Moped Vergaser Einstellen: Eine umfassende Anleitung

Die Vergasereinstellung entscheidet über das Leerlaufverhalten, die Leerlaufdrehzahl, den Spritverbrauch, das Abgasverhalten, den Durchzug und die Endgeschwindigkeit. Daher ist es wichtig zu wissen, wie man den Vergaser richtig einstellt. Hier erklären wir, wie Sie in nur 5 einfachen Schritten einen Vergaser an einem 4-Takt-Roller richtig einstellen können.

Grundlagen der Vergasereinstellung

Unterscheiden muss man prinzipiell zwischen Einstellungen an der Hauptdüse selbst und den weiteren Teilen wie Leerlauf, Gemisch (auch Gemischregulierschraube) und Düsennadel. Auf dem Bild oben kann man den Vergaser eines 50er Rollers sehen. Die Leerlaufschraube (meist seitlich in der Mitte des Vergasers) nehmen wir uns als erstes vor.

Wirkt die Leerlaufschraube direkt auf den Schieber (so wie auf dem Bild oben) - dann zum Reindrehen der Leerlaufschraube immer vorher etwas(!) Gasgeben und dann halten, so dass der Schieber nicht auf der Schraubenspitze aufsitzt. Das ist bei manchen Vergasern sinnvoll, damit sich kein Grat am Schieber selbst bildet. Das Herausdrehen ist dagegen unkritisch. Also: Etwas Gas geben und die Schraube einfach einmal ein Stück reindrehen.

Wenn der Motor dann im Stand (ohne Gas) ausgeht, drehen wir die Schraube noch etwas weiter rein (im Uhrzeigersinn), wenn der Leerlauf zu hoch ist, drehen wir sie etwas weiter raus. Die andere Schraube (evtl. sogar zwei) sind für das Gemisch im Standgas zuständig. Diese wird zuerst ganz reingedreht und dann drei Mal eine halbe Umdrehung heraus (Standardeinstellung bei den meisten Vergasern). Es wird also insgesamt 1,5 volle Umdrehungen herausgedreht. Durch den Schlitz lässt sich das mit den drei halben Umdrehungen sehr schön sehen.

In die eine Richtung wird es fetter, in die andere magerer. Das Ganze beeinflusst hauptsächlich den Leerlauf. Ziel ist es hier, einen möglichst gleichförmigen Rundlauf des Motors im Standgas zu erzielen. Zuvor sollte natürlich die Drehzahl auf ein vernünftiges Niveau eingestellt und der Motor selbst warm gelaufen sein (siehe oben). Ansonsten macht der Choke alles zunichte. Gemischregulierschraube ganz reindrehen (im Uhrzeigersinn); Leerlaufdrehzahl so einstellen, dass der Motor gerade noch läuft. Dann so lange die Gemischregulierschraube herausdrehen, bis die Drehzahl nicht mehr weiter steigt.

Die Leerlaufschraube

Als Ergänzung (und bei zwei Einstellschrauben für das Gemisch) die Beschreibung in Anlehnung an J. Leerlaufsystem des Vergasers. Diese sitzt Stromabwärts vom Schieber betrachtet und regelt die Menge des mit Luft bereits vorgemischten Kraftstoffs, der in das Saugrohr gesaugt wird. Durch Herausdrehen der Schraube wird die Gesamtmenge erhöht. Da das Luft-/Kraftstoffgemisch hier bereits festgelegt ist (durch die Leerlaufdüse und die Luftregulierschraube siehe oben) und zusätzlich etwas Luft am Vergaserschieber vorbeiströmt, reichert das Herausdrehen das Gemisch an.

Ein Beispiel: Wenn die Leerlaufdüse und die Leerlauf-/Luftdüse ein Luft-/Kraftstoffgemisch von 6:1 liefern und die Strömung am Schieber vorbei beträgt sechs Lufteinheiten, erreicht das Gesamtgemisch ein Verhältnis von 12:1. Die Hauptdüse (HD) selbst befindet sich innerhalb der Schwimmerkammer des Vergasers.

Einstellschritte für einen 4-Takt-Roller Vergaser

Um den Vergaser richtig einzustellen, sind folgende Schritte notwendig:

  1. Zuerst muss der Motor auf Betriebstemperatur gebracht werden.
  2. Für die Einstellung müssen nun 2 Schrauben gleichzeitig eingestellt werden: zum einen die Standgasschraube und zum anderen die Schraube für die Luftzufuhr.
  3. Wenn der Motor warm ist, lasst ihr ihn weiterlaufen und setzt beide Schraubendreher auf die Schrauben. Dann dreht ihr die Lufteinstellschraube komplett zu. Die Drehzahl geht dabei stark runter.
  4. Wenn ihr diesen Punkt erreicht habt, dreht ihr die Lufteinstellschraube langsam heraus. Ihr werdet hören, wie die Leerlaufdrehzahl wieder hochgeht. Dreht weiter bis an den Punkt, an dem die Drehzahl hörbar nicht weiter steigt.
  5. Jetzt stellt ihr über die Standgasschraube noch die richtige Leerlaufzahl ein.

Denkt bitte daran: Es kann sein, dass die optimale Einstellung nicht gleich beim ersten Versuch erreicht wird.

Weitere wichtige Aspekte

Die Einstellung des Chinaroller Vergasers funktioniert wie oben beschrieben.

Anmerkung: Das ist nur eine sehr grobe Anleitung, um in das Thema erst einmal einzusteigen. Wichtig ist eine Wartung am ganzen Fahrzeug. Immer dann, wenn andere Motorkomponenten (Zündzeitpunkt, Luftfilter, Steuerzeiten, Auspuffabstimmung) angepasst werden, ist auch die Vergasereinstellung zu berücksichtigen.

Ein häufig übersehener, aber kritischer Teil der Vergasereinstellung ist der Schwimmerstand. Die richtige Höhe des Schwimmers bestimmt, wie viel Kraftstoff sich in der Schwimmerkammer des Vergasers befindet. Wenn der Schwimmerstand zu niedrig eingestellt ist, kann das Fahrzeug stottern oder im oberen Drehzahlbereich an Leistung verlieren, da nicht genügend Kraftstoff zur Verfügung steht. Überprüfen Sie den aktuellen Schwimmerstand.

Die Umgebung, in der ein Motorrad oder Roller gefahren wird, kann auch die optimale Vergasereinstellung beeinflussen. In höheren Höhen ist die Luft dünner, was bedeutet, dass weniger Sauerstoff verfügbar ist. Dies kann zu einem zu fetten Gemisch führen, wodurch das Fahrzeug träge wird und mehr Kraftstoff verbraucht.

Membranen sind ein essentieller Bestandteil vieler moderner Vergaser und sorgen für eine bessere Ansprechbarkeit. Mit der Zeit können sie jedoch spröde werden oder Risse bekommen. Wenn eine Membran beschädigt ist, wird der Motor nicht mehr so reagieren, wie er sollte.

Der Choke, auch Kaltstartsystem genannt, erhöht das Kraftstoff-Luft-Gemisch beim Kaltstart. Ein nicht korrekt funktionierender Choke kann zu einem schlechten Kaltstartverhalten und erhöhtem Kraftstoffverbrauch führen.

Einige Motorräder, insbesondere größere Maschinen, haben mehr als einen Vergaser. In solchen Fällen ist es wichtig, sicherzustellen, dass alle Vergaser synchron arbeiten.

Reinigung und Wartung des Vergasers

Selbst mit der besten Einstellung wird ein Vergaser nicht effizient arbeiten, wenn er verschmutzt oder verstopft ist.

  1. Demontage: Zerlegen Sie den Vergaser in seine Hauptkomponenten.
  2. Reinigung: Ein spezielles Vergaserreinigungsmittel verwenden, um alle Teile gründlich zu reinigen.
  3. Inspektion: Überprüfen Sie alle Düsen, Membranen und Passagen auf Verschleiß oder Schäden.

Der Kraftstofffilter spielt eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung eines sauberen Kraftstoffsystems und indirekt auch eines sauberen Vergasers. Ein verstopfter Kraftstofffilter kann den Kraftstofffluss zum Vergaser einschränken, was zu Leistungsverlusten führt. Es gibt Aftermarket-Kraftstofffilter, die eine höhere Filtrationsrate bieten und möglicherweise länger halten als Standardfilter.

Die Kunst und Wissenschaft der Vergasereinstellung

Die Vergasereinstellung ist eine Kunst und Wissenschaft zugleich. Mit der richtigen Kenntnis und Sorgfalt können Sie jedoch die Leistung und Effizienz Ihres Motors optimieren. Ein gut eingestellter Vergaser sorgt nicht nur für eine bessere Leistung, sondern auch für eine längere Lebensdauer des Motors und einen geringeren Kraftstoffverbrauch.

Spezifische Vergaser-Typen: BVF 16N

Die BVF Vergaser der Baureihen 16N sind sogenannte Nadeldüsen-Kolbenschiebervergaser mit einer Ansaugweite von 16 mm Durchmesser. Der Vergaser unterteilt sich in die Baugruppen Startvergaser, Leerlaufsystem und Hauptvergaser.

Startvergaser

Der Startvergaser (Choke) sorgt dafür, dass beim Starten des kalten Motors ein kraftstoffreiches (fettes) Gemisch zur Verfügung steht. Durch den Starthebel am Lenker wird der Startkolben angehoben und der Startvergaser eingeschaltet.

Leerlaufsystem

Das Leerlaufsystem des 16N Vergasers stellt einen kleinen Hilfsvergaser dar, der das für den konstanten Leerlauf des Motors nötige Kraftstoff-Luft-Gemisch liefert. Dabei unterscheidet sich die Funktionsweise im 16N1 Vergaser deutlich von der im 16N3 Vergaser. Dies ist auch der Grund für die unterschiedlichen Einstellschrauben der beiden Vergaser. Der wesentliche Unterschied der beiden Leerlaufsysteme besteht darin, dass bei den 16N1 Vergasern der Leerlaufkraftstoff aus dem Schwimmergehäuse entnommen wird, wogegen die 16N3 Vergaser ihren Kraftstoff aus dem Hauptvergasersystem abzweigen. Dadurch beeinflusst die Leerlaufregulierung dieser Typen nur noch den unteren Teillastbereich und nicht mehr wie bei den 16N1-Typen den gesamten Bereich bis zur Vollast.

Hauptvergaser

Der Hauptvergaser dosiert die für den Fahrbetrieb notwendige Menge an Luft durch den Kolbenschieber und die Menge an Kraftstoff durch die Teillastnadel und die Nadeldüse. Durch die konische Spitze der Teillastnadel wird mit zunehmender Anhebung des Gasschiebers ein immer größerer Ringquerschnitt der Nadeldüse freigegeben. Wird der Gasschieber über 3/4 seines Weges angehoben (Vollast), dosiert nur noch die Hauptdüse die Kraftstoffzufuhr. Durch Veränderung der Aufhänghöhe der Teillastnadel kann eine Veränderung der Gemischzusammensetzung im Teillastbereich erreicht werden.

Praktische Hinweise zur Einstellung

Die Seilzüge für Vergaser und Starter sind so einzustellen, dass die Seilhülle etwa 2 mm Luft hat. Vor dem Einstellen des Vergasers ist die Zündkerze (Wärmewert beachten!) auf ordnungsgemäßen Elektrodenabstand (0,4 mm) zu prüfen, der Motor betriebswarm zu fahren und die Simson mit laufendem Motor in waagerechter Stellung aufzubocken.

Das Einstellen des Vergasers ist nur in den ersten zwei Minuten nach Warmfahren möglich. Danach überfettet der Motor. Sollte der Motor dabei stehen bleiben (absterben) oder sehr unrund laufen, wird die Gasschieber-Anschlagschraube (1) so weit hineingedreht, bis der Motor sicher und rund läuft. Dann wird die Leerlaufluft-Regulierschraube (2) bis auf Anschlag hineingedreht und vorsichtig so lange wieder geöffnet, bis die höchste Drehzahl bei regelmäßigem Motorlauf erreicht ist. Die Leerlaufdrehzahl wird anschließend durch Zurückdrehen der Gasschieber-Anschlagschraube (1) so eingestellt, dass der Motor sicher und rund durchläuft. Die Motordrehzahl liegt dabei in der Regel bei 1200 bis ca. 1600 U/min.

Sollte bei dieser Vergasereinstellung das Übergangsverhalten unbefriedigend sein, kann die Leerlaufluft-Regulierschraube (2) zur leichten Gemischanreicherung wieder um 1/4 bis 1/3 Umdrehungen hineingedreht werden. Ein zu weites Schließen dieser Regulierschraube (2) führt zur Überfettung des Leerlaufgemisches. Abhängig davon steigt der Kraftstoffverbrauch um 0,2 bis 0,4 Liter auf 100km an, da der Leerlaufvergaser über den gesamten Drehzahlbereich arbeitet.

Einstellung der Umluftschraube

Dann wird die Umluftschraube (gelber Kreis) ganz hineingedreht und wieder 3 Umdrehungen herausgedreht. Von dieser Grundeinstellung die Leerlaufdrehzahl einregulieren, bis der Motor ruhig und gleichmäßig läuft.

Sollte der Einstellbereich nicht ausreichen, so muss die Leerlaufgemischeinstellung verändert werden. Dazu wird die Plombe auf dem Vergaserflansch (roter Kreis) entfernt. Darunter befindet sich die Leerlaufgemischschraube (LGS). Diese wird nun bis zum Anschlag hineingedreht (Motor geht aus) und wieder drei Umdrehungen herausgedreht. Nun die Umluftschraube (ULS) verstellen, bis ein gleichmäßiger Motorlauf erreicht ist. Die LGS jetzt vorsichtig bis zur größtmöglichen Leerlaufdrehzahl hineindrehen. Von hier aus wieder 1/4 Umdrehung öffnen.

Einstellung des Schwimmerniveaus

Zum Einstellen des Schwimmerniveaus wird der Vergaser ohne Unterteil so auf dem Kopf gehalten, dass die Blechnase am Schwimmer das Nadelventil schließt. Der Federstift im Nadelventil darf dabei nicht eingedrückt werden. Nun wird der Abstand zwischen Schwimmeroberkante und Vergaserdichtfläche gemessen (Bild 1). Der ermittelte Wert muss 28 mm ± 0,5 mm (27 mm bei den N3 Vergasern) betragen. Wird dieser Wert nicht erreicht, die Blechnase verbiegen bis es stimmt.

Nun wird der Vergaser umgedreht und der Schwimmer losgelassen. Das Maß zwischen Schwimmerunterkante und Vergaserdichtfläche muss sich nun auf 32,5 mm ± 0,5 mm (gleicher Wert für die N3 Vergaser) einpendeln (Bild 2).

Einstellung von Bing Vergasern

Die Einstellung der Bing Vergaser ist prinzipiell auch nicht anders als bei den BVF Vergasern.

So wird es gemacht:

Die Leerlaufeinstellung wird am warmen Motor vorgenommen. Zunächst wird die Luftregulierschraube (1) hineingedreht, bis der Motor anfängt unrund zu laufen. Nun die Schraube wieder bis zur höchsten Drehzahl herausdrehen. Von diesem Punkt ausgehend wird die Schraube wieder hineingedreht, aber nur soweit, bis der Motor gerade wieder anfängt schlechter zu drehen. Jetzt mit der Gasschieberstellschraube (2) die gewünschte Leerlaufdrehzahl einstellen und dann die Luftregulierschraube wieder herausdrehen, bis die Drehzahl ansteigt. Jetzt öffne ich die Gemischschraube langsam und dabei sollte die Drehzahl ansteigen.

Häufige Probleme und Lösungen

Manchmal ist es zum Verzweifeln und das Moped will einfach nicht richtig laufen. Das muss dann nicht unbedingt an der Vergaserabstimmung liegen. Ist eine richtige Abstimmung absolut nicht möglich, sollte man andere Gründe in Betracht ziehen.

Typische Probleme beim Vergaser:

  • Kaltstartschwierigkeiten: Motor springt nur widerwillig an, geht immer wieder aus.
  • Warmstartschwierigkeiten: Motor dreht nur stotternd hoch, raucht schwarz aus dem Auspuff, Zündkerze wird "nass".
  • Während der Fahrt: Motor zieht nicht richtig, reagiert beim Gasgeben träge und "verschluckt" sich, Motor wird zu heiß.

Mögliche Defekte:

  • Benzin gelangt nicht in den Vergaser (Ursache vermutlich ein defekter Benzinhahn oder verdreckter Tank).
  • Dreck in der Schwimmerkammer, Leerlaufdüse zugesetzt, Chokedüse zugesetzt.
  • Chokebetätigung hängt in Position "geschlossen" oder "offen".
  • Zuviel Benzin im Vergaser (Ursache vermutlich ein zu hoher Schwimmerstand).
  • Motor läuft mit zu magerem Gemisch, weil die Vergaserdüsen oder der Benzinzulauf vom Tank verschmutzt sind.
  • Es gelangt nicht genügend Sprit in die Schwimmerkammer des Vergasers, weil der Benzinschlauch vom Tank her geknickt ist.
  • Tankentlüftung verstopft: Entlüftungsschlauch geknickt, verstopft oder Entlüftungsbohrung verdreckt.
  • Vergasereinstellung: entweder Gemischregulierschraube zu weit eingedreht oder Luftregulierschraube zu weit ausgedreht.
  • Schwimmerstand zu niedrig.
  • Falschluft wird angesaugt, weil Vergaser- oder Ansaugstutzen lose oder rissig sind.

Vergaser richtig abstimmen

Einstellarbeiten Voraussetzungen: Motor ist mechanisch in Ordnung, Luftfilter sauber, Zündkerzen okay, Ventilspiel eingestellt.

  1. Motor warmlaufen lassen, am besten zehn Kilometer mit mittlerer Drehzahl sanft warmfahren.
  2. Leerlaufdrehzahl einstellen: Beim Einzylinder Gasschieber-Anschlagschraube entsprechend der Vorgabe ein- oder ausdrehen. Bei Zweizylindermotoren: Rechten und linken Vergaser so lange abwechselnd bearbeiten, bis man das Gefühl hat, dass der Motor gleichmäßig und ruhig läuft.
  3. Gaszugspiel einstellen bzw. kontrollieren: dabei den Lenker bei laufendem Motor ganz nach rechts und links bis an den Lenkanschlag bewegen. Die Leerlaufdrehzahl darf sich durch die Lenkbewegungen auf keinen Fall verändern.
  4. Bei Zweizylindermotoren: Anschlüsse zum Luftfilterkasten lösen und von den Vergasern abziehen, so dass freie Sicht auf beide Gasschieber besteht. Dann langsam Gas geben: Beide Gasschieber müssen den Vergaserquerschnitt gleichmäßig freigeben.
  5. Gas geben, bis die Gasschieber oben am Rand stehen - es darf kein Absatz zu sehen oder zu spüren sein: beide Gasschieber müssen die Vergaserquerschnitte freigeben. Wenn nicht: Mit den Stellschrauben oben im Gasschieberdeckel korrigieren.
  6. Ansprechverhalten aus Standgasdrehzahl einstellen: Motor starten, Luftregulierschraube bzw. Gemischregulierschraube ganz fein ein- bzw. ausdrehen, bis der Motor kurz vor dem Absterben ist. Dann um eine 1/4 Umdrehung zurückdrehen.
  7. Anschließend stoßweise Gas geben, dann "Gas zu" und die Leerlaufdrehzahl wieder stabil absinken lassen.

Tabelle: Richtwerte Hauptdüsen

Mofa-Typ Setup Hauptdüse (HD)
Originales Mofa - 45-55er
Mofa mit leichtem Tuning - ca. 65-70er
Piaggio Ciao Großer Zylinder (63ccm) und passendem Setup ca. 65-70er
Zündapp CS 25 Bearbeiteter 50ccm Athena, 21er Vergaser etc. ca. 90er
Hercules Prima GT / Puch Maxi Komplett original 50er
Puch Maxi S 50ccm Tuning Zylinder und passendem Setup ca. 70er

Hinweis: Dies sind nur Richtwerte, die auf Erfahrung basieren. Beginnen Sie generell eher mit einer zu fetten (zu große Düse) als mit einer zu mageren (zu kleine Düse) Einstellung.

Mit der richtigen Düse dreht dein Motor sauber hoch, ohne zu stottern oder sich zu verschlucken. Auch hat man dann nicht das Gefühl, der Motor könnte noch höher drehen. Mit der Hauptdüse stimmst du den Vollastbereich deines Vergasers ein. Viele Mofas haben nur diese Möglichkeit und du kannst die Teillast gar nicht wirklich einstellen. Bei größeren Mopeds oder Tuning Vergasern hat man allerdings oft noch mehr Möglichkeiten. So kann man über die Form und Länge der Düsennadel den Bereich von 1/4 bis 3/4 Gas gut beeinflussen. Mit der Standgasgemischschraube kann der Bereich bis 1/4 Gas eingestellt werden. Und so gibt es noch viel mehr Möglichkeiten, komplexere Vergaser genau abzustimmen.

Motoren unterscheiden sich stark. So weichen auch die Symptome beim Abstimmen stark ab und können bei jedem anders ausfallen. Ein guter Indikator ist immer das Fahrverhalten. Dreht der Motor in allen Drehzahlbereichen sauber raus und hört sich auch sonst gut an, ist dies meist ein sicheres Indiz für eine Düse, die richtig bzw. fast perfekt ist. Auch das Zündkerzenbild ist nicht immer ein 100%ig richtiger Anhaltspunkt. Allerdings bezieht sich dies eher auf getunte Motoren. Besonders bei bearbeiteten Zylindern / Motoren kommt es oft vor, dass die Farbe der Zündkerze nicht perfekt ist. Auch kann es bei stark bearbeiteten Motoren sein, dass eine 100% perfekte Abstimmung gar nicht möglich ist und z.B. immer ein Loch im unteren Drehzahlbereich bleibt.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0