Die Welt der 2-Takt-Motorräder ist geprägt von Leistung, Agilität und einem unverkennbaren Fahrerlebnis. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf einige der stärksten und faszinierendsten 2-Takt-Motorradmotoren, die jemals gebaut wurden.
Legendäre Modelle und ihre Motoren
Kawasaki 750 H2: Als Bikes noch Maschinen waren, setzte Kawasaki den Maßstab. In Gestalt der heute legendären 750 H2 bellte der stärkste Zweitakter der Welt aus seinen drei Töpfen. Dreizylinder-Zweitakter, 750 Kubik, 74 PS, das brutalste und stärkste Motorrad der Welt.
Die Kawasaki 750 H2 veränderte das Leben vieler Motorradenthusiasten. Auf dem Hinterrad fahren, einfach so, weil der Motor so brutal geht, dermaßen Leistung hat. Mit Ausnahme der anstrengenden Handhabung des Gasgriffs, ließ sich eine Serien-H2 erstaunlich leicht fahren.
Der Sound stellt einem schon im Stand die Nackenhaare hoch. Dieses unregelmäßige Brabbeln, wenn der Drilling nicht sicher ist, ob er zwei- oder viertakten soll, dieses leichte Schwirren der Kühlrippen, dieser unnachahmliche Geruch verbrannten Zweitaktöls, ich liebe es.
Yamaha TZ750: Beim Namen Yamaha TZ750 bekommen vor allem ältere Rennsportfans meist glänzende Augen. Im Jahr darauf wurde die Yamaha GL750 mit einem wassergekühlten 4Zylinder 2Takt Motor vorgestellt, ausgestattet mit Benzin Einspritzung, Fünfganggetriebe und 2 Scheibenbremsen vorne. Als Leistung wurden 70 PS bei 7000U/min angegeben.
Die TZ750 war damals das stärkste und schnellste Serienmotorrad der Welt. Sie galt als Sportmaschine ohne Straßenzulassung und wurde wirklich in Serie gebaut (wenn auch in kleiner Serie), wie es das Reglement für die Formel 750 vorschrieb.
Der Motor war einem doppelten TZ350 Motor recht ähnlich, trotzdem passten nur ganz wenige Teile hier wie dort, da man die Charakteristik anpassen, den Motor „harmloser“ bauen musste. Die TZ350 einfach zu verdoppeln, hätte in der Tat ein unfahrbares Monster ergeben.
Technische Daten Yamaha TZ750A - 1974:
- Wassergekühlter 4Zylinder 2Takt Motor
- BohrungxHub: 64×54
- Hubraum: 694cm³
- Verdichtung: 7.3
- Leistung am Hinterrad: 90Ps
- Höchstdrehzahl: 10500U/min
- Vergaser: Mikuni VM34
- Sekundärübersetzung: 39/18
- Tankinhalt: max. 29 Liter (Reglement!)
- Keine Ölpumpe für eine Frischöl Schmierung vorhanden.
- 6 Gang Getriebe
- Getriebeöl: 1500 cm³
- Trockenkupplung
- Doppelte Bremsscheiben vorne, einfach Scheibe hinten.
- Vorderrad: 3.25×18
- Hinterrad: 3.50×18
- Hinterradfederung: 2 Federbeine
- Radstand: 1407 mm
- Breite: 638 mm
- Länge: 2037 mm
- Trockengewicht: 157 kg
- Gewicht rennfertig ohne Benzin: 168 kg
- V/max je nach Übersetzung bis 290 km/h
- Gefertigte Stückzahl: 213
Aktuelle Modelle und ihre Besonderheiten
KTM 250/300 EXC TPI: Die KTM 250/300 EXC TPI hat sich für die Zukunft entwickelt. Nach vielen Versuchen mit verschiedenen Einspritzmöglichkeiten, haben sich die Entwickler von KTM dafür entschieden, direkt in die Überströmkanäle einzuspritzen, um das bestmögliche Ergebnis zu kreieren. Herausgekommen ist ein State of the Art Motor, der über die Vorzüge eines Einspritzers und über das Fahrverhalten eines Zweitakters verfügt.
Dank der Einspritzung wird das Gemisch laufend angepasst, wodurch die KTM 250 EXC TPI bzw. 300 EXC TPI auf jedem Höhenniveau perfekt funktioniert. Dank separaten Ölbehälter ist auch ein Vormischen überflüssig.
Husqvarna TE 300i: Die Husqvarna TE 300i ist neben der KTM das einzige Modell welches mit einer elektronischen Kraftstoffeinspritzung ausgestattet ist. Damit sind geringere Emissionswerte möglich und auch die Fahreigenschaften sind durch die Einspritzanlage ein wenig anders als bei einem Vergaser-Modell. Mit der 2020er Version kommen viele Neuerungen welche wären: neuer Rahmen inkl. leichteren Heckrahmen, ein überarbeitetes Fahrwerk, reduzierte Sitzhöhe, eine neue Auspuffanlage sowie ein optimierter Zylinder.
2-Takt Motoren im Enduro-Sport
Wenn man sich die aktuellen Fahrerfelder in diversen nationalen bzw. regionalen Enduroveranstaltungen anschaut, dann ist nach wie vor eine 300ccm Zweitakter eines der Wohl am meisten pilotierte Maschine. Auch für viele Gelegenheitsfahrer ist eine -dreihunderter- das Motorrad schlechthin. Das liegt wohl daran, das zum einen die Zweitakter ein sehr gutes Handling mit bringt und zum anderen einen drehmomentstarken Motor besitzt.
Die Anschaffungs- sowie die Unterhaltungskosten halten sich in Grenzen und sind Gegenüber einem Viertakt-Modell deutlich günstiger. Das diese Modelle sehr gefragt sind, sieht man auch an den aktuellen Enduro´s der Marken Beta, GasGas, Husqvarna, KTM und Sherco.
Vergleichstest Aktueller 300er Zweitakt-Enduros
Für uns war es schon lange ein Wunsch möglichst alle aktuellen Enduromodelle mit einem 300ccm Motor in einem Vergleichtest miteinander antreten zu lassen. Die Organisation war im Vorfeld sehr umfangreich und so mussten die einzelnen Motorräder geholt, die Testfahrer sowie die Fotografen engagiert, die Strecke exklusiv gemietet, eine professionelle Zeitnahme aufgebaut und die Verpflegung für Ort bestellt werden.
Folgende Modelle wurden getestet:
- Beta RR 300
- GasGas (2019er Version von RMA Offroadshop)
- Husqvarna TE 300i
- KTM 300 EXC TPI
- Sherco 300 SE Factory
Jedes Modell wurde im Serienzustand geliefert und es wurden im Vorfeld keine Veränderungen am Fahrwerk oder sonstige relevanten Abstimmungen verändert. Am Vormittag konnten die Testfahrer jedes einzelne Modell ausgiebig fahren und somit einen ganz persönlichen Eindruck bekommen. Das Testareal bot endurotypische Sektionen und gerade für einen 300er Vergleich durften steile und lange Auffahrten sowie Hardenduro-Passagen nicht fehlen.
Jedes Modell musste von jedem Testfahrer 3x auf Zeit gefahren werden und nur die schnellste Prüfungszeit wurde verwendet. Wir haben jedes Modell nach folgenden Kriterien beurteilt: Handling, Fahrwerk, Traktion, Motor, Bremsen sowie das Aussehen.
Ergebnisse des Vergleichstests
Beta RR 300: Die Beta bekommt von fast allen Testfahrern eine gute Beurteilung für das Handling. Insgesamt ist die Beta als „gut“ eingestuft und es ist ein Motorrad was bestens für den Hobbybereich eingesetzt werden kann.
GasGas: Die Jungs mit den schnellen Sonderprüfungszeiten haben das Modell deutlich besser bewertet als die anderen Tester. Insgesamt ist das Motorrad für den Sportfahrer gedacht, dank des Kayaba-Fahrwerks und der stabilen Fahrweise bei hohen Tempo.
Husqvarna TE 300i: Die Husqvarna bekommt von allen Testfahrern die höchste Note (sehr gut) beim Handling. Insgesamt betrachtet bietet die Husqvarna ein breites Spektrum an Performance, was für den Hobbybereich sowie auch hin zum Sportfahrer mehr als ausreichend ist.
KTM 300 EXC TPI: Auch hier muss man sagen, es ist egal ob man langsam oder schnell unterwegs ist, es macht in jeder Situation Spaß dieses handliche Motorrad zu fahren. Ein großer Vorteil, sei hier noch zu erwähnen, ist das positive Drehmoment in niedrigen Drehzahlen.
Sherco 300 SE Factory: Insgesamt betrachtet ist die Sherco der „Sportler“ unter den Propanten und für den Renneinsatz bestens gerüstet.
Custombikes mit Extremleistung
Megasgas EC 700 Supermoto: Die Megasgas EC 700 ist eine Eigenbau-Supermoto von Social-Media-Star Sib aus der Oberpfalz. Ein extremes Exemplar mit 700er-Zweitakt-Motor und über 80 PS bei nur circa 120 Kilo.
Basis für die Megasgas war eine Sport-Enduro von GasGas, eine EC 300 aus dem Jahr 2021. Vom österreichischen Spezialanbieter Rübig, inzwischen Mega RS Engines, übernahm Sib dessen Top-Zweitakter Mega. Mindestens 84 PS stehen beim 700er zur Verfügung, bei zweitakttypisch giftiger Leistungsentfaltung - also ganz anders als 84 Viertakt-PS und für Ungeübte völlig ungeeignet. Mit allem Drum und Dran wiegt die Megasgas EC 700 rund 120 Kilogramm, schätzt Sib.
Klassische 2-Takt Supersportler
Suzuki RG 500 Gamma: Die Faszination der Suzuki RG 500 Gamma lag darin, dass die Japaner ein Rennmotorrad nahmen und (vereinfacht gesagt) Kennzeichen und Lichter montierten. Laut Ralf Schneider von MOTORRAD gab es keine 2-Takt Maschine die so nahe an ein echtes Rennmotorrad kam, wie die Suzuki.
Aprilia RS 250: Sie verwendet den selben Motor wie unser Platz 3, ist aber laut der Erfahrung von Ralf Schneider das edlere und schönere Motorrad. Die Verarbeitung war besser und die verbauten Teile hochwertiger.
Suzuki RGV 250: Von der Suzuki RGV 250 gab es zwei Baureihen, die trotz ihrer Unterschiede beide ihre Berechtigung haben. Eine weitere Eigenheit nicht nur der Suzuki, sondern aller 2-Takt Motorräder dieser Zeit, ist die Streuung der Leistungsangaben.
Yamaha RD 350 LC: Die von 1980 bis 1983 gebaute Yamaha RD 350 LC war ebenso ein Motorrad, das aus dem GP Sport abgeleitet wurde. Im Vergleich zu den Motorrädern auf Platz 1 und Platz 2 spürt man das Alter in Komponenten wie dem Fahrwerk und der Bremse.
Cagiva Mito Evoluzione: Sie ist der wahrscheinlich schönste Zweitakt Supersportler, der je verkauft wurde: die Cagiva Mito Evoluzione im Ducati 916 Design. Aufgrund der hohen Belastung der einzelnen Komponenten sollte vor dem Kauf geprüft werden, ob der Motor der Cagiva Mito (und der jeden anderen 2-Takters) noch gesund ist.
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