Gaszug verlängern Motorrad: Eine detaillierte Anleitung

Dieser Artikel befasst sich mit der Verlängerung und korrekten Verlegung von Gaszügen an Motorrädern, insbesondere bei Umbauten oder Anpassungen. Es werden verschiedene Aspekte behandelt, von der Identifizierung falsch verlegter Züge bis hin zu detaillierten Anleitungen zur Verlängerung und zum Austausch von Gaszügen.

Herausforderungen und Lösungen bei der Gaszugverlegung

Oftmals stellen falsch verlegte Gaszüge ein Problem dar, insbesondere nach Werkstattbesuchen, bei denen beispielsweise das Lenkkopflager getauscht wurde. Es ist wichtig, die korrekte Verlegung gemäß dem Werkstatthandbuch zu überprüfen, um Scheuerstellen und eine beeinträchtigte Funktion zu vermeiden.

Probleme mit der Gaszugführung

  • Scheuerstellen: Falsch verlegte Züge können zwischen Lenker und Auflage rutschen und dort scheuern, was zu Beschädigungen führt.
  • Suboptimale Platzierung: Eine inkorrekte Verlegung kann die Funktion des Gasgriffs beeinträchtigen und zu einer langsamen Rückstellung in die Ausgangsposition führen.

Korrektur der Gaszugführung

Die Züge sollten idealerweise um das Steuerrohr verlegt werden. Bei Umbauten, wie z.B. dem Einbau eines SB-Lenkers, kann eine Verlängerung der Züge notwendig sein. Es ist ratsam, die Züge gemäß den Zeichnungen im Werkstatthandbuch zu verlegen, um eine optimale Funktion zu gewährleisten.

Gaszugverlängerung: Verschiedene Ansätze

Es gibt verschiedene Methoden zur Verlängerung von Gaszügen, von der Anfertigung durch eine Bowdenzugmanufaktur bis hin zur Eigenlösung mit Löttechniken.

Professionelle Anfertigung

Eine Möglichkeit ist die Anfertigung von längeren Zügen bei einer Bowdenzugmanufaktur. Dabei werden die alten Züge eingeschickt, und es werden exakt passende, verlängerte Züge in guter Qualität angefertigt.

DIY-Lösungen zur Gaszugverlängerung

Eine weitere Option ist die Eigenlösung, bei der der Gaszug selbst verlängert wird. Hierbei ist es wichtig, auf die richtige Materialstärke und Löttechniken zu achten.

Benötigte Materialien und Werkzeuge:

  • Aussenhülle und Seele in 1,25mm Stärke
  • Passende Schraubnippel
  • Offene Flamme (z.B. Gasbrenner)
  • Flex oder Schleifbock
  • Lötzinn

Schritte zur Verlängerung:

  1. Hülle abzwicken und die Enden mit einer Flex oder einem Schleifbock eben schleifen.
  2. Seele durchziehen und auf der Vergaserseite passende Schraubnippel anbringen.
  3. Im Gasgriff ebenfalls Schraubnippel verwenden.

Alternative: Längere Züge von Schwestermodellen

Eine weitere Möglichkeit ist die Suche nach längeren Zügen von Schwestermodellen, die möglicherweise passen könnten. Hierbei können Vergleichsbilder und Teilenummern hilfreich sein.

Austausch von Gaszügen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Der Austausch von Gaszügen kann etwas knifflig sein, aber mit der richtigen Vorgehensweise ist er machbar.

Demontage und Montage

  1. Tank an der zentralen Schraube lösen und hochheben, um den Gaszugverteiler freizulegen.
  2. Gasgriff losschrauben und Bowdenzug ausfädeln.
  3. Neuen Bowdenzug einfädeln und am Gasgriff befestigen.
  4. Züge zuerst am Gasgriff montieren und dann unten an der Drosselklappe einhängen.

Synchronisieren der Vergaser

Nach dem Austausch der Gaszüge ist es wichtig, die Vergaser zu synchronisieren, um sicherzustellen, dass beide Vergaser gleichzeitig ziehen. Dies kann mit oder ohne Spezialwerkzeug erfolgen.

Synchronisation ohne Spezialwerkzeug:

Mit etwas Gefühl kann eine brauchbare Synchronisation auch ohne Hilfsmittel erreicht werden. Man kann hören, welcher Zylinder zuerst "kommt", wenn man mit dem Kopf über dem Tank ist.

Fehlerbehebung und Tipps

Bei Problemen mit dem Gaszug, wie z.B. Schwergängigkeit oder zu langem Spiel, gibt es verschiedene Lösungsansätze.

Einstellung des Gaszugs

Das Spiel der Züge wird in der Regel oben an den Metallbögen eingestellt. Der Gasgriff sollte sich 2-3 Grad drehen lassen, ohne dass sich die Züge mitbewegen.

Optimale Verlegung

Die Verlegung sollte so erfolgen, dass die Züge den Drosselklappenabgang möglichst gerade und in einem geschmeidigen Bogen verlassen. Enge Radien und Kreuzungen unter dem Tank sollten vermieden werden.

Zusätzliche Tipps

  • Ein Werkstatthandbuch kann bei der korrekten Verlegung und Einstellung der Züge hilfreich sein.
  • Bei schwergängigen Zügen kann eine gute Schmierung Abhilfe schaffen.

Umbau auf Seilzugverteiler bei R1100R

Ein Beispiel für eine erfolgreiche Modifikation ist der Umbau einer R1100R von 1993 auf einen Seilzugverteiler. Dabei wurden folgende Teile verwendet:

  • 32 73 7 692 562 Bowdenzug klein, 140 mm (rechts)
  • 32 73 7 692 563 Bowdenzug groß, 200 mm (links)

Der Umbau verlief ohne Probleme, ohne dass ein Wechsel der Drosselklappen oder eine Anpassung der Züge erforderlich war. Das Synchronisieren der Drosselklappen war danach wesentlich einfacher.

Fallbeispiele und Erfahrungen

Einige Nutzer haben berichtet, dass sie bei der Montage von Lenkererhöhungen Probleme mit schleifenden Gaszügen hatten. Hierbei kann eine alternative Führung der Züge oder die Verwendung eines Scheuerschutzes Abhilfe schaffen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0