Liege Dreirad E-Bike im Test: Komfort, Sportlichkeit und Innovation

Liegeräder haben eine über 100-jährige Geschichte und zahlreiche Gattungen hervorgebracht. Technisch sind sie voll auf der Höhe der Zeit. In dieser von unserer unabhängigen Redaktion erstellen Liste finden Sie die derzeit besten Liegeräder. Durchschnittlich werden die Produkte mit Note 1,2 bewertet. Wir arbeiten unabhängig und neutral. Wenn Sie auf ein verlinktes Shop-Angebot klicken, unterstützen Sie uns dabei. Wir erhalten dann ggf. eine Vergütung.

Liegeradtypen: Kurz-, Tief- oder Langlieger?

Die Zuordnung als Kurz-, Tief- und Langlieger hängt vom Aufbau des Rades ab. Bei Kurzliegern ist das Tretlager vor dem Vorderrad angebracht, sie sind daher relativ kompakt und - obwohl der Eindruck aufgrund der geringen Höhe häufig täuscht - selten länger als ein normales Rad. Das Tretlager selbst ist in der Regel etwas höher als der Sitz positioniert, der wiederum meist in 30 bis 50 Zentimeter Höhe liegt und dementsprechend einen guten Kompromiss aus windschlüpfriger Aerodynamik und guter Verkehrsübersicht bietet. Sie gelten aber, wie fast alle Liegeräder, auch als ideale Reise- und Tourenräder.

Sportliche Fahrer hingegen ziehen Tieflieger, eine Variation der Kurzlieger, vor. Kennzeichen sind eine niedrige Sitzhöhe und eine größere Tretlagererhöhung. Das hat zur Folge, dass die oft auch in der Ausstattung, etwa bei der Federung, abgespeckten Liegeräder sehr wendig und vor allem sehr schnell sind - nicht selten flotter als ein Rennrad. Aufgrund der schlechteren Übersicht taugen sie allerdings weniger gut für den Stadteinsatz, ihre Stärken sind spritzige Touren, Sprints und reine Tempofahrten. Tieflieger gibt es in drei Formen, die je nach Sitzhöhe als „Lowracer“ (bis 20 Zentimeter), „Semitieflieger“ (bis etwa 45 Zentimeter) und „Highracer“ (ab 50 Zentimeter, große 24- oder 26-Zoll-Reifen) bezeichnet werden.

Langlieger wiederum zeichnen sich durch ein hinter dem Vorderrad montiertes Tretlager aus. Sie sind daher länger und weniger wendig, bieten dafür ein hohe Laufruhe bei Geradeausfahrten. Ein hoher Radstand sorgt für Übersicht, außerdem kann ein Langlieger meist kräftig bepackt werden. Lange Zeit galten sie daher als Idealbesetzung für Touren und Reisen. Mittlerweile sind sie allerdings von den vielseitiger einsetzbaren Kurzliegern weitgehend verdrängt worden.

Lenkerfrage

Die Position des Lenkers hat einen Einfluss auf das Fahrverhalten und die Eingewöhnung. Auf längeren Strecken strengt ein Oberlenker jedoch die Armuskeln an, weswegen vor allem Tourenfahrer einen seitlich neben der Sitzschale angebrachten Untenlenker bevorzugen, der entspannender für die Arme ist. Wer diese Kunst beherrscht, kann allerdings auf dem Liegerad auch freihändig fahren.

Vorteile von Liegerädern

  • Liegeräder haben vor allem aerodynamische Vorteile.
  • Durch die tiefe Position ist der Luftwiderstand auf einem Liegerad sehr gering.
  • Liegeräder halten neben dem aerodynamischen Vorteil noch weitere Trümpfe in der Hand, beispielsweise die bequeme Sitzposition auf einem Schalen- oder Netzsitz.
  • Er macht die Sitzprobleme auf einem Sattel vergessen.
  • Arme, Hände und Handgelenke müssen kein Körpergewicht tragen.
  • Auch der Kopf muss in der Regel nicht oder nur wenig geneigt werden.
  • Mit einem Liegerad kann man selbst bei Problemen mit der Wirbelsäule noch sportlich unterwegs sein.
  • Aufgrund des niedrigen Schwerpunkts ist es beinahe unmöglich, bei einem Unfall oder zu hartem Bremsen über den Lenker „abzusteigen“.
  • Liegeräder gibt es nur in einer Größe. Sie lassen sich an unterschiedliche Körpergrößen anpassen, wenn der Ausleger mit dem Tretlager oder der Sitz verschoben wird.

Nachteile von Liegerädern

  • Liegeräder benötigen mehr Platz als herkömmliche Fahrräder.
  • Beim Tragen oder auf Treppen sind sie oft sperrig, auch der Transport in Zügen kann problematisch sein.
  • Das höhere Gewicht der Liegeräder zeigt sich an Anstiegen deutlich, bergauf geht es mit dem Liegerad oft langsamer als mit einem mehrere Kilo leichteren Fahrrad.
  • Die kleinen Raddurchmesser können es unmöglich machen, Bordsteine ab einer gewissen Höhe zu überfahren.
  • Dass eine Änderung der Sitzposition während der Fahrt nicht möglich ist, kann als störend empfunden werden.
  • Da der Schulterblick schwerfällt, werden Rückspiegel benötigt.
  • Durch die niedrige Sitzposition ist der Überblick über den Verkehr eingeschränkter als auf anderen Fahrrädern.
  • Durch ihre Länge sind vor allem die sogenannten Langlieger wenig wendig, während Dreiräder, auch Trikes genannt, breiter sind als andere Fahrräder.
  • Liegeräder werden nicht in großer Zahl produziert, daher sind sie recht teuer.
  • Wer mit einer Pedelec-Version liebäugelt, muss den Geldbeutel noch etwas weiter aufmachen.

Spezialeinsätze und Liegeradtypen

Viele Liegerad-Modelle sind als Pedelec oder S-Pedelec erhältlich. Durch den niedrigen Schwerpunkt beeinflusst das Zusatzgewicht von Antrieb und Akku das Fahrverhalten so gut wie nicht. Beliebt sind Liegedreiräder auch im Reha-Bereich. Gepäck verändert das Fahrverhalten ebenfalls kaum. Das qualifiziert sie für Radreisen.

Kurzlieger

Kurzlieger sind beliebt, weil sie ähnlich kompakt sind wie herkömmliche Fahrräder. Das Tretlager liegt vor dem Vorderrad. Der Oberkörper ist mäßig zurückgelehnt und erlaubt eine komfortable Kopfhaltung. Bei den Lenkern gibt es mehrere Varianten: Arme und Hände greifen einen Untenlenker sehr entspannt. Durch die breite Armhaltung ist die Aerodynamik nicht mehr so gut, und manche empfinden das Lenkverhalten als gewöhnungsbedürftig. Ein Obenlenker ist näher am klassischen Fahrradlenker.

Sesselräder

Sesselräder sind eine Variante der Kurzlieger. Ihr Sitz liegt hoch, die Rückenlehne steht aufrecht und ein Obenlenker erhöht den Komfort zusätzlich.

Langlieger

Langlieger sind Liegeräder, bei denen sich das Tretlager zwischen den Laufrädern befindet. Durch den langen Radstand vermitteln sie eine enorme Laufruhe, sind aber alles andere als wendig.

Tieflieger

Tieflieger werden vor allem für den sportlichen Einsatz oder lange Strecken genutzt. Da sich der Sitz nur knapp über dem Boden befindet, ist das Gefährt extrem flach und windschnittig. Das Tretlager befindet sich wie beim Kurzlieger vor dem Vorderrad.

Liegedreirad oder Trike

Liegedreiräder gibt es entweder mit zwei Rädern vorn oder hinten. Sie geben viel Sicherheit, der Ein- und Umstieg fällt auf ihnen leicht. Die Seitenwindanfälligkeit ist geringer, aber sie sind deutlich sperriger als zweirädrige Liegeräder. Sind die Laufräder vorne, handelt es sich um sportliche Modelle, die in Kurven nicht so leicht kippen.

Velomobile

Velomobile sind verkleidete Liegeräder. Ihre ausgezeichnete Aerodynamik und der Wetterschutz machen sie eigentlich zum idealen Pendlerfahrzeug für längere Strecken.

Das Liegedreirad erlebt einen Aufschwung

Das Liegedreirad erlebt einen Aufschwung und kommt auch bei immer jünger werdenden Menschen zunehmend gut an. Verantwortlich sind dafür u.a. die sportlich ausgerichteten Modelle wie das HP Velotechnik Scorpion, ICE VTX und ICE Sprint X. Tourenradler lieben das ICE Sprint. Ein wirklich komfortables Liegerad mit dem Drang zur sportlichen Fahrweise. Sportlich liegend und mit 250 Watt unterstützt, geht’s im Testbericht vom Scorpion aus dem Hause HP Velotechnik voran. Ein Genuss für jeden der gerne Liegerad fährt.

Testberichte und Erfahrungen

HP Velotechnik Scorpion

Der neue Scorpion kommt mit einem Aluminium-Rahmen und einem tiefen Schwerpunkt. Eine Breite von nur 83 cm lässt ihn durch jeden Engpass kommen. Doch wie schaut es mit der Sicherheit in Kurven aus und wie gut eignet sich der Scorpion für Radreisen, wo es ggf. auch durchs Gelände geht? Verbaut ist beim Testmodell ein Go SwissDrive Motor mit 250W. Dazu gibt es einen 558 Wh Akku. Der Motor kommt mit einer Anfahrhilfe und Rückwärtsgang. Hier entscheidet der persönliche Geschmack. Der Akku befindet sich unterhalb der Sitzlehne.

Hinsetzen, wohlfühlen. Nachdem ich bereits den Scorpion fs26 Enduro im Test hatte, war meine Erwartungshaltung an das neue Modell sehr hoch. Überraschend gut klappte es. Nasses Laub, tiefer Matsch oder einfach feuchter Asphalt, machten keine Probleme. Wer gerne sportlich unterwegs ist und in Kurven auch Spaß haben möchte - der sollte es vor allem hinten nicht mit dem Profil übertreiben, sondern ruhig den Schwalbe Racer, Marathon oder ähnlichen Reifen nehmen. Vorne sind die Schwalbe Tryker eine gute Wahl. Gebremst wird der Scorpion wahlweise mit hydraulischen Tektro Auriga Scheibenbremsen, wie hier das Testmodell.

ICE Adventure HD

Unter dem Slogan “Die Kaufberatung für 2023” wurden verschieden E-Bike Neuheiten vorgestellt und auf Herz und Nieren getestet, darunter genau ein Liegerad. Das Sahnehäubchen zum Schluss ist neben der Testnote “Sehr Gut” natürlich das Testsiegel “Empfehlung”, welches die Redaktion unserem Liegerad mit E-Antrieb verliehen hat.

Easy Sport von Van Raam

Das Easy Sport Dreirad ist nach allen Evaluierungen und Liegefahrrad Tests als Sieger herausgegangen. Des Weiteren, besitzt das Easy Sport eine gute Sitzhöhe, welchesfür eine gute Mobilität für Personen mit eingeschränkter Mobilität bietet da auch der Sitz sowie die Rückenlehne separat eingestellt werden können und an Ihre Bedürfnisse angepasst werden können.

Das Easy Sport verfügt optional zudem über eine individuelle Tretunterstützung, welche eine sehr gute Unterstützung bieten und vielseitige Einsatzmöglichkeiten vorweist. Auffallend war, das sich der Motor schnell einschaltetbeim Treten und das Van Raam System eine gute Unterstützung bietet.

Weitere getestete Modelle

  • KMX Cobra X
  • ICE FULL Fat
  • Scorpion fs26 Enduro
  • ICE VTX
  • KMX Kompact R
  • ICE Sprint X
  • ICE Adventure

Worauf sollte man beim Kauf eines Liegerads achten?

  1. Lass dich nicht vorschnell verführen!
  2. Probefahrt ist ein Muss
  3. Informiere dich über die verschiedenen Anbieter
  4. Bedenke den Einsatzzweck
  5. Überlege, wo du fahren wirst
  6. Preis-Leistungs-Verhältnis

Häufige Fragen zum Liegerad

Werden Liegeradfahrer im Straßenverkehr gut gesehen?

Wer im Straßenverkehr vorausschauend unterwegs ist, wird auf dem Liegerad ebenso gut gesehen wie auf einem normalen Fahrrad.

Wie schwer ist ein Liegerad?

Viele Modelle wiegen zwischen 13 bis 16 kg. Wenn es eine reine Rennmaschine sein soll, kommt man auch an die 10 kg heran.

Ist man mit dem Liegerad schneller als mit dem Fahrrad?

Ja, denn auf dem Liegerad ist der Gegenwind deutlich reduzierter. Die Fahrt auf dem Liegerad beansprucht andere Muskeln als auf dem Fahrrad. Diese müssen sich erst an die neue Belastung gewöhnen.

Fährt man mit dem Liegerad auch Berge hoch?

Selbstverständlich. Viele Liegeradler sind sogar der Meinung, dass du steilere Berge schaffst als mit dem normalen Rad.

Vorteile des Liegeradfahrens

  • Am Berg gibt es keine Mindestgeschwindigkeit, denn man kann nicht umkippen.
  • An roten Ampeln muss man nicht absteigen sondern lehnt sich entspannt zurück und wartet auf Grün.
  • Gegenwind hat keine Angriffsfläche und noch weniger Windwiderstand bieten nur Velomobile.

Reifenverschleiß bei Liegerädern

Viele Liegeräder und Trikes neigen zu einem hohen Reifenverschleiß. Die Gründe sind verschieden und häufig durch eine bessere Reifenwahl oder einfach die Einstellung des Bikes zu beheben.

ADFC: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich mit seinen mehr als 240.000 Mitgliedern mit Nachdruck für die Verkehrswende in Deutschland ein. Wir möchten eine sichere und komfortable Infrastruktur für den Radverkehr, damit sich junge und junggebliebene Fahrradfahrende sicher und zügig fortbewegen können.

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