Roval MTB Laufräder im Test: Haltbarkeit und Performance im Fokus

Specialized konzentriert sich bei den Laufrädern der hauseigenen Marke Roval verstärkt auf das Thema Haltbarkeit. Wer sich einen teuren Carbon-Laufradsatz gönnt, der will daran lange Freude haben. Das weiß auch Specialized. Die von uns getestete Highend-Version mit DT Swiss 240 Naben schlägt gar mit satten 2300 Euro zu Buche. Das Lineup der Traverse SL II Laufräder startet erst bei 1500 Euro. Da schnellt die Herzfrequenz in die Höhe, ohne auch nur einen Meter auf den Edelteilen gerollt zu sein. Zum Glück gibt Roval Käufern, die ihre Laufräder innerhalb der ersten 90 Tage nach Kauf registrieren, eine lebenslange Garantie - das beruhigt den Puls etwas. Doch machen die Laufräder im Gegenwert eines durchschnittlichen deutschen Netto-Monatslohns deshalb auch lange Freude? Um diese Frage beantworten zu können, haben wir die Roval Traverse SL II genauer unter die Lupe genommen und in ein Dauertest-Bike eingespannt.

Schlicht in Schwarz strahlen die 2300 Euro teuren Roval Traverse SL II 240 6B eine gehörige Prise Understatement aus.

Das ist neu beim Roval Traverse SL II

Roval will die Neuauflage der beliebten Traverse SL sowohl beim Gewicht, als auch bei der Haltbarkeit optimiert haben - zwei Bereiche, die gerade an Laufrädern nicht immer gut miteinander harmonieren.

Unsere Waage misst am 29-Zoll-Vorderrad inklusive Felgenband und Tubeless-Ventil 750 Gramm. Beim Hinterrad stoppt die Waage bei 861 Gramm. Zusammen ergibt das ein gutes Gewicht von 1611 Gramm für einen Trail-Laufradsatz mit 30 Millimetern Felgeninnenweite. Unsere Messung liegt damit sogar noch leicht unter der Herstellerangabe von 1645 Gramm. Zum Vergleich: Der Vorgänger wog rund 1700 Gramm - Eine Ersparnis, die an der rotierenden Masse durchaus wertvoll sein kann. Freigegeben sind die Carbon-Laufräder für ein Systemgewicht von 125 Kilo und für Reifenbreiten zwischen 2,3 und 2,6 Zoll.

Das asymmetrische Felgenprofil der Roval Traverse SL II Laufräder baut nun deutlich flacher.

Im Vergleich zum Vorgänger verspricht Specialized eine um 15 Prozent gestiegene Stabilität am Vorderrad. Am Hinterrad sollen es sogar 25 Prozent sein. Das asymmetrische Felgenprofil erlaubt eine gleichmäßige Spannung der 28 Speichen pro Laufrad, was der Haltbarkeit zusätzlich zu Gute kommen soll. Überarbeitet hat Roval auch das Felgenhorn, welches dank einer vergrößerten Auflagefläche den Reifen vor bis zu 85 Prozent stärkeren Belastungen schützen soll, bevor es zu einem Durchschlag kommt. Das insgesamt flachere Felgenprofil soll sich aber auch positiv auf das Fahrverhalten auswirken. Specialized gibt 21 Prozent mehr vertikalen Flex an und will das Carbonlayup von sowohl Vorder- als auch Hinterrad optimiert haben. Auf dem Trail soll sich das durch eine höhere Fahrpräzession und eine flexiblere Reaktion auf ruppiges Gelände zeigen.

In der Highend-Ausführung Roval Traverse SL II 240 6B dreht sich die Carbonfelge um eine DT Swiss 240 Nabe.

Roval Traverse SL II 240 6B Herstellerangaben:

  • Laufradgröße: ausschließlich 29 Zoll
  • Innenweite: 30 Millimeter
  • Zulässige Reigenbreiten: 2,3 bis 2,6 Zoll
  • Einsatzbereich: Trail
  • Speichenzahl: 28
  • Gewicht: 1611 Gramm (BIKE-Messung)
  • Gewichtsfreigabe: 125 Kilo
  • UVP Vorderrad: 925 Euro
  • UVP Hinterrad: 1375 Euro

Der Roval Traverse SL II ist nicht der einzige neue Laufradsatz von Specialized. Auch eine Aluminium- und eine Enduro-Version gibt es neu.

Die neue Roval Traverse Produktfamilie

Den Roval Traverse SL II Laufradsatz gibt es entweder mit DT Swiss 350 Naben für insgesamt 1500 Euro oder mit den hochwertigen DT Swiss 240 Naben für 2300 Euro. Zusammen mit den SL II hat Roval aber auch weitere neue Laufräder der Traverse-Familie vorgestellt.

So gibt es auch eine Aluminium-Version, die ebenfalls 28 Speichen pro Laufrad sowie 30 Millimeter Felgenweite mitbringt und unter dem Namen Roval Traverse Alloy läuft. Ausgestattet mit DT Swiss 350 Naben ruft Specialized dafür 850 Euro auf. Mit dem Roval Traverse HD haben die Amerikaner zudem einen neuen Carbon-Laufradsatz für Enduro und Park im Programm. Ein verstärktes Carbonlayup und die Option auf ein 27,5-Zoll-Hinterrad prädestinieren den Traverse HD für den Gravity-Einsatz. Je nach Naben- Güte wiegt der Satz ab 1706 Gramm und kostet ebenfalls entweder 1500 oder 2300 Euro.

Edel und zurückhaltend: Das trifft sowohl auf den Roval Traverse SL II Laufradsatz, als auch auf seine Verpackung zu.

Dauertest des Roval Traverse SL II 240 6B

Typisch Roval lässt sich Specialized nicht lumpen und schickt die Traverse SL II Laufräder fahrfertig zum Kunden. In der Felge klebt bereits das Tubeless-Felgenband und ein Tubeless-Ventil ist ebenfalls ab Werk eingeschraubt. Letzteres kommt ohne Kontermutter aus und lugt ästhetisch schlicht aus dem mattschwarzen Carbon. In der hochwertigen Verpackung steckt neben zwei Ersatzspeichen, zwei Ersatznippeln und den Handbüchern auch ein Aufbau-Protokoll. Dieses belegt den Aufbau von Hand und die Messung der Toleranzen. Der erste Eindruck entspricht also dem, was man von einem Laufradsatz für 2300 Euro erwarten darf. Umweltbewusste Biker könnten höchstens die Menge an bedruckter Pappe bemängeln.

Seinen Dauertest muss der Roval Traverse SL II Laufradsatz in diesem Merida One-Forty 6000 verrichten.

Seinen Dauertest muss der Traverse SL II im Allmountain-Fully Merida One-Forty 6000 absolvieren. Hier ersetzt er den No-Name-Serienlaufradsatz aus Alu, welcher ohne Tubeless-Felgenbad und mit Schläuchen kam. Amüsanter Weise lässt Specialized seine Carbon-Rahmen teilweise in der taiwanesischen Fabrik des Big-Players Merida herstellen. Es könnte also gut sein, dass Merida-Rahmen und Roval-Laufräder sich denselben Ursprungsort teilen. Da die Roval-Laufräder bereits für das Fahren ohne Schlauch vorbereitet sind, gelingt das Aufziehen der Reifen, das Einfüllen der Dichtmilch und das Befüllen mit Luft mühelos. Beim Tubeless-Setup leistet sich der Roval Traverse SL II keine Schwächen. Für die Kompatibilität mit den Shimano-Komponenten des Meridas braucht es allerdings neue Bremsscheiben mit 6-Loch-Standard und den Umbau auf einen Microspline-Freilaufkörper. Dieser gelingt - wie von DT Swiss 240 Naben gewohnt - problemlos, schnell und ohne Werkzeug. Einfach abziehen, fetten, aufziehen, fertig.

Ab Werk kommt der Carbon-Laufradsatz von Specialized mit Tubeless-Ventilen und Tubeless-Felgenband.

Im Dauertest muss der Laufradsatz vielen Trail-Einsätzen und Touren-Kilometern standhalten. Sein neues Zuhause auf Zeit am Rande des Bayerischen Waldes legt auch den ein oder anderen Besuch auf den Strecken des Bikepark Geißkopf nahe. Da die Laufräder zudem eine Winter-Saison aushalten sollen, wird sich im Verlauf des Tests zeigen, wie gut sie mit Schlamm und Salzwasser zurecht kommen. Beim Abschlussbericht beurteilen unsere Experten aus dem BIKE-Testlabor auch den Rundlauf der Felgen und die Dauerhaltbarkeit der Lager.

Das Tubeless-Setup des Roval Carbon-Laufradsatzes gelingt maximal entspannt.

Erster Fahreindruck der Specialized Roval Traverse SL II

Schlauchlos spart der Wechsel auf die Carbon-Laufräder vorne und hinten jeweils rund 300 Gramm am Dauertest-Bike. Über ein halbes Kilo Gewichtsersparnis an rotierender Masse sind beachtlich und sorgen dafür, dass das Allmountain merklich schneller vom Fleck schießt. In Sachen Beschleunigung schlägt eben Nichts einen leichten Laufradsatz, wie den Roval Traverse SL II. Der direkte Vergleich zwischen günstigem No-Name-Laufradsatz aus Alu und teurem High-End-Carbon-Laufradsatz ist bemerkenswert, hinkt aber natürlich. Wie überall gibt es zwischen Schwarz und Weiß aber auch ein Grau. In der Welt der Mountainbike-Laufräder sind das leichte Modelle mit Aluminiumfelge. Es gibt in der Gewichtsklasse des Edel-Rovals also Konkurrenz für rund ein Drittel des Preises. Da muss der Specialized-Laufradsatz schon deutlich mehr können - im besten Fall drei Mal so viel.

Erster Eindruck des Roval Traverse SL II: Sehr guter Carbon-Laufradsatz für sehr viel Geld.

Bereits auf der ersten Ausfahrt fällt auf, dass das Bike durch den Wechsel auf die leichten Rovals merklich besser klettert. Während sich die Originallaufräder in Trail-Anstiegen schwerfällig wie Dampfwalzen den Berg hochwuchteten, gelingt das mit dem Roval Traverse SL II 240 6B deutlich leichtfüßiger, agiler. Insgesamt verleihen die Specialized-Laufräder dem Dauertest-Allmountain ein deutlich sportlicheres Fahrverhalten auf welligem Terrain. Zusätzlich profitiert der Pilot vom gestiegenen Grip, den der niedrige Luftdruck des Tubeless-Setups generiert. Gerade auf losem Waldboden kann deutlich mehr Geschwindigkeit durch die Kurven mitgenommen werden.

Die breite, flache Felge steht etwas über. Mehr als ein paar Kratzer konnten wir dem Roval Traverse SL II bisher aber nicht entlocken.

Gleichzeitig erscheint der Roval-Laufradsatz im Gegensatz zu vielen anderen Carbon-Modellen nicht zu steif. Nach einigen Abfahrten auf den harten, ausgefahrenen Stages der Chilli-Enduroserie rund um den Bikepark Geißkopf, blieben die Ermüdungserscheinungen durch weitergereichte Schläge im Rahmen. Etwas schmerzlich sind die kleinen Kratzer, die der Roval auf den felsigen Trails davonträgt. Die breite, flache Felge steht seitlich etwa genauso viel hervor, wie die breiteste Stelle der Reifenflanke. Bei unsauberer Linienwahl wird die Felge deshalb nicht vom Reifen geschützt, sondern geht bei seitlichen Hindernissen gleichzeitig auf Tuchfühlung mit dem Terrain. Ob sich das langfristig auf die Haltbarkeit der Felge auswirken kann, lässt sich mit der jetzigen Fahrleistung noch nicht sagen.

Der Roval Traverse SL 240 6B Laufradsatz rollt weiter in den BIKE Dauertest und wird sich noch auf vielen Trailkilometern beweisen müssen.

Während der Serien-Laufradsatz auf 300 Kilometern bereits zwei Platten aufgrund von Durchschlägen verbuchen musste, blieb der Roval über dieselbe Fahrdistanz bisher defektfrei - auch das ist großenteils dem Wechsel auf Tubeless zuzuschreiben. Tatsächlich musste den die Specialized Laufräder bereits einige leichte Durchschläge wegstecken. Bei knapp 90 Kilo Fahrergewicht (fahrfertig) und 1,6 Bar Reifendruck vorne sowie 1,8 Bar hinten, kann es bei wilder Fahrweise schon Mal knallen. Den Roval Laufradsatz lässt das bislang unbeeindruckt: Weder Defekt noch Luftverlust. Es scheint, als würde Specialized mit der versprochenen Durchschlags-Resistenz Recht behalten.

XC-Laufradsatz: Roval Control Worldcup

Kaum ein Bauteil entscheidet über den Charakter und die Sprintqualitäten eines Bikes so sehr wie der Laufradsatz. Logisch, dass speziell in der Cross-Country-Kategorie besonders auf die Laufradsätze und ihr asketisches Gewicht geachtet wird. Mit nur 998 g ist der neue Roval Control Weltcup der leichteste XC-Laufradsatz von Specialized. Dank Carbonspeichen und neuer Nabe will er seinen Vorgänger übertreffen.

Kurz und knapp: Specialized Roval Control Worldcup

  • 998 g im Paar (mit TL-Band und Ventilen)
  • Carbonspeichen für maximale Gewichtsersparnis
  • Neue Specialized Nabe mit Centerlock-Aufnahme
  • Preis: 2950 Euro

Unter Einsatz einer eigenen, neu entwickelten Nabe hat Roval bei dem bewährten Control-Laufradsatz keine Faser auf der anderen gelassen und schier jedes Detail überdacht: Ziel war es 52 g im Kontext zum Vorgängermodell, den Control SL-Laufrädern, einzusparen, um die prestigeträchtige 1000 Gramm Marke zu durchbrechen. Dafür waren einige Detailschritte nötig. Übrigens: Die 998 wurden mit Felgenband und Tubeless-Ventilen erziehlt.

Wie gehabt sind die Felgen aus Carbon gefertigt. Sie fallen im Vergleich zum Vorgänger um 36 g leichter aus. Neu ist das verbreiterte Felgenhorn, welches nun 4 mm misst. Das soll den Laufradsatz Durchschlag-resistenter machen und die auftretende Kraft besser verteilen. Beeindruckend: Nach Angaben von Roval hat das Specialized Factory Racing Team in der Saison 2024 selbst im Prototypenstatus der Laufräder keine einzige Felge zu Bruch gefahren.

Neu ist die Verwendung von Carbonspeichen, die mit Titanhardware mit den Nippeln verbunden werden. Sie sollen deutlich zugfester ausfallen als Aluminium-Pendants.

So viel Hightech hat seinen Preis: Für das Vorderrad möchte Roval 1225 Euro erhalten. Das Hinterrad schlägt mit 1725 Euro zu Buche, insgesamt sind also 2950 Euro fällig.

Specialized-Tochter Roval: Neue Laufräder

Roval stellt seinen leichten Alpinist-Carbonlaufrädern eine Ausführung mit Aluminiumfelgen zur Seite. Unter 1500g leicht sind sie trotzdem. Hier gibt’s Infos, Preise und Fahreindrücke.

Bei Roval - der Laufradmarke aus dem Hause Specialized - firmieren unter dem Namen Alpinist besonders leichte und reaktive Carbon-Laufräder, die als Set unter 1300 Gramm wiegen. Diesen stellen die US-Amerikaner nun erheblich günstigere Pendants mit Aluminiumfelgen zur Seite, die mit einem Setgewicht von unter 1500 Gramm ebenfalls auffällig leicht sein sollen.

Die Felgen der Roval Alpinist SLX-Laufräder aus Aluminiumlegierung 6061 sollen dank eines neuen Kugelstrahlverfahrens besonders leicht und robust sein.

Genauer gesagt 1485 Gramm gibt Specialized für die neuen Alpinist SLX an, die auf einem bestehenden Alu-Laufradsatz basieren, dank neuem Kugelstrahlverfahren in der Produktion, der neuen DT Swiss 350-Naben und Sapim-D-Light Straight-Pull-Speichen aber abgespeckt haben und nun - so drückt es Specialized aus - "als erster Laufradsatz aus einer Aluminiumlegierung den Namen Alpinist tragen" dürfen. Laut Hersteller ist der neue Alpinist SLX "der Gipfel dessen, was mit Leichtmetall erreicht werden kann".

Bei den Alpinist SLX setzt Hersteller Roval/Specialized auf die neuen DT Swiss 350-Naben mit Straightpull-Speichen, Center Lock-Bremsscheibenaufnahme und Zahnscheiben-Freilauf mit 36 Zähnen und 10º Eingriffswinkel.

Optisch gibt sich der Laufradsatz sportlich schlank und filigran: Die Alu-Felge sind "nur" 24 Millimeter hoch und innen 20 Millimeter weit. Die maximale Außenweite beträgt 23,5 Millimeter. Disc-only kommen die Alpinist SLX mit Center-Lock-Bremsscheibenaufnahme, natürlich sind die Felgen Tubeless-kompatibel.

Zum Lieferumfang gehören neben Vorder- und Hinterrad vormontierte Tubeless-Felgenbänder, Tubeless-Ventile, Ersatzspeichen und ein Nippel-Kit. Kostenpunkt: 850 Euro für das Set, erhältlich ab sofort.

20 mm Maulweite sind kompatibel mit allen gängigen Rennradreifenbreiten von 25 bis 32 mm. Die Felgen sind tubeless-kompatibel, entsprechendes Felgenband und Ventile liegen bei.

ROADBIKE-Praxiseindruck

Auffällig unauffällig - so lässt sich das Fahrgefühl der Roval Alpinist SLX beschreiben. Denn die Laufräder überzeugen durch ihr sehr präzises Fahrverhalten und zeigen vor allem in den Bergen ihre Stärken. Zum einen klettern sie leichtfüßig im Wiegetritt bergan, was uns unter anderem an der bis zu 24 Prozent steilen Super Planche des Belles Filles in den Vogesen zu Gute kam. Auf der anderen Seite rollen die Laufräder aber auch sicher bergab und vermitteln dank sehr präzisem Lenkverhalten und ihrer sehr geringen Windanfälligkeit viel Sicherheit. Klar, das mag für manch einen nicht aufregend genug klingen, ist für viele Sportler aber ein wichtiges Charakteristikum.

An der bis zu 24 Prozent steilen Super Planche des Belles Filles mussten Rovals Alu-Laufräder Alpinist SLX zeigen, was sie bergauf können.

Auch abseits der steilen Rampen überzeugten die Laufräder im Trainings-Alltag mit ihrem soliden Aufbau. Nach über 1000 Testkilometern - auch über leichte Gravelpassagen - zeigten sie keinerlei Höhen- oder Seitenschläge. Für Tubeless-Fans erfreulich: Die Montage verschiedener Reifen klappte im Testzeitraum ausgesprochen einfach.

Die härtesten Trails dieser Welt sind unser Testlabor, The Lab. Die Produkte in unserem Dauertest müssen sich über viele Monate im gnadenlosen Praxiseinsatz beweisen und hier erfahrt ihr wie sie sich dabei geschlagen haben. Seien wir ehrlich: der Performance-Gewinn den Carbonlaufräder liefern gemessen an ihrem Mehrpreis ist eigentlich so gut wie nie gerechtfertigt! Im schlimmsten Fall zerstört man die Felgen außerdem innerhalb von Sekunden, wenn man einmal eine Linie versemmelt oder mit zu wenig Reifendruck unterwegs ist.

Die Roval Traverse SL Laufräder allerdings stechen aus der Masse heraus. Sie haben sich nicht nur in 14 Monaten Test als äußerst haltbar erwiesen und trotz einiger Durschläge ist die Felge noch immer top in Schuss. Christoph ist die klassische 142 mm breite Variante mit einem Boostinator-Adapter in einem 148 mm breiten Hinterbau gefahren und hatte dabei keinerlei Probleme. Die Roval Traverse SL überzeugten mit sehr guten Vortrieb und einem präzisen Handling. Anders als viele andere Carbonfelgen fahren sich die Roval aber nicht unangenehm hart. Tubeless-Reifen ließen sich auf den Hookless-Felgen einfach montieren, das Tubeless Tape hatte sich im Lauf des Tests jedoch gelöst. Nach über einem Jahr Einsatz benötigen die Laufräder jetzt allerdings auch einen gründlichen Service. Die Lager laufen rauh und die Speichen sollten nachgezogen werden. Dennoch ist sich Christoph sicher: wenn schon Carbonlaufräder, dann vermutlich die Roval Traverse. Letztlich muss man für nämlich auch keine Niere verkaufen, 1.599 € UVP sind nicht billig aber durchaus fair.

Produktnews: Die neuen Roval Control SL Team Laufräder

Die neuen Roval Control SL Team Laufräder stellen eine bemerkenswerte Entwicklung im Bereich des Cross-Country Rennsports dar. Mit einem Gewicht von nur 1.190 Gramm sollen sie zu den leichtesten XC-Laufrädern auf dem Markt zählen. Mit den Roval Control SL Team Laufrädern will der US-Hersteller neue Maßstäbe im Cross-Country Rennsport setzen. Ein wesentlicher Faktor für das geringe Gewicht der Laufräder sind die Carbon-Speichen. Diese sind 29% leichter und gleichzeitig stabiler als traditionelle Metallspeichen. Die Roval Control SL Team Laufräder sollen eine ausgewogene Kombination aus lateraler Steifigkeit und vertikaler Nachgiebigkeit bieten. Dies ermöglicht eine präzise Lenkung und maximale Traktion, was besonders auf technisch anspruchsvollen Strecken von Vorteil ist. Neben ihrem geringen Gewicht und ihrer hohen Präzision zeichnen sich die Control SL Team Laufräder durch ihre Robustheit aus. Sie sind 33% widerstandsfähiger gegen Krafteinwirkungen als vergleichbare Produkte. Die Roval Control SL Team Laufräder sind handgefertigt und in limitierter Stückzahl erhältlich.

Specialized erweitert sein Laufrad-Portfolio um ein neues Topmodell für den Cross-Country-Rennsport.

Der Roval Control World Cup Laufradsatz wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Specialized Factory Racing Team entwickelt und soll laut Hersteller neue Maßstäbe in puncto Gewicht und Performance setzen. Ersteres können wir jetzt schon bestätigen. Denn in unserem BIKE-Testlabor brachten die Laufräder nur 991 Gramm auf die Waage - und das inklusive Ventilen und Felgenband. Damit unterbietet der Neuling seinen Vorgänger um über 250 Gramm. Doch damit nicht genug. Mit diesem sensationellen Wert ist der Roval Control World Cup aktuell der leichtesten Race-Laufradsatz am Markt. Zum Vergleich: In BIKE 12/24 haben wir die fünf angesagtesten Race-Laufräder miteinander verglichen. Und selbst den leichtesten Kandidaten aus diesem Test, den Newmen Phase Light, unterbietet der neue Satz von Specialized um 167 (!) Gramm - Wahnsinn!

Ein Hauch von Nichts: Mit nur 991 Gramm stellen die Specialized Roval Control World Cup Laufräder im XC-Segment einen neuen Gewichtsrekord auf. Preis: 2950 Euro.

Die Felgen des Roval Control World Cup bestehen aus Carbon und besitzen ein asymmetrisches Profil. Laut Specialized ermöglicht dies eine gleichmäßigere Speichenspannung und erhöht die Steifigkeit. Die Felgeninnenbereite beträgt 28,5 Millimeter. Zugelassene Reifenbreite: 1,9 bis 2,6 Zoll Breite. Den maximalen Reifendruck beziffern die Amerikaner mit 2,8 Bar. Ein extrabreites Felgenhorn (4 mm) soll zudem die Durchschlagsgefahr verringern.

Die Fakten zum Roval Control Worldcup

  • Gewicht: 998 Gramm (Laufradsatz inkl. Ventile und Felgenband)
  • Felgenmaterial: Carbon
  • Preis: 2950 Euro
  • Felgeninnenbereite: 28,5 Millimeter
  • Felgendesign: Hookless
  • Kompatible Reifenbreiten: 1,9 bis 2,6 Zoll
  • Maximaler Reifendruck: 40 psi (2,8 bar)

Roval Control World Cup: Innovative Speichentechnologie

Grundbaustein für das Rekordgewicht: die Carbonspeichen mit Titannippeln.

Eine Besonderheit der neuen Laufräder sind die Carbonspeichen mit Titannippeln. Diese sind laut Hersteller 1,7 Gramm leichter und 63 Prozent stärker als konventionelle Stahlspeichen und damit mitverantwortlich für das Rekordgewicht. Insgesamt soll die Speichenkonstruktion 101,6 Gramm gegenüber einem vergleichbaren Laufradsatz mit Stahlspeichen einsparen. Auch gut: An Vorder- und Hinterrad kommen dieselben 304 Millimeter langen Speichen zum Einsatz.

Roval XC-Laufräder: Naben und Freilauf

Von Roval designt und von DT Swiss gefertigt: die Naben des Roval Control World Cup.

Die Naben des Roval Control World Cup wurden von Roval designt, werden aber von DT Swiss gefertigt. Sie basieren auf dem DT Swiss EXP-System und sind mit Sinc-Ceramic-Lagern ausgestattet. Der Freilauf verfügt über 36 Rastpunkte und ist mit Shimano-HG-, Shimano-Micro-Spline- und SRAM-XD-Freilaufkörpern kompatibel.

Steifigkeit und Fahrverhalten

Specialized betont die ausgewogene Balance zwischen Steifigkeit und Komfort beim Roval Control World Cup. Die optimierte Felgenform und der Laminataufbau sollen die Torsionssteifigkeit erhöhen, während die Felge sich gleichzeitig dem Untergrund anpassen könne. Dies führe zu mehr Kontrolle und höheren Geschwindigkeiten in technischen Passagen. Gleichzeitig sei die Steifigkeit in Fahrtrichtung so ausgelegt, dass die Laufräder schnell beschleunigen und präzise bremsen. Wir unterziehen die Laufräder aktuell einem ausführlichen Praxis-Test und werden berichten, ob sich die Neulinge tatsächlich so gut fahren, wie Specialized verspricht.

Trotz des extrem niedrigen Gewichts soll der Roval Control World Cup auch den harten Belastungen moderner World-Cup-Strecken standhalten. Specialized gibt an, dass das Specialized Factory Racing Team die gesamte Saison 2024 ohne einen einzigen Felgenbruch überstand. Dies sei unter anderem auf den optimierten Laminataufbau zurückzuführen, der die Aufprallenergie über die gesamte Felge verteile. Zudem sorge die asymmetrische Felgenform für maximale Stabilität.

Verfügbarkeit und Lieferumfang

Der Roval Control World Cup Laufradsatz kostet 2950 Euro und wird in der passenden Laufradtasche geliefert. Im Lieferumfang sind zudem vier Ersatzspeichen und -nippel, 31-Millimeter-Endkappen sowie zwei Sets Roval-Aufkleber in Liquid Silver und Metallic White enthalten. Specialized gewährt eine lebenslange Garantie auf die Laufräder. In einigen Regionen gelte zudem ein zweijähriges kostenloses Crash-Replacement-Programm.

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