stehen zu müssen. Diese sollten einen eindeutigen Hinweis über den Ladezustand des Lichts geben. Dies gilt ebenso für die Rückleuchten.
- Eine helle, homogene und möglichst breite Lichtverteilung dient der Sicherheit und muss eine Voraussetzung an eine gute Lichtanlage sein.
Tipps für den Kauf
- Die Anforderungen in der Stadt sind nicht mit denen der beleuchtenden Wege außerhalb geschlossener Ortschaften zu vergleichen. Dementsprechend sollte die Auswahl der Beleuchtungsstärke bemessen werden. 40 Lux sollten für gut ausgeleuchtete Straßen ausreichend sein.
- Die Lichtverteilung, also wie gut der Nah- und Seitenbereiche ausgeleuchtet ist, kann am besten im Fachhandel in einem dunklen Raum austesten werden.
- Das allgemeine Handling, das heißt, wo habe ich eine Lademöglichkeit über USB, wie lange dauert eine Ladung der Front und Rücklichter (befinden sich auch zwei USB Kabel dafür im Lieferumfang?) sowie die Montagemöglichkeiten am Fahrrad sollte im Vorfeld überprüft werden.
Vor Fahrtantritt
Eine blendfreie Einstellung erfolgt am besten zu Zweit. Nach unserer Erfahrung aus dem Test ist eine Einstellung der Leuchtweite auf etwa 20 bis 40 Meter anzustreben. Bei Fahrrädern mit Federung muss bei der Einstellung eine Person auf dem Fahrrad sitzen.
Nach dem Einsatz
- Eine regelmäßige Ladung nach Gebrauch, verlängert die Lebensdauer, da Schäden einer Tiefentladung vorgebeugt werden.
- Um dem Diebstahl vorzubeugen, sollte abnehmbare Beleuchtung vor dem Abstellen des Fahrrades entfernt werden.
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