Darf es noch ein bisschen mehr sein? Was an der Wursttheke im Supermarkt vielleicht noch gut ankommt, ist beim Radkauf nicht unbedingt erwünscht. Hier wird nicht nur auf den Preis geschielt, sondern oft auch auf das Gewicht. Was im Radrennsport schon lange üblich ist, spielt im Gravelbike-Bereich gar keine so entscheidende Rolle. Oder doch?
Unter der magischen Grenze von 9 Kilogramm: Welche Gravelbikes knacken die Marke von unter 9 Kilogramm? Was bedeutet es, so ein Leichtgewicht vor sich zu haben? Und: wie wichtig ist das Gewicht des Bikes wirklich? Wir geben Antworten und klären auf und präsentieren dir eine Auswahl leichter Schotterrenner. Neben der Auswahl der Leichtgewichte, die wir dir hier vorstellen, sind wir auch der Frage nachgegangen, wie wichtig das Gewicht eines Gravelbikes sein kann und was dies bedeutet. Alle wichtigen Informationen findest du unten.
Diese Gravelbikes wiegen unter 9 Kilogramm
Hier ist eine Übersicht von Gravelbikes, die weniger als 9 Kilogramm wiegen:
- Wilier Triestina Rave SLR ID2
Das Willier Triestina Rave SLR ID2 ist nicht nur in der High-End-Ausstattung ein Leichtgewicht, auch mit der Sram Force XPLR liegt das Gravelbike des italienischen Herstellers immer noch unter 9 kg. Ein Blick auf die Geometrie zeigt, wie deutlich Willier den Fokus auf Aerodynamik und Geschwindigkeit ausgelegt hat. Hinzu kommt eine mögliche Reifenbreite von bis zu 52 mm. Das bedeutet eine gute Traktion, wenn wild durchs Gelände geschottert wird. Ausstattung und Gewicht haben jedoch ihren Preis.
- Gewicht: 7,85 kg (Größe M)
- Antrieb: Sram Red XPLR 40T, 10-46T
- Laufrad: Miche Graff Aero 48
- Bereifung: Vittoria Terreno T50, 50 mm
- Preis: 9900 Euro
- 1OF1 Aerogravel
Das 1OF1 Aerogravel hat eine aerodynamisch optimierte Rahmenkonstruktion. Ausgestattet ist das Bike der Österreicher mit hochwertigen Komponenten und auf Geschwindigkeit und Effizienz ausgelegt. Dadurch wird das Bike aber auch teuer. Der Hersteller möchte bei diesem Modell die Robustheit eines Gravelbikes mit Designelementen, die typischerweise aus dem Straßenradsport stammen, kombinieren.
- Gewicht: 8,0 kg (Größe M)
- Antrieb: Shimano Dura-Ace Di2, 50/34T x 11-34T
- Laufrad: 1OF1 C.45 Disc SL Ceramic
- Bereifung: Schwalbe G-One Allround, 45 mm
- Preis: 9999 Euro
- Megamo Silk 05 AXS
Als waschechter Racer mit einem Gewicht deutlich unter der 9-Kilogramm-Marke zeigt sich das auf Speed ausgelegte Megamo Silk 05 AXS. Das One-Piece-Cockpit passt zum sportlichen Ansatz. Durch die langen Kettenstreben, einen flacheren Lenkwinkel sowie einen 1029er-Radstand bringt es dennoch eine angenehme Laufruhe mit, ohne an Agilität einzubüßen. Die Gangsprünge fallen durch die montierte 10-52er-Kassette groß aus, dafür sind auch kurze, steile Anstiege kein Hindernis.
- Gewicht: 8,7 kg (Größe M)
- Antrieb: Sram Apex/X1 Eagle AXS, 10-52
- Laufrad: Fulcrum Rapid Red 300
- Bereifung: Pirelli Cinturato, 40 mm
- Preis: 3999 Euro
- Specialized Crux Expert
Das Specialized Crux Expert ist ein sehr leichtes Gravelbike, das sich durch ein beeindruckendes Gewicht von knappen 8 kg in Rahmengröße 56 auszeichnet. Mit seiner Renngeometrie und einer großen Reifenfreiheit von bis zu 47 mm ist es sowohl für anspruchsvolle Wettkämpfe als auch für Abenteuer abseits der Straße geeignet.
- Gewicht: 8,07 kg (Größe 56)
- Antrieb: Sram Rival XPLR eTap AXS, 1x12, 40T, 10-44T
- Laufrad: Roval Terra C
- Bereifung: Pathfinder Pro 2BR, 38 mm
- Preis: 6000 Euro
- Stevens Camino AXS
Leicht und zu einem fairen Preis: das Stevens Camino AXS stellt das Top-Modell der Camino-Serie dar. Obwohl eine sportliche Fahrweise im Vordergrund steht, kann das Gravelbike dank der zahlreichen Montageösen auch als flotter Bikepacking-Flitzer fungieren. Eine elektrische Sram Force AXS und leicht laufende Zipp 303 S-Laufräder animieren das rund 8,5 kg wiegende Bike zum ordentlichen Meter machen.
- Gewicht: 8,5 kg (Größe L)
- Antrieb: Sram Force AXS 1x12, 40T x 10-44T
- Laufrad: Zipp 303S
- Bereifung: Continental Terra Speed, 40 mm
- Preis: 4399 Euro
- Rose Backroad FF GRX RX825 Di2
Schnell und flink auf Schotter und Waldwegen unterwegs. Das Rose Backroad FF bietet mit seiner Geometrie eine knackige Race-Performance ab und wurde sogar von unseren Lesern zum Gravelbike des Jahres 2024 gewählt. Paul Voß, amtierender Deutscher Gravel Meister und weltweit bei diversen Rennen aktiv, wechselt ebenfalls ab sofort auf diese Maschine, die mit der GRX Di2 und 4iii-Powermeter auf rund 8,2 kg in Größe M kommt.
- Gewicht: 8,2 kg (Größe M)
- Antrieb: Shimano GRX Di2 2x12, 31/48T x 12-36T
- Laufrad: Rose GC50
- Bereifung: Schwalbe G-One RS
- Preis: 4799 Euro
- Mondraker Arid Carbon RR
Das rund 8,6 kg wiegende Mondraker Arid Carbon RR zeigt mit einer sportlich-gestreckten Sitzposition nur bedingt, für welchen Einsatzzweck das Gravelbike gedacht ist. Denn: Es ist flink im Gelände, besitzt bspw. aber ebenso praktische Montageösen. Gut, wenn das nächste Bikepacking-Abenteuer bevorsteht. MTB-Gene sind durch die breiten Gabelscheiden oder die hohen Kettenstreben zu erkennen. Anspruchsvolles Gelände liegt dem Allrounder.
- Gewicht: 8,6 kg (Größe M/L)
- Antrieb: SramForce AXS 1x12, 40T x 10-44T
- Laufrad: Mavic Allroad Pro Carbon SL
- Bereifung: Maxxis Reaver, 45 mm
- Preis: 6499 Euro
- Giant Revolt Advanced 0
Der Allrounder aus dem Hause Giant kommt mit pfiffigen Details daher. Durch einen Flip-Chip kann die effektive Kettenstrebenlänge und somit die Agilität des Gravelbikes verändert werden, ein Staufach im Unterrohr verbirgt Ersatzschlauch und Minitool. Features, welche gut zu dem leichten und schnellen Allrounder passen. Außerdem können bis zu 53 mm breite Reifen montiert und dank zahlreicher Montageösen epische Bikepacking-Abenteuer bestritten werden. Mit leichten 8,3 kg in Größe M macht es auch bei Rennen eine gute Figur.
- Gewicht: 8,3 kg (Größe M)
- Antrieb: Shimano GRX820, 2x12, 48-31T x 11-36
- Laufrad: Giant CXR 2
- Bereifung: Cadex GX, 40 mm
- Preis: 4499 Euro
- Trek Checkpoint SLR 9 AXS
Der leichte Carbonrahmen des Trek Checkpoint SLR 9 AXS soll für eine optimale Balance aus Komfort und Steifigkeit sorgen, während die elektronische High-End-Schaltgruppe SRAM Red eTap AXS kabellose, schnelle Gangwechsel ermöglicht. Mit hochwertigen Komponenten, einem Tubeless-Setup-fähigen Carbon-Laufradsatz und einer aggressiven Geometrie spricht vieles dafür, das Bike bei einem knackigen Gravelrace zu fahren. Der Preis hat es aber in sich.
- Gewicht: 8,1 kg (Größe M)
- Antrieb: Sram Red AXS 1x12, 40T x 10-44T
- Laufrad: Bontrager Aeolus RSL 37V
- Bereifung: Bontrager GR1 Team Issue, 40 mm
- Preis: 12.999 Euro
- Pinarello Grevil F7
Für lange Rennen schleppt der italienische Schotterflitzer nicht nur erfreulich wenig Gewicht mit sich, sondern ist auch sonst auf Aerodynamik und Schnelligkeit getrimmt, ohne den Komfort zu vernachlässigen. Die Reifenfreiheit mit bis zu 50 mm, tief angesetzte Sitzstreben oder die neue Sattelstütze sollen für die richtige Wohlfühlatmosphäre sorgen. Sechs Rahmengrößen stehen zur Auswahl.
- Gewicht: 8,6 kg (Größe M)
- Antrieb: Sram Force AXS XPLR, 42T x 10-36T
- Laufrad: Most Gravel Carbon 45
- Bereifung: Vittoria Terreno T50, 45 mm
- Preis: 7200 Euro
- Cervélo Aspero-5 Ekar
Eine aerodynamische Rahmengeometrie: darauf wurde beim Cervélo Aspero-5 Ekar geachtet. Der leichte Carbonaufbau ist für schnelles Fahren auf wechselndem Terrain ausgelegt. Ausgestattet mit der Campagnolo Ekar 1x13-Schaltung, soll das Gravelbike Effizienz und Vielseitigkeit bieten. Anspruchsvolle Gravel-Enthusiasten dürften ihren Spaß haben.
- Gewicht: 8,5 kg (Größe M)
- Antrieb: Campagnolo Ekar 1x13, 38T x 9-42T
- Laufrad: Fulcrum Rapid Red 300
- Bereifung: Panaracer Gravelking SK, 38 mm
- Preis: 5999 Euro
- Canyon Grail CF SLX 8 eTap
Das Grail CF SLX 8 eTap des Koblenzer Versenders besitzt einen Carbonrahmen, der Komfort und Performance kombinieren soll. Mit der Sram Force eTap-Schaltung soll es eine ausgewogene Mischung aus Effizienz und Vielseitigkeit für lange Touren und raues Gelände bieten. In Größe M liegt das Gewicht bei sehr guten 8,14 kg, der Preis geht in Ordnung.
- Gewicht: 8,14 kg (Größe M)
- Antrieb: Sram Force XPLR eTap AXS/ 1x12, 40T x 10-44T
- Laufrad: Zipp 303 Firecrest Hookless
- Bereifung: Pirelli Cinturato Gravel RC, 40 mm
- Preis: 5299 Euro
- Orbea Terra M21e Team 1x
Selbst in Größe L mit rund 8,4 kg noch unter der magischen Grenze von 9 kg in unserer Übersicht: das Orbea Terra M21e Team 1x kann sowohl schnell sein als auch leichtes Bikepacking. Montageösen fehlen an der Gabel. Mit Staufach im Unterrohr des Rahmens, einer ausgewogenen Sitzgeometrie und der elektronischen Sram Force AXS-Schaltung bereitet das Gravelbike auf jedem Terrain großen Fahrspaß.
- Gewicht: 8,4 kg (Größe L)
- Antrieb: Sram Force AXS 1x12, 40T x 10-44T
- Laufrad: Oquo RC25
- Bereifung: Pirelli Cinturato Gravel H, 40 mm
- Preis: 5999 Euro
- BMC Urs 01 One
Billig ist das BMC Urs 01 One sicherlich nicht. Für 11.999 Euro bekommt der Kunde ein High-End-Gravelbike, welches nur knapp unterhalb der 9-kg-Grenze liegt. Dafür ist das Bike aber mit allerlei Top-Komponenten ausgestattet, wie der Sram Red XPLR-Schaltgruppe und den dazugehörigen Zipp 101 XPLR-Laufrädern. Ein gefederter Vorbau und 44 mm breite Pneus runden das Gesamtpaket ab.
- Gewicht: 8,9 kg (Größe M)
- Antrieb: Sram Red XPLR AXS 1x12, 38T x 10-52T Sram XX SL Eagle
- Laufrad: Zipp 101 XPLR
- Bereifung: WTB Raddler, 44 mm
- Preis: 11.999 Euro
- Cube Nuroad C:62 SLX
Als äußerst leicht erweist sich das Cube Nuroad C:62 SLX auf unserer Test-Waage. 8,1 kg sind eine echte Ansage für ein Allround-Gravelbike. So hat es Anlehnungen an einen Renner, besitzt dennoch eine ausgeglichene Geometrie und ordentlichen Fahrkomfort. Dank der Übersetzung kraxelt das Gravelbike behände die Berge rauf, die G-One R-Bereifung lässt sorgt gerade in der Ebene für ordentlich Dampf. Der Preis für den Carbon-Schotterflitzer ist mehr als fair.
- Gewicht: 8,1 kg (Größe M)
- Antrieb: Sram Force AXS & XX SL Eagle 1×12, 40T x 10-52T
- Laufrad: Newman Advanced SL X.R.25
- Bereifung: Schwalbe G-One R, 45 mm
- Preis: 4299 Euro
Warum reden wir hier von einer "magischen" Grenze von unter 9 Kilogramm bei einem Gravelbike? Wer sich einmal näher mit den verfügbaren Gravelbikes auf dem Markt beschäftigt, wird schnell feststellen, dass die meisten Bikes vom Gewicht im 9- oder 10-Kilogramm-Bereich oder sogar darüber liegen. Sind dadurch definitiv nicht schlechter oder besser als die hier vorgestellten Leichtgewichte. Der Einsatzzweck ist entscheidend.
Deutlich zu erkennen in unserer bunten Vorstellung ist der überwiegende Einsatzzweck auf Race und schnelles, sehr sportliches Fahren, welches man quasi als Grenze zu einem Allrounder sehen könnte. Sitzgeometrie und Komponentenauswahl weisen darauf hin. Dennoch besitzen auch sie einige Voraussetzungen für längere Touren und bieten unter anderem Befestigungen fürs Gepäck an oder haben einen robusteren Reifen aufgezogen. Die Grenzen können durchaus verschwimmen, was wiederum dem Kunden durch eine größere Auswahl und noch bessere individuelle Anpassung zugutekommen kann.
Gewicht bei Gravelbikes: Bedeutung, Einfluss und Abwägung
Ganz klar: Das Gewicht eines Gravelbikes spielt ebenfalls eine zentrale Rolle, wenn es um Performance und Vielseitigkeit geht. Sie sind so konzipiert, dass sie sich sowohl auf der Straße als auch im Gelände bewähren. Dabei stellt das Gewicht einen entscheidenden Faktor dar, der sowohl die Effizienz als auch den Fahrkomfort beeinflusst. Dabei gilt es, folgende Aspekte zu beachten.
Warum ist das Gewicht wichtig?
Ein leichteres Gravelbike ermöglicht besseren Vortrieb und eine höhere Effizienz beim Klettern. Besonders auf längeren Anstiegen und in technischem Gelände wird jedes eingesparte Kilogramm spürbar. Gleichzeitig reduziert ein geringes Gewicht die Gesamtbelastung, was vor allem bei mehrtägigen Bikepacking-Touren ein Vorteil sein kann. Auch bei Rennen oder ambitionierten Runden, bei denen jede Sekunde zählt, kann sich ein geringeres Gewicht auszahlen.
Leichte Gravelbikes setzen meist auf einen Rahmen aus Carbon. Doch selbst bei den Carbonfasern gibt es noch Unterschiede in der Qualität und Verarbeitung, was zusätzlich aufs Gewicht drücken kann.
Die Wahl der Komponenten
Das Gewicht steigt oder sinkt durch die verwendeten Materialien und Komponenten. Rahmen aus Carbon sind in der Regel leichter als welche aus Aluminium und Stahl. Aber selbst hier gibt es noch wesentliche Unterschiede bei den verwendeten Carbonfasern, die je nach Ausführung zusätzlich einige Gramm einsparen können. Das treibt die Kosten natürlich in die Höhe, das Material Carbon ist teurer.
Ebenso beeinflusst etwa die Wahl der Laufräder samt Reifen, die gewählte Schaltgruppe und andere Anbauteile das Gesamtgewicht. Tubeless-Bereifung kann beispielsweise das Gewicht reduzieren. Ein Aluminium-Lenker ist wahrscheinlich schwerer als einer aus Carbon. Beim Sattel gilt das genauso.
Dennoch gibt es bei Gravelbikes eine nicht zu vernachlässigende Besonderheit: Aufgrund ihres Einsatzbereichs müssen sie robuster und belastbarer sein als reine Rennräder. Diese Robustheit bringt oft ein höheres Gewicht mit sich, sei es durch verstärkte Rahmen oder breitere Reifen. Die Kunst ist es, einen guten Kompromiss zwischen Leichtbau und Stabilität zu finden.
High End: Top-Schaltgruppen, wie hier die Sram Red XPLR, sind meist leichter als "günstigere" Schaltgruppen, da z. B. bei Kassette oder Schaltwerk Carbon anstatt Aluminium zum Einsatz kommt. Das treibt leider auch den Preis hoch.
Gewicht vs. Vielseitigkeit
Ist ein besonders leichtes Gravelbike immer die beste Wahl? Nicht unbedingt. Die Vielseitigkeit und die Funktionalität spielen ebenso eine große Rolle. Deshalb sollte zunächst immer die Frage gestellt werden, welchem Einsatzzweck das Gravelbike dienen soll. Zusätzliche Befestigungsmöglichkeiten für Taschen, Schutzblech und Co, eine größere Reifenfreiheit und Komfortmerkmale wie gefederte Sattelstützen oder Lenker erhöhen das Gesamtgewicht und verbessern die Alltagstauglichkeit. Das Mehrgewicht kann für Bikepacking-Fans und Alltagsradler somit akzeptabel sein, solange die Fahreigenschaften und die Haltbarkeit überzeugen.
Persönliche Vorlieben und der Einsatzzweck
Wie bereits erwähnt, hängt die Bedeutung des Gewichts von den individuellen Bedürfnissen eines jeden einzelnen Fahrers ab. Daher ist die Definition des persönlichen Einsatzzwecks des Gravelbikes essenziell, um nach dem Kauf nicht frustriert festzustellen, dass die Wahl des Bikes doch verkehrt war. Wer sein Gravelbike vor allem für Rennen oder schnelle Ausfahrten nutzen möchte, sollte ein möglichst leichtes Modell wählen. Für Tourenfahrer oder Abenteurer, die mehr Wert auf Komfort und Zuverlässigkeit legen, kann das Gravelbike mit den etwas schweren Komponenten möglicherweise die bessere Wahl sein. Am Ende ist es aber zusätzlich eine Frage des Geldes. Denn leider verhält es sich so, dass leichteres Gewicht erkauft werden muss, der Preis des Gravelbikes dadurch steigen kann.
Durch sein federleichtes Gewicht von 7,22 kg war das Specialized S-Works Crux einst das Maß der Dinge im Gravel-Race-Segment. Doch seit seinem Release 2022 hat sich die Szene weiterentwickelt und der Wettbewerb ist härter denn je: Aero-Boliden mit mehr Reifenfreiheit setzen 2025 neue Maßstäbe.
Die leichtesten Gravelbikes 2024 im Überblick
Enger geht’s kaum! Die Top-Drei der leichtesten Gravelbikes im Testjahr 2024 trennen lediglich 65 Gramm. Angeführt wird die Bestenliste von einer Neuheit: dem Checkmate SLR 8 von Trek. Das erste wettkampforientierte Geländerad der US-Amerikaner setzt sich mit 8155 Gramm an die Spitze. Der “Vorsprung” auf das zweitplatzierte Canyon Grail CF SLX 8 AXS ist allerdings verschwindend gering bzw. vernachlässigbar. Schließlich hing das Modell der Koblenzer nur fünf Gramm schwerer an der TOUR-Waage. Das Backroad FF von Rose komplettiert das Trio.
| Platz | Modell | Gewicht (Gramm) |
|---|---|---|
| 1 | Trek Checkmate SLR 8 | 8155 |
| 2 | Canyon Grail CF SLX 8 AXS | 8160 |
| 3 | Rose Backroad FF Force AXS XPLR | 8220 |
Entscheidender Vorteil: Das Trek ist mit Red XPLR-Gruppe aufgebaut und profitiert damit beim Gesamtgewicht gegenüber dem Canyon und Rose, an die die die schwerere Force XPLR geschraubt ist. Das Rad der Kalifornier nimmt im Gravel-Segment eine absolute Sonderstellung ein. Durch robustere Rahmen-Sets, breitere Reifen und schwerere Schaltgruppen erreichen selbst rennmäßige und teure Gravelbikes äußerst selten ein Gewicht unter acht Kilogramm.
16 Räder - ein Rad-Segment: Gravel. Doch Gravel ist nicht gleich Gravel. Das Segment differenziert sich zunehmend aus. Die Ansprüche, die Einsatzzwecke und die Gravelbikes werden immer spezifischer: Von Modellen für den Renneinsatz, über Alltags- und Pendlerbikes bis hin zu solchen für Mehrtagestouren und Radreisen.Einige Test-Modelle erinnern von ihrer Geometrie, der Ausrichtung und der Ausstattung her an Rennräder mit breiteren Reifen beziehungsweise an Cyclocrosser - bei anderen liegt der Fokus eher auf den Parametern Fahrkomfort, Zuladung und Geländetauglichkeit.
An elf Rädern in diesem Test sind Gruppen mit Einfachantrieb, an vier sind Zweifach-Systeme verbaut. Quäl dich nicht. Um sich während des Schotterritts nicht zu sehr zu quälen, ist auch das körperliche Wohlbefinden ein wichtiger Aspekt. Viel geht hier über das Rahmen- und Gabelmaterial. Gerade die Carbonrahmen können exakt komfortabel oder extra-steif konstruiert werden. Aluminiumrahmen hinterlassen auch im Test einen klar steifen Eindruck, sind sehr vortriebsorientiert. Aber selbst Stahl ist kein Garant für höchsten Fahrkomfort.Unter diesem Aspekt muss man auch die Reifen betrachten. Gehäuft sind die Räder mit 40 mm breiten Pneus bezogen. Die sind ein guter Kompromiss aus Gewicht (als rotierende Masse nicht unerheblich) und Haftung auf Schotter, verschenken aber auch Komfortpotenzial. Merklich besser machen es schon die 45er Gummis.
Mit ihrer Agilität und Spritzigkeit begeistern Gravelbikes leicht, können sogar süchtig machen. Und das in einer immer weiter wachsenden Angebotsbandbreite.
Race-Gravel-Bikes 2025 im Test
Auf der Suche nach Sekunden haben wir die schnellsten Race-Gravel-Bikes 2025 in unserer eigenen Gravel-WM - die im Gegensatz zum UCI WC tatsächlich in Nizza stattfand - gegeneinander antreten lassen. Neben dem schnellsten Gravel-Bike des Jahres gibt es klare Empfehlungen für jeden Fahrertyp.
Was einst nach staubigen Abenteuern und Lagerfeuer-Romantik klang, hat sich still und leise in die Pole Position des modernen Radsports geschoben. Spätestens seit dem Start der UCI Gravel World Championships und den letzten Jahren bei Unbound und The Traka ist klar: Das hier ist Rennsport mit allem, was dazugehört. Und auch die Bikes ziehen bei diesem Trend mit.
Schnell ist, was schnell ist und das Bike, das am Ende in den meisten Fahrsituationen die Nase vorne hat, gewinnt das Rennen um das beste Race-Gravel-Bike 2025. Gewicht spielt hier genauso eine Rolle wie die Laufrad- und Reifenwahl, aber die Crux liegt in der Verwindungssteifigkeit des Rahmens, der Gabel und des Cockpits.
Wie gewaltig der Sprung seit 2023 war zeigen allein die Zahlen: Die Reifenfreiheit ist im Schnitt von 43 auf 46 mm gewachsen - ein Plus von rund 7 %. Gleichzeitig purzelten die Kilos: Das Durchschnittsgewicht sank von 8,74 auf 7,98 kg - eine Reduktion um gut 8,7 %. Der Preis? Wortwörtlich hoch: Mit einem Durchschnittspreis von 9.512 € liegt das neue Testfeld satte 47 % über den 6.454 € von 2023.
Einige getestete Modelle:
- 3T Extrema Italia: vereint Aerodynamik und Vielseitigkeit
- Cannondale SuperX 2: Laufruhe, Stabilität und souveränes Handling.
- Falkenjagd Aristos SL: Rahmen aus leichtem Grade 5 Titan
- MERIDA SILEX 8000: Adventure-DNA und Race-Ambitionen in einem Rahmen.
- Parapera Anemos²: leichtesten Gravel-Bikes im Test
- SCOTT Addict Gravel RC: modernes Look, und ein ausgewogenes Verhältnis aus Agilität und Stabilität
- Superior XR 9.7 GF: Allroad-Bike, leicht, wendig und mit viel Fahrspaß
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